Coronavirus: Russland verweigert Luftwaffen-Flug aus Wuhan die Zwischenlandung – Berliner Zeitung


Forscher des Instituts für Virologie der Philipps-Universität Marburg sind an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Coronavirus beteiligt.

Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist das tödliche Coronavirus vor wenigen Wochen erstmals auf Menschen übergesprungen – vermutlich auf einem Tiermarkt. Seither breitet sich die Lungenkrankheit aus. Die Inkubationszeit ist meist etwa zehn Tage. Die kürzeste registrierte Zeitspanne betrug aber nur einen Tag – die längste 14 Tage.

Die wichtigsten Fakten 

  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf acht
  • Erstmals Kind in Deutschland an Coronavirus erkrankt
  • Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828  zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein.
  • Lufthansa und British Airways streichen alle Flüge von und nach China
  • USA erklären wegen Coronavirus “gesundheitliche Notlage”
  • WHO erklärt internationale Notlage

+++ 1. Februar +++

China-Rückkehrer wird Klinik untersucht

Einer der mit einem Bundeswehrflugzeug zurückgekommenen Passagiere aus China wird in der Frankfurter Uniklinik auf das Coronavirus untersucht. Elf Passagiere seien direkt vom Flieger in die Uniklinik gebracht worden, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne). Bei einem von ihnen solle abgeklärt werden, ob er mit dem Coronavirus infiziert sei, bei den anderen lägen andere medizinische Gründe vor, erläuterte Klose rund drei Stunden nach der Landung des Fliegers auf dem Frankfurter Flughafen. Die Nationalität und das Geschlecht des sogenannten Abklärungsfalls wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt seien 124 Passagiere in Frankfurt gelandet, darunter 100 Deutsche, 22 Chinesen, ein US-Bürger und ein Rumäne. 

Achter Coronavirus-Fall in Bayern nachgewiesen

In Bayern ist erneut das Coronavirus bei einem Menschen nachgewiesen worden. Bei dem Infizierten handle es sich um einen 33 Jahre alten Mann, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Samstagabend mit. Er ist so wie sechs andere Corona-Kranke Mitarbeiter der Firma Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Die Gesamtzahl der Fälle in Bayern – und somit auch in Deutschland – ist damit auf acht gestiegen. Außer den nun sieben Mitarbeitern der Firma war ein Kind eines der Erkrankten ebenfalls positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet worden.

Bei der Firma Webasto hatte es in den vergangenen Tagen umfangreiche Tests gegeben, deren Ergebnisse teilweise noch ausstehen. Ein weiterer deutscher infizierter Staatsbürger war zuvor in Spanien registriert worden. Der Deutsche auf der Kanareninsel La Gomera ist der erste bekannte Fall in Spanien. Er sei mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen, teilte die spanische Regierung mit.

China-Rückkehrer landen in Frankfurt

Das Bundeswehrflugzeug mit Rückkehrern aus China an Bord ist am Samstag in Frankfurt angekommen. Einige Passagiere waren im Flieger aus Sicherheitsgründen von den anderen getrennt worden. „Die Passagiere wurden vor dem Start in China untersucht und waren beim Start des Fluges symptomfrei“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hanno Kautz, nach der Landung gegen 16.30 Uhr.

„Aus Gründen der Vorsicht wurde während des Fluges jeder Passagier mit dem kleinsten Husten wie geplant separat gesetzt.“ Ein Infektion kann bis zu 14 Tage symptomlos bleiben. Am Frankfurter Flughafen stiegen zunächst medizinische Fachkräfte mit Schutzmasken und Schutzkleidung in das Flugzeug, um die Passagiere zu begutachten und zu befragen. Eine nähere Untersuchung sollte im sogenannten Medical Assessment Center geschehen – eine umgewidmete Sporthalle. Danach sollte entschieden werden, ob einige Passagiere in die Frankfurter Universitätsklinik in eine Isolierstation gebracht werden, hieß es vom Frankfurter Gesundheitsamt.

Die gesunden Rückkehrer sollen zu einem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Germersheim gebracht werden, wo sie für zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen.

Russland verweigert Luftwaffen-Flug aus Wuhan die Zwischenlandung

Die Rückholung deutscher Bürger aus dem chinesischen Seuchengebiet hat zu diplomatischen Verstimmungen mit Russland geführt. Russland habe der deutschen Luftwaffen-Machine aus Wuhan die vorher in Aussicht gestellte Landegenehmigung für einen Zwischenstopp auf dem Moskauer Flughafen verweigert, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Samstag in Bonn. Die russischen Behörden hätten dies mit Kapazitätsengpässen am Flughafen begründet. Kramp-Karrenbauer ließ durchblicken, dass sie sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden geben wolle.

Die Ministerin kündigte ein mögliches Nachspiel an: „Was jetzt neben der offiziellen Erklärung von mangelnden Kapazitäten am Flughafen von Moskau die Gründe sind, das werden wir sicherlich in der nächsten Woche gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt besprechen.“

Der Zwischenstopp auf dem Flug von China nach Frankfurt am Main wäre zwingend nötig gewesen, um den Luftwaffen-Airbus aufzutanken und die Piloten auszutauschen. Dies erfolge nun in der finnischen Hauptstadt Helsinki, sagte die Verteidigungsministerin. Die Ersatz-Crew sei dorthin umgeleitet worden, „einer sicheren Landung in Frankfurt steht nichts entgegen“.

