Coronavirus (Sars-CoV-2): Österreich will an der Grenze zu Italien Gesundheitschecks durchführen | Panorama – Frankfurter Rundschau

  • schließen
  • Tobias Möllers

    Tobias Möllers
    schließen

Im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 stoppt Italien einen Teil der Arbeit der Gerichte. In Berlin wurde eine Lkw-Ladung mit Atemmasken gestohlen. Der News-Ticker.

  • Die Zahl der mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 Infizierten steigt weltweit
  • Italien stoppt Arbeit der Gerichte zum Teil
  • Unbekannte stehlen Lkw-Ladung mit Atemschutzmasken

+++ Ticker aktualisieren +++

Update vom Samstag, 07.03.2020, 7.15 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus (Sars-CoV-2) einzudämmen, stoppt Italien einen Teil der Arbeit der Gerichte. Vorerst für etwas mehr als zweieinhalb Monate bis Ende Mai 2020 sollen zum Schutz der Menschen vor Infektionen Einschränkungen im Justizsystem möglich werden.

Das gilt etwa bei Prozessen und anderen öffentlichen Terminen, wie die Regierung am frühen Samstagmorgen (07.03.2020) in Rom mitteilte. Prozesse zu nicht schweren Taten dürfen damit verschoben werden, wie Medien schrieben. 

Die Details sollten jeweils vor Ort bestimmt werden. Ausgenommen sind den Berichten nach aber zum Beispiel eilige Angelegenheiten, etwa in Bezug auf Festnahmen. Auch sollten mehr Anhörungen in Form von Videokonferenzen stattfinden, erläuterte Justizminister Alfonso Bonafede vor der Presse.

Coronavirus (Sars-CoV-2): Österreich streicht etliche Flüge

Update vom 6. März, 21.30 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. stellt Österreich für zwei Wochen sämtliche Direktflüge nach Südkorea, Mailand, Bologna und in den Iran ein. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖV) am Freitagabend in Wien mit. 

Außerdem sollen an der Grenze zu Italien punktuell Gesundheitschecks durchgeführt werden, wenn Menschen die Grenze überqueren. Reisende, die aus Südkorea, dem Iran und Teilen Chinas in die Alpenrepublik wollen, müssen mit einer ärztlichen Bestätigung nachweisen, dass sie nicht mit dem neuen Coronavirus infiziert sind. „Unser Ziel ist, eine Ausbreitung bestmöglich einzudämmen, die Ausbreitung zu verlangsamen und so Zeit zu gewinnen“, sagte Kurz. Die drei Maßnahmen sollen kommende Woche in Kraft treten.

Coronavirus (Sars-CoV-2): Atemschutzmasken für Berliner Charité gestohlen

Update vom 6. März, 20.40 Uhr: Unbekannte haben nach „rbb“-Informationen eine komplette Lkw-Ladung mit Atemschutzmasken entwendet, die für die Berliner Charité gedacht waren. Die Charité hatte insgesamt 60.000 Atemmasken bestellt, ein Teil davon ist nun verschwunden. Die Pressestelle der Charité war am Freitagabend für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Der Diebstahl in großem Stil erschwere die Arbeit auf verschiedenen Stationen erheblich und gefährde Menschenleben, hieß es am Freitag. In manchen Häusern würden die Masken nun knapp, im Moment reichten die Vorräte nur noch für das Wochenende.

Ebay verbietet Verkauf von Masken und Desinfektionsmitteln

Unterdessen hat Ebay hat den Verkauf von Atemschutzmasken, Hand-Desinfizierern und anderen antibakteriellen Reinigungsprodukten auf seiner US-Website verboten. Das Unternehmen begründete den Schritt den Nutzern gegenüber mit rechtlichen Bedenken und unfairen Preisen in Verbindung mit dem dem Coronavirus Sars-CoV-2. Das Unternehmen werde alle Angebote außer Bücher, deren Produktbeschreibung in Zusammenhang mit dem Virus steht, im Blick behalten und schnell entfernen. Immer wieder versuchen Verkäufer aus der Angst vor einer Ausbreitung der Seuche Profit zu schlagen. Auch Amazon war bereits dagegen vorgegangen.

Coronavirus in Deutschland: Zahl der Infizierten steigt auf 639 Fälle

Update vom 6. März, 20.00 Uhr:  Die Zahl der Coronavirus-Nachweise in Deutschland steigt weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete am Freitagabend auf seiner Webseite von inzwischen 639 nachgewiesenen Fällen. Am Mittag war das Institut noch von mehr als 500 infizierten Menschen ausgegangen. Außer in Sachsen-Anhalt ist der Erreger Sars-CoV-2 bislang in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Die meisten registrierten Fälle seit Jahresanfang gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

Update vom 6. März, 19.35 Uhr: 16 Palästinenser bei Bethlehem im südlichen Westjordanland haben sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. 14 seien Mitarbeiter eines Hotels, zwei seien Familienmitglieder von Hotelangestellten, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah am Freitag mit. Präsident Mahmud Abbas rief für einen Monat den Notstand für das gesamte Westjordanland aus. Die Maßnahme trat am Freitagmorgen (Ortszeit) in Kraft.

Touristen sitzen fest

Israel riegelte in Absprache mit der Palästinenserbehörde die Stadt Bethlehem komplett ab. Es ist nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums nicht möglich, die Stadt zu verlassen oder zu betreten. Nach palästinensischen Medienberichten sitzen noch rund 1500 Touristen in Hotels in Bethlehem fest. Sie sollen am Samstag ausgeflogen werden.

Update vom 6. März, 19.00 Uhr: Die deutsche Lufthansa streicht wegen des heftigen Nachfrageeinbruchs infolge der Corona-Epidemie seinen Flugplan noch weiter zusammen. In den nächsten Wochen solle die Kapazität um bis zu 50 Prozent reduziert werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Maßnahme diene dazu, die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern.

Der Dax-Konzern berichtete von drastischen Buchungsrückgängen und zahlreichen Flugstornierungen. Betroffen seien alle Zielgebiete. Inzwischen wird geprüft, die gesamte Flotte des größten Einzelflugzeugs Airbus A380 mit 14 Jets vorübergehend außer Dienst zu stellen.

Update vom 6. März, 17.20 Uhr:Das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet sich ungebremst: Die Zahl der weltweit diagnostizierten Infektionen hat erstmals die Marke von 100.000 überstiegen. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP lag die Zahl am Freitagnachmittag bei 100.002 Infektionen in 91 Ländern rund um den Globus. 3406 Menschen seien demnach an der Infektionskrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahlen bestätigt auch die Johns Hopkins Universität in den USA und geht aktuell von 100.656 Fällen aus. Für Deutschland zählen die Forscher um 17.03 Uhr 578 bestätigte Infektionen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Iran droht mit drastische Maßnahmen

Update vom 6. März, 15.26 Uhr: Der Iran verschärft angesichts sprunghaft steigender Infektionszahlen seinen Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Ein Sprecher verkündete am Freitag (06.03.2020), die Regierung ziehe es in Betracht, Gewalt anzuwenden, um Menschen daran zu hindern, im Land zwischen Städten zu reisen.

Demnach sei die Zahl der Infizierten im Iran mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden um 1234 Fälle auf insgesamt 4747 gestiegen. Die Zahl der Coronavirus-Toten stieg im gleichen Zeitraum von 107 auf 124. 

Unter den Toten ist auch der ehemalige iranische Vizeaußenminister Hussein Scheicholislam. Der ARD-Korrespondentin Natalie Amiri zufolge sind im Iran bislang 20 Politiker mit Corona infiziert. Einige Autobahnen sind gesperrt und Menschen sollen persönliche Kontakte meiden. Zudem wurden die Freitagsgebete erneut abgesagt.

Coronavirus Sars-CoV-2: Neue Reisehinweise für Nord-Italien

Update vom 6. März, 13.01 Uhr: Nun hat auch das Auswärtige Amt die Reisehinweise für Italien erweitert: Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 sollen Bundesbürger nun auch von nicht erforderlichen Reisen nach Südtirol absehen. Abgeraten wird nun von nicht nötigen Reisen in die Regionen Südtirol, Emilia-Romagna und Lombardei sowie in die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Das bestätigte ein Sprecher am Freitag in Berlin. Zuvor hatte das Robert Koch-Institut (RKI) habe nun auch Südtirol als Risikogebiet eingestuft, sagte der Sprecher. Im Krisenstab des Auswärtigen würden die RKI-Empfehlungen regelmäßig beraten.

Update vom 6. März, 11.01 Uhr: Das Robert-Koch-Insititut (RKI) meldet auch Freitag viele neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland: Die Zahl der bestätigten Infektionen ist auf 534 gestiegen. Aufgrund der starken Verbreitung hat das RKI zudem die norditalienische Provinz Südtirol zum Risikogebiet erklärt. In Italien sind laut RKI derzeit fast 4000 Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt. Damit ist Italien nach  China (80.552) und Südkorea (6.284) das Land mit den meisten Fällen. Bislang galten die Region Emilia-Romagna, die  Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua als Risikogebiet.

Coronavirus Sars-CoV-2: Israel riegelt Stadt Bethlehem ab

Update vom 6. März, 8.11 Uhr: Zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat Israel die Stadt Bethlehem abgeriegelt. Allen Israelis und Palästinensern „ist es verboten, die Stadt zu betreten oder zu verlassen“, teilte das israelische Verteidigungsministerium am Freitag mit. Die Entscheidung wurde den Angaben zufolge mit der palästinensischen Autonomiebehörde abgestimmt. Bethlehem liegt im von Israel besetzten Westjordanland. Dieses war bereits am Donnerstag für Touristen gesperrt worden.

Die palästinensische Autonomiebehörde hatte am Donnerstag erklärt, von Freitag an dürften 14 Tage lang keine Touristen ins Westjordanland. Zudem wurde die Geburtskirche in Bethlehem vorläufig geschlossen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Abgeordneter der französischen Nationalversammlung infiziert

Update vom 6. März, 7.45 Uhr: Ein Abgeordneter der französischen Nationalversammlung hat sich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Der Parlamentarier befindet sich im Krankenhaus auf der Intensivstation, wie die Präsidentschaft der Parlamentskammer am Donnerstagabend bekanntgab. Den Namen des Abgeordneten nannte sie nicht. Die Kammerpräsidentschaft teilte lediglich mit, dass der Abgeordnete der konservativen Oppositionspartei Les Républicains (LR) angehört.

Auch ein Beschäftigter der Nationalversammlung wurde den Angaben zufolge positiv auf das Coronavirus getestet. Bei einem weiteren Angestellten der Kammer bestehe der Verdacht auf eine Corona-Infektion.

Frankreich ist nach Italien und vor Deutschland das am stärksten von dem neuartigen Erreger betroffene Land in der EU. Nach Angaben der französischen Behörden vom Donnerstagabend gab es drei weitere Todesfälle und 138 neu bestätigte Infektionen. Dies war die bislang höchste Zahl verzeichneter Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Frankreich. Die Gesamtzahl der Todesopfer stieg auf sieben, die der Infizierten auf 423.

Update vom 6. März, 6.37 Uhr: Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 ist in China weiter gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitscommission am Freitag mitteilte, kamen im Vergleich zum Vortag 30 weitere Todesopfer dazu. 29 Todesfälle wurden in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei registriert, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Ein weiteres Opfer meldete die südchinesische Inselprovinz Hainan. Insgesamt sind bislang mehr als 3000 Menschen in China an dem Erreger gestorben. Die Zahl der neuen Infektionen stieg bis Freitag um 143 auf nun 80 552 Fälle. Mehr als 53 000 Patienten haben sich den offiziellen Angaben zufolge jedoch erholt und wurden entlassen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Schulen in NRW-Kreis schließen – USA und Israel brechen Militärübung ab

Update vom 5. März, 21.30 Uhr: Die USA und Israel haben eine gemeinsame Übung ihrer Streitkräfte wegen der Coronavirus-Epidemie abgebrochen. Die Entscheidung stehe im Einklang mit den Vorgaben des israelischen Gesundheitsministeriums zur Erkrankung Covid-19 und sei eine Vorsichtsmaßnahme, „um die Gesundheit und Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten“, erklärte das Europäisches Kommando der Vereinigten Staaten. Die Übung „Juniper Cobra 20“, die alle zwei Jahre stattfindet, begann nach Angaben von US-Medien am Dienstag und sollte noch bis zum Sonntag, 15. März, laufen. 

Update vom 5. März, 21.30 Uhr: Im besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in NRW bleiben Schulen und Kindertagesstätten bis mindestens Sonntag, 15. März, geschlossen. Das teilte Landrat Stephan Pusch in einer Videobotschaft mit. Die stetig zunehmenden Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus im Kreis ließen keine andere Möglichkeit zu. Am Donnerstagabend lagen dort nach Angaben der Pressestelle des Kreises 195 laborbestätigte Fälle einer Infektion mit Sars-CoV-2 vor. 

Coronavirus: Saudi-Arabien lässt Kaaba räumen – Länderspiel auf der Kippe

Update vom 5. März, 18.50 Uhr: Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hat Saudi-Arabien die wichtigste Pilgerstätte in Mekka für eine Desinfizierung räumen lassen. Das saudiarabische Staatsfernsehen zeigte beeindruckende Bilder, auf denen die menschenleere Kaaba im Hof der Großen Moschee zu sehen war. Der weiß gepflasterte Hof, auf dem die Pilger die würfelförmige Kaaba umrunden, wird sonst von zehntausenden Menschen bevölkert.

Die Stadt Nürnberg prüft aktuell eine Absage des Länderspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 31. März gegen Italien. Wenn die Entscheidung heute zu treffen wäre, würde die Stadtverwaltung wegen der zu erwartenden Anreise Tausender Besucher aus Italien eine Absage empfehlen, erklärte Sozialreferent Peter Pluschke. 

Update vom 5. März, 17.30 Uhr: Ein weiteres Land ergreift drastische Maßnahmen: Griechenland ist das jüngste Land, das versucht, die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu stoppen, indem es Schulen und Universitäten schließt und große öffentliche Versammlungen absagt. Unterdessen pocht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf, dass das Virus immer noch „zurückgedrängt“ werden könne, wenn Regierungen auf der ganzen Welt die notwendigen Maßnahmen ergreifen würden.

Vor Griechenland hatten bereits Italien und auch der Iran Schulen geschlossen. Die Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Griechenland sind auf 31 angestiegen. Ein Beamter des Gesundheitsministeriums sagte jedoch laut dem Nachrichtenportal „The Guardian“, er erwarte einen signifikanten Anstieg der Fälle in den nächsten Wochen. 21 neue griechische Fälle wurden bei Reisenden entdeckt, die kürzlich aus Israel und Ägypten zurückgekehrt waren.

Coronavirus Sars-CoV-2: Schule evakuiert Skifreizeit in Südtirol

Update vom 5. März, 13.38 Uhr: Klassenfahrten und Skifreizeiten stehen wegen der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 im Fokus. Eine Osnabrücker Schule will nun 55 Schulkinder von einer Schulfahrt in Südtirol zurückholen, wie das Osnabrücker Portal oskurier.de berichtet. Dazu habe sich ein Konvoi aus Bussen, Ärzten und Rettungsassistenten auf den Weg in den Skiort gemacht. Gesunde und erkrankte Kinder sollen für die Rückfahrt auf zwei Bussen verteilt werden. Das solle die Ansteckungsgefahr reduzieren.

