Coronavirus SARS-CoV-2: Sprunghafter Anstieg an Infizierten in Italien | Panorama – Frankfurter Rundschau

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Das Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich weiter aus. Mittlerweile gibt es Fälle in vielen Ländern in Europa. Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet bis zum Jahresende mit einem Impfstoff.

  • Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten steigt weltweit
  • In Deutschland wurden in fast allen westlichen Bundesländer Fälle gemeldet
  • Innenminister Seehofer rechnet bis Ende des Jahres mit Impfstoff

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+++ 22.22 Uhr:

Die italienische Regierung hat wegen des Coronavirus-Ausbruchs am Sonntagabend die Absperrung von elf Gemeinden im Norden des Landes verlängert. Ministerpräsident Giuseppe Conte unterschrieb ein entsprechendes Dokument. Die Verlängerung war erwartet worden.

Bei den abgeriegelten Gebieten handelt es sich um zehn Gemeinden in der Lombardei – darunter Bertonico, Casalpusterlengo, Castiglione D’Adda und Codogno – sowie Vo’ in Venetien. Die insgesamt etwa 50 000 Menschen dürfen ihre Orte schon seit rund einer Woche nicht mehr verlassen. Andere dürfen diese sogenannten „roten Zonen“ nicht ohne Genehmigung betreten. Sicherheitskräfte kontrollieren die Straßen.

Coronavirus: Sprunghafter Anstieg an Infizierten und Toten in Italien

+++ 20.31 Uhr: In Italien ist die Zahl der Toten durch das neuartige Corona-Virus auf 34 gestiegen. Das teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit. Das sind fünf Verstorbene mehr als noch am Vortag. Inzwischen sind nach Borrellis Angaben 1694 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert. Die Gesamtsumme an Infizierten in Italien ist also innerhalb eines Tages deutlich nach oben geschnellt, am Samstag lag die Zahl noch bei 1128 Menschen. 

Trotz der weiter stark steigenden Zahlen wollen die ersten Regionen ihre wegen der Coronavirus-Krise geschlossenen Schulen ab Montag wieder öffnen. Die Schüler in den drei am härtesten getroffenen Regionen – in der Lombardei, der Emilia-Romagna und Venetien – sollen aber weiter zu Hause bleiben – mindestens noch eine Woche. Der Dom in Mailand sollte ebenfalls am Montag wieder für Besucher öffnen.

+++18.05 Uhr:Bundesinnenminister Horst Seehofer geht erst einmal nicht von einem schnellen Abbeben der Welle von Coronavirus-Fällen aus, die am Wochenende nahezu die gesamte Westhälfte Deutschlands erfasst hat. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ sagte Seehofer, er rechne damit, bis zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung zu haben.

Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland: Seehofer rechnet mit Impfstoff Ende des Jahres

Bis dahin solle das Virus mit klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpft werden. Auch die Absperrung von Regionen oder Städten schloss der Innenminister nicht aus. „Dieses Szenario wäre das letzte Mittel.“

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden bis Sonntagnachmittag bundesweit in insgesamt 129 Fällen eine Infektion bestätigt.

+++17.06 Uhr: Nachdem in anderen Ländern wie Schweiz oder Italien bereits mehrere Großveranstaltungen abgesagt worden sind, hat jetzt auch das Louvre die Pforten geschlossen. Das Museum teilte am Sonntagmittag (01.03.2020) auf den sozialen Netzwerken in einer Stellungnahme mit, dass ein Mitarbeitertreffen zum Thema Virusprävention die planmäßige Öffnung des Louvre an diesem Sonntagmorgen verhindert habe.

Die Besucher standen am Morgen also vor verschlossenen Türen, stehen aber am Nachmittag immer noch weiter an. Das Museum entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten und will die Menschen weiterhin auf dem Laufenden halten.

Coronavirus: Louvre in Paris schließt seine Pforten

+++11.42 Uhr: Noch sprechen offizielle Stellen und auch die Weltgesundheitsorganisation WHO von einer „Epidemie in einzelnen Ländern“ und nicht von einer Pandemie, auch wenn die WHO vor zwei Tagen die Gefahr einer weltweiten Pandemie vom Level „Hoch“ auf „sehr hoch“ hinaufstuft. 

Trotzdem rät die WHO, sich an Regeln zu halten, um das Risiko einer Erkrankung und einer Weiterverbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 einzudämmen:

  • regelmäßig mit Wasser und Seife die Hände waschen
  • Abstand zu Erkrankten halten (etwas 1 bis 2 Meter)
  • Husten- und Nies-Etikette (in die Armebeuge niesen und dabei Mund und Nase abdecken

Pandemie immer wahrscheinlicher: Fast alle westlichen Bundesländer melden Coronavirus-Fälle

Update vom 01.02.2020, 10.45 Uhr: Mittlerweile melden nahezu alle westdeutschen Bundesländer bestätigte Coronavirus-Fälle. Neu hinzugekommen sind Fälle in Schleswig-Holstein und Bremen

Derweil entspannt sich die Lage etwas in NRW. Dort dürfen im Kreis Heinsberg rund ein Drittel der rund 1000 Menschen, die unter häuslicher Quarantäne gestellt waren, sich wieder frei bewegen. Die Betroffenen waren im Zusammenhang mit einer Karnevalssitzung am 15.02.2020 dazu angehalten worden, eine gewisse Zeit ihre Wohnung nicht mehr zu verlassen. Sie hätten aber bisher keinerlei Symptome gezeigt, wie ein Sprecher der Kreisverwaltung Heinsberg mitteilt. 

Auch weltweit breitet sich das Coronavirus Sars-CoV-2 weiter aus. Nach einem ersten Toten in den USA, meldet nun auch Australien einen ersten Todesfall. Des Weiteren werden Infektionen aus Luxemburg gemeldet. Von einer Pandemie wird allerdings offiziell noch nicht gesprochen. 

Update vom 29. Februar 2020, 20.50 Uhr: Mönchengladbach meldet einen Coronavirus-Fall: Eine Grundschul-Lehrkraft sei mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert und befinde sich seit Donnerstag in häuslicher Quarantäne. Die Grundschule und ein dazugehöriger Teilstandort bleiben bis zum 15. März geschlossen. Die rund 70 Schüler der dritten Klassen, alle 30 Lehrer und das übrige Schulpersonal sollen in häuslicher Quarantäne bleiben. Geschwisterkinder und Eltern der betroffenen Schüler können jedoch die Häuser verlassen.

Update vom 29. Februar 2020, 19.30 Uhr: In den USA gibt es den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Die Gesundheitsbehörde im US-Bundesstaat Washington hat den Tod einer mit dem Coronavirus infizierten Person bestätigt.

Coronavirus-Infektion in Bremen, mehr als 1000 Infizierte in Italien

Update vom 29. Februar 2020, 19.15 Uhr: Auch in Bremen gibt es jetzt den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion. Infiziert sei eine Frau, die sich bis Donnerstag im Iran aufgehalten habe, so der Bremer Senat. Die Patientin sei in einer Klinik und zeige nur leichte Symptome. Nun sollen Kontaktpersonen ermittelt und erforderliche Maßnahmen getroffen werden.

Unterdessen übersteigt die Zahl der Infizierten in Italien die Marke von 1000 Fällen. Insgesamt sind derzeit nach offiziellen Angaben 1128 Personen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, 29 Menschen sind daran gestorben. Innerhalb eines Tages seien alleine acht Menschen gestorben, so der Zivilschutzchef Angelo Borrelli. 50 Patienten seien inzwischen wieder gesund.

Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland: Neue Fälle in Bayern und Baden-Württemberg

Update vom 29. Februar 2020, 18.23 Uhr: Es gibt weitere bestätigte Coronavirus-Fälle in Deutschland. In Baden-Württemberg handelt es sich um eine 42-Jährige, die Kontakt zu einem bereits bestätigten Fall aus Freiburg hatte. Die Betroffene befindet sich nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums in „häuslicher Isolation“ im Landkreis Emmendingen. Damit gibt es in Baden-Württemberg 15 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

In Bayern wurden am Samstag bis zum späten Nachmittag drei neue Fälle aus Oberbayern bestätigt. Weitere Einzelheiten sollen am Sonntag mitgeteilt werden. In Bayern gibt es damit derzeit vier bestätigte Fälle.

Update vom 29. Februar 2020, 17.15 Uhr: Vor den Gottesdiensten am Sonntag rufen die Kirchen in Deutschland die Gläubigen zu erhöhter Vorsicht wegen des Coronavirus SARS-CoV-2 auf. Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) empfiehlt, beim Abendmahl nicht aus ein und demselben Kelch zu trinken. „Es ist möglich, bei der Austeilung vorübergehend Einzelkelche zu verwenden“, erklärt eine Sprecherin. In Zeiten großer Ansteckungsgefahr könne auch „nur das Brot zu sich genommen werden“. Die katholische Kirche hat ähnliche Maßnahmen empfohlen. Auch bei der Nutzung des Weihwasserbeckens soll Rückhaltung geübt werden, hieß es bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Die Hostien sollen sich die Gläubigen auf die Hand und nicht in den Mund legen lassen.

WHO: Coronavirus SARS-CoV-2 in rund 50 Ländern ausgebrochen

Update vom 29. Februar 2020, 16.00 Uhr: Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile in rund 50 Ländern ausgebrochen. Der Anstieg in den vergangenen Tagen sei „eindeutig besorgniserregend“, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Besonders der Anstieg der Infizierten-Zahl in Südkorea auf 813 ist besorgniserregend. In den USA wird mit Beunruhigung beobachtet, dass es mittlerweile vier Fälle gibt, bei denen die Infektionskette nicht nachvollzogen werden kann. US-Präsident Donald Trump sprach unterdessen auf einer Wahlkampfveranstaltung über das Coronavirus von einem „neuen Hoax“ der Demokraten*.

