Terror in Hanau – Live-Ticker: Kanzlerin Merkel bedankt sich für Solidarität bei EU – RTL Online

22. Februar 2020 – 14:46 Uhr

Bluttat vom Mittwochabend verändert alles

Der Mordanschlag von Hanau mit zehn Opfern schockiert die Menschen weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Der 43-jährige Tobias R. hat 10 Menschen ermordet, anschließend erschoss er sich selbst. Schon wieder rechtsgerichteter Terror mit vielen Toten in Deutschland. Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung in unserem Live-Ticker

09:09 Uhr: Grüne fordern Krisenstab und weitere Sofortmaßnahmen

Ein Krisenstab, ein Rassismus-Beauftragter und schärfere Waffengesetze: Nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau haben die Grünen im Bundestag “Sofortmaßnahmen für eine sichere Gesellschaft” vorgelegt.

Sie fordern die Bundesregierung auf, einen Krisenstab mit allen relevanten Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft einzurichten. Im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ) müsse ein Ad-hoc-Konzept zur Bewertung aller Verdachtsfälle im Bereich Rechtsterrorismus entwickelt werden.

Meldungen vom 21. Februar 2020

20:40 Uhr – Kanzlerin Merkel bedankt sich für Solidarität bei EU

Nach dem rassistischen Anschlag im hessischen Hanau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für die Solidarität ihrer europäischen Kollegen bedankt. “Ich möchte mich zunächst bei meinen europäischen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich dafür bedanken, dass sie mir und damit ja auch ganz Deutschland ihre Anteilnahme zu den schrecklichen Morden von Hanau ausgedrückt haben”, sagte die CDU-Politikerin am Freitag nach einem EU-Gipfel in Brüssel.

Damit hätten die anderen Staats- und Regierungschefs auch deutlich gemacht, “dass es eine starke europäische Solidarität gibt im Kampf gegen Rassismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Rechtsterrorismus und für unsere Demokratie, für unsere Werte und für die Würde jedes Einzelnen”.

17:00 – Angehörige lesen laut die Namen des Todesopfer vor

Hanau/Heumarkt: Freunde und Angehörige lesen die Namen der Toten vor.

© RTL

Ergreifende Szenen in Hanau: Freunde und Angehörige der Opfer ziehen vom Heumarkt zum Kurt-Schumacher-Platz. Dabei lesen die Namen der Toten vor.

16:40 Uhr – Persönliche Ansprechpartner und finanzielle Soforthilfen für Angehörige

Nach der rassistischen Gewalttat von Hanau hat die hessische Landesregierung einen zentralen und persönlichen Ansprechpartner für die Opfer und deren Angehörige bestimmt. Generalstaatsanwalt Helmut Fünfsinn werde sich vor allem um die persönlichen Anliegen der Betroffenen kümmern und den Kontakt mit den zuständigen Behörden koordinieren, kündigten Ministerpräsident Volker Bouffier und Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (beide CDU) am Freitag in Wiesbaden an. 

Edgar Franke, der Opferbeauftragter der SPD, sprach den Opfern eine schnelle finanzielle Hilfe zu. Im Interview mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Samstagsausgaben) sprach er von 30.000 Euro für Eltern, Ehepartner und Kinder der Todespfer. 15.000 Euro sollen Geschwister erhalten. “Aus dem Fonds für Härteleistungen können innerhalb von zwei Wochen Soforthilfen ausgezahlt werden.”, so Franke.

16:25 – LKA veröffentlicht Nationalitäten der Opfer

Das hessische Landeskriminalamt hat am Freitagnachmittag die Nationalitäten der Opfer des Hanauer Terroranschlags veröffentlicht.

Drei Tote haben die deutsche Staatsangehörigkeit, zwei die türkische, einer die bulgarische und einer die rumänische. Ein Opfer hat die deutsche und afghanische Staatsangehörigkeit und ein weiteres Opfer kommt aus Bosnien-Herzegowina. Außerdem habe Tobias R. erst seine deutsche Mutter (72) und dann sich selbst erschossen.

Unter den Verletzten sind laut LKA je zwei Menschen mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit und einer mit deutsch-afghanischer Zugehörigkeit.