Während der Skifreizeit der Gesamtschule Eversburg in Südtirol habe demnach zunächst ein Kind Fieber bekommen. Daraufhin sei es vorzeitig abgeholt worden und befinde sich nun wieder in Osnabrück. Inzwischen seien jedoch zwei weitere Kinder erkrankt. Es sei allerdings noch unklar, ob sich die Kinder mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben.

Coronavirus Sars CoV-2: Rund 100 neue Fälle in Deutschland

Update vom 5. März, 11.50 Uhr: Das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet sich in Deutschland weiter: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle ist bundesweit bis Donnerstagfrüh (06.03.2020) auf 349 gestiegen. Das waren rund hundert mehr als am Vortag, wie aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorging. Die meisten Fälle gab es nach wie vor in Nordrhein-Westfalen. Dort wurden 175 bestätigte Infektionen gemeldet, die meisten im Landkreis Heinsberg. 

In Baden-Württemberg wurden 65 und in Bayern 52 Fälle registriert. In allen anderen Bundesländern traten bislang meist Einzelfälle auf. Sachsen-Anhalt ist bisher das einzige Land, aus dem noch keine bestätigte Coronainfektion gemeldet wurde. In der TV-Sendung “Hart aber fair” (ARD) zum Coronavirus erhob ein Virologe schwere Vorwürfe gegen die deutsche Bundesregierung.

Die Schweiz meldet den ersten Todesfall in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Das teilte die Polizei im Kanton Waadt mit. Die 74-jährige Frau, die gestorben ist, sei eine Risikopatientin gewesen – sie hatte Vorerkrankungen. Sie wurde seit dem 3. März im Krankenhaus in Lausanne am Genfersee behandelt. 

Coronavirus Sars CoV-2: Erneut sitzen Tausende auf Kreuzfahrtschiff 

Update vom 5. März, 08.51 Uhr: Aus Angst vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sitzen erneut tausende Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff fest. Vor der Küste Kaliforniens sei die „Grand Princess“ gestoppt worden, weil Passagiere und Besatzungsmitglieder Symptome der Krankheit gezeigt hätten, sagte Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch bei einer Pressekonferenz Sie sollten nun auf den Erreger getestet werden. Bei elf Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern bestehe der Verdacht einer Infektion.

Das Schiff war auf der Rückkehr von Hawaii nach San Francisco. Zuvor hatte die „Grand Princess“ eine Reise nach Mexiko absolviert. An Bord war dabei auch ein 71-Jähriger, der letztlich an der durch das Coronavirus ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 starb, wie der Gouverneur und die Reederei Princess Cruises mitteilten. Er ist der erste Todesfall durch das Virus in Kalifornien. Der US-Bundesstaat rief am Mittwoch wegen der Ausbreitung des Virus den Notstand aus. 

Coronavirus Sars CoV-2: Kalifornien ruft den Notstand aus

Update vom 5. März, 06.10 Uhr: Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat am Donnerstag wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen. Seine Entscheidung erfolgte nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des ersten Todesfalls in dem Westküsten-Staat. „Mit 53 positiv getesteten Fällen ist dieses (Virus) nicht mehr nur in einem Teil unseres Staates isoliert“, sagte Newsom.

In Kalifornien wurde am Mittwoch ein erster Todesfall durch die neue Lungenkrankheit gemeldet. Es handele sich um einen älteren Mann, der sich vermutlich im Februar an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Princess“ von San Francisco nach Mexiko angesteckt habe, teilte die lokale Gesundheitsbehörde im Placer County mit.

Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA auf elf. In den USA sind bislang mehr als 100 Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt. Besonders betroffen ist der westliche Bundesstaat Washington.

Update vom 4. März, 21.14 Uhr: Sollen in Deutschland wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 alle Schulen geschlossen werden – ganz nach italienischem Vorbild? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält wenig von dieser Idee. Über solche Maßnahmen solle jeweils vor Ort entschieden werden. Pauschale Schul-Schließungen seien „nicht angemessen“, sagte er und verwies auf mögliche Folgen – etwa, wenn Ärzte wegen der Betreuung ihrer Kinder dann zu Hause bleiben müssten. 

Anders sieht das offenbar die AfD-Fraktion im Bundestag: Deren bildungspolitischer Sprecher, Götz Frömming, sagte, Deutschland müsse „schnell von Italien lernen und bereits erprobte Maßnahmen ergreifen“. Dazu gehört aus seiner Sicht auch, „präventiv Schulen zu schließen“. Da alle Schüler über Internet verfügten, sei Tele-Unterricht ein gangbarer Weg.

In einer Regierungserklärung hatte Spahn am Nachmittag die Vermutung geäußert, die Corona-Epidemie habe ihren Höhepunkt in Deutschland noch nicht erreicht. Die Lage sei von Ort zu Ort aber sehr unterschiedlich. Derzeit gebe es bundesweit 240 bestätigte Fälle an Covid-19 Erkrankter. Weltweit sei das Coronavirus eine „Pandemie“.  

Coronavirus Sars CoV-2: Italien schließt wegen Coronavirus Schulen

Update vom 4. März, 18.23 Uhr: Italien schließt wegen der Verbreitung des Coronavirus die Schulen und Universitäten im ganzen Land. Sie sollen von Donnerstag bis 15. März geschlossen bleiben, so Schulministerin Lucia Azzolina.

In Italien sind inzwischen mehr als hundert Menschen am Coronavirus gestorben. Es gebe 107 bestätigte Todesopfer, teilte der italienische Zivilschutz mit. Mehr als 3000 Menschen seien landesweit an dem Virus Sars-CoV-2 erkrankt. Am Dienstag waren es noch rund 2500 Infizierte und 79 Tote. Mittlerweile gibt es in fast allen Regionen Fälle, die meisten allerdings nach wie vor in der Lombardei, der Emilia-Romagna und in Venetien. 295 Menschen liegen auf der Intensivstation.

Israel erlässt Reisebestimmungen wegen Coronavirus 

Update vom 4. März, 18.02 Uhr: Israel und Saudi-Arabien schränken das Reisen vorübergehend ein, um sich gegen den Coronavirus abzusichern.

In Israel müssen Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben – auch Israel-Rückkehrer. Touristen aus diesen Ländern dürfen nicht einreisen, außer sie begeben sich in Quarantäne. Internationale Konferenzen sind verboten, Versammlungen mit mehr als  5000 Teilnehmern sollen folgen. 

Die Reisebestimmungen gelten bereits für Reisende aus Italien und werden in den kommenden Tagen ausgeweitet. Man werde Touristen, die sich in den letzten 14 Tagen im Iran, Irak, Syrien oder Libanon aufgehalten haben, die Einreise verweigern, hieß vom Gesundheitsministerium, nach dessen Angaben es 15 Coronavirus-Fälle in Israel gibt. 

Coronavirus Sars CoV-2: Saudi-Arabien schränkt Wallfahrten ein

Saudi-Arabien hat auch den eigenen Landsleuten sowie Einwohnern mit ausländischer Staatsbürgerschaft Wallfahrten nach Mekka sowie Besuche in Medina untersagt. Wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 hatte das Königreich seine Grenzen für Pilgerreisen von Ausländern in die beiden Städte vor knapp einer Woche bereits vorübergehend geschlossen. Betroffen ist bisher nur die Umrah, die sogenannte Kleine Wallfahrt. 

Im arabischen Raum sind nach Angaben der WHO derzeit etwa 230 Fälle offiziell bekannt. Die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen. Die meisten der Infizierten waren aus dem Iran zurückgekehrt, wo besonders viele Menschen an Covid-19 erkrankt sind.

Coronavirus trifft auf Geflüchtete: Bayerisches Rotes Kreuz ruft Alarmstufe 1 aus

Update vom 4. März, 13.45 Uhr: Das Bayerische Rote Kreuz ruft Alarmstufe 1 aus. Derzeit sei nicht absehbar, wie sich die Lage der Ausbreitung des Coronavirus entwickelt, heißt es in einem Schreiben, das dem Spiegel vorliegt. 

Grund für die Sorge ist, dass neben der Ausbreitung der Krankheit nun auch ein möglicher Flüchtlingsstrom zu einer Verschärfung der Belastung für die Retter kommen könnte, heißt es im Spiegel. Es könne deshalb in Bayern „durch die Kopplung zweier Lagen in Bayern“ zu Ressourcenengpässen kommen. 

Währenddessen überlegt die Regierung in Italien ab Donnerstag (5.3.2020) alle Schulen im ganzen Land zu schließen. Diese berichten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Man werde dies in den kommenden Stunden entscheiden. 

Coronavirus Sars CoV-2: Hannover-Messe abgesagt – Export von Atemmasken verboten 

Update vom 4. März, 11.26 Uhr: Im Kampf gegen das neue Coronavirus zieht der Bund den Nachschub dringend benötigter medizinischer Schutzkleidung an sich und unterbindet Ausfuhren in andere Länder. Das Bundesgesundheitsministerium beschafft solche Ausrüstung nun zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden, wie nach Beratungen des Krisenstabs der Regierung am Mittwoch in Berlin mitgeteilt wurde.

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus untersagt die Bundesregierung den Export von Atemmasken und anderer Schutzausrüstung. Ein entsprechendes Verbot wurde am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht, wie der Krisenstab aus Gesundheits- und Innenministerium mitteilte. Betroffen sind etwa auch Handschuhe und Schutzanzüge.

Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6.000 Ausstellern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG am Mittwoch mit.

Coronavirus: Mehr als 5300 Infizierte in Südkorea – bereits 32 Tote

Update vom 4. März, 08.25 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Südkorea ist auf mehr als 5300 gestiegen. Das ist ein Zuwachs von 516 Infektionen seit Dienstag. Nach einer Änderung der Zählmethode schlossen die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention dabei 374 Fälle ein, die zunächst schon am Dienstagnachmittag bekanntgegeben worden waren. In keinem anderen Land außerhalb Chinas wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet.

Die Zahl der bisherigen Todesfälle, die mit dem Covid-19-Erreger in Verbindung gebracht werden, wurde mit 32 angegeben.

Update vom 4. März, 05.35 Uhr: Das neue Coronavirus ist in allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden. In China, wo das Virus erstmals festgestellt worden war, stieg die Zahl der Toten bis Mittwoch auf fast 3000. Die Gesamtzahl der offiziell erfassten Ansteckungen in Festlandchina seit Beginn der Epidemie im Dezember kletterte auf mehr als 80 000. Von ihnen haben 50 000 die Krankenhäuser wieder verlassen. Experten gehen allerdings in China von einer hohen Dunkelziffer aus. In Südkorea stiegen die Infektionen erneut um 516 auf 5 328. Die Zahl der Toten legte um 4 auf 32 zu.

Coronavirus Sars-CoV-2: 200 Infektionen in Deutschland

In Deutschland zählt das Robert Koch-Institut (RKI) bislang rund 200 nachgewiesene Infektionen. Viele Patienten sind inzwischen wieder gesund. Am Dienstagnachmittag kamen zuletzt das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern zu den Bundesländern hinzu, in denen das Sars-CoV-2 genannte Virus nachgewiesen worden ist.

Update vom 3. März, 22.39 Uhr: In Spanien hat es erstmals einen Todesfall durch den Coronavirus gegeben. Bereits am 13. Februar war in Valencia ein 69-jähriger Mann an einer Lungenentzündung gestorben. Jetzt ist bestätigt, dass der Spanier mit dem Covid-19-Erreger infiziert war. Er soll sich vorher in Nepal aufgehalten haben, einem Nachbarland von China.  In Spanien gab es bis zum Dienstagabend mehr als 150 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2. Sieben Patienten liegen auf der Intensivstation. 

Coronavirus: Weltbank schnürt Milliarden-Paket zur Bekämpfung des Covid-19-Erregers

Update vom 3.März, 22.08 Uhr: Die Weltbank schnürt ein Hilfspaket für vom Coronavirus betroffene Länder: Insgesamt zwölf Milliarden Dollar. Ziel sei es, den Staaten “schnell” und “effektiv” zu helfen, sagte Weltbank-Chef David Malpass. Malpass betonte zudem die “zusätzliche Last”, die das Coronavirus armen Ländern aufbürde. 

Das Geld könne für medizinische Ausstattung und Gesundheitsdienste eingesetzt werden. Ein Teil der Hilfsgelder geht demnach an einige der ärmsten Länder der Welt. Die Weltbank sei mit verschiedenen Mitgliedstaaten in Kontakt. Welche Regierungen als erste unterstützt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.  

Mit Coronavirus Infizierter ist Kinderarzt 

Update vom 3.März, 21.25 Uhr: Beim ersten am Coronavirus Erkrankten aus dem Saarland handelt es sich um einen Kinderarzt. Der Mann arbeitet nach Angaben von Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Universitätsklinikum. Das Gesundheitsamt ermittle nun Kontaktpersonen. Andere seien bereits in Quarantäne. Der mit dem Covid-19-Erreger infizierte Patient sei in der Klinik isoliert. 

Derzeit wird das Bewegungsprofil des an Sars-CoV-2 erkrankten Mannes nachvollzogen. Die Kinderklinik wird vorerst nicht geschlossen, doch die Sicherheitsmaßnahmen wurden erhöht. Zudem wurden in anderen Kinderkliniken Notfall-Kapazitäten angefragt. 

Coronavirus Sars-CoV-2: Erste Fälle im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern

Update vom 3. März, 19.35 Uhr: Im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern gibt es die ersten bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Somit sind fast alle Bundesländer in Deutschland betroffen, nur Sachsen-Anhalt musste bisher keine Sars-CoV-2-Infektion verzeichnen.

In Nordrhein Westfalen steigt die Anzahl an Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, weiter an. Aus dem Kreis Heinsberg wurde ein Brandbrief an die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein gesandt. Die „medizinische Situation im Kreis Heinsberg eskaliert und nimmt bedrohliche Ausmaße an”, warnen die Verfasser und Unterzeichner zu denen Ärzte und auch der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) gehören. 

Ein Zusammenbruch der medizinischen Versorgung an der Basis und in den Krankenhäusern sei nicht mehr auszuschließen, heißt es in dem Brandbrief weiter. Es mangele an Schutzausrüstung wie beispielsweise Atemschutzmasken.

WHO warnt: Mangel an Atemschutzmasken behindert Kampf gegen Coronavirus

Nicht nur in Nordrhein Westfalen sondern weltweit gehen Atemschutzmasken und andere Schutzausrüstung zur Neige. “Wir können Covid-19 nicht aufhalten, ohne unsere Gesundheitspersonal zu schützen”, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Wie der WHO-Chef weiter betont, müsse die weltweite Versorgung persönlicher Schutzausrüstung um 40 Prozent gesteigert werden. Die Regierungen sollten den Herstellern Anreize schaffen, um den Mangel an Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken schnellstmöglich zu beheben.

Update vom 3. März, 15.50 Uhr: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beschlagnahmt der französische Staat alle Atemschutzmasken. „Wir beschlagnahmen alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken“, verkündete Präsident Emmanuel Macron am Dienstag auf Twitter. Die Masken sollen nach seinen Angaben an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden.

In Frankreich waren nach offiziellen Angaben mehr als 200 Sars-CoV-2-Infektionen erfasst. Vier Menschen starben bisher.