Update vom 29. Februar 2020, 15.41 Uhr: Nun hat das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 die Millionenstadt Köln erreicht. Das Virus sei am Samstag bei einer Frau nachgewiesen worden, die im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert habe, teilte die Stadt mit. Sie habe dieselbe Karnevalsveranstaltung in Gangelt besucht wie der 47-Jährige, der als Erstinfizierter in NRW gilt. Die Kölnerin werde im isolierten Bereich eines Krankenhauses behandelt. Sie zeige aber nur vergleichsweise leichte Symptome, sagte eine Sprecherin.

Coronavirus in Deutschland: Vier Kita-Kinder in NRW infiziert

Update vom 29. Februar 2020, 13.20 Uhr: Bei vier Kindern in Nordrhein-Westfalen ist eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Sie gehen in die Kita im Kreis Heinsberg, in der eine an Covid-19 erkrankte Frau als Erzieherin arbeitet. Das teilte der Kreis Heinsberg am Samstag mit. Allen vier Betroffenen gehe es gut.

Update vom 29. Februar 2020, 10.30 Uhr: Der Mitarbeiter einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in einer Bonner Grundschule ist mit demCoronavirus infiziert. Das meldete die Stadt Bonn am Samstag. In der Nacht habe man von dem Testergebnis erfahren und rufe jetzt alle Eltern an mit der Bitte, die Kinder zunächst zuhause zu lassen, sagte eine Stadtsprecherin. Der Mann habe in Gangelt im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert. 

Coronavirus-Fälle in NRW mit Bezug zu Heinsberg

Bisher haben alle nun fast 40 Infektionsfälle in NRW einen Bezug zum Kreis Heinsberg, wo auch der 47-Jährige feierte, der als Erstinfizierter in NRW gilt und weiter in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Update vom 29. Februar 2020, 09.15 Uhr: Weltweit werden wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus immer mehr Veranstaltungen gestrichen. Die US-Regierung sagte ein für den 14. März geplantes Gipfeltreffen mit den Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) in Las Vegas ab. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) strich ihr Jahres-Symposium vom 17. bis 19. März in der Schweiz. Die große US-Fluggesellschaft United Airlines verschob ihren für Donnerstag geplanten Investorentag. Kurz zuvor war die weltgrößte Reisemesse ITB Berlin vom 4. bis 8. März abgesagt worden.

Update vom 29. Februar 2020, 06.30 Uhr: In Hessen und aus Baden-Württemberg wurden neue Infektionsfälle gemeldet. Die hessische Landesregierung teilte mit, dass eine 1996 geborene Frau aus dem Landkreis Gießen am Coronavirus erkrankt sei. Sie zeige derzeit „milde Krankheitszeichen“, ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Der Fall stehe in Zusammenhang mit einem Infektionsfall in NRW. 

Neue Coronavirus-Fälle in Hessen und Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurde ein weiterer Fall im Landkreis Göppingen bestätigt. Es handele sich um einen Mann, der als Kontaktperson eines infizierten Patienten bereits häuslich abgesondert gewesen sei, teilte das Sozialministerium mit.

Im besonders betroffenen Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen erhöhte sich die Zahl der Infizierten nach Behördenangaben um zwei weitere Fälle auf 37. In dem Landkreis befinden sich rund tausend Menschen unter Quarantäne.

Coronavirus SARS-CoV-2: Südkorea verzeichnet sprunghaften Anstieg an Neuinfektionen

Derweil verzeichnet Südkorea den höchsten Anstieg an Neuinfektionen. Es seien innerhalb eines Tages 594 neue Fälle registriert worden, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde am Samstag mit. Insgesamt sind den Angaben zufolge in Südkorea damit fast 3000 Infektionsfälle bestätigt. Das sind weltweit mit Abstand die meisten Fälle außerhalb Chinas.

In China starben innerhalb eines Tages weitere 47 Menschen an der neuartigen Lungenkrankheit, damit gibt es in der Volksrepublik nun schon 2835 Todesfälle.

Update vom 28. Februar 2020, 21.45 Uhr: In Hessen ist jetzt ein zweiter Fall von Coronavirus offiziell bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis bei Frankfurt ist der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Der Fall steht in Zusammenhang mit dem Coronavirus-Fall im Lahn-Dill-Kreis, der am späten Donnerstagabend bekannt wurde. Aktuell weist der Mann laut Sozialministerium milde Krankheitszeichen auf und wird häuslich isoliert.  

Update vom 28. Februar 2020, 21 Uhr: Das Coronavirus breitet sich aus. In Hessen ist eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Betroffen ist ein 29-Jähriger aus dem Hochtaunuskreis. Das teilte das Sozialministerium mit.

Coronavirus SARS-CoV-2: Forscher sicher, dass sich das Virus dauerhaft in Deutschland einnisten wird

Update vom 28. Februar 2020, 20.18 Uhr: Das neue Coronavirus wird sich nach Einschätzung mehrerer Experten dauerhaft in Deutschland einnisten: „In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es, den Übergang zu managen“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der „Passauer Neuen Presse“. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

In Italien kursierte das Coronavirus möglicherweise schon „wochenlang unbemerkt“ bevor Forscher die ersten Fälle nachweisen konnten. Möglicherweise sei der Erreger schon seit Mitte Januar im Land, und offenbar sei er seitdem mutiert, sagte der Leiter des Biomedizinischen Forschungsinstituts, Massimo Galli. Dass der Erreger inzwischen mutiert ist, sei keine „unglaubliche Entdeckung“, sagte Galli. Das Virus verändere sich von Person zu Person. Doch helfe diese Entdeckung, die „Dynamik der Epidemie“ besser zu verstehen: Warum beispielsweise Italien besonders viele Infektionsfälle aufweise oder welche Unterschiede der Erreger dort zum Coronavirus in China aufweise. In Italien gibt es inzwischen 21 Tote, 888 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

Coronavirus SARS-CoV-2: ITB in Berlin und Genfer Autosalon abgesagt

Update vom 28. Februar 2020, 19.28 Uhr: Wegen des Coronavirus haben die Organisatoren der weltgrößten Reisemesse ITB Berlin die Veranstaltung abgesagt. Das sagte ein Messesprecher. Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt die Tore öffnen. Sie war bereits ausverkauft. Zuletzt hatte auch die Schweiz alle Großveranstaltungen abgesagt. Dazu zählen auch der Genfer Autosalon und die Basler Fasnacht.

Der Krisenstab der Bundesregierung berät über weitere Vorkehrungen gegen das Coronavirus. Nach aktuellen Informationen dauerte die Sitzung in Berlin am frühen Freitagabend zunächst noch an. Unter anderem sollen Kriterien zum Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen erarbeitet werden, wie es vorab hieß.

Update vom 28. Februar 2020, 17.52 Uhr: In Deutschland werden sich nach Ansicht eines Experten viele Menschen mit dem neuen Coronavirus anstecken. „Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit“, sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am Freitag. „Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger.“ Problematisch werde das Infektionsgeschehen nur, wenn es in komprimierter, kurzer Zeit auftrete. „Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen.“

Coronavirus SARS-CoV-2: Deutschland hervorragend vorbereitet

Deutschland sei hervorragend auf die Lungenkrankheit Covid-19 vorbereitet. „Wenn das ganze Pandemiegeschehen, bevor das Virus zu einem landläufigen Erkältungsvirus wird und nicht mehr weiter auffällt, sich so in zwei Jahren abspielt, da können wir damit umgehen“, sagte Drosten. „Wenn es ein Jahr ist, wird es deutlich schwerer, weil wir dann in derselben Zeit deutlich mehr Fälle haben.“ Er mahnte dennoch: Die benötigte Zahl der Therapiebetten auf den Intensivstationen könne man schwer vorhersagen, aber, „wenn wir jetzt nichts tun, dann werden die vielleicht nicht ausreichen“.

Update vom 28. Februar 2020, 17.34 Uhr: Eine der Coronavirus-Patientinnen in den USA hat tagelang einen Test auf das Virus verweigert. Erst nach fünf Tagen habe die Frau einer Untersuchung zugestimmt, teilte der Abgeordnete Ami Bera im US-Kongress mit.

Wie Bera bei einer Kongressanhörung sagte, war die Frau am Mittwoch vergangener Woche ins Davis Medical Center der Universität von Kalifornien eingeliefert und dort an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden. Ärzte hätten die Patientin umgehend darum gebeten, eine Probe für einen Coronavirus-Test bei den Gesundheitsbehörden einreichen zu dürfen. Die Frau habe dies abgelehnt, weil sie nicht in eines der betroffenen Länder gereist war.

Darum sei der Test dann erst am Sonntag erfolgt, nachdem sich der Zustand der Frau deutlich verschlechtert habe, berichtete Bera. Die Ärzte mussten den Test demnach mit „Nachdruck“ einfordern und „starken Druck“ auf die Patientin ausüben.

Coronavirus SARS-CoV-2: Ergebnis lag erst Tage später vor

Das positive Testergebnis lag nach Angaben des Abgeordneten erst nach drei Tagen vor. Am Mittwoch hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC den Fall dann bekannt gegeben. Es handelt sich demnach um den ersten Coronavirus-Fall in den USA, bei dem der Ansteckungsweg bislang nicht geklärt werden konnte.