15:10 Uhr – “Aufstehen und hinsehen” – das fordert ein RTL-Redakteur im Kommentar

Wenn Antisemiten, Rassisten und Nazis in Deutschland töten, ist das Entsetzen groß – und die Frage “Wer hat versagt?” noch größer. In seinem Kommentar zu Hanau fordert RTL-Redakteur Marco Büttner, dass wir “aufstehen und hinschauen”. Er erklärt, was wir gegen den rechten Wahnsinn tun können.

14:26 Uhr – Spontandemo gegen Rechts in Hanau

"Wir sind Hanau" - Spontandemo gegen Rechts

“Wir sind Hanau” – Spontandemo gegen Rechts

© RTL

In Hanau haben sich nach dem rechtsterroristischen Anschlag mit elf Toten die Menschen zu einer Spontandemo unter dem Motto “Wir sind Hanau” versammelt. Etwa 200 Teilnehmer bildeten eine Menschenkette, um ein Zeichen gegen Hass und Rassismus zu setzen und der Opfer zu gedenken. 

13:47 Uhr – Opferbeauftragte kümmern sich in Hanau um Angehörige

Nach dem rassistischen Anschlag mit insgesamt elf Toten in Hanau will die Stadt den Angehörigen von Todesopfern und Verletzten mit Fachleuten helfen. Die Stadt hat zwei Opferbeauftragte ernannt, die den betroffenen Menschen helfen und beistehen sollen, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Freitag sagte. Die Vorsitzende des Hanauer Ärztevereins und die designierte Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes werden das Team bilden.

“Mir geht es darum, dass mit den Menschen gesprochen wird und mitgefühlt wird. Die Experten wissen, was zu tun und was zu unterlassen ist. Sie werden tätig sein, so lange es erforderlich ist. Ob wir es danach institutionalisieren, weiß ich noch nicht”, sagte Kaminsky. Es gebe aber auch darüber hinaus verdienstvolle Vereinsstrukturen in Hanau, die Hilfe leisteten, etwa den Weißen Ring.

13:12 Uhr – Mehr Polizeipräsenz auf Fastnachtsumzügen in Hessen

Die Sicherheitsbehörden stehen nach der Gewalttat von Hanau wegen der bevorstehenden Fastnachtsumzüge in Hessen im ständigen Austausch. Die Schutzmaßnahmen seien auf einem hohen Niveau, versicherte ein Sprecher von Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag in Wiesbaden. Die Polizei zeige eine spürbar erhöhte Präsenz. Die Polizei setze in den Fastnachtshochburgen auf stationäre und mobile Videoüberwachung zum Schutz der Bürger und zur Stärkung des Sicherheitsgefühls.

12:03 Uhr – Tobias R. stellte im November Anzeige bei der Polizei

Generalbundesanwalt Peter Frank hat bestätigt, dass die Bundesanwaltschaft schon im vergangenen November Kontakt mit dem Attentäter von Hanau hatte. Damals sei bei seiner Behörde eine Anzeige des Mannes eingegangen. Er habe darin Strafanzeige gegen eine unbekannte geheimdienstliche Organisation gestellt.

Er glaubte offenbar, dass es eine übergreifende große Organisation gebe, die vieles beherrsche, “sich in die Gehirne der Menschen einklinkt und dort bestimmte Dinge dann abgreift, um dann das Weltgeschehen zu steuern”. In der Anzeige waren nach Franks Angaben keine rechtsextremistischen oder rassistischen Ausführungen enthalten. Man habe aufgrund dieses Schreibens kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

11:54 Uhr – Täter war wohl psychisch krank

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Todesschütze von Hanau psychisch krank war. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sprach am Freitag in Berlin auf Grundlage erster Einschätzungen von einer offensichtlich “schweren psychotischen Krankheit” des 43-Jährigen.

11:00 Uhr – So gegen die Ermittler jetzt vor

​Auf der Bundespressekonferenz in Berlin erklärte Generalbundesanwalt Peter Frank, dass die Behörden nun mehrere Ermittlungsstränge verfolgen, um die Taten in Hanau aufzuklären. Die Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen sei noch nicht abgeschlossen, die Spurensicherung noch in vollem Gange.

Außerdem würden 40 Zeugen vernommen und die GPS-Daten des Fluchtautos ausgewertet. Die Ermittler hätten außerdem Unterlagen und technische Geräte in der Wohnung des Tatverdächtigen sichergestellt, die nun analysiert würden. Interessant für die Ermittler sind auch die Finanzen, sowie die Kontakte von Tobias R. ins In- und Ausland.  