Coronavirus Sars-CoV-2: Entwarnung für Passagiere auf Kreuzfahrtschiff

Die 1200 Passagiere auf dem deutschen Kreuzfahrtschiff „Aida Aura“ in Norwegen können aufatmen: Nach Angaben des Unternehmens Aida Cruises hat sich der Verdacht auf das neuartige Coronavirus bei zwei deutschen Passagieren an Bord nicht bestätigt. Die norwegischen Gesundheitsbehörden hätten am Nachmittag bestätigt, dass die vorsorglichen Tests bei den beiden deutschen Gästen keine Infektion ergeben hätten, teilte Aida Cruises am Dienstag mit. Das Schiff könne nun seine Reise fortsetzen.

Update vom 3. März, 15.10 Uhr: Ein deutsches Kreuzfahrtschiff mit rund 1200 Passagieren an Bord liegt wegen Coronavirus-Verdachts in einem norwegischen Hafen fest. Der Gesundheitszustand von zwei deutschen Gästen an Bord werde vorsorglich überprüft, teilte die Reederei Aida Cruises in Rostock mit. Sie sollen vor rund einer Woche Kontakt mit einer Person gehabt haben, die mit dem Coronavirus infiziert ist.

Beide Passagiere wurden zunächst in ihrer Kabine unter Quarantäne gestellt, nach Angaben von Ärzten zeigten sie keine Symptome und wirkten gesund. Die Testergebnisse sollten am Dienstagnachmittag vorliegen. Die Aida Aura hätte am Montag aus dem Hafen von Haugesund im Südwesten von Norwegen auslaufen sollen.

Leipziger Buchmesse wird wegen Coronavirus abgesagt

Update vom 3. März, 12.50 Uhr: Die Leipziger Buchmesse wird aufgrund der Gefahr durch das Coronavirus Sars-CoV-2 abgesagt. Das haben Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Leipziger Gesundheitsamt und Messeverantwortliche am Dienstag entschieden.

Es handle sich um eine „Präventionsmaßnahme“, damit sich das Virus in Deutschland nicht weiter ausbreiten könne. Die Leipziger Buchmesse ist ein Publikumsmagnet mit jährlich fast 300.000 Besuchern. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: „Gesundheit und Sicherheit gehen in diesem Fall ganz klar vor.“

Die Messe sollte vom 12. bis 15. März stattfinden. Die Leipziger Buchmesse ist das Frühjahrsereignis der Buch- und Medienbranche. Im vergangenen Jahr kamen rund 286.000 Besucher und mehr als 2500 Aussteller aus 46 Ländern zur Buchmesse.

Coronavirus-Sars-CoV-2: Auch weitere Veranstaltungen abgesagt

Im Bemühen um eine Eindämmung der Epidemie fielen zuvor bereits andere Großveranstaltungen aus, nicht nur in Deutschland. Hierzulande wurden bereits die Tourismusmesse ITB, die Sterneverleihung des Guide Michelin in Hamburg und die Internationale Handwerksmesse in München abgesagt.

Update vom 3. März, 12.10 Uhr: Die EU hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Krisenmodus aktiviert, um schneller Entscheidungen treffen zu können. Dazu wurde die sogenannte integrierte politische Krisenreaktion (IPCR) nun vollständig ausgelöst. 

Die IPCR war 2013 beschlossen worden und gilt als Reaktion auf die Terroranschläge vom September 2001. Die EU wollte damit in Krisensituationen handlungsfähiger werden. Erstmals vollständig aktiviert wurde der Krisenmodus im Jahr 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise.

Aktiviert wird der Krisenmodus durch die amtierende EU-Ratspräsidentschaft, die derzeit Kroatien inne hat.

Coronavirus Sars-CoV-2 und Covid-19 auch im Fußball angekommen

Update vom 3. März, 12.00 Uhr: Das Virus ist auch im Fußball angekommen: Angesichts der Krise wegen des neuen Coronavirus hat die Europäische Fußball-Union eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern europäischer Ligen eingerichtet. Diese solle sich unter anderem mit dem Spielkalender beschäftigen, sagte UEFA-Geschäftsführer Theodore Theodoridis am Dienstag beim Kongress des Kontinentalverbands in Amsterdam.

Zuvor hatte die UEFA erklärt, dass sie derzeit trotz der Ausbreitung des neuen Coronavirus in mehreren Gastgeberländern keine Veranlassung für Konsequenzen für die Fußball-EM in diesem Sommer sehe.

Update vom 3. März, 10.00 Uhr: Auf Mallorca ist ein dritter Fall des neuen Coronavirus bestätigt worden. Bei der infizierten Patientin handele es sich um eine Frau, die sich kürzlich im norditalienischen Turin aufgehalten habe, teilten die Gesundheitsbehörden der spanischen Urlaubsinsel am Dienstag mit. 

Norditalien ist besonders stark von dem Virus betroffen. Die Frau liege isoliert im Krankenhaus Son Llatzer in der Inselhauptstadt Palma, so die Balearenregierung. In Spanien insgesamt ist die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen auf über 120 gestiegen.

Coronavirus Sars-CoV-2 und Covid-1: Aus dem Ausland nach China eingeschleppt

Update vom 3. März, 8.07 Uhr:  China gibt bekannt, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 vermehrt aus dem Ausland ins Land der Mitte eingeschleppt wird. Chinesische Behörden bestätigten 13 Fälle, bei denen chinesische Staatsbürger bei der Einreise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert wurden. Acht von ihnen arbeiteten in der Lombardrei (Norditalien) im gleichen Restaurant, wie die Behörden der ostchinesisischen Provinz Zhejiang mmitteilten. Die Menschen kamen vergangene Woche aus Italien zurück. Außerdem kehrten vier weitere Chinesen aus dem Iran zurück und ein Infizierter reise aus Großbritannien nach China ein.

Davon abgesehen meldete China mit 125 neuen Fällen des Coronavirus Sars-CoV-2 die niedrigste Zahl neuer Infektionen seit sechs Wochen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich jedoch um 31. Alle Todesopfer stammte aus der Provinz Hubei. Insgesamt starben 2943 Menschen an dem Virus. 

Update vom 2. März, 22.13 Uhr: In Deutschland mehren sich die bestätigten Fälle der mit dem Coronavirus Infizierten. In Bayern stieg die Zahl der am Coronavirus Sars-CoV-2 Erkrankten um sechs Betroffene auf insgesamt 34, von denen 14 bereits wieder auskuriert sind. Weitere Infizierte meldeten außerdem Berlin, Thüringen, Hessen und Brandenburg.

In der Hauptstadt sind es die Fälle zwei und drei. Sie stehen nicht in Verbindung mit dem ersten nachweislich Erkrankten aus Berlin. In Thüringen ist genau wie in Brandenburg erstmals eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, in Hessen ist es mittlerweile die elfte.  Entwarnung gab es aus dem Erlebnis-Schwimmbads Tropical Island bei Potsdam: Keiner der Mitarbeiter hat sich gemäß der Tests an einem erkrankten Badegast aus NRW angesteckt. 

Coronavirus Sars-CoV-2 erreicht weitere Staaten – Südkorea stark betroffen

Update vom 2. März 21.43 Uhr: Die WHO berichtet, dass das Coronavirus sich inzwischen deutlich rascher außerhalb Chinas als in seinem Ursprungsland ausbreitet. Zuletzt seien fast neunmal so viele Neuinfektionen aus anderen Ländern gemeldet worden. Bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gibt es in China mehr als 80.000. Am Montag lag der Anstieg bei 202. In den anderen Ländern stieg die Zahl der Infektionen um über 1700 auf mehr als 10.130.

Erste Fälle bestätigten beispielsweise Indonesien, Portugal, Andorra, Tschechien, Saudi-Arabien, Tunesien sowie der Senegal. Auch im russischen Moskau wurde ein erster Fall nachgewiesen. In den USA meldete die Millionenmetropole New York einen ersten Fall des Coronavirus. 

Nach China ist aber Südkorea das bei den Infektionen mit dem Coronavirus am stärksten betroffene Land. Am Montag meldeten die Behörden in Seoul 600 neue Infektionsfälle, die Gesamtzahl stieg damit auf 4300. 22 Menschen starben. 

Weltweit steigt die Zahl der Todesopfer des Coronavirus Sars-CoV-2

Aber nicht nur in Südkorea steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Weltweit sind es inzwischen über 3080. China meldete am Montag 42 weitere Tote, insgesamt sind es dort 2912. In den USA sprachen die Behörden von sechs Toten – alle im Staat Washington. 

In Italien stieg die Zahl der Toten um zwölf auf 52. Frankreich meldet drei Tote. Der Iran gab zwölf weitere Tote bekannt, dort starben insgesamt 66 Menschen am Coronavirus. Der Iran soll nun Notfallhilfe unter anderem von WHO-Experten bekommen. In keinem anderen Land außer China starben mehr Menschen am Coronavirus

Coronavirus Sars-CoV-2: Covid-19-Patient in Berlin nur zufällig entdeckt

Update vom 2. März, 18.49 Uhr: Der erste Coronavirus-Patient in Berlin ist nur zufällig entdeckt worden. Der Mann sei zunächst mit untypischen Symptomen in die inzwischen geschlossene Notaufnahme der Charité gekommen. Aber da die Klink Influenza- mit Coronavirus-Tests verbinde, sei die Infektion festgestellt worden.

„Ohne diese interne Regelung, einen Paralleltest durchzuführen, würde der Patient wahrscheinlich immer noch unerkannt zu Hause sein“, sagte Charité-Vorstand Ulrich Frei. Wie der Mann sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert habe, weiß man nicht. „Es gibt eine leise Spur nach Nordrhein-Westfalen“, sagte Frei. Die Eltern des Mannes leben dort und hatten ihn besucht.

Der Mann wird nun auf einer Isolierstation im Virchow-Klinikum der Charité behandelt, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). 60 Kontaktpersonen sind laut Kalayci inzwischen identifiziert worden. Diese müssten noch untersucht werden.

Coronavirus Sars-CoV-2 und Covid-19: Schweiz sagt alle Fußballspiele ab

Update vom 2. März, 18.49 Uhr: In der Schweiz sind alle Fußballspiele der 1. und 2. Liga für den März wegen der Coronavirus-Epidemie abgesagt worden. Das entschieden die 20 Clubs der Swiss Football League. Zuvor waren bereits der 24. Spieltag am vergangenen Wochenende sowie die Pokal-Viertelfinals in dieser Woche verschoben worden. Ob das Europa-League-Achtelfinale von Eintracht Frankfurt am 19. März beim FC Basel stattfindet, blieb am Montag zunächst offen.

Update vom 2. März, 17.28 Uhr: Während sich das Coronavirus in Europa immer stärker verbreitet, bekommt China die Epidemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer besser in den Griff. Am Sonntag seien nur 206 neue Infektionen mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Das sei die niedrigste Zahl seit dem 22. Januar.

Am meisten Sorge bereite aktuell die Lage in Südkorea, Italien, dem Iran und Japan, wo es teils ein deutliches Plus bei den Fallzahlen gebe. Am Montag sei ein WHO-Team im Iran eingetroffen, um bei der Bekämpfung der Krankheit zu helfen, so Tedros.

Darüber hinaus wurden am Montag (02.03.2020) erste Coronavirus-Fälle in Russland, Indonesien, Thailand, Portugal und weitere Fälle in den USA, Großbritannien und Frankreich gemeldet. In Frankreich ist die Zahl der Toten durch das neuartige Coronavirus auf mindestens drei gestiegen. Der Louvre blieb nach dem Sonntag auch am Montag geschlossen.

Coronavirus Sars-CoV-2: ProSieben und BMW schicken Mitarbeiter nach Hause

Update vom 2. März, 16.57 Uhr: In München schicken die Unternehmen ProSiebenSat.1 und BMW aus Sorge vor Coronavirus-Infektionen hunderte Mitarbeiter nach Hause. BMW ordnet für rund 150 Mitarbeiter häusliche Quarantäne an: Ein BMW-Mitarbeiter sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte eine BMW-Sprecherin am Montag (02.03.2020) mit. Er sei nicht auf Reisen gewesen und habe im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FIZ) in München gearbeitet – die Großraumbüros sollen nun desinfiziert werden.

Auch ProSiebenSat.1 reagiert auf das um sich greifende Coronavirus: Ein Mitarbeiter in Düsseldorf sei positiv auf getestet worden. Deswegen habe man vorsorglich 200 Mitarbeiter am Unternehmenssitz in Unterföhring bei München ins Homeoffice geschickt. Die Maßnahme sei rein vorsorglich, es bestehe kein begründeter Verdacht, sagte eine Unternehmenssprecherin am Montag. Dem infizierten Mitarbeiter gehe es gut. Der Betroffene selbst sei nicht in München gewesen, es gebe aber Mitarbeiter, die zuletzt an beiden Standorten gewesen sein. Etwa die Hälfte der betroffenen 200 Mitarbeiter in München sei negativ auf das Virus getestet worden – alle weiteren Ergebnisse werden bis Mittwoch erwartet.

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München soll in der kommenden Woche trotz der Ausbreitung des neuen Coronavirus seine Tore für Besucher öffnen. Allerdings sollen verschärfte Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, wie die Gesellschaft für Handwerksmessen am Montag auf Anfrage mitteilte. Die Veranstalter rechnen mit einem starken Besucherrückgang, erste Aussteller hätten ihre Teilnahme demnach abgesagt.

Coronavirus: Robert-Koch-Institut und EU-Kommission erhören Risikoeinschätzung

Update vom 2. März, 13.57 Uhr: Die EU-Kommission korrigiert ihre Aussagen: Das Risiko-Level für eine Ansteckung mit dem Coronavirus in Europa sei nicht auf „hoch“ angehoben worden, sondern lediglich von „moderat“ auf „moderat bis hoch“. Das teilte die Nachrichtenagentur AFP mit. Demnach habe sich von der Leyen bei der Pressekonferenz versprochen.

In Deutschland bestätigten die Behörden insgesamt 150 Coronavirus-Fälle, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte, es seien dennoch „bis auf Weiteres keine Grenzkontrollen an den Binnengrenzen“ geplant. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine Schließung von Grenzen wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland weiter nicht für nötig. Auch die Absage von Großveranstaltungen oder die Schließung von Unternehmen sei nicht generell ratsam, sagte Spahn am Montag in Berlin. Dies sei weiter nicht verhältnismäßig und angemessen.

Coronavirus: EU-Kommission hält Corona-Infektionsrisiko für „moderat bis hoch“

Update vom 2. März, 12.35 Uhr: Auch die Europäische Kommission unter Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen reagiert auf die zunehmende Verbreitung des Coronavirus. Die EU stuft das Risiko für eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus in Europa nun als „hoch“ ein, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. „Mit anderen Worten: Das Virus breitet sich weiter aus“, beschrieb sie die aktuelle Lage. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) habe das Risikoniveau von „mittel auf hoch“ gesetzt.

Zudem stellte die EU-Kommission ein sogenanntes „response team“ bestehend aus mehreren Kommissaren und eine für das Coronavirus eingerichtete Einsatzzentrale vor. 38 Menschen in der EU seien bislang an der neuen Krankheit Covid-19 gestorben, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Situation verändere sich sehr schnell. Doch es gebe keinen Grund zur Panik.

