Terror in London – Angreifer von Spezialeinheit in Zivil überwältigt – WELT

Nach dem jüngsten Messerangriff in London geht die britische Polizei von einer islamistisch motivierten Tat aus. Der mutmaßliche Täter habe eine Sprengstoffattrappe getragen, teilte die Polizei am Sonntagabend weiter mit. Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit seien bei der Attacke im Süden der britischen Hauptstadt „im Rahmen eines präventiven Einsatzes“ vor Ort gewesen. Zuvor hatten britische Medien berichtet, dass der mutmaßliche Täter unter Überwachung stand. Auf Videos von der Szene waren drei Beamte in Zivil zu sehen, die stoppten und Waffen zogen.

Polizeisprecherin Lucy D’Orsi bestätigte am Sonntagabend Medienberichte, nach denen der Angreifer erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden war, wo er wegen Terrorismus eingesessen hatte. Die Beamten seien sicher, dass es sich bei dem Mann um den 20-jährigen Sudesh A. handele, sagte sie.

Der Mann, der am frühen Nachmittag Passanten im Stadtteil Streatham attackiert hatte, war von der Polizei erschossen worden. Eines der Opfer, ein Mann, schwebte nach Angaben der Polizei in Lebensgefahr. Auch eine Frau wurde mit Stichverletzungen ins Krankenhaus gebracht, sie sollen aber nicht lebensbedrohlich sein. Eine weitere Frau erlitt leichte Verletzungen durch Glas, das durch die Schüsse der Polizei zu Bruch gegangen war.

Premierminister Boris Johnson kündigte rasche Konsequenzen für das Strafvollzugssystem an. Er werde am Montag „fundamentale Änderungen“ beim Umgang mit wegen Terrorakten verurteilten Straftätern bekanntgeben, teilte Johnson am Sonntagabend mit.

Zuvor dankte er der Polizei und den Rettungskräften per Kurznachrichtendienst Twitter. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten und allen Betroffenen“, teilte er mit. Die Polizei reagierte offenbar innerhalb weniger Minuten auf die Bedrohungslage. Laut BBC sind mobile Einheiten der britischen Anti-Terror-Polizei ständig in London unterwegs, um bei einer Terrorattacke so schnell wie möglich eingreifen zu können.

„Ich habe gerade die Straße überquert, als ich einen Mann mit einer Machete und silbernen Behältern an der Brust gesehen habe“, schilderte ein Jugendlicher der Nachrichtenagentur PA. Der Mann sei von einer Person in ziviler Kleidung verfolgt und mit mehreren Schüssen getötet worden. Vermutlich habe es sich um einen verdeckten Ermittler gehandelt, sagte der Jugendliche. Er selbst habe sich in eine Bücherei geflüchtet.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan twitterte: „Terroristen versuchen uns zu spalten und unseren Lebensstil zu zerstören – hier in London werden wir sie damit niemals Erfolg haben lassen.“

Auf diesem Twitter-Videostandbild ist ein bewaffneter Polizist auf der Streatham High Road zu sehen. Menschen wurden aufgefordert, sich aus dem Gebiet Streatham fernzuhalten

Auf diesem Twitter-Videostandbild ist ein bewaffneter Polizist auf der Streatham High Road zu sehen. Menschen wurden aufgefordert, sich aus dem Gebiet Streatham fernzuhalten
Quelle: dpa/Gully

Zuletzt tötete ein Terrorist in London im November zwei Menschen

Zuletzt hatte in London Ende November ein Terrorist nahe der London Bridge zwei Menschen mit Messerstichen getötet. Im Juni 2017 starben in der britischen Hauptstadt acht Menschen, nachdem Terroristen mit einem Transporter erst drei Menschen auf der London Bridge umgefahren und anschließend fünf weitere am Borough Market erstochen hatten. Polizisten erschossen die drei Täter.

Im März desselben Jahres fuhr ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in mehrere Fußgänger. Dabei kamen vier Passanten ums Leben Der Mann erstach zudem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Source: welt.de

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