Minister Müller bei Maischberger: Heftige Attacke auf Aldi – BILD

In Davos sagt US-Präsident Donald Trump nichts von dem, was die Klimaaktivistin Greta Thunberg hören möchte. Auf der Grünen Woche in Berlin nimmt Entwicklungsminister Gerd Müller den deutschen Verbraucher bei den Ohren. Und im Vatikan bringen zwei Päpste die Medien in Wallung. Viel Futter für „Maischberger – die Woche“ !

Die Gäste

Gerd Müller (64, CSU). Der Bundesentwicklungsminister prangert an, deutsche Verbraucher würden arme Länder ausbeuten.

Gloria von Thurn und Taxis (59). Die Fürstin aus Regensburg ist mit Papst Benedikt XVI. „nachbarschaftlich befreundet“ und findet Franziskus „einen ganz tollen Papst“. Nach ihr gibt es da überhaupt keinen Streit.

Florian Schroeder (40). Der Kabarettist tourt gerade durch Norddeutschland.

Anna Planken (39). Die ARD-Moderatorin („Morgenmagazin”) wollte ursprünglich Tierärztin werden.

Christoph Schwennicke (53). Der Chefredakteur („Cicero”) nennt Trump einen „wandelnden Flammenwerfer“.

Interessante Gäste: der unabhängigste Minister im Kabinett und die freieste Fürstin im europäischen Hochadel. Das Zoff-o-Meter ist gewappnet!

Die Talk-Runde bei Sandra Maischberger am MittwochabendFoto: Max Mohr / ARD

Zum Start Business as usual

„Was hat Sie geärgert?“ fragt die Talkmasterin Sandra Maischberger die Runde ab und erntet vorhersehbare Antworten.

ARD-Planken echauffiert sich über die Rede von Donald Trump in Davos: „Nur Selbstlob! Ignoranz!“ Für diese leichte Übung kassiert sie prompt den ersten Beifall.

Die Talkmasterin ist trotzdem nicht ganz zufrieden. „Gibt es auch etwas, was Sie überrascht hat?“ hakt sie nach. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Landgericht Berlin noch mal an das an Künast-Urteil rangeht“, antwortet ihre ARD-Kollegin.

Zoten-Parade des Abends

Da es bei den gerichtsnotorischen Beschimpfungen der Grüne-Politikerin um Wörter geht, die eine Dame nicht in den Mund nimmt, muss der Kabarettist ran: „Ich habe die ehrenvolle Aufgabe, zu zitieren, was nach dem neuen Urteil jetzt nicht mehr gesagt werden darf“, kündigt er an.

Kabarettist Florian SchroederFoto: Max Mohr / ARD

Sein Rat: „Wenn Sie Kinder haben, die jünger sind als 16, dann machen Sie den Fernseher bitte lauter – sie werden es lieben!“ empfiehlt er und lässt einen Hagel von Ausdrücken los, die fast alle mit S oder V beginnen.

Unerwartete Kritik

Schwennicke hat Robert Habeck zum Verlierer der Woche erkoren: „Seine Reaktion auf Trump war grobschlächtig!“ sagt er über die schnaubende Spontan-Kritik des Grüne-Chefs in Davos.

„Die schlechteste Rede, die ich in meinem Leben gehört habe“, hatte Habeck geschimpft. „Das ist eine Nummer zu klein für jemanden, der Bundeskanzler werden kann“, kritisiert ihn der Journalist nun dafür und bekommt ebenfalls Beifall.

Schröder nimmt Habeck in Schutz: „Er war eben emotional betroffen!“

Interessanteste Analysen

Maischberger jubelt die Auftritte von Trump und Thunberg gleich zum „legendären Fernduell“ hoch.

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ARD-Planken findet: „Trump hat Recht. Es hilft uns nicht, wenn wir nur sagen: Alles ist schlimm. Man braucht jetzt einen klaren Kopf, schlaue Gedanken, und Leute, die abwägen.“ Da wird der Beifall fast zur Ovation. Nanu?