Update vom 28. Februar 2020, 16.44 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der wachsenden Zahl von Coronavirus-Fällen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von „hoch“ auf „sehr hoch“ gesetzt. Noch aber sei der Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 nicht verloren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. „Die Eindämmung beginnt mit jedem Einzelnen“, sagte er. „Zusammen sind wir stark. Unser größter Feind ist nicht das Virus. Unsere größten Feinde sind Angst, Gerüchte und Stigma. Was wir brauchen, sind Fakten, Vernunft und Solidarität.“

Die meisten Fälle seien bislang zu anderen Infizierten oder Regionen mit vielen Fällen zurückzuverfolgen. „Wir haben noch keine Hinweise, dass sich das Virus frei in der Bevölkerung überträgt“, sagte er. Tedros wiederholte die Ratschläge der Gesundheitsdienste: unter anderem, dass sich alle Menschen stets gründlich die Hände waschen, sich über vertrauenswürdige Quellen informieren, sich im Fall von Unwohlsein von anderen fernhalten und Menschen, mit denen sie in Kontakt waren, informieren.

Nach seinen Angaben sind etwa 20 Impfstoffe in der Entwicklung, zudem würden einige Medikamente getestet. Erste Ergebnisse gebe es in den kommenden Wochen. Das neuartige Sars-CoV-2-Virus kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Coronavirus SARS-CoV-2: Schon 35 Infizierte im Landkreis Heinsberg in NRW

Update vom 28. Februar 2020, 16.44 Uhr: Im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigen Coronavirusfälle auf 35 gestiegen. Das sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag in Heinsberg. Bis auf ein Ehepaar, das stationär im Krankenhaus behandelt werde, seien die anderen Krankheitsverläufe mild. Die Infizierten stünden zu Hause unter Quarantäne.

Insgesamt befinden sich dem Landrat zufolge derzeit rund tausend Menschen im Landkreis in Quarantäne. Die sogenannte Person null, der Ursprung der Ansteckungsketten im Landkreis, sei nach wie vor nicht bekannt, sagte Pusch.

Angesichts der vielen Querverbindungen zwischen den Menschen und den möglichen Infektionsquellen sei es aber kaum möglich, alle Kontaktpersonen zu ermitteln. “Das stößt an Grenzen”, sagte Pusch. Der Fokus liege darauf sicherzustellen, dass tatsächlich Erkrankte schnellstmöglich vom Hausarzt untersucht würden und über das weitere Verfahren entschieden werde.

Coronavirus: Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sieht keinen Grund für Absage der ITB 

Update vom 28. Februar 2020, 16.36 Uhr: Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sieht einem Bericht des RBB zufolge keinen Grund für eine Absage der Tourismusmesse ITB wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Nach Prüfungen seines Gesundheitsamtes, das im Austausch mit dem Robert-Koch-Institut stehe, gebe es derzeit keinen Grund, die ITB abzusagen, sagte Gesundheitsstadtrat Detlef Wagner (CDU) am Freitag der RBB-“Abendschau”.

Wagner begründet dies unter anderem mit der Tatsache, dass es in Berlin nach wie vor keinen bestätigten Coronavirus-Fall gibt. Die Auflagen für die Messe würden laufend angepasst. So müsse die Messe sicherstellen, dass keine Teilnehmer aus Risikogebieten anreisen. Dazu müssten alle Aussteller, aber auch die Fachbesucher, schriftliche Erklärungen abgeben.

Coronavirus SARS-CoV-2: 1500 Mitarbeiter einer Düsseldorfer Firma sollen zuhause bleibe

Update vom 28. Februar 2020, 15.50 Uhr: Nachdem bei einem Mitarbeiter eines großen Beratungsunternehmens in Düsseldorf das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollen 1500 Kolleginnen und Kollegen des Mannes erst einmal zuhause bleiben. Die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) berichtete am Freitag, sie sei am Donnerstagabend über die Erkrankung ihres Angestellten informiert worden und habe daraus Konsequenzen gezogen. „Wir haben alle Mitarbeiter der betreffenden Niederlassung darüber informiert und sie aufgefordert, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben“, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Betroffen sind rund 1400 Mitarbeiter von Ernst & Young in Düsseldorf und weitere 110 Beschäftigte der Niederlassung in Essen, wo der Mann ebenfalls gelegentlich gearbeitet habe. Laut Ernst & Young hatte der Mitarbeiter keinen Kontakt mit Mandanten. Ein eingeschränkter Betrieb könne durch Arbeiten im Home-Office aufrechterhalten werden, betonte der Sprecher.

Coronoavirus SARS-CoV-2: Sanitätsdienst der Bundeswehr bereitet zusätzliche Maßnahmen

Update vom 28. Februar 2020, 15.33 Uhr: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bereitet zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 vor. Für eine isolierte Unterbringung von Soldaten, bei denen der Verdacht einer Infektion bestehe, stünden dann mehr als 1200 Plätze bereit, teilte der Sanitätsdienst am Freitag mit. Bisher sei ein Soldat infiziert.

Die fünf Bundeswehrkrankenhäuser seien darauf vorbereitet, mit Sars-CoV-2 infizierte Patienten nach gültigen Richtlinien in Einzelisolierung behandeln zu können. Zusätzlich stelle jedes der Bundeswehrkrankenhäuser Plätze für intensivpflichtige Covid-19-Erkrankte bereit, hieß es weiter.

„Wir stehen vor folgenden Herausforderungen: Es muss offen, ehrlich, zentral und verständlich über das Virus informiert werden. Das ist die entscheidende Grundlage dafür, dass gerade jetzt im Winter nicht jeder eigene Husten oder die laufende Nase in der Familie zu Angst und Unsicherheit führt“, erklärte Oberstarzt Thomas Harbaum, für die Präventivmedizin in der Bundeswehr zuständig. „Gleichzeitig gilt es, unsere Vorbereitungen auf eine Epidemie jetzt zu nutzen und alle Maßnahmen umzusetzen, die einer Ausbreitung im Inland und in unseren Einsatzgebieten so weit wie möglich vorbeugen.“

Das Sanitätswesen der Bundeswehr ist zunächst für die Versorgung der rund 184 000 Soldaten zuständig. Wenn zivile Stellen Unterstützung anfordern, wird das im Einzelfall geprüft.

Coronavirus SARS-CoV-2: In Bayern werden täglich 1200 Proben getestet

Update vom 28. Februar 2020, 14.02 Uhr: Allein in Bayern werden nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit täglich 1200 Proben auf das neuartige Coronavirus untersucht. „Das wird schon noch mehr werden“, sagte LGL-Leiter Andreas Zapf am Freitag in München nach einer Sitzung mit Mitgliedern des Kabinetts. Die aktuelle Zahl beruhige ihn aber schon mal. Seit Januar werde die Laborkapazität erhöht, noch seien nicht alle Einrichtungen in Bayern damit befasst.

Die Angst vor dem Coronavirus sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland. Zahlreiche Handelsketten berichteten am Freitag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen, so einzelne Händler.

Coronavirus: 35 in Quarantäne wegen infiziertem Klinikarzt in Mönchengladbach

Update vom 28. Februar 2020, 13.25 Uhr: Wegen des mit dem Coronavirus infizierten Arztes an einer Klinik in Mönchengladbach stehen nun etwa 35 Menschen unter Quarantäne. Der Mann habe Kontakt zu 15 Patienten und 20 Mitarbeitern der Maria Hilf-Kliniken in Mönchengladbach gehabt, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Sie seien bislang ohne Symptome. Eine Patientin mit Symptomen sei negativ auf das Virus getestet worden.

Der Klinikarzt war am Rosenmontag in Mönchengladbach im Dienst. Er befindet sich ebenfalls in Quarantäne und sei angewiesen, vorerst zu Hause zu bleiben. Der Arzt wohnt im Kreis Heinsberg und soll auf einer Karnevalssitzung in Gangelt Kontakt zu einem infizierten Ehepaar gehabt haben.

Coronavirus: Krisenstab informiert Kanzlerin über Lage – Plan für Großveranstaltungen wird erarbeitet

Update vom 28. Februar 2020, 13.04 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus strebt die Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßstäbe etwa für den Umgang mit Großveranstaltungen an. Der in Berlin eingerichtete Krisenstab wolle Handlungsorientierung geben, damit die zuständigen Behörden in Ländern und Kommunen bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Entscheidungen treffen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.

Bei den Beratungen des Krisenstabs sollte es am Freitagnachmittag laut Gesundheitsministerium darum gehen, Kriterien zu Großveranstaltungen zu erarbeiten. Diese sollen örtlichen Behörden helfen, konkrete Maßnahmen zu treffen. „Eine Empfehlung wird es nicht geben“, sagte eine Sprecherin. „Die Entscheidung bleibt vor Ort.“ Dies gelte etwa auch für die Internationale Tourismusbörse (ITB), die in der kommenden Woche in Berlin ansteht.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) über die Lage und lässt sich weiter unterrichten, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Oberstes Ziel sei, die Virus-Ausbreitung einzudämmen sowie die Versorgung infizierter Menschen und die Informationen der Bürger sicherzustellen. Die Bundesregierung stehe dazu in engem Kontakt mit Ländern, Kommunen und EU-Partnern.

Coronavirus SARS-CoV-2: Genfer Autosalon abgesagt

Update vom 28. Februar 2020, 12.03 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Epidemie ist der Genfer Autosalon abgesagt worden. Die bekannte internationale Fahrzeugmesse entfalle in diesem Jahr, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Die Eröffnung des Autosalons war für kommenden Donnerstag vorgesehen.