10:37 Uhr – Seehofer: “Eindeutig rassistisch motivierter Terroranschlag”

“Die Tat in Hanau ist ein eindeutig rassistisch motivierter Terroranschlag”, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der Bundespressekonferenz. Es sei nach dem Mord an Walter Lübcke und dem Anschlag in Halle der dritte rechtsterroristische Anschlag innerhalb weniger Monate. “Wir müssen den Rassismus ächten”, so Seehofer. 

“Wir werden die Polizeipräsenz in ganz Deutschland erhöhen”, kündigte er an. Vor allem sensible Einrichtungen wie Moscheen sollen besser bewacht werden. Auch an Bahnhöfen, Flughäfen und im grenznahen Gebiet werde die Polizeipräsenz verstärkt.

10:27 Uhr – FDP-Innenexperte sieht fließende Übergänge zwischen Thesen des Attentäters und der AfD

Der Innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Konstantin Kuhle, sieht fließende Übergänge zwischen dem Manifest des Hanauer Attentäters und manchen Thesen von AfD-Politikern.  “Wenn man sich dieses Manifest des Täters von Hanau anschaut und das mit so manchen Theorien vergleicht, die die AfD auch im deutschen Bundestag von sich gibt, dann sind die Übergänge da fließend”, sagte Kuhle im RTL/ntv Frühstart.

Deswegen habe die AfD eine Mitverantwortung, was die Verrohung des Klimas in Deutschland angehe. “Und hier müssen auch die Behörden genauer hingucken, was die Überlappung zwischen Rechtsterrorismus, Rechtsextremismus und der AfD angeht.”

10:16 Uhr – AfD Hamburg sagt Wahlabschluss-Veranstaltung ab

Nach dem Anschlag in Hanau hat die AfD Hamburg hat ihre für Freitag geplante Wahlabschluss-Veranstaltung im Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg abgesagt. Aufgrund der politisch-medialen Stimmungsmache und der zu erwartenden massiven Gegenproteste könne die Sicherheit der Bürger vor Ort nicht garantiert werden, teilte die rechtspopulistische Partei mit. Man wolle sich außerdem nicht vorwerfen lassen, pietätlos zu handeln. Auch die anderen Hamburger Parteien sagten mehrere geplante Veranstaltungen ab. 

09:06 Uhr – Informationszentrum für Betroffene öffnet wieder

Nach dem Anschlag in Hanau hat die Polizei ein Informationszentrum für Betroffene eingerichtet. Angehörige, Hinterbliebene und Opfer können sich dort auch heute seit 8 Uhr wieder Hilfe und Unterstützung holen. Die Anlaufstelle befindet sich in der Heinrich-Heine-Grundschule (Karlsbader Str. 12 in Hanau). Wer von der Tat direkt betroffen ist, kann sich an das Informationszentrum wenden und sich dort informieren lassen.

08:14 Uhr – Kriminalpsychologin zur Psyche des Täters Tobias R.

Handelte der Todesschütze von Hanau im Wahn? Der Tatverdächtige soll aus rassistischen Motiven heraus gehandelt haben – gepaart mit einem Glauben an Verschwörungstheorien und einem verzerrten Selbstbild. Kriminalpsychologin Lydia Benecke erklärt im RTL-Interview, wie sie die Psyche von Tobias R. einschätzt. 

07:50 Uhr – Viele Menschen gehen für Opfer von Hanau auf die Straße

Trauer um die Opfer von Hanau

Nach dem Anschlag in Hanau haben Bundesweit Menschen den Opfern gedacht.

© imago images/Ralph Peters, Ralph Peters via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Nach dem Anschlag in Hanau haben die Menschen in mehr als 50 deutschen Städten Mahnwachen für die Opfer abgehalten. In Hanau versammelten sich etwa 5.000 Menschen zu einer Gedenkveranstaltung, an der auch der Bundespräsident teilnahm. In Berlin versammelten sich am Brandenburger Tor rund 500 Menschen, darunter zahlreiche Spitzenpolitiker, und bildeten eine große Menschenkette rund um das Tor. In Potsdam waren es 300, die der Opfer gedachten.