Die Nachricht, dass die Landung in Moskau verweigert wird, kam nach Informationen der „Bild am Sonntag“ in der Nacht zu Samstag. Dem Bericht zufolge halten deutsche Sicherheitskreise den Verweis der russischen Seite auf Platzprobleme für vorgeschoben. Nach Angaben eines Sprechers des Frankfurter Flughafens sollte die Luftwaffen-Machine um 13.40 Uhr in Helsinki starten und gegen 15.50 Uhr in Frankfurt landen.

Olympia-Skitests der Biathleten in China wegen abgesagt

Wegen der Ausbreitungsgefahr des neuartigen Coronavirus sind am Freitag die Biathlon-Skitests für die Olympischen Spiele 2022 in Peking abgesagt worden. Ursprünglich war vom 27. Februar bis zum 2. März vorgesehen, dass in Zhangjiakou die Skitechniker aller Nationen auf den Olympia-Strecken das Material testen können.

Auf Empfehlung der Internationalen Olympischen Komitees sagten die Internationale Biathlon-Union (IBU) und das Organisationskomitee für Peking 2022 die Wettkämpfe am Freitag ab. Auch die Ausrufung des globalen Gesundheitsnotstandes durch die Weltgesundheitsorganisation sei für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen.

„Wir werden die Situation vor Ort weiter beobachten und hoffen, in Zukunft einen Alternativtermin für die Testläufe anbieten zu können“, sagte IBU-Generalsekretär Niklas Carlsson. „In der Zwischenzeit werden die Vorbereitungen der IBU für die Olympischen Winterspiele 2022 wie gewohnt fortgesetzt“, sagte er. (dpa)

China übt scharfe Kritik an Einreiseverbot der USA 

China hat die USA scharf wegen ihres Coronavirus-Einreiseverbots für Chinesen und andere Staatsangehörige kritisiert, die aus China kommen. „Es ist mit Sicherheit keine Geste des guten Willens“, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Samstag in Peking. Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Reisebeschränkungen wegen der Lungenkrankheit abrate, gingen die USA in die entgegengesetzte Richtung und setzten ein „schlechtes Beispiel“.

Viele Länder hätten China ihre Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus angeboten, sagte die Sprecherin. Sie verwies auf die Redensart „In der Not erkennt man seine Freunde“. Doch was die USA täten und sagten, basiere weder auf Fakten noch sei es zu dieser Zeit besonders hilfreich. Die US-Regierung hatte wegen der Ansteckungsgefahr einen Einreisestopp für ausländische Reisende aus China verfügt – mit Ausnahme der Angehörigen von US-Staatsbürgern. Der von US-Präsident Donald Trump erlassene Bann gilt von Sonntag (23 Uhr MEZ) an. US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen zuvor in der schwer betroffenen Region Wuhan oder der umliegenden Provinz Hubei waren, müssen für bis zu zwei Wochen in Quarantäne. Amerikaner, die in anderen Teilen Chinas waren, sollen sich selbst für zwei Wochen isolieren. Bislang gibt es sechs Coronavirus-Fälle in den USA. (dpa)

Apple schließt vorübergehend Filialen in China

Apple schließt wegen des Coronavirus vorübergehend seine Geschäfte in China. Wie der Konzern am Samstag mitteilte, sollen die Filialen aus Präventionsgründen und zum Schutz der öffentlichen Gesundheit bis einschließlich 9. Februar geschlossen bleiben. Das Virus breitet sich unterdessen weiter aus. Die Zahl der Infizierten in China stieg bis Samstag auf 11 791. Mit 46 neuen Todesfällen sind 259 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. (dpa)

Australien verhängt wegen Coronavirus Einreiseverbot gegen China-Reisende

Wegen des Coronavirus-Ausbruchs hat die Regierung in Australien ein Einreiseverbot gegen Reisende aus China verhängt. Von dem Verbot ausgenommen seien australische Staatsbürger, Menschen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht sowie deren Angehörige, erklärte Premierminister Scott Morrison am Samstag. Das Außenministerium in Canberra verschärfte seine Reisehinweise für China und empfiehlt Australiern nun, auf Reisen in die Volksrepublik zu verzichten. (AFP)

Erstmals Coronavirus in Spanien – Deutscher auf La Gomera isoliert

Die spanischen Gesundheitsbehörden haben erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung auf Twitter mit. Er liegt den Angaben nach isoliert in einem Krankenhaus der Insel. Einzelheiten zu Alter oder Herkunftsort des Patienten wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt waren fünf Deutsche in La Gomera auf das Virus getestet worden, die in Kontakt mit einem Mann gekommen sein sollen, bei dem in Deutschland das Virus nachgewiesen worden war. Zuvor war die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuen Virus in Deutschland auf sieben gestiegen. Außerhalb Chinas wurde das Virus bisher bei mehr als 120 Menschen in über 20 Ländern nachgewiesen. Die Zahl der in China bestätigten Fälle lag am Freitag bei knapp 9700. (dpa)

Lauterbach verurteilt Diskriminierung von Chinesen wegen Coronavirus

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat Diskriminierungen asiatisch aussehender Menschen wegen des Coronavirus verurteilt. „Dass in Deutschland vereinzelt chinesische Touristengruppen angefeindet oder nicht mehr in Restaurants gelassen werden, ist nicht akzeptabel“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). Medizinisch ergebe das auch keinen Sinn. Es sei sehr unwahrscheinlich, sich zu infizieren. „Wir dürfen Menschen nicht unter Generalverdacht stellen“, sagte Lauterbach. „Es genügt, die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen wie häufiges Händewaschen und In-die-Armbeuge-Husten zu beherzigen.“ Zuvor hatte es erste Meldungen aus Frankreich und Deutschland gegeben, wonach Menschen aus China und anderen asiatischen Ländern angefeindet und diskriminiert wurden. Auf der Internetplattform Twitter setzen sich Betroffene unter dem Hashtag #ichbinkeinvirus zur Wehr. (ost)