„Die Jugend hat das Recht zu einem heißen Herzen“, sagt Schwennicke dazu. „Politik sollte aber nicht mit dem heißen Herzen gemacht werden. Ich habe die Sorge, dass es eine Infantilisierung der Politik gibt!“

Spannendste Prognose

„Ich glaube, dass Trump wiedergewählt wird“, prophezeit ARD-Planken, „weil er es schafft, den Amerikanern, die wirklich abgehängt sind, zu verkaufen: Ich bin der einzige, der euch versteht!“

Schwennicke sieht eher sachliche Gründe: „Wenn man bei Trump die Angeberei abzieht, muss man ja auch sagen, dass die amerikanische Wirtschaft nicht schlecht dasteht….“

Moderatorin Anna PlankenFoto: Max Mohr / ARD

Lustigste Anekdote

Minister Müller tritt mit Siegerlächeln in die Arena. Maischberger zeigt ihm zum Begrüßung die türkische „Hürriyet“, die bei seinem Amtsantritt ein Bild des „Bombers“ Gerd Müller druckte.

Doch der Minister hat unter der Namensgleichheit nicht etwa zu leiden: „Er ist der bekannteste Deutsche in Afrika, und das öffnet mir dort viele Türen!“ freut er sich. „Bei meinem ersten Besuch in Mali war der Präsident dort wirklich enttäuscht, dass nicht kleines dickes Müller kam!“

Klarste Kante

Dann wird es ernst. „In 25 Jahren hat sich der weltweite Fleischkonsum vervierfacht“, stellt Müller fest. „Folge: Die Sojafelder in Argentinien und Brasilien breiten sich dramatisch aus, und dafür brennt dann der Regenwald!“

Seine Forderung: „Wir müssen entwaldungsfreie Lieferketten durchsetzen!“

Schärfster Vorwurf

Was den Bauernsohn aus dem Allgäu besonders sauer macht: „Auf den Plantagen arbeiten die Leute für 50 Cent am Tag!“ wettert er. „Weltweit müssen 70 Millionen Kinder arbeiten, damit wir unseren Wohlstand leben können!“

„Haben Sie die Bananen billiger gemacht?“ fragt Maischberger zu Müllers jüngsten Versuchen, anständige Preise durchzusetzen. „Lidl hat einen Euro akzeptiert, aber Aldi ist eine Woche drunter gegangen: 88 Cent“, antwortet der Minister enttäuscht. „Und das muss verhindert werden!

Entwicklungsminister Gerd MüllerFoto: Max Mohr / ARD

Energischster Appell

„Diese Preise sind super dreist und super unmoralisch“, schimpft der Müller weiter und richtet sich direkt an die Zuschauer: „Sie entscheiden mit Ihrem Einkaufskorb über die Zukunft der Kinder in Afrika!“

Dann peilt er die Schuhe der Talkmasterin an: „Das ist gutes Leder. Das muss gegerbt werden. Mit Chemikalien! Ich sah Kinder, die in der Brühe stehen, ohne Schutzkleidung, in Marokko!“

Ungewöhnlichste Frage

Maischberger zuckt leicht zusammen, wagt aber trotzdem eine Frage ins Eingemachte: „Kann ein Moslem CSU-Vorsitzender werden?“

„Theoretisch und praktisch ja“, antwortet Müller, aber: „Im Augenblick schaut es nicht danach aus, denn Markus Söder wird das jetzt 20 Jahre lang machen!“

Süßester Bestechungsversuch

„Ich hab noch etwas dabei“, sagt Müller zum Abschied. „Eine Tafel faire Schokolade für die beste Moderatorin Deutschlands!“

Die Talkmasterin ziert sich kurz, aber aus der Nummer kommt sie nicht heraus: „Ich nehme es jetzt einfach mal so hin…“

Schlaueste Überleitung

„Man hätte gar nicht geglaubt, dass die Briten doch noch in der Lage sind, so schnell auszutreten!“ lästert Florian Schröder. Das Thema „Megxit“ um Prinz Harry und seine sensible Ehefrau dient ab er nur als Brücke zum nächsten Gast, Gloria von Thurn und Taxis.