7:39 Uhr – Polizei in NRW fährt vermehrt Streife vor Moscheen

Nach dem offenbar rechtsterroristischen Anschlag von Hanau fährt die Polizei in NRW nach RTL-Informationen vermehrt Streife vor Moscheen. Eine 24-Stunden Überwachung kann die Polizei nicht leisten, denn dafür bräuchte es pro Moschee 15 bis 16 Beamte, die sich in Schichten ablösen.

06:09 Uhr: Staatspräsident: Ein Mordopfer stammt aus Rumänien

Eines der Todesopfer des Anschlags von Hanau stammt aus Rumänien. Das bestätigte der rumänische Staatspräsident Klaus Iohannis auf Twitter. Er habe mit Bestürzung vom Tod eines rumänischen Staatsbürgers erfahren, schrieb Iohannis, der sich wegen des mehrtägigen EU-Gipfels in Brüssel aufhielt. Rumänischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Todesopfer um einen 23 Jahre alten Mann.

Schweigeminute bei Fußballspiel von Chaoten gestört

Es sollte eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer in Hanau werden, doch Chaoten haben diese mit Zwischenrufen gestört. Beim Europa-League-Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem Red Bull Salzburg hielten Fans und Spieler in der Frankfurter Commerzbank-Arena inne. Doch nicht alle blieben still. Lautstark waren einige Personen zu hören. Aus den Fankurven kamen schnell die ersten Gegenreaktionen: “Halt die Fresse”, rief einer lautstark, bis “Nazis raus”-Rufe in das mit 47.000 Fans ausverkaufte Stadion donnerten.

00:02 Uhr – FDP fordert mehr staatlichen Druck auf die AfD

Nach den rassistisch motivierten Morden von Hanau hat die FDP Konsequenzen für die staatliche Sicherheitspolitik verlangt. “Es braucht eine Generalrevision aller bisherigen und aller geplanten Maßnahmen im Kampf gegen gewaltbereite Rechtsextremisten”, sagte FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle der Düsseldorfer “Rheinischen Post”. Insbesondere der Umgang mit der AfD müsse verändert werden. “Der Verfolgungsdruck auf die Überschneidung von Rechtsterrorismus und AfD muss nach Hanau deutlich zunehmen”, forderte der FDP-Politiker.

Das waren die aktuellen Meldungen vom 20. Februar 2020

20:10 Uhr – Rund 500 Menschen bei Mahnwache am Brandenburger Tor

Rund 500 Menschen, darunter etliche prominente Politiker, haben am Donnerstagabend in Berlin am Brandenburger Tor der Opfer des Anschlags von Hanau gedacht. Sie bildeten eine große Menschenkette rund um das Tor. Einige hielten Kerzen in den Händen und legten Blumen an dem Bauwerk ab. Vereinzelt waren Europaflaggen zu sehen. Auf einem Schild stand zu lesen: “Wir trauern um die Opfer von Hanau, Halle, Kassel, Mölln etc. Stoppt Hass und Hetze in den asozialen Medien”. Die Zahl der Teilnehmer geht auf eine Zählung der Polizei zurück.

17:30 Uhr – Tobias R. bestellte Tatwaffe angeblich im Internet

Der Terror-Schütze von Hanau soll die Tatwaffe in einem Internet-Shop gekauft haben. Das berichtet das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” unter Berufung auf Sicherheitskreise. Bei der Waffe soll es sich um eine Pistole des Typs Glock 17, 9 Millimeter Luger gehandelt haben. Der 43-jährige soll zudem noch zwei weitere Waffen besessen haben, unteranderem eine SIG-Sauer-Pistole, 9 Millimeter. Die SIG Sauer-Pistole soll Tobias R., zusammen mit der Tatwaffe, 2014 legal im selben Online-Shop erworben haben, berichtet das Redaktionsnetzwerk.

16:00 Uhr – Mahnwachen geplant

In der Stadt Hanau soll am Donnerstagabend eine Mahnwache für die Opfer des schweren Gewaltverbrechens stattfinden. Dazu habe Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) aufgerufen, sagte eine Stadtsprecherin. Die Gedenkveranstaltung soll am Abend um 18 Uhr auf dem Marktplatz beginnen. Gleichzeitig kündigte der Deutsche Gewerkschaftsbund anlässlich der mutmaßlich rassistisch motivierten Gewalttat eine Kundgebung zur gleichen Zeit an der Frankfurter Paulskirche an.