Update vom 2. März, 11.45 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) bewertet das Coronavirus neu: Die Risikoeinschätzung wird auf „mäßig“ angehoben. Das teilte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin mit. Bisher wurde sie als „gering bis mäßig“ eingestuft. Wieler bekräftigte, die Lage sei weiterhin sehr dynamisch und müsse wirklich jeden Tag neu bewertet werden. Bis Montagfrüh registrierte das RKI bundesweit 150 nachgewiesene Fälle in zehn Bundesländern und 49 Landkreisen. 

Inzwischen werden auch erste Fälle der Infektionskrankheit in weiteren Ländern gemeldet: Indonesien bestätigt erste Coronavirus-Fälle und auch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi mit seinen mehr als 20 Millionen Einwohnern ist ein erster Fall des neuartigen Virus nachgewiesen worden.

Coronavirus-Fälle in zehn von 16 Bundesländern nachgewiesen

Update vom 2. März, 08.30 Uhr: In Deutschland sind mittlerweile in zehn von 16 Bundesländer Fälle des Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 130 Infektionen waren es bis zum späten Sonntagabend nach Angaben der Behörden in den Ländern. Aus dem Saarland und den meisten neuen Bundesländern wurden bis zum Wochenende keine Coronavirus-Infektionen berichtet. Am späten Sonntagabend wurde der erste nachgewiesene Fall in Berlin bekannt. 

Für den Montag werden jedoch Ergebnisse von Mitarbeitern des Brandenburger Erlebnisbads Tropical Islands erwartet. Dort war ein Mann aus Nordrhein-Westfalen zu Besuch, beim dem der Erreger später nachgewiesen wurde. 

Besonders stark betroffenen ist der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dort gab es 65 bestätigte Fälle. NRW-weit sind deutlich mehr als 70 Fälle nachgewiesen. Erstmals wurde am Sonntag ein Fall bekannt, bei dem es keinen Bezug zum Kreis Heinsberg gibt. Das Virus wurde bei einem 51-Jährigen Mann nachgewiesen, der aus dem Iran zurückgekehrt war.

Coronavirus in Italien: Zahl der Toten steigt an – Norden wird abgeriegelt

+++ 22.22 Uhr: Die italienische Regierung hat wegen des Coronavirus-Ausbruchs am Sonntagabend die Absperrung von elf Gemeinden im Norden des Landes verlängert. Ministerpräsident Giuseppe Conte unterschrieb ein entsprechendes Dokument. Die Verlängerung war erwartet worden.

Bei den abgeriegelten Gebieten handelt es sich um zehn Gemeinden in der Lombardei – darunter Bertonico, Casalpusterlengo, Castiglione D’Adda und Codogno – sowie Vo’ in Venetien. Die insgesamt etwa 50.000 Menschen dürfen ihre Orte schon seit rund einer Woche nicht mehr verlassen. Andere dürfen diese sogenannten „roten Zonen“ nicht ohne Genehmigung betreten. Sicherheitskräfte kontrollieren die Straßen.

Coronavirus: Sprunghafter Anstieg an Infizierten und Toten in Italien

+++ 20.31 Uhr: In Italien ist die Zahl der Toten durch das neuartige Corona-Virus auf 34 gestiegen. Das teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit. Das sind fünf Verstorbene mehr als noch am Vortag. Inzwischen sind nach Borrellis Angaben 1694 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert. Die Gesamtsumme an Infizierten in Italien ist also innerhalb eines Tages deutlich nach oben geschnellt, am Samstag lag die Zahl noch bei 1128 Menschen. 

Trotz der weiter stark steigenden Zahlen wollen die ersten Regionen ihre wegen der Coronavirus-Krise geschlossenen Schulen ab Montag wieder öffnen. Die Schüler in den drei am härtesten getroffenen Regionen – in der Lombardei, der Emilia-Romagna und Venetien – sollen aber weiter zu Hause bleiben – mindestens noch eine Woche. Der Dom in Mailand sollte ebenfalls am Montag wieder für Besucher öffnen.

+++18.05 Uhr:Bundesinnenminister Horst Seehofer geht erst einmal nicht von einem schnellen Abbeben der Welle von Coronavirus-Fällen aus, die am Wochenende nahezu die gesamte Westhälfte Deutschlands erfasst hat. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ sagte Seehofer, er rechne damit, bis zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung zu haben.

Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland: Seehofer rechnet mit Impfstoff Ende des Jahres

Bis dahin solle das Virus mit klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpft werden. Auch die Absperrung von Regionen oder Städten schloss der Innenminister nicht aus. „Dieses Szenario wäre das letzte Mittel.“

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden bis Sonntagnachmittag bundesweit in insgesamt 129 Fällen eine Infektion bestätigt.

+++17.06 Uhr: Nachdem in anderen Ländern wie Schweiz oder Italien bereits mehrere Großveranstaltungen abgesagt worden sind, hat jetzt auch das Louvre die Pforten geschlossen. Das Museum teilte am Sonntagmittag (01.03.2020) auf den sozialen Netzwerken in einer Stellungnahme mit, dass ein Mitarbeitertreffen zum Thema Virusprävention die planmäßige Öffnung des Louvre an diesem Sonntagmorgen verhindert habe.

Die Besucher standen am Morgen also vor verschlossenen Türen, stehen aber am Nachmittag immer noch weiter an. Das Museum entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten und will die Menschen weiterhin auf dem Laufenden halten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Louvre in Paris schließt seine Pforten

+++11.42 Uhr: Noch sprechen offizielle Stellen und auch die Weltgesundheitsorganisation WHO von einer „Epidemie in einzelnen Ländern“ und nicht von einer Pandemie, auch wenn die WHO vor zwei Tagen die Gefahr einer weltweiten Pandemie vom Level „Hoch“ auf „sehr hoch“ hinaufstuft. 

Trotzdem rät die WHO, sich an Regeln zu halten, um das Risiko einer Erkrankung und einer Weiterverbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 einzudämmen:

  • regelmäßig mit Wasser und Seife die Hände waschen
  • Abstand zu Erkrankten halten (etwas 1 bis 2 Meter)
  • Husten- und Nies-Etikette (in die Armebeuge niesen und dabei Mund und Nase abdecken

Pandemie immer wahrscheinlicher: Fast alle westlichen Bundesländer melden Coronavirus-Fälle

Update vom 01.02.2020, 10.45 Uhr: Mittlerweile melden nahezu alle westdeutschen Bundesländer bestätigte Coronavirus-Fälle. Neu hinzugekommen sind Fälle in Schleswig-Holstein und Bremen

Derweil entspannt sich die Lage etwas in NRW. Dort dürfen im Kreis Heinsberg rund ein Drittel der rund 1000 Menschen, die unter häuslicher Quarantäne gestellt waren, sich wieder frei bewegen. Die Betroffenen waren im Zusammenhang mit einer Karnevalssitzung am 15.02.2020 dazu angehalten worden, eine gewisse Zeit ihre Wohnung nicht mehr zu verlassen. Sie hätten aber bisher keinerlei Symptome gezeigt, wie ein Sprecher der Kreisverwaltung Heinsberg mitteilt. 

Auch weltweit breitet sich das Coronavirus Sars-CoV-2 weiter aus. Nach einem ersten Toten in den USA, meldet nun auch Australien einen ersten Todesfall. Des Weiteren werden Infektionen aus Luxemburg gemeldet. Von einer Pandemie wird allerdings offiziell noch nicht gesprochen. 

Update vom 29. Februar 2020, 20.50 Uhr: Mönchengladbach meldet einen Coronavirus-Fall: Eine Grundschul-Lehrkraft sei mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert und befinde sich seit Donnerstag in häuslicher Quarantäne. Die Grundschule und ein dazugehöriger Teilstandort bleiben bis zum 15. März geschlossen. Die rund 70 Schüler der dritten Klassen, alle 30 Lehrer und das übrige Schulpersonal sollen in häuslicher Quarantäne bleiben. Geschwisterkinder und Eltern der betroffenen Schüler können jedoch die Häuser verlassen.

Update vom 29. Februar 2020, 19.30 Uhr: In den USA gibt es den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Die Gesundheitsbehörde im US-Bundesstaat Washington hat den Tod einer mit dem Coronavirus infizierten Person bestätigt.

Coronavirus-Infektion in Bremen, mehr als 1000 Infizierte in Italien

Update vom 29. Februar 2020, 19.15 Uhr: Auch in Bremen gibt es jetzt den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion. Infiziert sei eine Frau, die sich bis Donnerstag im Iran aufgehalten habe, so der Bremer Senat. Die Patientin sei in einer Klinik und zeige nur leichte Symptome. Nun sollen Kontaktpersonen ermittelt und erforderliche Maßnahmen getroffen werden.

Unterdessen übersteigt die Zahl der Infizierten in Italien die Marke von 1000 Fällen. Insgesamt sind derzeit nach offiziellen Angaben 1128 Personen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, 29 Menschen sind daran gestorben. Innerhalb eines Tages seien alleine acht Menschen gestorben, so der Zivilschutzchef Angelo Borrelli. 50 Patienten seien inzwischen wieder gesund.

Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland: Neue Fälle in Bayern und Baden-Württemberg

Update vom 29. Februar 2020, 18.23 Uhr: Es gibt weitere bestätigte Coronavirus-Fälle in Deutschland. In Baden-Württemberg handelt es sich um eine 42-Jährige, die Kontakt zu einem bereits bestätigten Fall aus Freiburg hatte. Die Betroffene befindet sich nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums in „häuslicher Isolation“ im Landkreis Emmendingen. Damit gibt es in Baden-Württemberg 15 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

In Bayern wurden am Samstag bis zum späten Nachmittag drei neue Fälle aus Oberbayern bestätigt. Weitere Einzelheiten sollen am Sonntag mitgeteilt werden. In Bayern gibt es damit derzeit vier bestätigte Fälle.

Update vom 29. Februar 2020, 17.15 Uhr: Vor den Gottesdiensten am Sonntag rufen die Kirchen in Deutschland die Gläubigen zu erhöhter Vorsicht wegen des Coronavirus SARS-CoV-2 auf. Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) empfiehlt, beim Abendmahl nicht aus ein und demselben Kelch zu trinken. „Es ist möglich, bei der Austeilung vorübergehend Einzelkelche zu verwenden“, erklärt eine Sprecherin. In Zeiten großer Ansteckungsgefahr könne auch „nur das Brot zu sich genommen werden“. Die katholische Kirche hat ähnliche Maßnahmen empfohlen. Auch bei der Nutzung des Weihwasserbeckens soll Rückhaltung geübt werden, hieß es bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Die Hostien sollen sich die Gläubigen auf die Hand und nicht in den Mund legen lassen.

WHO: Coronavirus SARS-CoV-2 in rund 50 Ländern ausgebrochen

Update vom 29. Februar 2020, 16.00 Uhr: Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile in rund 50 Ländern ausgebrochen. Der Anstieg in den vergangenen Tagen sei „eindeutig besorgniserregend“, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Besonders der Anstieg der Infizierten-Zahl in Südkorea auf 813 ist besorgniserregend. In den USA wird mit Beunruhigung beobachtet, dass es mittlerweile vier Fälle gibt, bei denen die Infektionskette nicht nachvollzogen werden kann. US-Präsident Donald Trump sprach unterdessen auf einer Wahlkampfveranstaltung über das Coronavirus von einem „neuen Hoax“ der Demokraten*.

Update vom 29. Februar 2020, 15.41 Uhr: Nun hat das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 die Millionenstadt Köln erreicht. Das Virus sei am Samstag bei einer Frau nachgewiesen worden, die im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert habe, teilte die Stadt mit. Sie habe dieselbe Karnevalsveranstaltung in Gangelt besucht wie der 47-Jährige, der als Erstinfizierter in NRW gilt. Die Kölnerin werde im isolierten Bereich eines Krankenhauses behandelt. Sie zeige aber nur vergleichsweise leichte Symptome, sagte eine Sprecherin.

Coronavirus in Deutschland: Vier Kita-Kinder in NRW infiziert

Update vom 29. Februar 2020, 13.20 Uhr: Bei vier Kindern in Nordrhein-Westfalen ist eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Sie gehen in die Kita im Kreis Heinsberg, in der eine an Covid-19 erkrankte Frau als Erzieherin arbeitet. Das teilte der Kreis Heinsberg am Samstag mit. Allen vier Betroffenen gehe es gut.

Update vom 29. Februar 2020, 10.30 Uhr: Der Mitarbeiter einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in einer Bonner Grundschule ist mit demCoronavirus infiziert. Das meldete die Stadt Bonn am Samstag. In der Nacht habe man von dem Testergebnis erfahren und rufe jetzt alle Eltern an mit der Bitte, die Kinder zunächst zuhause zu lassen, sagte eine Stadtsprecherin. Der Mann habe in Gangelt im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert. 

Coronavirus-Fälle in NRW mit Bezug zu Heinsberg

Bisher haben alle nun fast 40 Infektionsfälle in NRW einen Bezug zum Kreis Heinsberg, wo auch der 47-Jährige feierte, der als Erstinfizierter in NRW gilt und weiter in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Update vom 29. Februar 2020, 09.15 Uhr: Weltweit werden wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus immer mehr Veranstaltungen gestrichen. Die US-Regierung sagte ein für den 14. März geplantes Gipfeltreffen mit den Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) in Las Vegas ab. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) strich ihr Jahres-Symposium vom 17. bis 19. März in der Schweiz. Die große US-Fluggesellschaft United Airlines verschob ihren für Donnerstag geplanten Investorentag. Kurz zuvor war die weltgrößte Reisemesse ITB Berlin vom 4. bis 8. März abgesagt worden.

Update vom 29. Februar 2020, 06.30 Uhr: In Hessen und aus Baden-Württemberg wurden neue Infektionsfälle gemeldet. Die hessische Landesregierung teilte mit, dass eine 1996 geborene Frau aus dem Landkreis Gießen am Coronavirus erkrankt sei. Sie zeige derzeit „milde Krankheitszeichen“, ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Der Fall stehe in Zusammenhang mit einem Infektionsfall in NRW. 

Neue Coronavirus-Fälle in Hessen und Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurde ein weiterer Fall im Landkreis Göppingen bestätigt. Es handele sich um einen Mann, der als Kontaktperson eines infizierten Patienten bereits häuslich abgesondert gewesen sei, teilte das Sozialministerium mit.

Im besonders betroffenen Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen erhöhte sich die Zahl der Infizierten nach Behördenangaben um zwei weitere Fälle auf 37. In dem Landkreis befinden sich rund tausend Menschen unter Quarantäne.

Coronavirus SARS-CoV-2: Südkorea verzeichnet sprunghaften Anstieg an Neuinfektionen

Derweil verzeichnet Südkorea den höchsten Anstieg an Neuinfektionen. Es seien innerhalb eines Tages 594 neue Fälle registriert worden, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde am Samstag mit. Insgesamt sind den Angaben zufolge in Südkorea damit fast 3000 Infektionsfälle bestätigt. Das sind weltweit mit Abstand die meisten Fälle außerhalb Chinas.

In China starben innerhalb eines Tages weitere 47 Menschen an der neuartigen Lungenkrankheit, damit gibt es in der Volksrepublik nun schon 2835 Todesfälle.

Update vom 28. Februar 2020, 21.45 Uhr: In Hessen ist jetzt ein zweiter Fall von Coronavirus offiziell bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis bei Frankfurt ist der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Der Fall steht in Zusammenhang mit dem Coronavirus-Fall im Lahn-Dill-Kreis, der am späten Donnerstagabend bekannt wurde. Aktuell weist der Mann laut Sozialministerium milde Krankheitszeichen auf und wird häuslich isoliert.  