Zahl der Coronavirus-Todesopfer in China steigt auf 259

Die Zahl der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus in China ist auf 11.791 gestiegen. Mit 46 neuen Todesfällen sind 259 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, wie die chinesische Gesundheitskommission am Samstag in Peking berichtete. Danach kamen allein in der schwer betroffenen Krisenprovinz 45 Tote und 1347 neue Virusfälle hinzu, so dass dort jetzt 7153 Patienten gezählt wurden. (dpa)

+++ 31. Januar +++

USA erklären wegen Coronavirus “gesundheitliche Notlage”

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat aufgrund des Coronavirus eine “gesundheitliche Notlage” in den Vereinigten Staaten ausgerufen. Ausländer, die potenziell ein Ansteckungsrisiko darstellen könnten, würden ab Sonntag (23.00 Uhr MEZ) vorübergehend nicht mehr ins Land gelassen, teilte US-Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. Das habe US-Präsident Trump per Präsidialproklamation festgelegt. Zudem müssten sich US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen zuvor in der stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei waren, für bis zu 14 Tage in Quarantäne begeben. US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen vor der Rückkehr in die USA in anderen Teilen Chinas waren, würden aufgefordert, sich selbst für 14 Tage zu isolieren. (dpa)

Siebter Coronavirus-Fall aus Bayern gemeldet

Die Zahl der in Deutschland an dem neuartigen Coronavirus Erkrankten ist auf sieben gestiegen. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte, wurde bei einem Mann aus dem bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck die Erkrankung nachgewiesen. Wie fünf weitere Infizierte ist der Mann ebenfalls ein Mitarbeiter des in Starnberg angesiedelten Automobilzulieferers Webasto. Der erste in Deutschland erkrankte Mann war ein Webasto-Mitarbeiter, der sich den Behörden zufolge während einer Schulung bei einer Kollegin aus China im Landkreis Starnberg infizierte. (AFP)

Erstmals Kind in Deutschland an Coronavirus erkrankt

 Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Kind an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Es handle sich um ein Kind des Manns aus dem bayerischen Landkreis Traunstein, bei dem Donnerstagabend die Erkrankung nachgewiesen worden sei, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mit. Insgesamt gibt es damit nun sechs bestätigte Fälle in Deutschland. Bei den fünf zuvor betroffenen Menschen handelt es sich um Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto aus dem Landkreis Starnberg, die sich bei einer aus China zu einer Schulung angereisten Kollegin ansteckten. Wie das Landesministerium weiter mitteilte, befinden sich die sechs Erkrankten nach Angaben ihrer Ärzte „in einem stabilen gesundheitlichen Zustand“.

Lesen Sie hier: Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich?

Bisher keine bestätigten Verdachtsfälle in Brandenburg

Brandenburg ist trotz mehrerer Verdachtsfälle weiter von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus verschont. Bei einem dritten Anfangsverdacht gab es am Freitag Entwarnung. Der Test bei dem Patienten sei negativ gewesen, teilte der Landkreis Märkisch-Oderland mit. Der Mann war im Klinikum Frankfurt (Oder) isoliert behandelt worden. Dem Brandenburger Gesundheitsministerium ist bisher kein begründeter Verdachtsfall bekannt. „Wir sind in Brandenburg für den Ernstfall vorbereitet“, sagte Sprecher Gabriel Hesse. Alle drei Patienten mit Anfangsverdacht wurden vorsorglich isoliert und beobachtet. Sie zeigten ähnliche Symptome, die auch das Coronavirus (2019-nCoV) hervorruft, waren aber negativ getestet worden. (dpa)

Coronavirus erstmals auch in Schweden bestätigt

Auch Schweden hat seinen ersten bestätigten Fall des neuartigen Coronavirus. Das Virus wurde bei einer Patientin in Jönköping rund 300 Kilometer südwestlich von Stockholm festgestellt, wie die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten am Freitag mitteilte. Die Frau habe die Region um die chinesische Millionenstadt Wuhan besucht und sei am 24. Januar in Schweden gelandet. Dabei habe sie zunächst keine Symptome gezeigt, später aber über Husten geklagt. Sie befinde sich in einem Krankenhaus in Jönköping in Isolation. Ernsthaft krank sei sie nicht. In der EU waren Fälle der neuartigen Lungenerkrankung zunächst in Frankreich, Deutschland und Finnland bestätigt worden. Zuletzt kamen bestätigte Funde in Italien und Großbritannien dazu. (dpa)

Rückholaktion von gut 100 Deutschen aus Wuhan läuft

Die Evakuierungsaktion für Deutsche, die wegen des Coronavirus China verlassen wollen, läuft. Am Samstag sollen mehr als hundert Deutsche aus der besonders betroffenen Metropole Wuhan mit einer Bundeswehrmaschine in Frankfurt eintreffen. Nach einer Untersuchung am dortigen Flughafen werden sie für eine zweiwöchige Quarantäne auf einen Luftwaffenstützpunkt in Rheinland-Pfalz gebracht. (AFP)

Berlin rät von Reisen nach China ab

Bundesbürger sollten von Reisen nach China absehen. „Verschieben Sie nach Möglichkeit nicht notwendige Reisen nach China“, heißt es in neuen Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. Vor einem Besuch in der schwer betroffenen Provinz Hubei wird ausdrücklich gewarnt.

