Raser-Unfall in Südtirol – Anwalt von Stefan L.: Er wünscht sich, er wäre anstelle der Touristen gestorben – RTL Online

6. Januar 2020 – 19:15 Uhr

Tödlicher Raser-Unfall in Luttach in Südtirol

Stefan L. hat sieben Menschenleben auf dem Gewissen, zehn weitere wurden verletzt. Mit fast 2 Promille und viel zu hoher Geschwindigkeit fährt er im Wintersportort Luttach in der Nacht zum Sonntag in eine Gruppe junger Deutscher. Sein Anwalt Alessandro Tonon sagt jetzt: Der 27-Jährige bereue das Unglück in Südtirol sehr. Er habe sich für nicht so stark alkoholisiert gehalten.

„Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen.“

Der 27-Jährige sei sich zwar bewusst, dass er getrunken habe, sagte sein Pflichtverteidiger, aber als er den Wert von fast 2 Promille erfahren habe, sei er verwundert gewesen. Er habe sich kurz vor dem Unfall von seiner Freundin getrennt und sei auf dem Weg in die Disco “Hexenkessel” gewesen. Die Trennung habe aber mit dem Unfall nichts zu tun. Laut italienischer Medien soll Stefan L. seit der Tat Suizidgedanken haben. Sein Anwalt berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass sein Mandant ihm ungefähr gesagt haben soll: “Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen.” Im Interview mit RTL wird Stefan L. von seinem Arbeitskollegen als hilfsbereit und aufgeweckt beschrieben.

Der 27-Jährige wurde mittlerweile vom Krankenhaus in ein Gefängnis gebracht. Er wird weiter psychologisch betreut.

Im Video: Stefan L. kommt ins Gefängnis

Südtiroler Todesfahrer war mit 1,9 Promille und deutlich überhöhtem Tempo unterwegs

Dem Todesraser drohen wegen des Unfalls bis zu 18 Jahre Haft. In Italien gilt ähnlich wie in Deutschland eine 0,5-Promille-Grenze – mit strengeren Werten für Anfänger. Sein Anwalt rechnet mit einer Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter Mitte der Woche.

Der 27-Jährige hatte 1,9 Promille im Blut. Wie schnell er mit seinem Sportwagen fuhr, soll jetzt ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft geht von einer “erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung” aus. Erlaubt sind in dem Skiort 50 km/h.

05.01.2020, Italien, Luttach: Trauernde stehen am Ort des Unfalls nach Sonnenuntergang. Ein Auto war in eine Gruppe Urlauber gefahren und hat dabei sechs junge Deutsche getötet. Foto: Lino Mirgeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Trauer um die sieben Toten in Luttach, Südtirol, ist groß.

© dpa, Lino Mirgeler, lim kno

Stefan L. raste sieben Menschen in Südtirol tot

Der Mann war nachts auf der Dorfstraße von Luttach mit einem PS-starken Sportwagen in die Reisegruppe aus Deutschland gerast. Die Skitouristen kamen von einem Diskobesuch zurück und stiegen aus einem Bus aus. Der Fahrer aus Südtirol raste in die jungen Leute, als sie gerade die Straße überqueren wollten, um zu ihrer Unterkunft zu laufen.

Sechs Menschen starben noch am Unfallort, eine weitere Deutsche erlag am Montag ihren Verletzungen. Vier der Toten sollen nach RTL-Informationen aus Nordrhein-Westfalen und zwei aus Norddeutschland stammen.

Source: rtl.de

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