Update vom 28. Februar 2020, 21 Uhr: Das Coronavirus breitet sich aus. In Hessen ist eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Betroffen ist ein 29-Jähriger aus dem Hochtaunuskreis. Das teilte das Sozialministerium mit.

Coronavirus SARS-CoV-2: Forscher sicher, dass sich das Virus dauerhaft in Deutschland einnisten wird

Update vom 28. Februar 2020, 20.18 Uhr: Das neue Coronavirus wird sich nach Einschätzung mehrerer Experten dauerhaft in Deutschland einnisten: „In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es, den Übergang zu managen“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der „Passauer Neuen Presse“. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

In Italien kursierte das Coronavirus möglicherweise schon „wochenlang unbemerkt“ bevor Forscher die ersten Fälle nachweisen konnten. Möglicherweise sei der Erreger schon seit Mitte Januar im Land, und offenbar sei er seitdem mutiert, sagte der Leiter des Biomedizinischen Forschungsinstituts, Massimo Galli. Dass der Erreger inzwischen mutiert ist, sei keine „unglaubliche Entdeckung“, sagte Galli. Das Virus verändere sich von Person zu Person. Doch helfe diese Entdeckung, die „Dynamik der Epidemie“ besser zu verstehen: Warum beispielsweise Italien besonders viele Infektionsfälle aufweise oder welche Unterschiede der Erreger dort zum Coronavirus in China aufweise. In Italien gibt es inzwischen 21 Tote, 888 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

Coronavirus SARS-CoV-2: ITB in Berlin und Genfer Autosalon abgesagt

Update vom 28. Februar 2020, 19.28 Uhr: Wegen des Coronavirus haben die Organisatoren der weltgrößten Reisemesse ITB Berlin die Veranstaltung abgesagt. Das sagte ein Messesprecher. Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt die Tore öffnen. Sie war bereits ausverkauft. Zuletzt hatte auch die Schweiz alle Großveranstaltungen abgesagt. Dazu zählen auch der Genfer Autosalon und die Basler Fasnacht.

Der Krisenstab der Bundesregierung berät über weitere Vorkehrungen gegen das Coronavirus. Nach aktuellen Informationen dauerte die Sitzung in Berlin am frühen Freitagabend zunächst noch an. Unter anderem sollen Kriterien zum Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen erarbeitet werden, wie es vorab hieß.

Update vom 28. Februar 2020, 17.52 Uhr: In Deutschland werden sich nach Ansicht eines Experten viele Menschen mit dem neuen Coronavirus anstecken. „Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit“, sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am Freitag. „Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger.“ Problematisch werde das Infektionsgeschehen nur, wenn es in komprimierter, kurzer Zeit auftrete. „Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen.“

Coronavirus SARS-CoV-2: Deutschland hervorragend vorbereitet

Deutschland sei hervorragend auf die Lungenkrankheit Covid-19 vorbereitet. „Wenn das ganze Pandemiegeschehen, bevor das Virus zu einem landläufigen Erkältungsvirus wird und nicht mehr weiter auffällt, sich so in zwei Jahren abspielt, da können wir damit umgehen“, sagte Drosten. „Wenn es ein Jahr ist, wird es deutlich schwerer, weil wir dann in derselben Zeit deutlich mehr Fälle haben.“ Er mahnte dennoch: Die benötigte Zahl der Therapiebetten auf den Intensivstationen könne man schwer vorhersagen, aber, „wenn wir jetzt nichts tun, dann werden die vielleicht nicht ausreichen“.

Update vom 28. Februar 2020, 17.34 Uhr: Eine der Coronavirus-Patientinnen in den USA hat tagelang einen Test auf das Virus verweigert. Erst nach fünf Tagen habe die Frau einer Untersuchung zugestimmt, teilte der Abgeordnete Ami Bera im US-Kongress mit.

Wie Bera bei einer Kongressanhörung sagte, war die Frau am Mittwoch vergangener Woche ins Davis Medical Center der Universität von Kalifornien eingeliefert und dort an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden. Ärzte hätten die Patientin umgehend darum gebeten, eine Probe für einen Coronavirus-Test bei den Gesundheitsbehörden einreichen zu dürfen. Die Frau habe dies abgelehnt, weil sie nicht in eines der betroffenen Länder gereist war.

Darum sei der Test dann erst am Sonntag erfolgt, nachdem sich der Zustand der Frau deutlich verschlechtert habe, berichtete Bera. Die Ärzte mussten den Test demnach mit „Nachdruck“ einfordern und „starken Druck“ auf die Patientin ausüben.

Coronavirus SARS-CoV-2: Ergebnis lag erst Tage später vor

Das positive Testergebnis lag nach Angaben des Abgeordneten erst nach drei Tagen vor. Am Mittwoch hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC den Fall dann bekannt gegeben. Es handelt sich demnach um den ersten Coronavirus-Fall in den USA, bei dem der Ansteckungsweg bislang nicht geklärt werden konnte.

Update vom 28. Februar 2020, 16.44 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der wachsenden Zahl von Coronavirus-Fällen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von „hoch“ auf „sehr hoch“ gesetzt. Noch aber sei der Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 nicht verloren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. „Die Eindämmung beginnt mit jedem Einzelnen“, sagte er. „Zusammen sind wir stark. Unser größter Feind ist nicht das Virus. Unsere größten Feinde sind Angst, Gerüchte und Stigma. Was wir brauchen, sind Fakten, Vernunft und Solidarität.“

Die meisten Fälle seien bislang zu anderen Infizierten oder Regionen mit vielen Fällen zurückzuverfolgen. „Wir haben noch keine Hinweise, dass sich das Virus frei in der Bevölkerung überträgt“, sagte er. Tedros wiederholte die Ratschläge der Gesundheitsdienste: unter anderem, dass sich alle Menschen stets gründlich die Hände waschen, sich über vertrauenswürdige Quellen informieren, sich im Fall von Unwohlsein von anderen fernhalten und Menschen, mit denen sie in Kontakt waren, informieren.

Nach seinen Angaben sind etwa 20 Impfstoffe in der Entwicklung, zudem würden einige Medikamente getestet. Erste Ergebnisse gebe es in den kommenden Wochen. Das neuartige Sars-CoV-2-Virus kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Coronavirus SARS-CoV-2: Schon 35 Infizierte im Landkreis Heinsberg in NRW

Update vom 28. Februar 2020, 16.44 Uhr: Im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigen Coronavirusfälle auf 35 gestiegen. Das sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag in Heinsberg. Bis auf ein Ehepaar, das stationär im Krankenhaus behandelt werde, seien die anderen Krankheitsverläufe mild. Die Infizierten stünden zu Hause unter Quarantäne.

Insgesamt befinden sich dem Landrat zufolge derzeit rund tausend Menschen im Landkreis in Quarantäne. Die sogenannte Person null, der Ursprung der Ansteckungsketten im Landkreis, sei nach wie vor nicht bekannt, sagte Pusch.

Angesichts der vielen Querverbindungen zwischen den Menschen und den möglichen Infektionsquellen sei es aber kaum möglich, alle Kontaktpersonen zu ermitteln. “Das stößt an Grenzen”, sagte Pusch. Der Fokus liege darauf sicherzustellen, dass tatsächlich Erkrankte schnellstmöglich vom Hausarzt untersucht würden und über das weitere Verfahren entschieden werde.

Coronavirus: Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sieht keinen Grund für Absage der ITB 

Update vom 28. Februar 2020, 16.36 Uhr: Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sieht einem Bericht des RBB zufolge keinen Grund für eine Absage der Tourismusmesse ITB wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Nach Prüfungen seines Gesundheitsamtes, das im Austausch mit dem Robert-Koch-Institut stehe, gebe es derzeit keinen Grund, die ITB abzusagen, sagte Gesundheitsstadtrat Detlef Wagner (CDU) am Freitag der RBB-“Abendschau”.

Wagner begründet dies unter anderem mit der Tatsache, dass es in Berlin nach wie vor keinen bestätigten Coronavirus-Fall gibt. Die Auflagen für die Messe würden laufend angepasst. So müsse die Messe sicherstellen, dass keine Teilnehmer aus Risikogebieten anreisen. Dazu müssten alle Aussteller, aber auch die Fachbesucher, schriftliche Erklärungen abgeben.

Coronavirus SARS-CoV-2: 1500 Mitarbeiter einer Düsseldorfer Firma sollen zuhause bleibe

Update vom 28. Februar 2020, 15.50 Uhr: Nachdem bei einem Mitarbeiter eines großen Beratungsunternehmens in Düsseldorf das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollen 1500 Kolleginnen und Kollegen des Mannes erst einmal zuhause bleiben. Die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) berichtete am Freitag, sie sei am Donnerstagabend über die Erkrankung ihres Angestellten informiert worden und habe daraus Konsequenzen gezogen. „Wir haben alle Mitarbeiter der betreffenden Niederlassung darüber informiert und sie aufgefordert, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben“, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Betroffen sind rund 1400 Mitarbeiter von Ernst & Young in Düsseldorf und weitere 110 Beschäftigte der Niederlassung in Essen, wo der Mann ebenfalls gelegentlich gearbeitet habe. Laut Ernst & Young hatte der Mitarbeiter keinen Kontakt mit Mandanten. Ein eingeschränkter Betrieb könne durch Arbeiten im Home-Office aufrechterhalten werden, betonte der Sprecher.

Coronoavirus SARS-CoV-2: Sanitätsdienst der Bundeswehr bereitet zusätzliche Maßnahmen

Update vom 28. Februar 2020, 15.33 Uhr: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bereitet zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 vor. Für eine isolierte Unterbringung von Soldaten, bei denen der Verdacht einer Infektion bestehe, stünden dann mehr als 1200 Plätze bereit, teilte der Sanitätsdienst am Freitag mit. Bisher sei ein Soldat infiziert.

Die fünf Bundeswehrkrankenhäuser seien darauf vorbereitet, mit Sars-CoV-2 infizierte Patienten nach gültigen Richtlinien in Einzelisolierung behandeln zu können. Zusätzlich stelle jedes der Bundeswehrkrankenhäuser Plätze für intensivpflichtige Covid-19-Erkrankte bereit, hieß es weiter.

„Wir stehen vor folgenden Herausforderungen: Es muss offen, ehrlich, zentral und verständlich über das Virus informiert werden. Das ist die entscheidende Grundlage dafür, dass gerade jetzt im Winter nicht jeder eigene Husten oder die laufende Nase in der Familie zu Angst und Unsicherheit führt“, erklärte Oberstarzt Thomas Harbaum, für die Präventivmedizin in der Bundeswehr zuständig. „Gleichzeitig gilt es, unsere Vorbereitungen auf eine Epidemie jetzt zu nutzen und alle Maßnahmen umzusetzen, die einer Ausbreitung im Inland und in unseren Einsatzgebieten so weit wie möglich vorbeugen.“

Das Sanitätswesen der Bundeswehr ist zunächst für die Versorgung der rund 184 000 Soldaten zuständig. Wenn zivile Stellen Unterstützung anfordern, wird das im Einzelfall geprüft.

Coronavirus SARS-CoV-2: In Bayern werden täglich 1200 Proben getestet

Update vom 28. Februar 2020, 14.02 Uhr: Allein in Bayern werden nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit täglich 1200 Proben auf das neuartige Coronavirus untersucht. „Das wird schon noch mehr werden“, sagte LGL-Leiter Andreas Zapf am Freitag in München nach einer Sitzung mit Mitgliedern des Kabinetts. Die aktuelle Zahl beruhige ihn aber schon mal. Seit Januar werde die Laborkapazität erhöht, noch seien nicht alle Einrichtungen in Bayern damit befasst.

Die Angst vor dem Coronavirus sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland. Zahlreiche Handelsketten berichteten am Freitag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen, so einzelne Händler.

Coronavirus: 35 in Quarantäne wegen infiziertem Klinikarzt in Mönchengladbach

Update vom 28. Februar 2020, 13.25 Uhr: Wegen des mit dem Coronavirus infizierten Arztes an einer Klinik in Mönchengladbach stehen nun etwa 35 Menschen unter Quarantäne. Der Mann habe Kontakt zu 15 Patienten und 20 Mitarbeitern der Maria Hilf-Kliniken in Mönchengladbach gehabt, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Sie seien bislang ohne Symptome. Eine Patientin mit Symptomen sei negativ auf das Virus getestet worden.

Der Klinikarzt war am Rosenmontag in Mönchengladbach im Dienst. Er befindet sich ebenfalls in Quarantäne und sei angewiesen, vorerst zu Hause zu bleiben. Der Arzt wohnt im Kreis Heinsberg und soll auf einer Karnevalssitzung in Gangelt Kontakt zu einem infizierten Ehepaar gehabt haben.

Coronavirus: Krisenstab informiert Kanzlerin über Lage – Plan für Großveranstaltungen wird erarbeitet

Update vom 28. Februar 2020, 13.04 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus strebt die Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßstäbe etwa für den Umgang mit Großveranstaltungen an. Der in Berlin eingerichtete Krisenstab wolle Handlungsorientierung geben, damit die zuständigen Behörden in Ländern und Kommunen bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Entscheidungen treffen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.

Bei den Beratungen des Krisenstabs sollte es am Freitagnachmittag laut Gesundheitsministerium darum gehen, Kriterien zu Großveranstaltungen zu erarbeiten. Diese sollen örtlichen Behörden helfen, konkrete Maßnahmen zu treffen. „Eine Empfehlung wird es nicht geben“, sagte eine Sprecherin. „Die Entscheidung bleibt vor Ort.“ Dies gelte etwa auch für die Internationale Tourismusbörse (ITB), die in der kommenden Woche in Berlin ansteht.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) über die Lage und lässt sich weiter unterrichten, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Oberstes Ziel sei, die Virus-Ausbreitung einzudämmen sowie die Versorgung infizierter Menschen und die Informationen der Bürger sicherzustellen. Die Bundesregierung stehe dazu in engem Kontakt mit Ländern, Kommunen und EU-Partnern.

Coronavirus SARS-CoV-2: Genfer Autosalon abgesagt

Update vom 28. Februar 2020, 12.03 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Epidemie ist der Genfer Autosalon abgesagt worden. Die bekannte internationale Fahrzeugmesse entfalle in diesem Jahr, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Die Eröffnung des Autosalons war für kommenden Donnerstag vorgesehen.

Die Entscheidung wurde von Antonio Hodgers, Regierungschef des Kantons Genf, im Kurzbotschaftendienst Twitter verkündet. Zuvor hatte die Schweizer Regierung Großveranstaltungen untersagt.

Coronavirus SARS-CoV-2: Zwei neue Infizierte in Baden-Württemberg

Update vom 28. Februar 2020, 11.35 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patienten in Baden-Württemberg ist auf zehn gestiegen. Wie das Sozialministerium in Stuttgart am Freitag mitteilte, wurden zwei Männer im Landkreis Ludwigsburg und im Rhein-Neckar-Kreis positiv auf den Erreger getestet. Derzeit steigt die Zahl der Infizierten in Deutschland. Mehrere Bundesländer meldeten neue Fälle, die Gesamtzahl erhöhte sich bis Freitag auf mehr als 50.

Der Betroffene aus dem Rhein-Neckar-Kreis war bis vor wenigen Tagen im Skiurlaub im italienischen Südtirol und begab sich nach Angaben des Ministeriums am Donnerstag mit “leichten Symptomen” in die Universitätsklinik in Heidelberg. Dort wurde er getestet und kam in Quarantäne.