Am Freitag veranstaltet die Bait-ul-Wahid Moschee als größte Moschee in Hanau eine Gedenkminute/Ansprache. Das Ganze soll zu Zeiten des Freitagsgebets stattfinden, gegen 13:30 in der Hafenstaße in Hanau.

15:55 Uhr – Tobias R. war Mitglied im Schützenverein

Der Deutsche Schützenverein hat bestätigt, dass der mutmaßliche Täter Mitglied im einem Frankfurter Schützenverein war. 2013 hat R. Waffenbesitz genehmigt bekommen, seit 2014 war er im Besitz einer Waffe. Eingetragen waren zuletzt zwei Waffen.

15:25 Uhr – Jugendfreund von Tobias R. im RTL-Interview

Ein ehemaliger Freund erinnert sich an Tobias R.

RTL-Reporter Karl Wirz im Gespräch mit einem Jugendfreund des mutmaßlichen Todesschützen

© RTL

Kai Hagenkötter hat als Jugendlicher zusammen mit dem mutmaßlichen Todesschützen Tobias R. Fußball gespielt. Beide spielten in einem Verein in Hanau-Kesselstadt . Im Interview mit RTL-Reporter Karl Wirz erzählt er: “Der Tobias war ein starker Fußballer und wechselte als Spieler der C-Jugend zu Eintracht Frankfurt”. 

Laut Hagenkötter spielte Tobias R. eine ganze Weile bei der Eintracht– bis eine Knieverletzung weitere Karriereträume zunichtemachten. “Das hat ihm wohl einen Knacks versetzt”, glaubt der frühere Sportfreund. Während der gemeinsamen Zeit im Fußballverein sei Tobias R. nie unangenehm aufgefallen. “Tobias war ein introvertierte Typ; stand immer am Rande der Gruppe – nie im Mittelpunkt”, so Hagenkötter. Die Mannschaft in der beide damals spielten war “sehr multikulturell”. An rechte Äußerungen von Tobias R. oder Probleme mit anderen Spielern kann sich der frühere Vereinskollege nicht erinnern.

15:19 Uhr – Täter hatte „zutiefst rassistische Gesinnung“

Die Videobotschaften und das Manifest des Täters würden “neben wirren Gedanken und abstrusen Verschwörungstheorien, aber eine zutiefst rassistische Gesinnung aufweisen”, so Generalbundesanwalt Peter Frank am Donnerstag in Karlsruhe. Deshalb habe er die Ermittlungen an sich gezogen. Noch ist unklar, ob der mutmaßliche Täter Mitwisser oder Unterstützer hatte. Das Bundeskriminalamt übernimmt die polizeilichen Ermittlungen, unterstützt werden sie dabei vom hessischen Landeskriminalamt. Frank spricht von einer Nacht, “die uns noch lange in Erinnerung bleiben und die Ermittlungsarbeit stark prägen wird”.

14:28 Uhr – Erstes Opfer erzählt in Interview über Anschlag

Ein Opfer spricht über den Angriff

Muhammed B. wurde bei dem Angriff selbst angeschossen!

© A Haber TV, A Haber

Auch Muhammed B. ist ein Opfer von Tobias R. . Der junge Mann wurde von einer Kugel in der Schulter getroffen. Im Krankenhaus hat er dem Sender Haber-TV ein bewegendes Interview gegeben. 

14:24 Uhr – Alle Opfer in den Bars hatten Migrationshintergrund

Police forensic personnel investigate at the scene after a shooting in central Hanau, Germany Thursday, Feb. 20, 2020. A German man shot and killed several people at different locations in a Frankfurt suburb overnight. (AP Photo/Michael Probst)

Terror in Hanau

© AP, Michael Probst, PRO

Der Todesschütze von Hanau hat neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet – und seine Mutter. Fünf der Opfer hätten kurdische Wurzeln, seien aber deutsche Staatsangehörige, sagte der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland.

13:30 Uhr – Kurdische Gemeinden: Wut und Trauer über Gewalttat

Kurdische Verbände in Deutschland zeigen sich entsetzt über die Gewalttat von Hanau. “Wir stehen alle unter Schock”, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland (KGD), Mehmet Tanriverdi, in Gießen. Nach Informationen der KGD waren Menschen kurdischer Abstammung unter den Opfern. Eine offizielle Bestätigung der Behörden dazu lag zunächst nicht vor.
Der Dachverband “Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans” in Deutschland sprach von Trauer und Wut. “Traurig sind wir, weil unsere Gedanken nach der gestrigen Nacht bei den Angehörigen der Opfer des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau sind”, sagte ein Sprecher. Wütend sei man, weil die politischen Verantwortlichen in diesem Land sich rechten Netzwerken und Rechtsterrorismus nicht entschieden entgegenstellten. Die politische Rhetorik der AfD und ihre Verharmlosung bereiteten den Nährboden für den rechten Terror.