Die Entscheidung wurde von Antonio Hodgers, Regierungschef des Kantons Genf, im Kurzbotschaftendienst Twitter verkündet. Zuvor hatte die Schweizer Regierung Großveranstaltungen untersagt.

Coronavirus SARS-CoV-2: Zwei neue Infizierte in Baden-Württemberg

Update vom 28. Februar 2020, 11.35 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patienten in Baden-Württemberg ist auf zehn gestiegen. Wie das Sozialministerium in Stuttgart am Freitag mitteilte, wurden zwei Männer im Landkreis Ludwigsburg und im Rhein-Neckar-Kreis positiv auf den Erreger getestet. Derzeit steigt die Zahl der Infizierten in Deutschland. Mehrere Bundesländer meldeten neue Fälle, die Gesamtzahl erhöhte sich bis Freitag auf mehr als 50.

Der Betroffene aus dem Rhein-Neckar-Kreis war bis vor wenigen Tagen im Skiurlaub im italienischen Südtirol und begab sich nach Angaben des Ministeriums am Donnerstag mit “leichten Symptomen” in die Universitätsklinik in Heidelberg. Dort wurde er getestet und kam in Quarantäne.

Der Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg wurde demnach durch die neu eingeführten Verdachtsuntersuchungen im Rahmen von Tests auf die normale Grippe erkannt. Derzeit werden die Proben von Patienten mit entsprechenden Symptomen, bei denen keine Influenza-Ansteckung nachweisbar ist, zusätzlich auf das Coronavirus untersucht. Weitere Informationen zu diesem Fall gab es zunächst nicht.

Coronavirus: Schweiz verbietet alle Sport-Großveranstaltungen bis Mitte März

Update vom 28. Februar 2020, 10.55 Uhr: In der Schweiz sind wegen der Coronavirus-Epidemie bis zum 15. März auch alle Sport-Großveranstaltungen verboten worden. Spiele mit mehr als 1000 Zuschauern dürfen auf Anweisung des Bundesrats in diesem Zeitraum nicht mehr stattfinden. Möglich bleiben demnach aber Geisterspiele ohne Fans oder Partien mit geringeren Zuschauerzahlen. Alternativ müssten die geplanten Spiele verschoben oder abgesagt werden.

Betroffen sind davon vor allem Fußballspiele und Partien der höchsten Eishockey-Ligen. Auch der nächste Auftritt des FC Basel in der Europa League könnte gefährdet sein, sofern der Club am 12. März ein Heimspiel im Achtelfinale zugelost bekäme. Im Eishockey stehen in der Schweizer National League vom 7. März an die Meisterschafts-Playoffs an. Im Mai findet in der Schweiz die Eishockey-WM statt.

In der Schweiz waren bis Freitag 15 Menschen positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Mehr als 100 Menschen befanden sich aktuell in Quarantäne.

Coronavirus: Robert Koch-Institut relativiert Sterblichkeitsrate – Vergleichbar mit starker Grippewelle

Update vom 28. Februar 2020, 10.05 Uhr: Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Lars Schaade, ordnete die gestrige Aussage zur höheren Sterblichkeitsrate* des Coronavirus im Vergleich zur Influenza nochmals ein. Laut den aktuellen offiziellen Zahlen läge diese bei zwei bis drei Prozent. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Zahlen aus China nicht ganz korrekt seien, da wahrscheinlich nicht alle Infizierten erfasst werden.

Womöglich gebe es hier also eine Untererfassung der Infizierten. Außerdem seien auch noch nicht alle erfassten Patienten genesen. Deshalb sind die Zahlen unsicher. Gehe man von einer Dunkelziffer mit dem Faktor zehn aus, könnte die Sterblichkeitsrate in einem Bereich von 0,3 Prozent liegen. Das wäre vergleichbar mit einer starken Grippewelle. Seiner Einschätzung nach sei die Coronavirus-Epidemie mit einer starken bis sehr starken Grippewelle zu vergleichen. 

Coronavirus SARS-CoV-2: Aktueller Stand in Deutschland

Update vom 28. Februar 2020, 10.05 Uhr: Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus. Laut aktuellem Stand (Freitag, 28. Februar 2020, 10.05 Uhr) sind 32 Personen in der Bundesrepublik infiziert. 14 ehemalige Infizierte (alle in Bayern) sind wieder geheilt. Die Infizierten verteilen sich wie folgt:

  • 20 infizierte Personen in Nordrhein-Westfalen
  • 8 infizierte Personen in Baden-Württemberg
  • 1 infizierte Person in Rheinland-Pfalz
  • 1 infizierte Person in Hessen
  • 1 infizierte Person in Hamburg
  • 1 infizierte Person in Bayern
  • Neue Länder melden erste Coronavirus-Fälle

    Update vom 28. Februar 2020, 09.23 Uhr: Das Coronavirus hat sich in weitere Staaten weltweit ausgebreitet. Litauen, Weißrussland und Neuseeland meldeten am Freitag erste Infektionsfälle. In Litauen ist nach Angaben der Regierung eine 39-jährige Frau erkrankt, die kürzlich in Verona in Norditalien war. Sie hat den Angaben zufolge nur leichte Symptome und wurde in einem Krankenhaus in der Stadt Siauliai im Norden Litauens isoliert. Ihre Angehörigen stehen demnach unter Beobachtung.

    In Weißrussland wurde ein iranischer Student positiv auf das Virus getestet, der vergangene Woche über Aserbaidschan eingereist war. Sein Gesundheitszustand sei „zufriedenstellend“, teilte das Gesundheitsministerium mit. Menschen, mit denen der Student seit seiner Einreise am vergangenen Samstag Kontakt hatte, wurden in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Minsk unter Quarantäne gestellt.

    Auch Neuseeland meldete am Freitag einen ersten Coronavirus-Fall. Es handele sich um eine Person, die kürzlich aus dem Iran zurückgekehrt sei, teilte das Gesundheitsministerium mit. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine etwa 60 Jahre alte Neuseeländerin. Sie wird nach offiziellen Angaben in einem Krankenhaus in Auckland behandelt, ihr Gesundheitszustand habe sich bereits gebessert.

    Hautarzt aus Bayern wohl mit Coronavirus infiziert

    Update vom 28. Februar 2020, 09.15 Uhr: Bei dem neuen Coronavirus-Fall in Bayern handelt es sich nach einem Bericht der „Erlanger Nachrichten“ (Freitag) um einen Hautarzt. Der Mediziner arbeite an der Erlanger Hautklinik und habe sich auf einem Kongress in München bei einem italienischen Kollegen angesteckt, berichtete die Zeitung weiter. Zahlreiche Menschen, die seitdem mit ihm in Kontakt standen, stehen den Angaben zufolge nun unter Quarantäne.

    Aus dem Gesundheitsministerium in München gab es dazu zunächst keine Angaben. Ressortchefin Melanie Huml (CSU) und Kollegen wollen am Freitagnachmittag nach einem Treffen der Staatsregierung unter anderem mit dem Präsidenten des Robert Koch-Institutes (RKI), Lothar Wieler, informieren.

    Coronavirus breitet sich weiter aus – Experte warnt vor Panik

    Update vom 27. Februar 2020, 21.24 Uhr: Auch in Deutschland breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Am späten Donnerstagabend wurden die ersten Fälle in Norddeutschland und in Hessen gemeldet. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infektionen innerhalb eines Tages um mehr als das Dreifache auf mehr als 30.

    Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die Fallzahl in Deutschland noch stark ansteigen wird. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens im Jahr 2021 mit einem Impfstoff – warnt aber vor Panik. An diesem Freitag berät der Krisenstab der Bundesregierung über weitere Vorkehrungen gegen das neue Virus Sars-CoV-2.

    Auch ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich infiziert. Das teilten die Klinik und die Behörde für Gesundheit mit. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation. Es war die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg.

    Experte: Man müsse sich auf Leben mit Covid-19 in Zukunft einstellen

    Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag), die Technik der Impfstoff-Gewinnung und -Zulassung dauere mindestens ein Jahr. In ein paar Jahren werde man mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heiße und gegen die man impfen könne. „Vor allem müssen wir aber aufhören, Panik zu machen. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen. Dies ist aber nicht der Weltuntergang.“

    Auch im am stärksten betroffenen europäischen Land Italien steigt die Zahl der Infizierten weiter. Mittlerweile seien 650 Menschen positiv getestet worden, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli. Dutzende seien aber wieder genesen. Die Zahl der Toten liegt bei 17. In den Niederlanden wurde erstmals eine Infektion bestätigt. In Frankreich stieg die Zahl der Infizierten von 18 auf 38.

    Unterdessen hat sich im TV-Talk von Maybrit Illner der bekannte Virologe Christian Drosten zu Wort gemeldet. Er prophezeit, dass Deutschland eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen in Europa werden wird. Er sprach davon, dass sich 60 bis 70 Prozent der Deutschen infizieren könnten.

    Coronavirus: 14 neue Fälle in NRW bestätigt, vier in Baden-Württemberg – etwa 1000 Menschen in Quarantäne

    Update vom 27. Februar 2020, 21.24 Uhr: Nach Schätzungen des Kreises Heinsberg stehen nach den ersten Infektionsfällen mit dem neuartigen Coronavirus aktuell etwa 1000 Menschen in vorsorglicher häuslicher Quarantäne. „Das ist eine rein statistische Rechnung“, sagte ein Sprecher des Kreises. Bei der im Fokus stehenden Karnevalsveranstaltung „Kappensitzung“ im Ortsteil Langbroich-Harzelt von Gangelt am 15. Februar könnte es etwa 400 Kontaktpersonen gegeben haben. Für deren Partner und gegebenenfalls Kinder könnte rein rechnerisch der Faktor 2,5 angesetzt werden. Damit kommt man auf die Zahl 1000.