Virus breitet sich rasant aus

Die Infektionen und Todesfälle erlebten bis Freitag den größten Anstieg innerhalb eines Tages. Die Zahl der Patienten mit dem neuartigen Coronavirus kletterte um 1981 auf 9692, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten stieg um 42 auf 213.

Schon fast 10.000 Fälle weltweit

Mit fast 10.000 Fällen weltweit zählt der Ausbruch der „akuten Atemwegserkrankung“, wie sie offiziell genannt wird, schon deutlich mehr Infektionen als vor 17 Jahren die ebenfalls von China ausgegangene Sars-Pandemie mit – laut WHO – 8096 Infektionen. Durch das „Schwere Akute Atemwegssyndrom“ (Sars) 2002/2003 starben 774 Menschen. Der neue „2019-nCoV“-Erreger ist eine Variante des damaligen Sars-Virus. Vermutlich stammt er auch von Wildtieren.

+++ 30. Januar +++

Zahl der Coronavirus-Fälle in Bayern steigt auf fünf

In Bayern hat sich ein weiterer Patient mit dem neuartigen Coronavirus aus China infiziert. Es handelt sich um einen Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die vier bislang bekannten Fälle beschäftigt sind, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in München mitteilte. Der fünfte nun bestätigte Patient wohnt den Angaben zufolge im Landkreis Traunstein. Weitere Informationen wollte das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilen. (dpa)

Coronavirus in China: WHO erklärt internationale Notlage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach der rasanten Zunahme von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Damit sind konkrete Empfehlungen an Staaten verbunden, um die Ausbreitung über Grenzen hinweg möglichst einzudämmen. Noch sei die Zahl der Infektionen außerhalb Chinas relativ gering, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend. Aber man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde.

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV hat mittlerweile die weltweiten Fälle bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren übertroffen. Mit 317 neuen Erkrankungen, die die Behörden der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina am Donnerstag berichteten, kletterte die Gesamtzahl weltweit auf mehr als 8100. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation 8096 Menschen erkrankt und 774 gestorben. Durch das neue Virus, das mit dem Sars-Erreger verwandt ist, sind bisher 170 Menschen ums Leben gekommen. (dpa)

Erste Übertragung von Mensch zu Mensch in den USA

In den USA ist die erste Übertragung des neuen Coronavirus von Mensch zu Mensch nachgewiesen worden. Dabei handele es sich um den Ehemann einer Frau, bei der nach einer Reise nach Wuhan vor rund zehn Tagen das Virus nachgewiesen wurde, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag mit. Der Mann sei um die 60 Jahre alt und in stabilem Zustand. Die Frau befinde sich isoliert in einem Krankenhaus und sei in gutem Zustand. Außer den beiden gibt es in den USA bislang vier bestätigte Fälle von Menschen mit Coronavirus, alle von ihnen hatten das Virus aus Wuhan mitgebracht. (dpa)

Sechster Coronavirus-Fall in Frankreich – Arzt infiziert

 In Frankreich ist eine sechste Infektion mit dem neuen Coronavirus bestätigt worden. Es handele sich dabei um einen Arzt in Frankreich, der mit einem Menschen in Kontakt war, dessen Erkrankung später in Asien festgestellt worden sei, teilten Frankreichs Gesundheitsbehörden am Donnerstagabend mit. Der Arzt sei nun schnell isoliert worden. Der Gesundheitsdirektor Jerome Salomon lobte die Kommunikation mit den asiatischen Behörden – diese hätten Frankreich über den Fall in Asien informiert. „Man ruft sich gegenseitig an, um Fälle zu melden“, sagte er. (dpa)

Erste Tests: Coronavirus-Verdacht auf Kreuzfahrtschiff nicht erhärtet

Die ersten Tests nach einem Verdacht auf das Coronavirus auf einem Kreuzfahrtschiff deuten auf Entwarnung: Wie das italienische Gesundheitsministerium am Donnerstag bestätigte, ergaben erste medizinische Untersuchungen keinen Hinweis auf den Erreger der Lungenkrankheit aus China. Man wolle aber noch weitere Resultate abwarten. Wegen des Verdachts waren rund 7000 Menschen – darunter etwa 6000 Passagiere – stundenlang an Bord der „Costa Smeralda“ im Hafen der italienischen Stadt Civitavecchia festgehalten worden. Eine Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao hatte an Bord Symptome wie Fieber und Atemprobleme gehabt, die ein Anzeichen für das Coronavirus sein können. Auch ihr Mann war untersucht worden.  (dpa)

China-Rückkehrer sollen in Kaserne in Rheinland-Pfalz kommen

 Für die Deutschen, die wegen der neuen Lungenkrankheit aus China zurückgeholt werden sollen, ist eine zentrale Unterbringung am Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz vorgesehen. Wie zuerst die Zeitungen der VRM am Donnerstagabend berichteten, gibt es dort in einer Ausbildungskaserne medizinische Einrichtungen, um die Menschen zwei Wochen abgeschottet in Quarantäne zu betreuen. (dpa)

Coronavirus: Zwei neue Verdachtsfälle in Thüringen

Am Donnerstagmittag gab das Thüringer Helios-Klinikum gekannt, dass es dort derzeit zwei aktuelle Verdachtsfälle gibt. „Wir bestätigen, dass wir im Helios Klinikum Erfurt zwei Patienten mit einer Atemwegserkrankung aufgenommen haben, bei denen aktuell noch nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine Corona-Infektion vorliegt“, sagte Krankenhaus-Sprecherin Sylvia Kreyßel-Minar. (BLZ)

