“O, The Oprah Magazine”: Gesucht: eine diplomatische Formulierung für das Ende


Oprah Winfrey

Oprah Winfrey ist eine der erfolgreichsten TV-Moderatorinnen. Ihr Magazin “O” soll nun nicht mehr gedruckt werden.

(Foto: AP)

Oprah Winfrey ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte. Die heute 66-Jährige hat sich aus Armut und unehelicher Geburt, aus Teenager-Schwangerschaft und jeder Form von Ausbeutung hochgearbeitet zur bestbezahlten Moderatorin im US-Fernsehen. Nebenbei ist sie in Filmen von Steven Spielberg und Jonathan Demme aufgetreten und verfügt über ein weitgespanntes Medienimperium.

Ein wesentlicher Teil davon ist , das ihre Leser und Leserinnen mit Lebenshilfe, Einkaufstipps und aller Art von Aufmunterung versorgt, wie sie es auch aus ihrer Talkshow kennen. O erscheint seit zwanzig Jahren, verfügt über eine monatliche Verkaufsauflage von 2,2 Millionen, und gilt als ungewöhnlich erfolgreich, denn anders als vergleichbare Magazine hat es nicht an Auflage verloren.

Darum kam die Nachricht umso überraschender, dass die Print-Ausgabe der Zeitschrift zum Jahresende eingestellt werden soll. O erscheint im familienfreundlichen Verlagsimperium Hearst Corporation, die auch und herausbringt. Von Januar 2021 soll O “digitalzentriert” werden.

An die Stärken halten, die wesentlich für die DNA der Marke sind

Die will wissen, dass seit geraumer Zeit um eine diplomatische Formulierung für die weitere Kooperation von Winfrey und Hearst gerungen wurde. In der blumigen Sprache der Chefredakteurin Lucy Kaylin wird die radikale Umstellung so angekündigt: “Während wir das nächste Kapitel aufschlagen, werden wir uns an die Stärken halten, die wesentlich für die DNA der Marke sind, und die Verbindung mit unseren treuen Lesern vertiefen.”

Die Leser werden die Magazin-Cover mit der Herausgeberin sicherlich vermissen, die sich jeden Monat in einem neuen Outfit und in ihrem jeweiligen neuen Diät-Status auf dem Titel präsentiert hat. Der Verlag jedenfalls fühlt sich “geehrt, bei der Neugestaltung der Zukunft mit Oprah und ihrem Team zusammenzuarbeiten”.

Source: sueddeutsche.de

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