    Unterdessen haben sich auch in Baden-Württemberg vier weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit stieg die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen in dem Bundesland auf acht. Bei drei der neuen Fälle handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald beziehungsweise der Stadt Freiburg. Sie hatten an einem Business-Meeting in München teilgenommen und gehören laut Robert Koch-Institut zu 13 Kontaktpersonen eines italienischen Teilnehmers, der in Italien positiv getestet worden war. Die drei Patienten sind in einer Klinik.

    Coronavirus in NRW: Karnevalssitzung könnte fatale Folgen haben

    Der vierte Infizierte stammt aus dem Landkreis Böblingen. Der Mann ist eine Kontaktperson der infizierten Reisebegleiterin des 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen, der sich in Italien angesteckt hatte und dessen Fall am Dienstagabend bekanntgeworden war.

    Update vom 27. Februar 2020, 19.48 Uhr: In Nordrhein-Westfalen stehen weiter hunderte Menschen unter Quarantäne. Alle bisher in dem Bundesland festgestellten Infektionen mit dem Coronavirus stammen aus dem Kreis Heinsberg.

    Alle 14 positiv Getesteten seien in häusliche Quarantäne nach Hause entlassen worden, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig sei, hieß es von den Behörden. Die Betroffenen wohnen vorwiegend in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg, eine Person lebe in der Städteregion Aachen.

    Insgesamt stehen in NRW rund 400 Menschen unter häuslicher Quarantäne, darunter sind 300 Menschen, die in Gangelt eine Karnevalssitzung besucht hatten. Alle bekannten Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Der Zustand des 47-jährigen Ehemanns sei ernst.

    „Patient Null“, der den Ausbruch in NRW verursacht hat, ist nach Behördenangaben weiter unbekannt.

    Coronavirus SARS-CoV-2: 20 Infektionen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen

    Update vom 27. Februar 2020, 19.21 Uhr: In Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen auf jetzt 20 erhöht. Am Abend teilten der Kreis Heinsberg und das NRW-Gesundheitsministerium mit, dass sich 14 weitere Personen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert hätten.

    Update vom 27. Februar 2020, 18.05 Uhr: Sicherheit geht vor Glaubensritus: Im Kölner Dom bleiben ab Freitagmorgen die Weihwasserbecken leer, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. „Außerdem rufen wir beim Friedensgruß innerhalb eines Gottesdienstes die Gläubigen aktuell nicht dazu auf, einander die Hände zu reichen“, teilte Dompropst Gerd Bachner mit. „Der Friedensgruß kann sehr gut durch ein freundliches Lächeln oder Zunicken erfolgen.“ Auch eine Mundkommunion wird es bis auf weiteres nicht mehr geben. Stattdessen wird die Hostie den Gläubigen nur noch in die Hand gelegt. Den Kölner Dom besuchen täglich 20.000 Menschen aus aller Welt.

    Update vom 27. Februar 2020, 17.17 Uhr: Der letzte Coronavirus-Patient in Bayern ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Einzelheiten zu der Person teilte das Gesundheitsministerium in München am Donnerstag wegen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit. Im Freistaat gab es 14 positiv getestete Covid-19-Patienten. Alle standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf. Dort war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab es in Bayern bis Donnerstagnachmittag (15.00 Uhr) keine weiteren Fälle.

    Coronavirus: Bahn erstattet Fahrpreis bei virusbedingtem Veranstaltungsausfall

    Update vom 27. Februar 2020, 16.48 Uhr: Fahrgäste der Deutschen Bahn können sich in bestimmten Fällen den Fahrpreis kostenfrei erstatten lassen, wenn ihr Reiseanlass aufgrund des neuartigen Coronavirus entfällt. Das gelte für den Fernverkehr beispielsweise, wenn eine Messe, ein Konzert oder ein Sportereignis wegen des Virus offiziell abgesagt werde, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte. Diese Kulanz gilt auch, wenn ein gebuchtes Hotel am Zielort unter Quarantäne steht sowie für Reisen in die betroffenen Gebiete in Italien.

    Das Bundesunternehmen betonte, es sei auf eine Ausbreitung des Virus vorbereitet. Derzeit gebe es für die Kunden keine Einschränkungen.

    Sollten die Behörden in einem Zug einen Corona-Verdacht feststellen, werde der Bereich gesperrt und nach der Fahrt gereinigt und desinfiziert. Fahrgäste würden dann aufgefordert, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, damit die Behörden sie bei Bedarf erreichen können. Dafür werde auch eine Hotline eingerichtet.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Weiterer Fall in Rheinland-Pfalz

    Update vom 27. Februar 2020, 16.29 Uhr: Bei einem Patienten in Kaiserslautern ist das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Das sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz. Der etwas über 30 Jahre alte Mann sei mit Symptomen am Donnerstag selbst in das Westpfalz-Klinikum gekommen. Er sei bis vor kurzem im Iran gewesen und habe dort Kontakt mit einer „symptomatisch auffälligen Person“ gehabt, sagte die Ministerin.

    Coronavirus: Vier Kinobesucher aus Baden-Württemberg müssen in Quarantäne

    Update vom 27. Februar 2020, 16.11 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm müssen mehrere Sitznachbarn des Mannes in Quarantäne. Die vier Kinobesucher dürfen nach Anordnung des Gesundheitsamtes vorläufig ihre Wohnung nicht mehr verlassen, teilte das Landratsamt in Neu-Ulm am Donnerstag mit. Die Behörde geht davon aus, dass insgesamt acht Kinobesucher, die in unmittelbarer Nähe des erkrankten 25-Jährigen saßen, gefährdet sind. Nach den anderen vier Betroffenen wird noch gesucht.

    Update vom 27. Februar 2020, 15.48 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie in Italien ist auf 14 gestiegen. Seit Mittwoch seien zwei weitere Infizierte gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Donnerstag mit. Die Zahl der Infektionen stieg unterdessen weiter stark an. Nach 400 Fällen am Mittwochabend gibt es nun 528 registrierte Fälle.

    Bundesregierung zahlt 50 Millionen Euro an die WHO zur Coronabekämpfung

    Update vom 27. Februar 2020, 15.28 Uhr: Zur Bekämpfung des Coronavirus will die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro zusätzlich an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlen. Darüber informierte das Finanzministerium nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag den Haushaltsausschuss des Bundestags.

    Zusätzliche Maßnahmen zur Stützung und Ertüchtigung von Gesundheitssystemen seien dringend erforderlich, vor allem in weniger entwickelten Ländern. Würden jetzt keine umfassenden Maßnahmen ergriffen, könne sich der Erreger weit verbreiten, die globale öffentliche Gesundheit gefährden und das öffentliche Leben beeinträchtigen.

    Die WHO rechnet laut Finanzministerium mit einem Bedarf von 675 Millionen Dollar bis Ende April. Bisher sei nur ein Bruchteil davon durch die internationale Gemeinschaft zur Verfügung gestellt worden.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Vorerst keine Einschränkungen bei Sportveranstaltungen

    Update vom 27. Februar 2020, 15.13 Uhr: Die Bundesregierung hält im Moment keine generellen Einschränkungen bei Sportveranstaltungen wie der Fußball-Bundesliga wegen des Coronavirus für nötig. Bundesinnen- und -sportminister Horst Seehofer (CSU) sagte, bei der Bewertung von Großveranstaltungen sei entscheidend, ob sich dort „besonders viele Menschen tummeln aus Krisengebieten, aus belasteten Ländern“. „Das muss man anders beurteilen, als wenn der FC Ingolstadt gegen Unterhaching spielt“, meinte Seehofer.

    Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Ein Kreisligaspiel in Heinsberg ist anders zu bewerten im Moment als ein Kreisligaspiel in Schleswig-Holstein.“ Nach dem Auftreten des Virus im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg sind dort mehrere hundert Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt. Der Krisenstab von Gesundheits- und Innenressort will sich an diesem Freitag mit dem Umgang mit Großveranstaltungen befassen, wie Seehofer mitteilte.

    Fünf Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Japan riet Seehofer angesichts von Sorgen vor einer Absage zum Abwarten: „Aus meiner Sicht besteht jetzt als Sportminister noch kein Entscheidungsbedarf.“

    Coronavirus erreicht österreichische Hauptstadt Wien – Zwei Männer erkrankt

    Update vom 27. Februar 2020, 15.01 Uhr: Das Coronavirus hat auch Wien erreicht: Bei zwei Männern sei der Erreger nachgewiesen worden, gaben die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Österreichs Hauptstadt bekannt. Der 72-Jährige, bei dem die Infektion zuerst bestätigt wurde, lag bereits seit zehn Tagen mit klassischen Grippe-Symptomen im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Gesundheitsstadtrat berichtete. Die Suche nach den Kontaktpersonen des Patienten läuft demnach auf Hochtouren.

    Der 72-jährige Patient sei nach zehn Tagen im Krankenhaus Rudolfstiftung am Donnerstag in das Kaiser-Franz-Josef-Krankenhaus verlegt worden. Dort sei bei einem Routinetest die Coronavirus-Infektion festgestellt worden, berichtete APA. Drei Krankenhausabteilungen seien in der Folge gesperrt, die Krankenhausmitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt worden.