Entwarnung bei Verdachtsfall von Coronavirus in Potsdam

Auch der zweite Verdachtsfall auf das Coronavirus in Brandenburg hat sich nicht bestätigt. Das Laborergebnis sei negativ, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mit. Damit ist die Schülerin aus Potsdam nicht mit dem Erreger infiziert. Sie war am Mittwochabend in das Ernst von Bergmann-Klinikum gebracht worden. Ein erster Fall in Brandenburg hatte sich zuvor ebenfalls nicht bestätigt. Zuvor hatten mehrere Medien über die Entwarnung berichtet. Das Coronavirus kann eine Lungenkrankheit auslösen. (dpa)

Zahl der Virus-Fälle in China steigt auf 7830

Die Zahl der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus in China ist auf 7830 gestiegen. Das berichtete das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ am Donnerstagabend Ortszeit. Die Todesfälle standen unverändert bei 170. Da lokale Stellen im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit mancherorts Straßensperren errichten, appellierte das Pekinger Transportministerium an die Behörden, den reibungslosen Verkehr aufrechtzuerhalten. Straßenblockaden ohne Genehmigung seien illegal. Es könne Kontrollen mit Fiebermessungen an Autobahnauffahrten, Raststätten oder Provinzgrenzen und auf Landstraßen geben, aber Straßen dürften nicht einfach gesperrt werden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua aus der Anweisung. (dpa)

7000 Menschen auf Kreuzfahrtschiff vor Italien wegen Virusverdachts blockiert

Wegen zweier Verdachtsfälle des neuartigen Coronavirus an Bord sitzen rund 7000 Passagiere und Besatzungsmitglieder auf einem Kreuzfahrtschiff vor Italien fest. Wie die Gesundheitsbehörden der italienischen Hafenstadt Civitavecchia nördlich von Rom am Donnerstag mitteilten, wurden sie am frühen Morgen über eine chinesische Passagierin mit Fieber informiert. Daraufhin seien drei Ärzte an Bord gegangen, um von der Frau und ihrem Mann Proben zu nehmen. (AFP)

Deutsche sollen am Samstag aus Wuhan ausgeflogen werden

Die Deutschen in der schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina sollen am Samstag ausgeflogen werden. Die deutschen Konsularbeamten vor Ort haben die Betroffenen informiert, dass sie dann zum Flughafen kommen sollen, um nach Frankfurt geflogen zu werden, wie ein deutscher Ingenieur telefonisch der Deutschen Presse-Agentur in Peking berichtete. Nach bisherigen Schätzungen geht es um rund 90 Bundesbürger. Sie sollen nach der Landung zwei Wochen in Quarantäne kommen. Die Deutschen müssten den Transport zum Flughafen in der weitgehend stillgelegten Metropole selbst organisieren, sagte der 32-Jährige aus der Nähe von Köln, der seit zweieinhalb Jahren bei einem deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmen in Wuhan arbeitet. „Wie viele sich jetzt darauf einlassen, weiß ich nicht.“ (dpa)

Impfstoff-Entwicklung braucht vermutlich Monate

Forschungsinstitute rund um den Globus suchen mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das neue Corona-Virus. Es dauere mindestens drei Monate, bis sich ein Impfstoff als wirksam erwiesen haben könnte, sagte der renommierte chinesische Epidemiologe Li Lanjun in einem am Donnerstag verbreiteten Interview der Nachrichtenagentur Xinhua. Es seien bisher fünf Erregerstämme isoliert worden. „Zwei eignen sich sehr gut für die Entwicklung eines Impfstoffes.“

An verschiedenen Stellen in China laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Mehrere Institute sind nach Angaben von Staatsmedien parallel von der Regierung beauftragt worden. Wie schnell ein Impfstoff entwickelt sein könnte, wird von chinesischen Experten allerdings unterschiedlich eingeschätzt.

Das Krankenhaus der Shanghaier Tongji Universität arbeit laut Xinhua gemeinsam mit dem Unternehmen Stermirna Therapeutics an einem neuen mRNA-Impfstoff. Die Herstellung der Proben würde laut unternehmensangaben nicht länger als 40 Tage dauern. Sie würden dann zu Testzwecken verschickt und so schnell wie möglich in die Kliniken gebracht.

An Impfstoffen forschen laut einem Bericht der Tageszeitung „China Daily“ auch die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten der Provinz Zhejiang und der Hauptstadt Peking. Es könne einige Zeit vergehen, bis ein Impfstoff verfügbar ist, da „weitere klinische Studien erforderlich sind“, wurde Zhang Yanjun, der Leiter des mikrobiologischen Labors des Zentrums in Zhejiang, zitiert.

Die Erforschung und Entwicklung eines Impfstoffs sei eine komplexe Aufgabe und erfordere in der Regel zwei bis drei Jahre, bevor er zur Anwendung kommen könne, sagte laut dem Bericht hingegen Xu Wenbo, Leiter des Instituts für die Kontrolle und Prävention von Viruserkrankungen des Zentrums in Peking. Unter Notfallbedingungen und mit „vorrangiger Genehmigung“ könne ein neuer Impfstoff aber auch in wenigen Monaten entwickelt werden.

