Thüringen-Debatte in der CDU: Werteunion kritisiert Hirte-Entlassung scharf – DER SPIEGEL

Die WerteUnion, ein Zusammenschluss konservativer Christdemokraten, wendet sich gegen die Entlassung des Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Christian Hirte.

Nach der Wahl Thomas Kemmerichs zum Ministerpräsidenten in Thüringen habe Kanzlerin Angela Merkel erklärt, die Wahl müsse rückgängig gemacht werden. “Als sei dies nicht schon unangebracht genug, müssen wir nun erfahren, dass sie den Ost-Beauftragten der Bundesregierung entlässt”, erklärte der Chef der WerteUnion, Alexander Mitsch. “Das ist zweifelsohne ein neuerlicher Tiefschlag für die innerparteiliche Demokratie.”

Jedem sei klar, dass die Entlassung Hirtes rein gar nichts mit dessen fachlicher Arbeit zu tun habe, denn diese sei stets tadellos gewesen, so Mitsch weiter. Merkel gehe es vielmehr darum, “Kritiker einer geplanten Zusammenarbeit mit der umbenannten SED systematisch kaltzustellen – ganz nach dem Motto ‘Bestrafe einen, erziehe hundert’.” Dies sei nichts weniger als ein offener Bruch mit den Prinzipien der CDU.

Hirte hatte zuvor via Twitter mitgeteilt, Merkel habe ihm in einem Gespräch erläutert, dass er nicht länger Beauftragter für die neuen Länder sein könne. “Ihrer Anregung folgend, habe ich daher um meine Entlassung gebeten”.

Auslöser war eine Nachricht des 43-Jährigen auf Twitter. Hirte, der aus Thüringen stammt und dort stellvertretender CDU-Chef ist, hatte zur Wahl Kemmerichs gratuliert, der auch mit AfD-Stimmen gewählt worden war: “Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer Rot-Rot-Grün abgewählt haben.” SPD und Opposition hatten auf Hirtes Rücktritt gedrungen.

Die WerteUnion sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Nach Angaben Mitschs hat sie rund 3600 Mitglieder. Mitsch wirbt seit längerem für einen konservativeren Kurs in der CDU und für Friedrich Merz als Kanzlerkandidat.

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Source: spiegel.de

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