    Coronavirus: Gesundheitsdienst der Stadt Wien überprüfte Kontaktpersonen

    Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien sei nun damit beschäftigt, „alle Kontakte des Mannes“ ausfindig zu machen. „Wir haben in der uns überschaubaren Gruppe keinen einzigen Krankheitsfall feststellen können“, sagte der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Michael Binder, laut APA.

    Unklar war zunächst, wo sich der 72-Jährige infiziert hat. Binder beschrieb ihn als schwer erkrankt. Dem zweiten bestätigten Wiener Coronavirus-Patienten gehe es dagegen „sehr gut“. Eine stationäre Behandlung sei nicht nötig, weshalb er zu Hause in Quarantäne sei, sagte Binder der APA. Die Gesundheitsbehörden gehen demnach davon aus, dass sich der Mann in Italien mit dem Virus infiziert hat.

    Insgesamt gibt es in Österreich vier nachgewiesen Coronavirus-Fälle. In Tirol wurde ein aus der norditalienischen Region Lombardei stammendes Paar isoliert, das positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

    Coronavirus: Bundesregierung richtet Krisenstab ein – Neue Maßnahmen beschlossen

    Update vom 27. Februar 2020, 14.00 Uhr: Wegen der Coronavirus-Epidemie in Deutschland hat die Regierung einen Krisenstab, bestehend aus dem Gesundheitsministerium und des Innenministeriums, eingerichtet. Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer sprachen bei der Bundespressekonferenz über die aktuelle Lage in Deutschland.

    „Wir müssen damit rechnen, dass sich die Epidemie auch in Deutschland ausbreitet“, erklärte Spahn. Anders als bei den anderen Fällen in Deutschland ist die Erstinfektion in NRW noch nicht ausfindig gemacht worden. Problematisch sei, dass es in Zukunft wohl nicht mehr möglich sein werde alle Kontaktperson zu isolieren.

    Coronavirus: Neue Abteilung für Gesundheitssicherheit wird eingerichtet

    „Im Zweifel wird einmal mehr auf das Coronavirus getestet als zu wenig. Es darf nicht am Geld scheitern“, erklärte der Gesundheitsminister. Krankenkassen sollen die Kosten übernehmen. Aktionismus müsse aber verhindert werden, erklärte Innenminister Horst Seehofer.

    Außerdem wurde schon vor drei Monaten, vor dem Ausbruch des Coronavirus, eine neue Abteilung für Gesundheitssicherheit beschlossen. Diese solle die Republik ähnliche Fälle in Zukunft besser vorbereiten.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Krisenstab führt neue Maßnahmen ein

    Der neue Krisenstab führt Maßnahmen zur Verhinderung der Infektionsketten ein:

    • Bei Flugreisen aus den Krisengebieten China, Japan, Iran und Italien müssen die Passagiere ab sofort Angaben über ihre Aufenthaltsorte machen müssen. Solche Aussteigerkarten sollten laut Seehofer auch im grenzüberschreitenden Zug- und Busverkehr ausgefüllt werden.
    • Reiserückkehrer aus Norditalien, darunter viele Skiurlauber, sollen vermehrt über Radio und Zeitung über das korrekte Verhalten bei Symptomen informiert werden.
    • Menschen, die Symptome zeigen, sollen nicht in Arztpraxen gehen, sondern sich telefonisch melden, um nicht andere anzustecken.
    • Großveranstaltung mit beachtlicher internationaler Beteiligung sollen fachlich überprüft werden.
    • Influenza-Pandemiepläne, die es im Bund und Ländern gibt, werden aktualisiert. 

    Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle in Deutschland überschritten

    Update vom 27. Februar 2020, 12.33 Uhr: Der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle in Deutschland scheint Experten zufolge überschritten. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervor. Die Zahl der nachweislich infizierten Menschen in der bisherigen Saison stieg demnach um knapp 18.000 in der vergangenen Woche auf nun rund 98.500, die Zahl der Grippe-Toten auf 161. „85 Prozent der Todesfälle waren 60 Jahre oder älter“, hieß es.

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) bleibt laut einem Bericht von „Zeit Online“ trotz der befürchteten Coronavirus-Epidemie bei der Empfehlung, dass sich nur besonders gefährdete Gruppen wie Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere gegen Grippe impfen lassen sollen. Mögliche Nutzen einer generellen Impfempfehlung – wie eine etwaige Entlastung des Gesundheitssystems durch weniger schwere Verläufe – seien nicht nachgewiesen. Es sei lediglich eine „plausible Hypothese“, wurde Stiko-Leiter Thomas Mertens zitiert. Die Stiko setze auf Evidenz.

    Coronavirus: Höhepunkt der Covid-19-Welle laut EU-Experte schwer vorherzusagen

    Update vom 27. Februar 2020, 12.02 Uhr: Die Ausbreitung des neuen Coronavirus in Europa schreitet fort. Angesichts der aktuellen Entwicklung ist es EU-Experten zufolge schwer vorherzusagen, wann die Infektionswelle ihr Maximum erreichen wird. „Wann der Höhepunkt sein wird – ich habe keine Ahnung“, sagte ein EU-Fachmann am Donnerstag in Brüssel. Die Spezialisten der EU-Agentur für Krankheitenkontrolle (ECDC) hätten noch „viel zu lernen“ über das neue Virus. Sars-CoV-2 sei inzwischen in etwa 15 EU-Ländern aufgetreten. Man habe bis Donnerstag EU-weit 480 Infektionsfälle und elf Tote gezählt.

    Coronavirus: Japan schließt alle Schulen 

    Update vom 27. Februar 2020, 12.02 Uhr: Japan will im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 alle Schulen schließen. Die Maßnahme trete am Montag in Kraft und umfasse alle Grundschulen, Mittelstufen und Gymnasien, sagte Premier Shinzo Abe am Donnerstag. Die Schließung soll demnach bis zum Beginn der zehntägigen Frühlingsferien Ende März gelten. Abe betonte, die kommenden beiden Wochen seien entscheidend für den Kampf gegen das Virus.

    Japan hat bisher acht Todesfälle gemeldet, die in Verbindung mit dem Virus stehen. Mehr als 900 Menschen infizierten sich. Mit mehr als 700 Infektionen entfällt der größte Teil davon allerdings auf Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das im Hafen von Yokohama nahe der Hauptstadt Tokio zwei Wochen unter Quarantäne gestanden hatte.

    Robert-Koch-Institut warnt: „Coronavirus ist tödlicher als die Grippe“

    Update vom 27. Februar 2020, 10.55 Uhr: Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, erklärte bei der Pressekonferenz zum Coronavirus, dass es sich hierbei um ein sehr dynamisches Geschehen handle.

    Weltweit seien mittlerweile 46 Länder vom Coronavirus betroffen. In Deutschland wird versucht, die Ausbreitung zu verlangsamen. Darum kümmern sich die lokalen Gesundheitsbehörden. Alle Infizierten seien in Isolation. Ihre Kontaktpersonen, die schon ausfindig gemacht wurden, stehen unter häuslicher Quarantäne. Genaue Zahlen wisse er aber nicht, da sich die lokalen Behörden darum kümmern.

    „Um die Dimensionen klar zu machen: Bei den 14 Fällen in Bayern, wurden insgesamt 240 Personen unter Quarantäne gestellt. Die Maßnahmen in Bayern waren sehr erfolgreich. Deshalb gehen wir davon aus das auch bei den aktuellen Fällen hilft.“ Es gebe keinen Anlass, Städte wie in Italien abzuriegeln. Von den Infizierten in Bayern seien alle bis auf eine wieder geheilt.

    RKI-Präsident: „Das Coronavirus ist leicht übertragbar“

    „Das Virus ist leicht übertragbar, die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist sehr hoch. Deshalb versuchen wir alles, um es einzudämmen“, erklärt Wieler. Mehr als 80 Prozent zeigen aber nur milde Symptome: „Das ist eine gute Nachricht. Rund 15 Prozent erkranken aber schwer. Das ist viel. Ein bis zwei Prozent sterben laut aktuellen Zahlen. Deshalb macht es Sinn das Virus einzudämmen.“ Damit sei das Coronavirus tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen.

    Problematisch sei auch, dass es keinen Impfstoff gebe. „Den wird es innerhalb dieses Jahres auch nicht geben.“ In China gebe es aber schon gute Studien zu der Covid-19-Erkrankung. Deshalb wird erwartet, dass auch Deutschland bald Information erhalte welche Medikamente gegen das Coronavirus helfen. 

    Das Robert-Koch-Institut habe die Hypothese, dass das Coronavirus saisonal sei, im Blick. Aber das könne erst gesagt werden, wenn der Sommer tatsächlich kommt. Ausgeschlossen werden könne eine Saisonalität, die sich in den nächsten Jahren wiederholt, aber nicht. 