Von einer Entwicklungszeit von „drei bis vier Monaten oder sogar länger“ sprach der renommierte chinesische Atemwegsexperte Zhong Nanshan, Leiter eines nationalen Expertenteams zur Bekämpfung der neuen Lungenkrankheit, im Interview mit Xinhua. (dpa)

Russland schließt im Osten des Landes Grenze zu China

Russland riegelt wegen des neuartigen Coronavirus seine Grenze zu China ab. Sie verläuft vor allem im äußersten Osten Russlands. Die Schließung ordnete der russische Regierungschef Michail Mischustin am Donnerstag an, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Details dazu sollten später mitgeteilt werden. „Bisher wurde in Russland kein einziger Fall dieser gefährlichen Krankheit registriert“, sagte demnach der neue Ministerpräsident bei einer Regierungssitzung. „Aber wir müssen alles tun, um unsere Bevölkerung zu schützen.“ Grenzübergänge im äußersten Osten des Landes waren bereits für Fußgänger und den Autoverkehr geschlossen worden. Russland hatte zuletzt an der rund 4200 Kilometer langen Grenze zu China Einreisende mit Temperaturmessungen kontrolliert und zusätzlich befragt.

Auch in der Hauptstadt Moskau haben die Befürchtungen vor eine Übertragung erste Auswirkungen. So sagte die US-Fastfoodkette McDonald’s eine geplante Rekordaktion zum 30. Bestehen in Russland ab. (dpa)

+++ 29. Januar +++

Coronavirus: Erster Verdachtsfall in Potsdam – Schülerin in Krankenhaus

In Potsdam gibt es den ersten Corona-Verdachtsfall. Wie das Schiller-Gymnasium auf seiner Internetseite mitteilte, sei eine chinesische Schülerin aus der Klassenstufe 10 in das Ernst-von-Bergmann-Klinikum gebracht worden. „Vorsorglich wurden Schutzmaßnahmen ergriffen für den Fall, dass sie das Corona-Virus trägt“, hieß es. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums und die Sprecherin der Klinik hatten zuvor entsprechende Berichte des rbb bestätigt, dass eine Person mit dem Verdacht auf das Coronavirus in die Klinik gebracht wurde. Sie machten allerdings keine näheren Angaben über deren Identität. Da die Schülerin schon mehrere Tage nicht in der Schule war, bestehe keine Ansteckungsgefahr durch einen Aufenthalt im Schulgebäude, teilte das Gymnasium weiter mit. „Die Schülerinnen und Schüler, mit denen sie zusammen wohnt, sind frei von Anzeichen, bleiben vorsichtshalber zu Hause.“ Die Schule bleibe geöffnet.

In der Klinik sei die Person isoliert worden und werde beobachtet und behandelt, sagte der Ministeriumssprecher. Es sei ein Schnelltest gemacht worden, der in der Berliner Charité analysiert werde. Dies könne bis Donnerstagabend dauern. „Es besteht kein Grund für Panik in der Bevölkerung“, so der Sprecher. Der erste Verdachtsfall in Brandenburg sei es nicht, sagte der Ministeriumssprecher weiter – aber der erste in Potsdam. Es habe bereits am Dienstag eine Person gegeben, die isoliert wurde. Sie kam den Angaben zufolge aus China – aber nicht aus dem dortigen Risikogebiet. Der Test auf das Coronavirus sei allerdings negativ verlaufen. Die Sprecherin des Ernst-von-Bergmann-Klinikums, Damaris Hunsmann, sagte zum Verdachtsfall am Mittwoch: „Der Rettungswagen hat mit der Person am frühen Abend das Klinikum angefahren. Wir wussten Bescheid und waren vorbereitet.“ Unterdessen sei der Verdachtsfall in die Klinik für Infektiologie verlegt – und dort ebenfalls isoliert worden. Welche Symptome die Person habe, falle unter die ärztliche Schweigepflicht. (dpa)

WHO beruft neue Notfallsitzung wegen Coronavirus ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für Donnerstag ein weiteres Treffen seines Notfallkomitees wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus anberaumt. Bei der Krisensitzung solle darüber beraten werden, ob es sich bei dem Virus um einen internationalen Gesundheitsnotfall handle, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Bei einem Krisentreffen des Gremiums in der vergangenen Woche war zunächst kein Notfall ausgerufen worden. (AFP)

Corona-Verdachtsfall in Lufthansa-Maschine – Crew kehrt zurück

An Bord einer Lufthansa-Maschine hat es einen Corona-Verdachtsfall gegeben. An dem am Mittwochmorgen in Nanjing gelandeten Flug LH780 aus Frankfurt hatte auch ein Mann teilgenommen, der von den chinesischen Behörden als Risikofall eingestuft wurde, bestätigte das Unternehmen in Frankfurt. Der Chinese soll gehustet haben und zwei Wochen zuvor in der Stadt Wuhan gewesen sein, in der das neuartige Coronavirus zuerst bemerkt worden war. Ob er tatsächlich infiziert ist, blieb zunächst unklar. Zuvor hatte die Website „Aerotelegraph“ berichtet. Die Passagiere, die jeweils drei Reihen vor und hinter dem Mann saßen, seien von den chinesischen Behörden ebenso untersucht worden wie die Crew des Airbus A 340, sagte der Lufthansa-Sprecher. Nach der medizinischen Untersuchung seien sie als unbedenklich entlassen worden. Flugbegleiter und Piloten seien dann umgehend in die nächste Maschine nach Frankfurt umgestiegen. Der Rückflug LH781 war am Mittwochabend in Frankfurt gelandet. Die deutschen Behörden seien über das Vorgehen informiert worden, erklärte die Fluggesellschaft. (dpa)