13:16 Uhr – RTL-Interview: “Meine Tochter überlebte den Anschlag”

Nurhan Agit

Nurhan Agits Töchter überlebten die Schießerei in Hanau, der Sohn einer Freundin kam aber ums Leben.

© RTL

Ihre Tochter hat den Anschlag in Hanau überlebt, steht aber noch immer unter Schock. Nurhan Agit erzählt im RTL-Interview über die schlimmste Nacht ihres Lebens.

12:40 Uhr – Hessens Ministerpräsident Bouffier verspricht Kampf gegen Rassismus

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier spricht in Hanau von einem “tiefen Einschnitt”. Es seien “Wunden gerissen”. Zu den Menschen vor allem auch mit Migrationshintergrund sagt er: “Wir sind an eurer Seite, das gilt für jeden in unserem Land, ganz egal, wo er herkommt und wie er aussieht.” Die Regierung werde alles tun, “um gegen Rassismus, gegen Hetze und Hass anzutreten”.

12:25 Uhr – Bundeskanzlerin Angela Merkel: “Rassismus ist ein Gift, Hass ist ein Gift”

Seit dem frühen Morgen hat sich Merkel über die Ereignisse in Hanau informieren lassen. Auch wenn es noch keine abschließende Klarheit gebe, weise derzeit alles darauf hin, dass der Täter aus rechtsextremen, rassistischen Motiven gehandelt habe, sagt sie in Berlin. Rassismus sei ein Gift, Hass sei ein Gift und dieses Gift existiere in unserer Gesellschaft und es sei Schuld an viel zu vielen Verbrechen, so Merkel weiter.

12:28 Uhr – Karnevalsumzug in Hanau abgesagt

Der Hanauer Faschingsumzug an diesem Samstag (22. Februar) wird wegen des Gewaltverbrechens mit elf Toten abgesagt. Das teilte der Hanauer Carnevalszug Verein (HCV) am Donnerstag auf seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook mit: «Wir drücken hiermit den Hinterbliebenen der Opfer unser tiefstes Mitgefühl aus!» Die Stadt Hanau bestätigte die Absage.

12:00 Uhr – Islamverbände: Solidarität mit Opfern rechter Gewalt

Die vier großen Islamverbände in Deutschland haben nach der Gewalttat in Hanau mehr Engagement im Kampf gegen rechten Terror gefordert. Die Gewalt habe sich gegen Migranten als Zielgruppe gerichtet, betonte der Koordinationsrat der Muslime (KRM) am Donnerstag in Köln. Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. 
Der KRM betonte, man verlange schon seit Monaten, “gegen die rechte Hetze und gegen Islamfeindlichkeit deutlich Stellung zu beziehen.” Der Terror bedrohe alle. Die Politik habe das Problem rechter Gewalt unterschätzt. Alle Akteure der Gesellschaft sollten ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern rechter Angriffe setzen, mahnte der Zusammenschluss von Türkisch-Islamischer Union Ditib, Zentralrat der Muslime, Islamrat IRD und Kulturzentrenverband VIKZ.

11:46 Uhr – Polizei holte Vater des mutmaßlichen Täters aus Wohnung

Der Vater des mutmaßlichen Täters wurde heute Nacht ebenfalls zur polizeilichen Befragung aus der Wohnung geholt. Bisher ist nicht bekannt, ob er von der Tat seines Sohnes vorab wusste.

Nach RTL-Informationen soll er bei den Hanauer Grünen politisch aktiv gewesen sein.

11:42 Uhr – Opfer erzählt über den Angriff auf die Shisha-Bar

Ein Opfer spricht über den Angriff

Muhammed B. wurde bei dem Angriff selbst angeschossen!