    Coronavirus: RKI-Präsident empfiehlt: „Mit gesundem Menschenverstand handeln“

    „Die Bevölkerung kann auch etwas tun. Wir erwarten von Ärzten und Bürgern, dass sie sich informieren. Ganz banale Dinge wie die Etikette beim Husten und Niesen sind wichtig. Also nicht in die Hand niesen, sondern in die Armbeuge“, erklärt Lothar Wieler bei der Pressekonferenz. Das Coronavirus bleibt in der Hand überlebensfähig. Sehr effizient sei also das Händewaschen. Wer Krank ist, solle zu Hause bleiben. „Bei Erkrankten hilft ein Mundschutz, um die Viren nicht zu verteilen.“ Sonst sei ein Mundschutz aber nicht sinnvoll. „Wir alle können selber etwas tun, wenn wir mit gesundem Menschenverstand handeln.“

    Coronavirus: Vor allem Risikogruppen sollten sich gegen Grippe oder Keuchhusten impfen lassen

    Vor allem sei das Impfen wichtig: „Wir empfehlen Impfstoffe, weil wir wissen, dass wir die Krankheitslast damit verringern können. Ich kann allgemein nur empfehlen, egal wann, sich impfen zu lassen.“ In diesem konkreten Fall, sollen sich vor allem Risikogruppen, wie alte Menschen und Menschen mit einem schlechteren Immunsystem impfen lassen. „Wir ärgern uns immer massiv über Menschen, die sich nicht impfen lassen. Jeder der sich mit einer Impfung schützen kann, sollte das tun.“

    Fünf bestätigte Coronavirus-Fälle in NRW

    Update vom 27. Februar 2020, 07.20 Uhr: Insgesamt gibt es jetzt fünf bestätigte Coronavirus-Fälle in Nordrhein-Westfalen. Die Behörden suchen unterdessen mit größeren Aktionen nach möglichen weiteren Infizierten. In Gangelt im Kreis Heinsberg sind die rund 300 Besucher einer Karnevalsveranstaltung aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden.

    Alle Besucher und ihre Familien müssten für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium in der Nacht zum Donnerstag mit. In Mönchengladbach läuft am Krankenhaus Maria Hilf die Suche nach Menschen, die Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatten.

    Coronavirus: Gesundheitsminister Spahn spricht von Epidemie 

    Update vom 27. Februar 2020, 06.00 Uhr: Drei weitere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind bestätigt. Wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf sowie der Kreis Heinsberg am Mittwochabend mitteilten, handelt es sich um drei Menschen im Kreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen), die mit einem Ehepaar Kontakt hatten, dessen Infektion zuvor nachgewiesen worden war.

    Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt, Deutschland „stehe am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“. Mit dem Bekanntwerden neuer Infektionsfälle habe sich die Gesamtlage „leider“ verändert. „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben.“

    Update vom 26. Februar 2020, 22.05 Uhr: Der Zugpassagier, der an sich Coronavirus-Symptome festgestellt hatte, woraufhin seine Bahn von der Bundespolizei in Idar-Oberstein gestoppt wurde, war wie nun bekannt wurde zuletzt auf einer Geschäftsreise in Italien.

    Der Mann habe sich allerdings nur in der Region Apulien aufgehalten, in der keiner der bislang 400 Coronavirus-Fälle in Italien aufgetreten ist, hieß es aus der Kreisverwaltung des Kreises Birkenfeld. Bereits am Samstag sei er in Süditalien bei einem Arzt gewesen, der ihm „grünes Licht“ für den Heimflug von Bari nach Frankfurt mit Zwischenlandung in Mailand gab. In Frankfurt stieg er den Angaben zufolge am Mittwoch um 14.23 Uhr in den Regionalexpress Richtung Saarbrücken – und versuchte später telefonisch, seine Einlieferung in ein Krankenhaus zu erreichen.

    Er sei bei einer Hotline gelandet, die den Rettungseinsatz in Idar-Oberstein einleitete, an dem Bundespolizei, Polizeiinspektion Idar-Oberstein und das DRK beteiligt waren, hieß es von der Kreisverwaltung weiter. Zwei Rettungssanitäter mit Vollschutz brachten den Patienten in einen Rettungswagen. Aktuell befindet sich der Zugpassagier in einem Krankenhaus. Am Donnerstag soll feststehen, ob er sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

    von Frankfurt nach Saarbrücken wegen Verdachts auf Coronavirus-Erkrankung gestoppt

    Update vom 26. Februar 2020, 20.21 Uhr: Ein Regionalzug von Frankfurt nach Saarbrücken mit 70 Reisenden ist wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Erkrankung in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) für zwei Stunden festgesetzt worden. Ein Fahrgast der Vlexx-Bahn habe an sich selbst Symptome festgestellt und sich daraufhin beim Zugpersonal gemeldet, wie eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums mitteilte. Daraufhin stoppten Bundespolizisten den Zug.

    Nach einer Untersuchung durch die Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Birkenfeld wurde der Mann zur weiteren Klärung seiner Symptome in ein Krankenhaus in der Region gebracht. Von den Mitreisenden wurden Personalien und Kontaktdaten aufgenommen, „um sie gegebenenfalls benachrichtigen zu können“. Nach etwa zwei Stunden wurde der Zug wieder freigegeben.

    Coronavirus in Deutschland: Soldat steckt sich bei Bekanntem an

    Update vom 26. Februar 2020, 19.38 Uhr: Auch ein Soldat der Flugbereitschaft der Bundeswehr hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der 41-jährige Mann sei in das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz eingeliefert worden, wo er positiv auf das Virus getestet wurde.

    Zuletzt wurden zwei Infektionen mit dem Coronavirus in Nordrhein-Westfalen sowie vier Fälle in Baden-Württemberg nachgewiesen. In Rheinland-Pfalz ist es die erste Infektion.

    Laut dem behandelnden Arzt habe der Soldat am 15. Februar – wohl im privaten Umfeld – Kontakt zu einem infizierten Menschen gehabt. Am Dienstagabend habe der Soldat von der Infektion seines Bekannten erfahren und sich daraufhin an seinen Arbeitgeber gewandt.

    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist erst am Mittwoch mit der Flugbereitschaft nach New York geflogen. Aus seiner Delegation hieß es, man sei über den Virus-Verdachtsfall informiert worden.

    Gesundheitsminister fordert Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf

    Update vom 26. Februar 2020, 18.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert die Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf. „Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Coronainfektion zu vermuten“, sagte er. Er fordere die Bürger aber ausdrücklich auf, „dass Sie Ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot sich entwickeln – oder wenn Sie Kontakt hatten mit Personen, die in diesen Gebieten gewesen sind“.

    Diesen Aufruf habe er am Mittwoch bei einem Krisentreffen mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, Krankenkassen, Apotheken und Pflegeverbänden so abgesprochen, sagte Spahn. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass bei vorhandener Symptomatik oder bei Verdacht jetzt besser einmal mehr auf das Virus getestet wird als einmal zu wenig.“

    Coronavirus in Deutschland: Bundesregierung bildet Krisenstab

    Update vom 26. Februar 2020, 18.34 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Gesundheitsminister der Bundesländer in einer Telefonkonferenz dazu aufgefordert, ihre Pandemiepläne „zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten“. „Die Lage hat sich leider in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen“, fügte der Minister mit Blick auf die neuesten Coronavirus-Infizierten in Deutschland hinzu.

    Noch sei zwar keine Pandemie ausgebrochen, „aber ich finde es wichtig, dass wir uns auf diese Situation vorbereiten“, so Spahn weiter. Der Bundesgesundheitsminister fügte hinzu: „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben.“ 

    Die Bundesregierung will nun einen Krisenstab bilden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Spahn wollen am Donnerstag in Berlin über die Einrichtung des gemeinsamen Krisenstabes ihrer Ministerien informieren.

    Coronavirus in Deutschland: „Infektionsketten nicht nachzuvollziehen“

    Update vom 26. Februar 2020, 18.01 Uhr: Die letzten Meldungen von Infizierten in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die Kontakt mit vielen Menschen hatten, hatten es bereits befürchten lassen, prompt folgt die Bestätigung Von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland“, sagte Spahn am frühen Abend in Berlin.

    Er erwarte eine deutlich stärkere Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland. Der Grund dafür: „Die Infektionsketten sind teilweise – und das ist eine neue Qualität – nicht nachzuvollziehen.“ Daher sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten noch weiter aufgehe. 

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: Der mit dem neuen Coronavirus infizierte Mann aus NRW hatte laut dem Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) in den vergangenen 10 bis 14 Tagen eine „unendliche Vielzahl von Kontakten“ zu anderen Menschen. Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte er – bereits ansteckend – noch während der Karnevalszeit am gesellschaftlichen Leben teilgenommen. Pusch sagte am Mittwoch in Düsseldorf, es gehe jetzt darum, die „Infektionsketten zu unterbrechen“.

    Baden-Württemberg: Coronavirus-Patient im Kino – Gesundheitsamt warnt andere Besucher

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm warnt das Gesundheitsamt andere Gäste des Filmtheaters vor einer möglichen Ansteckung. Wie das Landratsamt in Neu-Ulm am Mittwoch berichtete, hatte sich der Mann aus dem Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg am vergangenen Samstagabend den Krimi-Thriller „Bad Boys for Life“ angeschaut. In dem Saal des Neu-Ulmer Kinos seien 138 Besucher gewesen. Später sei bei dem 25-Jährigen der neuartige Virus nachgewiesen worden.

    „Die Möglichkeit einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus besteht für Personen, die mindestens 15 Minuten in Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt mit dem Erkrankten waren“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisbehörde. Auf welche Besucher dies möglicherweise zutreffe, könne im Nachhinein nicht näher bestimmt werden.

    Coronavirus: Zwei weitere Menschen in Baden-Württemberg infiziert – Sie standen in Kontakt mit dem ersten Patienten

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: In Baden-Württemberg haben sich zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilte die Universitätsklinik Tübingen am Mittwoch mit. Zuvor war bereits ein Fall aus dem Kreis Göppingen bekannt.