Der Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg wurde demnach durch die neu eingeführten Verdachtsuntersuchungen im Rahmen von Tests auf die normale Grippe erkannt. Derzeit werden die Proben von Patienten mit entsprechenden Symptomen, bei denen keine Influenza-Ansteckung nachweisbar ist, zusätzlich auf das Coronavirus untersucht. Weitere Informationen zu diesem Fall gab es zunächst nicht.

Coronavirus: Schweiz verbietet alle Sport-Großveranstaltungen bis Mitte März

Update vom 28. Februar 2020, 10.55 Uhr: In der Schweiz sind wegen der Coronavirus-Epidemie bis zum 15. März auch alle Sport-Großveranstaltungen verboten worden. Spiele mit mehr als 1000 Zuschauern dürfen auf Anweisung des Bundesrats in diesem Zeitraum nicht mehr stattfinden. Möglich bleiben demnach aber Geisterspiele ohne Fans oder Partien mit geringeren Zuschauerzahlen. Alternativ müssten die geplanten Spiele verschoben oder abgesagt werden.

Betroffen sind davon vor allem Fußballspiele und Partien der höchsten Eishockey-Ligen. Auch der nächste Auftritt des FC Basel in der Europa League könnte gefährdet sein, sofern der Club am 12. März ein Heimspiel im Achtelfinale zugelost bekäme. Im Eishockey stehen in der Schweizer National League vom 7. März an die Meisterschafts-Playoffs an. Im Mai findet in der Schweiz die Eishockey-WM statt.

In der Schweiz waren bis Freitag 15 Menschen positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Mehr als 100 Menschen befanden sich aktuell in Quarantäne.

Coronavirus: Robert Koch-Institut relativiert Sterblichkeitsrate – Vergleichbar mit starker Grippewelle

Update vom 28. Februar 2020, 10.05 Uhr: Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Lars Schaade, ordnete die gestrige Aussage zur höheren Sterblichkeitsrate* des Coronavirus im Vergleich zur Influenza nochmals ein. Laut den aktuellen offiziellen Zahlen läge diese bei zwei bis drei Prozent. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Zahlen aus China nicht ganz korrekt seien, da wahrscheinlich nicht alle Infizierten erfasst werden.

Womöglich gebe es hier also eine Untererfassung der Infizierten. Außerdem seien auch noch nicht alle erfassten Patienten genesen. Deshalb sind die Zahlen unsicher. Gehe man von einer Dunkelziffer mit dem Faktor zehn aus, könnte die Sterblichkeitsrate in einem Bereich von 0,3 Prozent liegen. Das wäre vergleichbar mit einer starken Grippewelle. Seiner Einschätzung nach sei die Coronavirus-Epidemie mit einer starken bis sehr starken Grippewelle zu vergleichen. 

Coronavirus SARS-CoV-2: Aktueller Stand in Deutschland

Update vom 28. Februar 2020, 10.05 Uhr: Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus. Laut aktuellem Stand (Freitag, 28. Februar 2020, 10.05 Uhr) sind 32 Personen in der Bundesrepublik infiziert. 14 ehemalige Infizierte (alle in Bayern) sind wieder geheilt. Die Infizierten verteilen sich wie folgt:

  • 20 infizierte Personen in Nordrhein-Westfalen
  • 8 infizierte Personen in Baden-Württemberg
  • 1 infizierte Person in Rheinland-Pfalz
  • 1 infizierte Person in Hessen
  • 1 infizierte Person in Hamburg
  • 1 infizierte Person in Bayern
  • Neue Länder melden erste Coronavirus-Fälle

    Update vom 28. Februar 2020, 09.23 Uhr: Das Coronavirus hat sich in weitere Staaten weltweit ausgebreitet. Litauen, Weißrussland und Neuseeland meldeten am Freitag erste Infektionsfälle. In Litauen ist nach Angaben der Regierung eine 39-jährige Frau erkrankt, die kürzlich in Verona in Norditalien war. Sie hat den Angaben zufolge nur leichte Symptome und wurde in einem Krankenhaus in der Stadt Siauliai im Norden Litauens isoliert. Ihre Angehörigen stehen demnach unter Beobachtung.

    In Weißrussland wurde ein iranischer Student positiv auf das Virus getestet, der vergangene Woche über Aserbaidschan eingereist war. Sein Gesundheitszustand sei „zufriedenstellend“, teilte das Gesundheitsministerium mit. Menschen, mit denen der Student seit seiner Einreise am vergangenen Samstag Kontakt hatte, wurden in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Minsk unter Quarantäne gestellt.

    Auch Neuseeland meldete am Freitag einen ersten Coronavirus-Fall. Es handele sich um eine Person, die kürzlich aus dem Iran zurückgekehrt sei, teilte das Gesundheitsministerium mit. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine etwa 60 Jahre alte Neuseeländerin. Sie wird nach offiziellen Angaben in einem Krankenhaus in Auckland behandelt, ihr Gesundheitszustand habe sich bereits gebessert.

    Hautarzt aus Bayern wohl mit Coronavirus infiziert

    Update vom 28. Februar 2020, 09.15 Uhr: Bei dem neuen Coronavirus-Fall in Bayern handelt es sich nach einem Bericht der „Erlanger Nachrichten“ (Freitag) um einen Hautarzt. Der Mediziner arbeite an der Erlanger Hautklinik und habe sich auf einem Kongress in München bei einem italienischen Kollegen angesteckt, berichtete die Zeitung weiter. Zahlreiche Menschen, die seitdem mit ihm in Kontakt standen, stehen den Angaben zufolge nun unter Quarantäne.

    Aus dem Gesundheitsministerium in München gab es dazu zunächst keine Angaben. Ressortchefin Melanie Huml (CSU) und Kollegen wollen am Freitagnachmittag nach einem Treffen der Staatsregierung unter anderem mit dem Präsidenten des Robert Koch-Institutes (RKI), Lothar Wieler, informieren.

    Coronavirus breitet sich weiter aus – Experte warnt vor Panik

    Update vom 27. Februar 2020, 21.24 Uhr: Auch in Deutschland breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Am späten Donnerstagabend wurden die ersten Fälle in Norddeutschland und in Hessen gemeldet. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infektionen innerhalb eines Tages um mehr als das Dreifache auf mehr als 30.

    Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die Fallzahl in Deutschland noch stark ansteigen wird. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens im Jahr 2021 mit einem Impfstoff – warnt aber vor Panik. An diesem Freitag berät der Krisenstab der Bundesregierung über weitere Vorkehrungen gegen das neue Virus Sars-CoV-2.

    Auch ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich infiziert. Das teilten die Klinik und die Behörde für Gesundheit mit. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation. Es war die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg.

    Experte: Man müsse sich auf Leben mit Covid-19 in Zukunft einstellen

    Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag), die Technik der Impfstoff-Gewinnung und -Zulassung dauere mindestens ein Jahr. In ein paar Jahren werde man mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heiße und gegen die man impfen könne. „Vor allem müssen wir aber aufhören, Panik zu machen. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen. Dies ist aber nicht der Weltuntergang.“

    Auch im am stärksten betroffenen europäischen Land Italien steigt die Zahl der Infizierten weiter. Mittlerweile seien 650 Menschen positiv getestet worden, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli. Dutzende seien aber wieder genesen. Die Zahl der Toten liegt bei 17. In den Niederlanden wurde erstmals eine Infektion bestätigt. In Frankreich stieg die Zahl der Infizierten von 18 auf 38.

    Unterdessen hat sich im TV-Talk von Maybrit Illner der bekannte Virologe Christian Drosten zu Wort gemeldet. Er prophezeit, dass Deutschland eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen in Europa werden wird. Er sprach davon, dass sich 60 bis 70 Prozent der Deutschen infizieren könnten.

    Coronavirus: 14 neue Fälle in NRW bestätigt, vier in Baden-Württemberg – etwa 1000 Menschen in Quarantäne

    Update vom 27. Februar 2020, 21.24 Uhr: Nach Schätzungen des Kreises Heinsberg stehen nach den ersten Infektionsfällen mit dem neuartigen Coronavirus aktuell etwa 1000 Menschen in vorsorglicher häuslicher Quarantäne. „Das ist eine rein statistische Rechnung“, sagte ein Sprecher des Kreises. Bei der im Fokus stehenden Karnevalsveranstaltung „Kappensitzung“ im Ortsteil Langbroich-Harzelt von Gangelt am 15. Februar könnte es etwa 400 Kontaktpersonen gegeben haben. Für deren Partner und gegebenenfalls Kinder könnte rein rechnerisch der Faktor 2,5 angesetzt werden. Damit kommt man auf die Zahl 1000.

    Unterdessen haben sich auch in Baden-Württemberg vier weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit stieg die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen in dem Bundesland auf acht. Bei drei der neuen Fälle handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald beziehungsweise der Stadt Freiburg. Sie hatten an einem Business-Meeting in München teilgenommen und gehören laut Robert Koch-Institut zu 13 Kontaktpersonen eines italienischen Teilnehmers, der in Italien positiv getestet worden war. Die drei Patienten sind in einer Klinik.

    Coronavirus in NRW: Karnevalssitzung könnte fatale Folgen haben

    Der vierte Infizierte stammt aus dem Landkreis Böblingen. Der Mann ist eine Kontaktperson der infizierten Reisebegleiterin des 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen, der sich in Italien angesteckt hatte und dessen Fall am Dienstagabend bekanntgeworden war.

    Update vom 27. Februar 2020, 19.48 Uhr: In Nordrhein-Westfalen stehen weiter hunderte Menschen unter Quarantäne. Alle bisher in dem Bundesland festgestellten Infektionen mit dem Coronavirus stammen aus dem Kreis Heinsberg.

    Alle 14 positiv Getesteten seien in häusliche Quarantäne nach Hause entlassen worden, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig sei, hieß es von den Behörden. Die Betroffenen wohnen vorwiegend in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg, eine Person lebe in der Städteregion Aachen.

    Insgesamt stehen in NRW rund 400 Menschen unter häuslicher Quarantäne, darunter sind 300 Menschen, die in Gangelt eine Karnevalssitzung besucht hatten. Alle bekannten Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Der Zustand des 47-jährigen Ehemanns sei ernst.

    „Patient Null“, der den Ausbruch in NRW verursacht hat, ist nach Behördenangaben weiter unbekannt.

    Coronavirus SARS-CoV-2: 20 Infektionen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen

    Update vom 27. Februar 2020, 19.21 Uhr: In Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen auf jetzt 20 erhöht. Am Abend teilten der Kreis Heinsberg und das NRW-Gesundheitsministerium mit, dass sich 14 weitere Personen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert hätten.

    Update vom 27. Februar 2020, 18.05 Uhr: Sicherheit geht vor Glaubensritus: Im Kölner Dom bleiben ab Freitagmorgen die Weihwasserbecken leer, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. „Außerdem rufen wir beim Friedensgruß innerhalb eines Gottesdienstes die Gläubigen aktuell nicht dazu auf, einander die Hände zu reichen“, teilte Dompropst Gerd Bachner mit. „Der Friedensgruß kann sehr gut durch ein freundliches Lächeln oder Zunicken erfolgen.“ Auch eine Mundkommunion wird es bis auf weiteres nicht mehr geben. Stattdessen wird die Hostie den Gläubigen nur noch in die Hand gelegt. Den Kölner Dom besuchen täglich 20.000 Menschen aus aller Welt.

    Update vom 27. Februar 2020, 17.17 Uhr: Der letzte Coronavirus-Patient in Bayern ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Einzelheiten zu der Person teilte das Gesundheitsministerium in München am Donnerstag wegen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit. Im Freistaat gab es 14 positiv getestete Covid-19-Patienten. Alle standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf. Dort war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab es in Bayern bis Donnerstagnachmittag (15.00 Uhr) keine weiteren Fälle.

    Coronavirus: Bahn erstattet Fahrpreis bei virusbedingtem Veranstaltungsausfall

    Update vom 27. Februar 2020, 16.48 Uhr: Fahrgäste der Deutschen Bahn können sich in bestimmten Fällen den Fahrpreis kostenfrei erstatten lassen, wenn ihr Reiseanlass aufgrund des neuartigen Coronavirus entfällt. Das gelte für den Fernverkehr beispielsweise, wenn eine Messe, ein Konzert oder ein Sportereignis wegen des Virus offiziell abgesagt werde, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte. Diese Kulanz gilt auch, wenn ein gebuchtes Hotel am Zielort unter Quarantäne steht sowie für Reisen in die betroffenen Gebiete in Italien.

    Das Bundesunternehmen betonte, es sei auf eine Ausbreitung des Virus vorbereitet. Derzeit gebe es für die Kunden keine Einschränkungen.

    Sollten die Behörden in einem Zug einen Corona-Verdacht feststellen, werde der Bereich gesperrt und nach der Fahrt gereinigt und desinfiziert. Fahrgäste würden dann aufgefordert, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, damit die Behörden sie bei Bedarf erreichen können. Dafür werde auch eine Hotline eingerichtet.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Weiterer Fall in Rheinland-Pfalz

    Update vom 27. Februar 2020, 16.29 Uhr: Bei einem Patienten in Kaiserslautern ist das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Das sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz. Der etwas über 30 Jahre alte Mann sei mit Symptomen am Donnerstag selbst in das Westpfalz-Klinikum gekommen. Er sei bis vor kurzem im Iran gewesen und habe dort Kontakt mit einer „symptomatisch auffälligen Person“ gehabt, sagte die Ministerin.

    Coronavirus: Vier Kinobesucher aus Baden-Württemberg müssen in Quarantäne

    Update vom 27. Februar 2020, 16.11 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm müssen mehrere Sitznachbarn des Mannes in Quarantäne. Die vier Kinobesucher dürfen nach Anordnung des Gesundheitsamtes vorläufig ihre Wohnung nicht mehr verlassen, teilte das Landratsamt in Neu-Ulm am Donnerstag mit. Die Behörde geht davon aus, dass insgesamt acht Kinobesucher, die in unmittelbarer Nähe des erkrankten 25-Jährigen saßen, gefährdet sind. Nach den anderen vier Betroffenen wird noch gesucht.

    Update vom 27. Februar 2020, 15.48 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie in Italien ist auf 14 gestiegen. Seit Mittwoch seien zwei weitere Infizierte gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Donnerstag mit. Die Zahl der Infektionen stieg unterdessen weiter stark an. Nach 400 Fällen am Mittwochabend gibt es nun 528 registrierte Fälle.

    Bundesregierung zahlt 50 Millionen Euro an die WHO zur Coronabekämpfung

    Update vom 27. Februar 2020, 15.28 Uhr: Zur Bekämpfung des Coronavirus will die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro zusätzlich an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlen. Darüber informierte das Finanzministerium nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag den Haushaltsausschuss des Bundestags.

    Zusätzliche Maßnahmen zur Stützung und Ertüchtigung von Gesundheitssystemen seien dringend erforderlich, vor allem in weniger entwickelten Ländern. Würden jetzt keine umfassenden Maßnahmen ergriffen, könne sich der Erreger weit verbreiten, die globale öffentliche Gesundheit gefährden und das öffentliche Leben beeinträchtigen.