Fünfter Infektionsfall mit Coronavirus in Frankreich

In Frankreich hat sich die Zahl der Coronavirus-Patienten auf fünf erhöht. Bei der Tochter eines bereits mit dem Virus infizierten chinesischen Touristen sei die Krankheit ebenfalls nachgewiesen worden, sagte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Mittwoch vor Journalisten. Der Vater der infizierten Frau, ein 80-jähriger Chinese, sei auf die Intensivstation verlegt worden, sagte Buzyn weiter. Sein Zustand sei kritisch. Bei den drei anderen bestätigten Patienten handelt es sich um einen 31-jährigen Chinesen und seine 30-jährige Frau sowie um einen 48-jährigen Franzosen. Auch der Zustand des 31-Jährigen habe sich verschlechtert, sagte Buzyn. Er müsse künstlich beatmet werden und sei ebenfalls auf eine Intensivstation verlegt worden. Buzyn kündigte weiter an, dass ein erstes Evakuierungsflugzeug aus Frankreich noch am Mittwochabend starten sollte, um etwa 200 Franzosen aus dem Zentrum des Virus-Ausbruchs, der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan, zu holen. Weitere Flüge sind demnach für die kommenden Tage geplant. (AFP)

Erstmals Coronavirus in Finnland bestätigt 

In Finnland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Eine Touristin aus der chinesischen Millionenstadt Wuhan sei während eines Aufenthalts in Lappland positiv auf das Virus getestet worden, teilte die finnische Gesundheitsbehörde THL am Mittwochnachmittag mit. Sie befinde sich in einem Krankenhaus der Stadt Rovaniemi in Isolation. Finnischen Medien zufolge soll es sich um eine 32-Jährige handeln. Grund zur Besorgnis bestehe nicht, erklärte THL-Direktor Mika Salminen. Nach Frankreich und Deutschland ist Finnland damit das dritte EU-Land, in dem die neue Lungenkrankheit nachgewiesen worden ist. (dpa)

Leichtathletik-WM in China wegen Coronavirus auf 2021 verschoben

Die für März geplante Leichtathletik-Weltmeisterschaft in China ist wegen des Coronavirus-Ausbruchs um ein Jahr verschoben worden. „Mit Bedauern“ habe der Leichtathletik-Weltverband gemeinsam mit den Organisatoren entschieden, den Wettbewerb auf März 2021 zu verschieben, teilte der Weltverband am Mittwoch mit. „Unser medizinisches Team, das in Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation steht, hat uns informiert, dass sich der Ausbruch des Coronavirus – sowohl in China als auch außerhalb des Landes – immer noch auf einem besorgniserregenden Niveau befindet“, erklärte der Weltverband. Niemand solle in einer solchen Situation eine Großveranstaltung organisieren, „die verschoben werden“ könne. (AFP)

Lufthansa streicht alle Flüge von und nach China

Die Lufthansa streicht ihre Flüge von und nach China. Europas größte Fluggesellschaft mit ihren Töchtern folgt damit angesichts des neuartigen Coronavirus ihrem Konkurrenten British Airways und anderen Fluggesellschaften, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt bestätigte. Zuvor hatte die „Bild-Zeitung“ berichtet. (dpa)

British Airways setzt alle Flüge nach China aus

Die britische Fluggesellschaft British Airways setzt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China alle ihre Flüge in die Volksrepublik und von dort nach Großbritannien aus. Das gelte ab sofort, teilte die Airline am Mittwoch mit. British Airways fliegt normalerweise täglich von London Heathrow nach Peking und nach Shanghai. Air France teilte mit, der Flugplan ändere sich vorerst nicht. Die französische Airline hatte ihre Flüge nach Wuhan, wo das Virus seinen Ursprung hat, allerdings bereits am vergangenen Freitag ausgesetzt. Cathay Pacific Airways mit dem Heimatdrehkreuz Hongkong hat ebenfalls bereits angekündigt, Flüge zum chinesischen Festland ab dem 30. Januar bis Ende März um die Hälfte zu reduzieren. Die US-Fluggesellschaft United Airlines will angesichts einer stark nachlassenden Nachfrage die Zahl ihrer Flüge nach China ab Samstag bis vorerst 8. Februar verringern. (AFP)

Universität Hamburg stoppt wegen Coronavirus alle Kontakte mit China

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in China hat die Universität Hamburg alle Dienstreisen in das Land vorerst gestoppt. Außerdem kündigte die Hochschule an, Tagungen und Konferenzen zu verschieben, an denen Menschen mit Wohnsitz in China teilnehmen sollten. Die Maßnahmen erfolgten „zum Schutz ihrer Angehörigen und Gäste“. Die Universität wollte sich auch einen Überblick über alle ihre Dozenten und Studenten verschaffen, die sich derzeit in China aufhalten. Diese sollten bei einer „gegebenenfalls erforderlichen Ausreise“ unterstützt werden, hieß es. Studenten, die für die kommenden Monate einen Auslandsaufenthalt in dem Land planten, sollten wegen möglicher Folgen für ihr Studium beraten werden. (AFP)

Skiverband sagt alpinen Olympiatest in China ab

Der Internationale Skiverband FIS hat aufgrund der Verbreitung des neuartigen Coronavirus’ die für den 15. und 16. Februar geplanten alpinen Weltcup-Rennen der Männer in Yanqing abgesagt. „Es ist sehr bedauerlich, dass wir zu dieser schwierigen Entscheidung gezwungen wurden, da es sich um den ersten FIS-Ski-Weltcup in China überhaupt und den ersten offiziellen Test für Olympia 2022 in Peking handelt“, sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper.Obwohl das Risiko in Yanqing „niedrig ist, haben die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten und aller Teilnehmer Vorrang“, führte Kasper weiter aus: „Es ist auch unerlässlich, dass sich die Athleten auf ihre Leistung konzentrieren können, insbesondere auf den völlig neuen und sehr herausfordernden Kurs.“ (SID)