    Einer der beide infizierten Patienten in Tübingen ist als Oberarzt in der Pathologie des Universitätsklinikums beschäftigt. Der 60-Jährige soll seit dem Wochenende auch Kontakt zu anderen Medizinern gehabt haben – diese Kontakte seien vollständig erfasst, teilte das Klinikum am Mittwoch in Tübingen mit. Es seien ein Dutzend Oberärzte getestet und „aus der Krankenversorgung rausgenommen worden“. Sie seien unter Beobachtung.

    Auch die 24 Jahre alte Tochter des Mannes ist mit dem Virus infiziert und wird isoliert behandelt. Sie hatte den ersten baden-württembergischen Patienten, einen 25-Jährigen aus dem Kreis Göppingen, nach Mailand begleitet. 

    Update vom 26. Februar 2020, 15.30 Uhr: Der Militärflughafen Köln-Wahn ist am Mittwoch aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit dem Coronavirus vorübergehend geschlossen gewesen. Ein Soldat der Anlage, die auch Sitz der Flugbereitschaft ist, wurde auf eine mögliche Infektion getestet. Die Untersuchung laufe am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz, sagte ein Luftwaffen-Sprecher in Berlin. „Weil es keine Symptome gibt, gilt er nicht als Verdachtsfall, sondern als Kontaktperson“, sagte er. Bis zur Klärung der Lage seien die Kasernentore zu gewesen, sagte der Sprecher. „Diese Sperrung ist mittlerweile aufgehoben“, sagt er weiter.

    Der Soldat hatte nach auf einer Karnevalsveranstaltung Kontakt zu einem Infizierten aus Nordrhein-Westfalen. Der Test gehört nach Angaben der Bundeswehr zu den Sicherheitsmaßnahmen, die auch ohne Anzeichen auf eine Erkrankung ergriffen werden. Ein Ergebnis wurde im Laufe des Abends erwartet.

    Coronavirus verbreitet sich erstmals stärker außerhalb Chinas als innerhalb

    Update vom 26. Februar 2020, 14.46 Uhr: Das neuartige Coronavirus breitet sich weltweit weiter aus: Erstmals seit Ausbruch des Virus in China wurden mehr neu gemeldete Fälle außerhalb Chinas als in der Volksrepublik selbst registriert, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwoch mitteilte. In Italien, dem am stärksten betroffenen Land Europas, stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben am Mittwoch auf zwölf, die Zahl der Infizierten auf 374.

    In China nahm die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle und Infektionen weiter ab. Am Mittwoch wurden 52 neue Todesfälle gemeldet – die niedrigste Rate seit drei Wochen. Die Zahl der Neuinfektionen fiel auf 406.

    Coronavirus-Patientin aus NRW ist Kindergärtnerin – Ehepaar nahm noch zwei Wochen am gesellschaftlichen Leben teil

    Update vom 26. Februar 2020, 14.46 Uhr: Die in Düsseldorf behandelte Coronavirus-Patientin ist als Kindergärtnerin tätig. Sie arbeite in einem Kindergarten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die Kinder aus der Einrichtung und deren Eltern seien angewiesen worden, zu Hause zu bleiben.

    Das Ehepaar, das im Düsseldorfer Uniklinikum behandelt werde, habe noch zwei Wochen am gesellschaftlichen Leben teilgenommen, „wo das Virus so weit war, dass die Menschen sich anstecken konnten“, sagte Laumann. Die beiden haben selbst zwei schulpflichtige Kinder. Sie hätten derzeit aber keine Symptome und würden von der Großmutter versorgt, erklärte Laumann. Sie sollen ebenfalls in Kontakt mit anderen Kindern gewesen sein.

    Coronavirus: Bundesregierung sieht „neue herausfordernde Lage für Deutschland“

    Update vom 26. Februar 2020, 14.40 Uhr: Die Bundesregierung bereitet sich auf eine ernstere Lage der  Coronavirus-Epidemie auch in Deutschland vor. Mit der Ausbreitung des Virus in Italien sei eine „neue herausfordernde Lage für Deutschland“ entstanden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Virus sei damit „nähergerückt“. 

    Bisher habe es Deutschland geschafft, einzelne Infizierte zu isolieren und zu behandeln, sagte Seibert. Wichtig sei der Bundesregierung, sich bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie „mit den europäischen Partnern“ abzustimmen. Darüber habe auch beim Treffen der europäischen Gesundheitsminister in Italien am Dienstag Einigkeit geherrscht.

    Privater Klinikbetreiber Fresenius Helios rüstet sich für Coronavirus-Erkrankte

    Deutschlands größter privater Klinikbetreiber Fresenius Helios rüstet sich ebenfalls für Erkrankte mit dem Coronavirus. Das Krankenhauspersonal sei mit Schulungen und regelmäßigen Informationen „auf den Umgang mit an Covid-19 erkrankten Patienten vorbereitet“, erklärte das Unternehmen. Auch habe man ein internes Ablaufschema für die Versorgung von Verdachtsfällen entwickelt, sagte eine Helios-Sprecherin.

    „Generell können alle Kliniken, die Patienten mit Influenza aufnehmen, auch Patienten mit einer Corona-Erkrankung behandeln“, betonte das Unternehmen. Die 86 Helios-Krankenhäuser in Deutschland hätten dafür die hygienischen, medizinischen und baulichen Voraussetzungen. Helios sei auf eine mögliche Pandemie vorbereitet und in die entsprechenden Pläne der Länder eingebunden, so das Unternehmen, das jährlich 5,6 Millionen Patienten behandelt.

    Coronavirus: Deutschland rüstet sich für die Epidemie – erste Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen

    Erstmeldung vom 26. Februar 2020: 

    Frankfurt am Main – Seit Ende Dezember verbreitet sich das neuartige Coronavirus* auf der ganzen Welt. Der Ursprung des Sars-CoV-2 liegt in Stadt Wuhan in China. Dort soll es sich von einem Wildtiermarkt aus verbreitet haben. In China wurde mehrere Großstädte isoliert. Die Gesamtzahl der Opfer in China liegt bei 2.715 (Stand Mittwoch, 26.02.2020). Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen liegt schon bei über 78.000.

    Coronavirus: Mehrheit der Infizierten zeigt nur milde Symptome

    Nach einer von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse zeigen mehr als 80 Prozent der Infizierten, nur milde Symptome*. Dazu zählen leichte Erkältungssymptome wie Frösteln und Halsschmerzen – oder gar keine. Hinzukommen können Fieber und Husten, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. Die Inkubationszeit beträgt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage.

    Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln schwere Symptome wie Atemnot, knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen. Eine spezielle Therapie für Covid-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln etwa und mitunter mit mechanischer Beatmung.

    Die hohe Nachfrage nach Mundschutz- oder OP-Masken* zum vermeintlichen Schutz vor dem Coronavirus führt vereinzelt zu extremen Preissprüngen.

    Coronavirus breitet sich Weltweit aus – Auch Deutschland betroffen

    Mittlerweile gibt es auf allen Kontinenten Corona-Infizierte. Am stärksten betroffen ist Asien. Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie* in Italien gibt es nun in immer mehr europäischen Staaten Nachweise des Erregers: Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz hatten am Dienstag von Sars-CoV-2-Fällen berichtet.

    Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde nach einer bestätigten Erkrankung ein großes Hotel mit rund 1000 Touristen – darunter auch Deutsche – praktisch unter Quarantäne gestellt.

    In Deutschland waren schon vor einiger Zeit erste Infektionen mit Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, nachgewiesen worden: vor allem bei einer Firma in Bayern, aber auch bei Rückkehrern aus Wuhan. Diese Fälle führten aber nicht zu weiteren bekannten Ansteckungen.

    Coronavirus: Drei neue bestätigte Fälle in Deutschland

    Ende Februar wurden nun auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Coronavirus-Fälle bekannt. Der Patient aus Baden-Württemberg habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei bestätigte Coronavirus-Fälle. Wie das Universitätsklinikum Düsseldorf am Mittwoch mitteilte, werden dort aktuell zwei Patienten behandelt, die infiziert sind. „Bei der zweiten Person, aus dem engen persönlichen Umfeld des Patienten, liegt nun auch ein positives Testergebnis vor“, hieß es in einer Mitteilung. Ob es sich dabei um die Ehefrau des ersten Patienten aus dem Kreis Heinsberg handele, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht kommentieren. Im Kreis Heinsberg wurden Schulden und Kindergärten vorübergehend geschlossen. 

    Vom Robert Koch-Institut (RKI) hieß es, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19– und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen. Behörden versuchen, den Fällen mit Hochdruck nachzugehen, um eine weitere Verbreitung des Virus möglichst zu verhindern. Dadurch soll die Belastung auf das Gesundheitssystem abgemildert werden. Alle bisherigen Entwicklungen können Sie in unserem alten News-Ticker zum Coronavirus nachlesen. Grund zur Panik besteht nicht – trotzdem kann man sinnvolle Vorbereitungen für eine mögliche Pandemie treffen*.

    Kliniken in Hessen bereiten sich auf das Coronavirus* vor, Experten raten zur Ruhe. Und trotzdem treibt die Panik vor dem Virus mancherorts seltsame Blüten.

    Der erste Deutsche, der sich mit dem Coronavirus infizierte, äußerte sich erstmals. Die Zeit in Quarantäne sei sehr langweilig gewesen.

    Das Coronavirus breitet sich in Europa immer weiter aus. In Italien wurden Ortschaften abgeriegelt. In China stehen Millionenstädte unter Quarantäne. Welche Maßnahmen darf der deutsche Staat treffen?

    dpa/AFP/md

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    Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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