    Die WHO rechnet laut Finanzministerium mit einem Bedarf von 675 Millionen Dollar bis Ende April. Bisher sei nur ein Bruchteil davon durch die internationale Gemeinschaft zur Verfügung gestellt worden.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Vorerst keine Einschränkungen bei Sportveranstaltungen

    Update vom 27. Februar 2020, 15.13 Uhr: Die Bundesregierung hält im Moment keine generellen Einschränkungen bei Sportveranstaltungen wie der Fußball-Bundesliga wegen des Coronavirus für nötig. Bundesinnen- und -sportminister Horst Seehofer (CSU) sagte, bei der Bewertung von Großveranstaltungen sei entscheidend, ob sich dort „besonders viele Menschen tummeln aus Krisengebieten, aus belasteten Ländern“. „Das muss man anders beurteilen, als wenn der FC Ingolstadt gegen Unterhaching spielt“, meinte Seehofer.

    Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Ein Kreisligaspiel in Heinsberg ist anders zu bewerten im Moment als ein Kreisligaspiel in Schleswig-Holstein.“ Nach dem Auftreten des Virus im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg sind dort mehrere hundert Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt. Der Krisenstab von Gesundheits- und Innenressort will sich an diesem Freitag mit dem Umgang mit Großveranstaltungen befassen, wie Seehofer mitteilte.

    Fünf Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Japan riet Seehofer angesichts von Sorgen vor einer Absage zum Abwarten: „Aus meiner Sicht besteht jetzt als Sportminister noch kein Entscheidungsbedarf.“

    Coronavirus erreicht österreichische Hauptstadt Wien – Zwei Männer erkrankt

    Update vom 27. Februar 2020, 15.01 Uhr: Das Coronavirus hat auch Wien erreicht: Bei zwei Männern sei der Erreger nachgewiesen worden, gaben die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Österreichs Hauptstadt bekannt. Der 72-Jährige, bei dem die Infektion zuerst bestätigt wurde, lag bereits seit zehn Tagen mit klassischen Grippe-Symptomen im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Gesundheitsstadtrat berichtete. Die Suche nach den Kontaktpersonen des Patienten läuft demnach auf Hochtouren.

    Der 72-jährige Patient sei nach zehn Tagen im Krankenhaus Rudolfstiftung am Donnerstag in das Kaiser-Franz-Josef-Krankenhaus verlegt worden. Dort sei bei einem Routinetest die Coronavirus-Infektion festgestellt worden, berichtete APA. Drei Krankenhausabteilungen seien in der Folge gesperrt, die Krankenhausmitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt worden.

    Coronavirus: Gesundheitsdienst der Stadt Wien überprüfte Kontaktpersonen

    Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien sei nun damit beschäftigt, „alle Kontakte des Mannes“ ausfindig zu machen. „Wir haben in der uns überschaubaren Gruppe keinen einzigen Krankheitsfall feststellen können“, sagte der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Michael Binder, laut APA.

    Unklar war zunächst, wo sich der 72-Jährige infiziert hat. Binder beschrieb ihn als schwer erkrankt. Dem zweiten bestätigten Wiener Coronavirus-Patienten gehe es dagegen „sehr gut“. Eine stationäre Behandlung sei nicht nötig, weshalb er zu Hause in Quarantäne sei, sagte Binder der APA. Die Gesundheitsbehörden gehen demnach davon aus, dass sich der Mann in Italien mit dem Virus infiziert hat.

    Insgesamt gibt es in Österreich vier nachgewiesen Coronavirus-Fälle. In Tirol wurde ein aus der norditalienischen Region Lombardei stammendes Paar isoliert, das positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

    Coronavirus: Bundesregierung richtet Krisenstab ein – Neue Maßnahmen beschlossen

    Update vom 27. Februar 2020, 14.00 Uhr: Wegen der Coronavirus-Epidemie in Deutschland hat die Regierung einen Krisenstab, bestehend aus dem Gesundheitsministerium und des Innenministeriums, eingerichtet. Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer sprachen bei der Bundespressekonferenz über die aktuelle Lage in Deutschland.

    „Wir müssen damit rechnen, dass sich die Epidemie auch in Deutschland ausbreitet“, erklärte Spahn. Anders als bei den anderen Fällen in Deutschland ist die Erstinfektion in NRW noch nicht ausfindig gemacht worden. Problematisch sei, dass es in Zukunft wohl nicht mehr möglich sein werde alle Kontaktperson zu isolieren.

    Coronavirus: Neue Abteilung für Gesundheitssicherheit wird eingerichtet

    „Im Zweifel wird einmal mehr auf das Coronavirus getestet als zu wenig. Es darf nicht am Geld scheitern“, erklärte der Gesundheitsminister. Krankenkassen sollen die Kosten übernehmen. Aktionismus müsse aber verhindert werden, erklärte Innenminister Horst Seehofer.

    Außerdem wurde schon vor drei Monaten, vor dem Ausbruch des Coronavirus, eine neue Abteilung für Gesundheitssicherheit beschlossen. Diese solle die Republik ähnliche Fälle in Zukunft besser vorbereiten.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Krisenstab führt neue Maßnahmen ein

    Der neue Krisenstab führt Maßnahmen zur Verhinderung der Infektionsketten ein:

    • Bei Flugreisen aus den Krisengebieten China, Japan, Iran und Italien müssen die Passagiere ab sofort Angaben über ihre Aufenthaltsorte machen müssen. Solche Aussteigerkarten sollten laut Seehofer auch im grenzüberschreitenden Zug- und Busverkehr ausgefüllt werden.
    • Reiserückkehrer aus Norditalien, darunter viele Skiurlauber, sollen vermehrt über Radio und Zeitung über das korrekte Verhalten bei Symptomen informiert werden.
    • Menschen, die Symptome zeigen, sollen nicht in Arztpraxen gehen, sondern sich telefonisch melden, um nicht andere anzustecken.
    • Großveranstaltung mit beachtlicher internationaler Beteiligung sollen fachlich überprüft werden.
    • Influenza-Pandemiepläne, die es im Bund und Ländern gibt, werden aktualisiert. 

    Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle in Deutschland überschritten

    Update vom 27. Februar 2020, 12.33 Uhr: Der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle in Deutschland scheint Experten zufolge überschritten. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervor. Die Zahl der nachweislich infizierten Menschen in der bisherigen Saison stieg demnach um knapp 18.000 in der vergangenen Woche auf nun rund 98.500, die Zahl der Grippe-Toten auf 161. „85 Prozent der Todesfälle waren 60 Jahre oder älter“, hieß es.

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) bleibt laut einem Bericht von „Zeit Online“ trotz der befürchteten Coronavirus-Epidemie bei der Empfehlung, dass sich nur besonders gefährdete Gruppen wie Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere gegen Grippe impfen lassen sollen. Mögliche Nutzen einer generellen Impfempfehlung – wie eine etwaige Entlastung des Gesundheitssystems durch weniger schwere Verläufe – seien nicht nachgewiesen. Es sei lediglich eine „plausible Hypothese“, wurde Stiko-Leiter Thomas Mertens zitiert. Die Stiko setze auf Evidenz.

    Coronavirus: Höhepunkt der Covid-19-Welle laut EU-Experte schwer vorherzusagen

    Update vom 27. Februar 2020, 12.02 Uhr: Die Ausbreitung des neuen Coronavirus in Europa schreitet fort. Angesichts der aktuellen Entwicklung ist es EU-Experten zufolge schwer vorherzusagen, wann die Infektionswelle ihr Maximum erreichen wird. „Wann der Höhepunkt sein wird – ich habe keine Ahnung“, sagte ein EU-Fachmann am Donnerstag in Brüssel. Die Spezialisten der EU-Agentur für Krankheitenkontrolle (ECDC) hätten noch „viel zu lernen“ über das neue Virus. Sars-CoV-2 sei inzwischen in etwa 15 EU-Ländern aufgetreten. Man habe bis Donnerstag EU-weit 480 Infektionsfälle und elf Tote gezählt.

    Coronavirus: Japan schließt alle Schulen 

    Update vom 27. Februar 2020, 12.02 Uhr: Japan will im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 alle Schulen schließen. Die Maßnahme trete am Montag in Kraft und umfasse alle Grundschulen, Mittelstufen und Gymnasien, sagte Premier Shinzo Abe am Donnerstag. Die Schließung soll demnach bis zum Beginn der zehntägigen Frühlingsferien Ende März gelten. Abe betonte, die kommenden beiden Wochen seien entscheidend für den Kampf gegen das Virus.

    Japan hat bisher acht Todesfälle gemeldet, die in Verbindung mit dem Virus stehen. Mehr als 900 Menschen infizierten sich. Mit mehr als 700 Infektionen entfällt der größte Teil davon allerdings auf Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das im Hafen von Yokohama nahe der Hauptstadt Tokio zwei Wochen unter Quarantäne gestanden hatte.

    Robert-Koch-Institut warnt: „Coronavirus ist tödlicher als die Grippe“

    Update vom 27. Februar 2020, 10.55 Uhr: Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, erklärte bei der Pressekonferenz zum Coronavirus, dass es sich hierbei um ein sehr dynamisches Geschehen handle.

    Weltweit seien mittlerweile 46 Länder vom Coronavirus betroffen. In Deutschland wird versucht, die Ausbreitung zu verlangsamen. Darum kümmern sich die lokalen Gesundheitsbehörden. Alle Infizierten seien in Isolation. Ihre Kontaktpersonen, die schon ausfindig gemacht wurden, stehen unter häuslicher Quarantäne. Genaue Zahlen wisse er aber nicht, da sich die lokalen Behörden darum kümmern.

    „Um die Dimensionen klar zu machen: Bei den 14 Fällen in Bayern, wurden insgesamt 240 Personen unter Quarantäne gestellt. Die Maßnahmen in Bayern waren sehr erfolgreich. Deshalb gehen wir davon aus das auch bei den aktuellen Fällen hilft.“ Es gebe keinen Anlass, Städte wie in Italien abzuriegeln. Von den Infizierten in Bayern seien alle bis auf eine wieder geheilt.

    RKI-Präsident: „Das Coronavirus ist leicht übertragbar“

    „Das Virus ist leicht übertragbar, die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist sehr hoch. Deshalb versuchen wir alles, um es einzudämmen“, erklärt Wieler. Mehr als 80 Prozent zeigen aber nur milde Symptome: „Das ist eine gute Nachricht. Rund 15 Prozent erkranken aber schwer. Das ist viel. Ein bis zwei Prozent sterben laut aktuellen Zahlen. Deshalb macht es Sinn das Virus einzudämmen.“ Damit sei das Coronavirus tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen.

    Problematisch sei auch, dass es keinen Impfstoff gebe. „Den wird es innerhalb dieses Jahres auch nicht geben.“ In China gebe es aber schon gute Studien zu der Covid-19-Erkrankung. Deshalb wird erwartet, dass auch Deutschland bald Information erhalte welche Medikamente gegen das Coronavirus helfen. 

    Das Robert-Koch-Institut habe die Hypothese, dass das Coronavirus saisonal sei, im Blick. Aber das könne erst gesagt werden, wenn der Sommer tatsächlich kommt. Ausgeschlossen werden könne eine Saisonalität, die sich in den nächsten Jahren wiederholt, aber nicht. 

    Coronavirus: RKI-Präsident empfiehlt: „Mit gesundem Menschenverstand handeln“

    „Die Bevölkerung kann auch etwas tun. Wir erwarten von Ärzten und Bürgern, dass sie sich informieren. Ganz banale Dinge wie die Etikette beim Husten und Niesen sind wichtig. Also nicht in die Hand niesen, sondern in die Armbeuge“, erklärt Lothar Wieler bei der Pressekonferenz. Das Coronavirus bleibt in der Hand überlebensfähig. Sehr effizient sei also das Händewaschen. Wer Krank ist, solle zu Hause bleiben. „Bei Erkrankten hilft ein Mundschutz, um die Viren nicht zu verteilen.“ Sonst sei ein Mundschutz aber nicht sinnvoll. „Wir alle können selber etwas tun, wenn wir mit gesundem Menschenverstand handeln.“

    Coronavirus: Vor allem Risikogruppen sollten sich gegen Grippe oder Keuchhusten impfen lassen

    Vor allem sei das Impfen wichtig: „Wir empfehlen Impfstoffe, weil wir wissen, dass wir die Krankheitslast damit verringern können. Ich kann allgemein nur empfehlen, egal wann, sich impfen zu lassen.“ In diesem konkreten Fall, sollen sich vor allem Risikogruppen, wie alte Menschen und Menschen mit einem schlechteren Immunsystem impfen lassen. „Wir ärgern uns immer massiv über Menschen, die sich nicht impfen lassen. Jeder der sich mit einer Impfung schützen kann, sollte das tun.“

    Fünf bestätigte Coronavirus-Fälle in NRW

    Update vom 27. Februar 2020, 07.20 Uhr: Insgesamt gibt es jetzt fünf bestätigte Coronavirus-Fälle in Nordrhein-Westfalen. Die Behörden suchen unterdessen mit größeren Aktionen nach möglichen weiteren Infizierten. In Gangelt im Kreis Heinsberg sind die rund 300 Besucher einer Karnevalsveranstaltung aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden.

    Alle Besucher und ihre Familien müssten für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium in der Nacht zum Donnerstag mit. In Mönchengladbach läuft am Krankenhaus Maria Hilf die Suche nach Menschen, die Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatten.

    Coronavirus: Gesundheitsminister Spahn spricht von Epidemie 

    Update vom 27. Februar 2020, 06.00 Uhr: Drei weitere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind bestätigt. Wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf sowie der Kreis Heinsberg am Mittwochabend mitteilten, handelt es sich um drei Menschen im Kreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen), die mit einem Ehepaar Kontakt hatten, dessen Infektion zuvor nachgewiesen worden war.

    Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt, Deutschland „stehe am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“. Mit dem Bekanntwerden neuer Infektionsfälle habe sich die Gesamtlage „leider“ verändert. „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben.“

    Update vom 26. Februar 2020, 22.05 Uhr: Der Zugpassagier, der an sich Coronavirus-Symptome festgestellt hatte, woraufhin seine Bahn von der Bundespolizei in Idar-Oberstein gestoppt wurde, war wie nun bekannt wurde zuletzt auf einer Geschäftsreise in Italien.

    Der Mann habe sich allerdings nur in der Region Apulien aufgehalten, in der keiner der bislang 400 Coronavirus-Fälle in Italien aufgetreten ist, hieß es aus der Kreisverwaltung des Kreises Birkenfeld. Bereits am Samstag sei er in Süditalien bei einem Arzt gewesen, der ihm „grünes Licht“ für den Heimflug von Bari nach Frankfurt mit Zwischenlandung in Mailand gab. In Frankfurt stieg er den Angaben zufolge am Mittwoch um 14.23 Uhr in den Regionalexpress Richtung Saarbrücken – und versuchte später telefonisch, seine Einlieferung in ein Krankenhaus zu erreichen.