© A Haber TV, A Haber

“Zuerst wurden fünf bis sechs Schüsse von außen abgegeben, dann kam der Schütze hinein”. So schildert Muhammed B. beim türkischen TV-Sender “A Haber”, den Angriff auf die Hanauer Shisha-Bar.  Der junge Mann, der bei der Schießerei selbst verletzt wurde, saß gerade beim Essen in der Arena-Bar, als der Täter das Feuer auf das Lokal und die Gäste eröffnete.  Im Interview erzählt er, dass zum Zeitpunkt der Attacke 10-12 weitere Personen in der Bar gewesen sein sollen. Der Täter habe auf alle geschossen, die er gesehen hat. Muhammed erinnert sich: “Ich habe mich hinter einer Wand versteckt! Dabei wurde mir in die Schulter geschossen.” Muhammed schildert in dem Interview, wie er auf den Boden gefallen ist – auf einen anderen Gast. “Der Junge, der unter mir lag, hatte ein Loch im Hals”, erinnert er sich. Der junge Mann habe gesagt, dass er nicht mehr richtig atmen könne. Daraufhin habe Muhammed ihm gesagt, er solle sein” letztes Gebet sprechen”. Plötzlich wurde es in der Shisha-Bar ganz leise und der Täter sei rausgegangen.

11:34 Uhr – Türkei verurteilt Tat von Hanau als “rassistischen Angriff”

Die Türkei hat die Gewalttaten mit mehreren Toten in Hanau als «rassistischen Angriff» verurteilt und eine schnelle Aufklärung gefordert. «Wir erwarten von den deutschen Behörden maximale Anstrengungen, um den Vorfall aufzuklären», schrieb der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Donnerstag auf Twitter.

11:20 Uhr – Karneval startet mit Schweigemoment

20.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Henriette Reker (parteilos, 2.v.r), Oberbürgermeisterin von Köln, gedenkt mit dem Kölner Dreigestirn (l) und Christoph Kuckelkorn (r), Präsident Festkomitee Kölner Karneval, kostümiert bei einer Schweigeminute d

Weiberfastnacht – Schweigeminute in Köln

© dpa, Oliver Berg, obe

Das karnevalistische Geschehen wurde überschattet von der Gewalttat in Hanau. Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn sagte: «Im Leben und vor allen Dingen im Karneval sind die Momente der überschäumenden Freude und des Feierns und die der Trauer und die stillen Momente immer nah beieinander. Heute, in den Stunden, überwiegt bei uns allen, glaube ich, die Fassungslosigkeit.» Bevor die Kölner Karnevalisten die tollen Tage offiziell eröffneten, gedachten sie der Opfer von Hanau mit einem Schweigemoment.

10:55 Uhr – Sicherheitskreise: Viele der Opfer des Anschlags in Hanau mit Migrationshintergrund

Unter den Todesopfern von Hanau sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob unter ihnen auch ausländische Staatsbürger sind, war zunächst nicht bekannt.

10:41 Uhr – Die Tatorte des Anschlags in Hanau im Überblick

Überblick der Tatorte in Hanau

Überblick der Tatorte in Hanau

© RTL

Gegen 22 Uhr begann Tobias R. offebar seinen Anschlag in einer Shisha-Bar in der Innenstadt von Hanau. Der  zweite Tatort ist eine weitere Shisha-Bar nur 2 Kilometer entfernt. In einer Wohnung in der Nähe findet die Polizei später den Täter tot auf. In der Wohnung liegt auch dei Leiche seiner Mutter.

10:25 Uhr – Bundesjustizministerin spricht Anghörigen der Opfer Anteilnahme aus

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat den Angehörigen der Opfer von Hanau ihre Anteilnahme ausgesprochen. “Es ist erschütternd, wie viele Menschen dort sinnlos getötet wurden”, erklärte sie. “Wir müssen die Hintergründe der Tat gründlich aufklären und alles tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern.” 

10:15 Uhr – Bayerns Ministerpräsident Söder will härter gegen Rechts vorgehen

Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder kündigt ein hartes Vorgehen an. “Der Rechtsstaat wird sich solcher Gewalt mit aller Härte und Entschiedenheit entgegenstellen”, twittert der CSU-Politiker. Die brutale Tat mache ihn fassungslos. “In Gedanken sind wir bei den Angehörigen
der Opfer.”

10:00 Uhr – Hessischer Innenminister Peter Beuth bestätigt RTL-Meldung: Auch Mutter des Täters tot

Die zweite Leiche, die in der Wohnung des mutmaßlichen Täters gefunden wurde, soll seine Mutter sein. Das bestätigte jetzt auch der hessische Innenminister.