Und die Fürstin lässt sich nicht lumpen. Maischberger redet was von Kirchenspaltung, und das ist der Startschuss für eine fürstliche Generalkritik.

Reizthema des Abends

„Wer will denn eigentlich den Zölibat abschaffen?“, fragt die erwiesene Kirchenkennerin und antwortet sogleich selbst: „Nicht der Papst, sondern die deutsche Kirchen! Der Rhein fließt den Amazonas runter!“

Gloria FürstinFoto: Max Mohr / ARD

Denn, so die Fürstin: „Es ist deutsche Kirche, die das will, und da benutzt sie die Indianer, um das Priestertum entsakramentalisieren und damit zu zerstören.“

Jetzt geht das Zoff-o-Meter los

„Die katholische Kirche existiert noch, die Kirchen sind voll, die Leute beten noch am Sonntag“, ruft die Fürstin in die Runde. „Bei den Evangelen ist nix los, die Kirche ist leer!“

Ihr Credo: „Verheiratetes Priestertum bedeutet nichts anderes, als dass die Kirche aufhört zu existieren. Das sakrale Priestertum ist das Um und Auf der katholischen Kirche. Die protestantische Kirche ist heute nur noch eine politische Vereinigung mit Meditationskomponenten!“

Gretchenfrage des Abends

Maischberger versucht es mit Politik: Gloria von Thurn und Taxis vertrete christliche Werte, wie halte sie es mit den Parteien?

„Jetzt wird’s richtig spannend!“, lacht die Fürstin. Das findet das Publikum auch und applaudiert aus lauter Vorfreude besonders heftig. Hier ist was los!

Deutlichste Ansage

„Der Markus Söder ist Protestant, aber sein Herz schlägt katholisch“, sagt die Fürstin über den Ministerpräsidenten und CSU-Chef. „Ich finde es ganz toll, wie er immer wieder das Christliche in den Vordergrund stellt!“

Ob sie auch mal die Grünen wählen würde? „Ich? Niemals! Weil ich ja schon grün bin. Wenn man Bauer und Landwirt und Forstwirt ist, dann ist man grün!“

Mutigstes Statement

„Es hat Klimawandel schon immer gegeben“, sagt die Fürstin zum Schluss. „Die Wissenschaft ist sich absolut uneins, ob wir, wenn wir mehr bezahlen, das Klima wie eine Heizung zurückdrehen.“

Ihr Verdacht: „Es ist nämlich Geldmacherei“, sagt sie in Richtung der Klimawarner. „Die wollen an unser Geld. Und wir müssen diesen Klimapakt bezahlen, wir, die Deutschen!“

Denn: „Hier geht es um eine Extrasteuer. Man will dem Steuerzahler noch mehr Geld aus der Tasche ziehen, indem man ihm ein gutes Gewissen gibt. Und wer hat denn in Europa das Geld? Die sind doch alle pleite!“

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Feuriges Finale

Schlusswort der Fürstin: „Die einzigen, die in Europa Geld haben, sind wir. Weil wir gearbeitet haben. Weil unsere Eltern, unsere Großeltern gearbeitet habe. Wir haben geschuftet! Und Kinderarbeit! Ich habe noch gearbeitet als Kind!“

„Würden Sie zu Söder ins Kabinett gehen?“, will Maischberger schnell noch wissen. Antwort: „Die werden einen Teufel tun, so jemanden wie mich zu holen! Ich gehöre vielleicht auf eine Comedy-Bühne. Denn wer heute die Wahrheit sagt, der gehört auf die Comedy-Bühne!“

Zitat des Abends

„Wir wollen unheimlich wichtig im Sicherheitsrat für Weltfrieden sorgen, aber wir wollen dafür nichts geben!“ Anna Planken

Fazit

Zwei Hochkaräter in goldiger Fassung: Das war ein Talk der Kategorie „Glanzstück“.

Source: bild.de

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