    Er sei bei einer Hotline gelandet, die den Rettungseinsatz in Idar-Oberstein einleitete, an dem Bundespolizei, Polizeiinspektion Idar-Oberstein und das DRK beteiligt waren, hieß es von der Kreisverwaltung weiter. Zwei Rettungssanitäter mit Vollschutz brachten den Patienten in einen Rettungswagen. Aktuell befindet sich der Zugpassagier in einem Krankenhaus. Am Donnerstag soll feststehen, ob er sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

    von Frankfurt nach Saarbrücken wegen Verdachts auf Coronavirus-Erkrankung gestoppt

    Update vom 26. Februar 2020, 20.21 Uhr: Ein Regionalzug von Frankfurt nach Saarbrücken mit 70 Reisenden ist wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Erkrankung in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) für zwei Stunden festgesetzt worden. Ein Fahrgast der Vlexx-Bahn habe an sich selbst Symptome festgestellt und sich daraufhin beim Zugpersonal gemeldet, wie eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums mitteilte. Daraufhin stoppten Bundespolizisten den Zug.

    Nach einer Untersuchung durch die Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Birkenfeld wurde der Mann zur weiteren Klärung seiner Symptome in ein Krankenhaus in der Region gebracht. Von den Mitreisenden wurden Personalien und Kontaktdaten aufgenommen, „um sie gegebenenfalls benachrichtigen zu können“. Nach etwa zwei Stunden wurde der Zug wieder freigegeben.

    Coronavirus in Deutschland: Soldat steckt sich bei Bekanntem an

    Update vom 26. Februar 2020, 19.38 Uhr: Auch ein Soldat der Flugbereitschaft der Bundeswehr hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der 41-jährige Mann sei in das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz eingeliefert worden, wo er positiv auf das Virus getestet wurde.

    Zuletzt wurden zwei Infektionen mit dem Coronavirus in Nordrhein-Westfalen sowie vier Fälle in Baden-Württemberg nachgewiesen. In Rheinland-Pfalz ist es die erste Infektion.

    Laut dem behandelnden Arzt habe der Soldat am 15. Februar – wohl im privaten Umfeld – Kontakt zu einem infizierten Menschen gehabt. Am Dienstagabend habe der Soldat von der Infektion seines Bekannten erfahren und sich daraufhin an seinen Arbeitgeber gewandt.

    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist erst am Mittwoch mit der Flugbereitschaft nach New York geflogen. Aus seiner Delegation hieß es, man sei über den Virus-Verdachtsfall informiert worden.

    Gesundheitsminister fordert Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf

    Update vom 26. Februar 2020, 18.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert die Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf. „Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Coronainfektion zu vermuten“, sagte er. Er fordere die Bürger aber ausdrücklich auf, „dass Sie Ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot sich entwickeln – oder wenn Sie Kontakt hatten mit Personen, die in diesen Gebieten gewesen sind“.

    Diesen Aufruf habe er am Mittwoch bei einem Krisentreffen mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, Krankenkassen, Apotheken und Pflegeverbänden so abgesprochen, sagte Spahn. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass bei vorhandener Symptomatik oder bei Verdacht jetzt besser einmal mehr auf das Virus getestet wird als einmal zu wenig.“

    Coronavirus in Deutschland: Bundesregierung bildet Krisenstab

    Update vom 26. Februar 2020, 18.34 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Gesundheitsminister der Bundesländer in einer Telefonkonferenz dazu aufgefordert, ihre Pandemiepläne „zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten“. „Die Lage hat sich leider in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen“, fügte der Minister mit Blick auf die neuesten Coronavirus-Infizierten in Deutschland hinzu.

    Noch sei zwar keine Pandemie ausgebrochen, „aber ich finde es wichtig, dass wir uns auf diese Situation vorbereiten“, so Spahn weiter. Der Bundesgesundheitsminister fügte hinzu: „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben.“ 

    Die Bundesregierung will nun einen Krisenstab bilden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Spahn wollen am Donnerstag in Berlin über die Einrichtung des gemeinsamen Krisenstabes ihrer Ministerien informieren.

    Coronavirus in Deutschland: „Infektionsketten nicht nachzuvollziehen“

    Update vom 26. Februar 2020, 18.01 Uhr: Die letzten Meldungen von Infizierten in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die Kontakt mit vielen Menschen hatten, hatten es bereits befürchten lassen, prompt folgt die Bestätigung Von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland“, sagte Spahn am frühen Abend in Berlin.

    Er erwarte eine deutlich stärkere Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland. Der Grund dafür: „Die Infektionsketten sind teilweise – und das ist eine neue Qualität – nicht nachzuvollziehen.“ Daher sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten noch weiter aufgehe. 

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: Der mit dem neuen Coronavirus infizierte Mann aus NRW hatte laut dem Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) in den vergangenen 10 bis 14 Tagen eine „unendliche Vielzahl von Kontakten“ zu anderen Menschen. Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte er – bereits ansteckend – noch während der Karnevalszeit am gesellschaftlichen Leben teilgenommen. Pusch sagte am Mittwoch in Düsseldorf, es gehe jetzt darum, die „Infektionsketten zu unterbrechen“.

    Baden-Württemberg: Coronavirus-Patient im Kino – Gesundheitsamt warnt andere Besucher

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm warnt das Gesundheitsamt andere Gäste des Filmtheaters vor einer möglichen Ansteckung. Wie das Landratsamt in Neu-Ulm am Mittwoch berichtete, hatte sich der Mann aus dem Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg am vergangenen Samstagabend den Krimi-Thriller „Bad Boys for Life“ angeschaut. In dem Saal des Neu-Ulmer Kinos seien 138 Besucher gewesen. Später sei bei dem 25-Jährigen der neuartige Virus nachgewiesen worden.

    „Die Möglichkeit einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus besteht für Personen, die mindestens 15 Minuten in Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt mit dem Erkrankten waren“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisbehörde. Auf welche Besucher dies möglicherweise zutreffe, könne im Nachhinein nicht näher bestimmt werden.

    Coronavirus: Zwei weitere Menschen in Baden-Württemberg infiziert – Sie standen in Kontakt mit dem ersten Patienten

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: In Baden-Württemberg haben sich zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilte die Universitätsklinik Tübingen am Mittwoch mit. Zuvor war bereits ein Fall aus dem Kreis Göppingen bekannt.

    Einer der beide infizierten Patienten in Tübingen ist als Oberarzt in der Pathologie des Universitätsklinikums beschäftigt. Der 60-Jährige soll seit dem Wochenende auch Kontakt zu anderen Medizinern gehabt haben – diese Kontakte seien vollständig erfasst, teilte das Klinikum am Mittwoch in Tübingen mit. Es seien ein Dutzend Oberärzte getestet und „aus der Krankenversorgung rausgenommen worden“. Sie seien unter Beobachtung.

    Auch die 24 Jahre alte Tochter des Mannes ist mit dem Virus infiziert und wird isoliert behandelt. Sie hatte den ersten baden-württembergischen Patienten, einen 25-Jährigen aus dem Kreis Göppingen, nach Mailand begleitet. 

    Update vom 26. Februar 2020, 15.30 Uhr: Der Militärflughafen Köln-Wahn ist am Mittwoch aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit dem Coronavirus vorübergehend geschlossen gewesen. Ein Soldat der Anlage, die auch Sitz der Flugbereitschaft ist, wurde auf eine mögliche Infektion getestet. Die Untersuchung laufe am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz, sagte ein Luftwaffen-Sprecher in Berlin. „Weil es keine Symptome gibt, gilt er nicht als Verdachtsfall, sondern als Kontaktperson“, sagte er. Bis zur Klärung der Lage seien die Kasernentore zu gewesen, sagte der Sprecher. „Diese Sperrung ist mittlerweile aufgehoben“, sagt er weiter.

    Der Soldat hatte nach auf einer Karnevalsveranstaltung Kontakt zu einem Infizierten aus Nordrhein-Westfalen. Der Test gehört nach Angaben der Bundeswehr zu den Sicherheitsmaßnahmen, die auch ohne Anzeichen auf eine Erkrankung ergriffen werden. Ein Ergebnis wurde im Laufe des Abends erwartet.

    Coronavirus verbreitet sich erstmals stärker außerhalb Chinas als innerhalb

    Update vom 26. Februar 2020, 14.46 Uhr: Das neuartige Coronavirus breitet sich weltweit weiter aus: Erstmals seit Ausbruch des Virus in China wurden mehr neu gemeldete Fälle außerhalb Chinas als in der Volksrepublik selbst registriert, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwoch mitteilte. In Italien, dem am stärksten betroffenen Land Europas, stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben am Mittwoch auf zwölf, die Zahl der Infizierten auf 374.

    In China nahm die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle und Infektionen weiter ab. Am Mittwoch wurden 52 neue Todesfälle gemeldet – die niedrigste Rate seit drei Wochen. Die Zahl der Neuinfektionen fiel auf 406.

    Coronavirus-Patientin aus NRW ist Kindergärtnerin – Ehepaar nahm noch zwei Wochen am gesellschaftlichen Leben teil

    Update vom 26. Februar 2020, 14.46 Uhr: Die in Düsseldorf behandelte Coronavirus-Patientin ist als Kindergärtnerin tätig. Sie arbeite in einem Kindergarten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die Kinder aus der Einrichtung und deren Eltern seien angewiesen worden, zu Hause zu bleiben.

    Das Ehepaar, das im Düsseldorfer Uniklinikum behandelt werde, habe noch zwei Wochen am gesellschaftlichen Leben teilgenommen, „wo das Virus so weit war, dass die Menschen sich anstecken konnten“, sagte Laumann. Die beiden haben selbst zwei schulpflichtige Kinder. Sie hätten derzeit aber keine Symptome und würden von der Großmutter versorgt, erklärte Laumann. Sie sollen ebenfalls in Kontakt mit anderen Kindern gewesen sein.

    Coronavirus: Bundesregierung sieht „neue herausfordernde Lage für Deutschland“

    Update vom 26. Februar 2020, 14.40 Uhr: Die Bundesregierung bereitet sich auf eine ernstere Lage der  Coronavirus-Epidemie auch in Deutschland vor. Mit der Ausbreitung des Virus in Italien sei eine „neue herausfordernde Lage für Deutschland“ entstanden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Virus sei damit „nähergerückt“. 

    Bisher habe es Deutschland geschafft, einzelne Infizierte zu isolieren und zu behandeln, sagte Seibert. Wichtig sei der Bundesregierung, sich bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie „mit den europäischen Partnern“ abzustimmen. Darüber habe auch beim Treffen der europäischen Gesundheitsminister in Italien am Dienstag Einigkeit geherrscht.

    Privater Klinikbetreiber Fresenius Helios rüstet sich für Coronavirus-Erkrankte

    Deutschlands größter privater Klinikbetreiber Fresenius Helios rüstet sich ebenfalls für Erkrankte mit dem Coronavirus. Das Krankenhauspersonal sei mit Schulungen und regelmäßigen Informationen „auf den Umgang mit an Covid-19 erkrankten Patienten vorbereitet“, erklärte das Unternehmen. Auch habe man ein internes Ablaufschema für die Versorgung von Verdachtsfällen entwickelt, sagte eine Helios-Sprecherin.

    „Generell können alle Kliniken, die Patienten mit Influenza aufnehmen, auch Patienten mit einer Corona-Erkrankung behandeln“, betonte das Unternehmen. Die 86 Helios-Krankenhäuser in Deutschland hätten dafür die hygienischen, medizinischen und baulichen Voraussetzungen. Helios sei auf eine mögliche Pandemie vorbereitet und in die entsprechenden Pläne der Länder eingebunden, so das Unternehmen, das jährlich 5,6 Millionen Patienten behandelt.

    Coronavirus: Deutschland rüstet sich für die Epidemie – erste Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen

    Erstmeldung vom 26. Februar 2020: 

    Frankfurt am Main – Seit Ende Dezember verbreitet sich das neuartige Coronavirus* auf der ganzen Welt. Der Ursprung des Sars-CoV-2 liegt in Stadt Wuhan in China. Dort soll es sich von einem Wildtiermarkt aus verbreitet haben. In China wurde mehrere Großstädte isoliert. Die Gesamtzahl der Opfer in China liegt bei 2.715 (Stand Mittwoch, 26.02.2020). Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen liegt schon bei über 78.000.

    Coronavirus: Mehrheit der Infizierten zeigt nur milde Symptome

    Nach einer von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse zeigen mehr als 80 Prozent der Infizierten, nur milde Symptome*. Dazu zählen leichte Erkältungssymptome wie Frösteln und Halsschmerzen – oder gar keine. Hinzukommen können Fieber und Husten, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. Die Inkubationszeit beträgt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage.

    Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln schwere Symptome wie Atemnot, knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen. Eine spezielle Therapie für Covid-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln etwa und mitunter mit mechanischer Beatmung.

    Die hohe Nachfrage nach Mundschutz- oder OP-Masken* zum vermeintlichen Schutz vor dem Coronavirus führt vereinzelt zu extremen Preissprüngen.

    Coronavirus breitet sich Weltweit aus – Auch Deutschland betroffen

    Mittlerweile gibt es auf allen Kontinenten Corona-Infizierte. Am stärksten betroffen ist Asien. Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie* in Italien gibt es nun in immer mehr europäischen Staaten Nachweise des Erregers: Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz hatten am Dienstag von Sars-CoV-2-Fällen berichtet.

    Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde nach einer bestätigten Erkrankung ein großes Hotel mit rund 1000 Touristen – darunter auch Deutsche – praktisch unter Quarantäne gestellt.

    In Deutschland waren schon vor einiger Zeit erste Infektionen mit Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, nachgewiesen worden: vor allem bei einer Firma in Bayern, aber auch bei Rückkehrern aus Wuhan. Diese Fälle führten aber nicht zu weiteren bekannten Ansteckungen.

    Coronavirus: Drei neue bestätigte Fälle in Deutschland

    Ende Februar wurden nun auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Coronavirus-Fälle bekannt. Der Patient aus Baden-Württemberg habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei bestätigte Coronavirus-Fälle. Wie das Universitätsklinikum Düsseldorf am Mittwoch mitteilte, werden dort aktuell zwei Patienten behandelt, die infiziert sind. „Bei der zweiten Person, aus dem engen persönlichen Umfeld des Patienten, liegt nun auch ein positives Testergebnis vor“, hieß es in einer Mitteilung. Ob es sich dabei um die Ehefrau des ersten Patienten aus dem Kreis Heinsberg handele, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht kommentieren. Im Kreis Heinsberg wurden Schulen und Kindergärten vorübergehend geschlossen. 

    Vom Robert Koch-Institut (RKI) hieß es, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19– und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen. Behörden versuchen, den Fällen in Syrien mit Hochdruck nachzugehen, um eine weitere Verbreitung des Virus möglichst zu verhindern. Dadurch soll die Belastung auf das Gesundheitssystem abgemildert werden. Alle bisherigen Entwicklungen können Sie in unserem alten News-Ticker zum Coronavirus nachlesen. Grund zur Panik besteht nicht – trotzdem kann man sinnvolle Vorbereitungen für eine mögliche Pandemie treffen*.

    Kliniken in Hessen bereiten sich auf das Coronavirus* vor, Experten raten zur Ruhe. Und trotzdem treibt die Panik vor dem Virus mancherorts seltsame Blüten.

    Der erste Deutsche, der sich mit dem Coronavirus infizierte, äußerte sich erstmals. Die Zeit in Quarantäne sei sehr langweilig gewesen.

    Das Coronavirus breitet sich in Europa immer weiter aus. In Italien wurden Ortschaften abgeriegelt. In China stehen Millionenstädte unter Quarantäne. Welche Maßnahmen darf der deutsche Staat treffen?

    dpa/AFP/md

    *fr.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

    Rubriklistenbild: © picture alliance/Andrew Medichini/AP/dpa

    Source: fr.de

    Geef een reactie