09:55 Uhr – Das ist der mutmaßliche Täter Tobias R. (43)

Mutmaßlicher Täter Tobias R.

Mutmaßlicher Täter Tobias R.

© Privat

Viel ist bisher über den mutmaßlichen Täter nicht bekannt. Es soll der 43-jährige Tobias R. aus Hanau sein.

09:49 Uhr – Ex-Justizministerin: Rechte Gefahr zu lange unterschätzt

Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger äußert sich besorgt über die Zunahme rechtsextremer Gewalt. “Ein Rechtsextremist ermordet Walter Lübcke. Ein Rechtsextremist verübt einen antisemitischen Anschlag in Halle. Ein Rechtsextremist tötet zehn Menschen in Hanau”, sagt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. “Zu lange wurde die Gewaltbereitschaft der Rechtsextremisten unterschätzt. Was muss noch geschehen, bis die Gefahr durch rechten Terror endlich ernst genommen wird?”

09:38 Uhr – Das sagt der mutmaßliche Täter in seinem Bekennervideo

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat vor dem Gewaltverbrechen eine umfangreiche Sammlung von Erklärungen und Weltanschauungs-Theorien im Internet verbreitet. In einem knapp einstündigen Video behauptet er unter anderem, Deutschland werde von einem Geheimdienst mit weitreichenden Fähigkeiten gesteuert. Außerdem äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei. 

09:15 Uhr – Ausländerfeindlicher Hintergrund vermutet – Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Es gebe Indizien, die auf einen rechtsextremistischen Hintergrund deuten, teilt die Behörde mit.

Was bisher über die Tat von Hanau bekannt ist

Die ersten Schüsse fielen gegen 22 Uhr in einer Shisha-Bar in der Hanauer Innenstadt. Laut Polizei soll der Täter hier drei Menschen getötet haben. Kurz danach fallen in einer weiteren Shisha-Bar im Stadtteil Kesselstadt die nächsten Schüsse.

Auch im benachbarten Kiosk “24/7” schießt der Täter offenbar um sich. Der Kioskbetreiber hat an beiden Standorten einen Laden in unmittelbarer Umgebung der betroffenen Shisha-Bars. Der Neffe des Kioskbesitzers schildert im RTL-Interview die Erlebnisse seines Onkels, der selbst kurz nach der Tat vor Ort eintraf. 

Er bestätigt, dass unter den Toten zwei Mitarbeiter des Kioks sind. Auch im Wagen vor dem Laden soll ein Mann erschossen worden sein, so sagt er. Vermutlich eine völlig unbeteiligte Person.

Tatorte in Hanau

Tatorte in Hanau

© RTL

Die Polizei sperrte beide Tatorte weiträumig ab. Polizisten mit Maschinenpistolen sicherten die Umgebung ab. Menschen standen in der Nähe der mit Flatterband abgesperrten Bereiche, einige weinten. Auf einem Foto aus dem Stadtteil Kesselstadt war ein mit Thermofolie abgedecktes Auto zu sehen. Neben dem Wagen lagen Glassplitter.

Bekennerschreiben und Video gefunden

Mit Hilfe von Zeugen konnte die Polizei über das Autokennzeichen den mutmaßlichen Täters identifizieren. Das SEK umstellte daraufhin das Haus und stürmte dann die Wohnung. Dort fanden sie den mutmaßlichen Täter tot auf. In der Wohnung lag eine weitere Leiche. Nach RTL-Informationen soll es die Mutter des mutmaßlichen Täters sein.

Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler auch ein Bekennerschreiben und ein Video. Beides wird jetzt ausgewertet.Mittlerweile hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Nach dpa-Informationen sind Hinweise auf eine ausländerfeindliche Motivation des mutmaßlichen Täters der Grund.

Extremismus-Experte mit erster Einschätzung der Schüsse in Hanau

CDU-Abgeordnete Katja Leikert: „Ein echtes Horrorszenario für uns alle“

Die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hanau, Katja Leikert (CDU), hat sich nach den tödlichen Schüssen bestürzt über Twitter geäußert. “In dieser fürchterlichen Nacht in Hanau wünsche ich den Angehörigen der Getöteten viel Kraft und herzliches Beileid […] Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle. Danke an alle Einsatzkräfte!!”

Source: rtl.de

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