+++ 28. Januar +++

Autozulieferer schließt wegen vier Coronavirus-Fällen Standort

Wegen vier mit dem neuen Coronavirus infizierten Mitarbeitern schließt der Automobilzulieferer Webasto seinen Stammsitz im oberbayerischen Gauting bis Sonntag. Bis dahin sollen Mitarbeiter der Firmenzentrale auch nicht an nationale und internationale Standorte reisen, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Für China gelte sogar eine Sperre für zwei Wochen.

Die vier ersten in Deutschland bestätigten Fälle der neuen Lungenkrankheit sind allesamt Mitarbeiter des Unternehmens. Eine Kollegin aus China war vergangene Woche zu einer Schulungsmaßnahme im Gautinger Ortsteil Stockdorf. Dort hatten sich die vier Mitarbeiter nach bisherigen Erkenntnissen angesteckt.

„Unter den Mitarbeitern des Automobilzulieferers Webasto gibt es weitere mit dem Coronavirus infizierte Personen“, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. „Die Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft wurden aufgrund der neueren Entwicklungen ausgeweitet.“

Alle vier Betroffenen arbeiten demnach in der Firmenzentrale, wo insgesamt rund tausend Menschen arbeiten. Das Unternehmen sei in engem Austausch mit den Behörden und orientiere sich an den Empfehlungen des Roland-Koch-Instituts.

Webasto hatte schon nach Bekanntwerden des ersten Falls alle Dienstreisen nach und von China für mindestens zwei Wochen abgesagt und den Mitarbeitern am Standort Stockdorf freigestellt, diese Woche im Homeoffice zu arbeiten. Von diesem Mittwoch an soll ein Ärzte-Team des Gesundheitsamts systematisch alle Kontakte der betroffenen Personen testen.

Das Unternehmen mit 13.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 hat seinen Hauptsitz im oberbayerischen Stockdorf. Weltweit hat Webasto mehr als 50 Standorte. In Deutschland gibt es laut Unternehmenswebsite noch weitere Standorte in den bayerischen Orten Gilching, Utting, Schierling, Hengersberg, Regensburg und Nürnberg sowie in Wörth (Rheinland-Pfalz) und Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). In China gibt es demnach zwölf Standorte – einer davon auch in der besonders betroffenen Stadt Wuhan.

Die wichtigsten Produkte des Unternehmens sind Panorama-, Schiebe- und Cabrio-Dächer sowie Standheizungen, Heizsysteme für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie Klimasysteme.

Drei weitere Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt

In Bayern sind drei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert worden. Sie stünden in Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Fall der neuen Lungenkrankheit in Deutschland, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Dienstagabend mit. Auch die drei neu angesteckten Patienten seien Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der der erste Betroffene beschäftigt ist.

„Es wurde entschieden, dass auch die drei neuen Patienten in der München Klinik Schwabing stationär aufgenommen und dort medizinisch überwacht und isoliert werden“, teilte das Ministerium weiter mit. „Bei einigen weiteren Kontaktpersonen läuft derzeit ein Test, ob auch hier eine Infizierung mit dem Coronavirus vorliegt.“

Über Einzelheiten wollen das bayerische Gesundheitsministerium und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch per Pressemitteilung berichten. Weitere Angaben machte ein Sprecher am Abend zunächst nicht.

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in chinesische Provinz Hubei

Die Bundesregierung warnt seit Dienstag vor Reisen in die zentralchinesische Provinz Hubei, von der aus sich das neuartige Coronavirus ausbreitet. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von Reisen in die Region um die Millionenstadt Wuhan abgeraten. Jetzt heißt es auf der Internetseite des Ministeriums: „Vor Reisen in die Provinz Hubei wird gewarnt.“ An anderer Stelle heißt es aber trotzdem weiterhin: „Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt.“ Nach Angaben des Auswärtigen Amts befinden sich in der Region 90 Deutsche und Angehörige. Derzeit wird eine Evakuierungsaktion für sie geprüft. (dpa)

Neuer Corona-Verdacht in Berlin

In Berlin gibt es einen neuen Verdachtsfall auf das Coronavirus. Eine Frau in Charlottenburg-Wilmersdorf wurde isoliert. Laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) habe die Frau Symptome gezeigt und sich, “wenn man es groß fasst”, im Risikogebiet in China aufgehalten. Spezialisten an der Charité untersuchen, ob es sich wirklich um das neue Virus handelt. Mit den Ergebnissen wird spätestens am Mittwochvormittag gerechnet.

Kalayci wiederholte am Dienstag ihre Einschätzung, Berlin sei auf mögliche Ansteckungsfälle gut vorbereitet. Vor fünf Monaten sei im Flughafen Tegel eine Übung mit der Berliner Feuerwehr, der Polizei und der Charité durchgeführt worden für das Szenario, dass ein hochansteckender Passagier eintrifft. Beim Thema Isolation und Einhaltung von infektionshygienischen Regeln sei das Personal geschult und der Transport bis hin zu einer Isolierstation sei gesichert. “Das ist aus meiner Sicht die beste Vorbereitung, die man haben kann”, so Kalayci am Dienstagmittag.

Patrick Larscheid, Amtsarzt in Reinickendorf, warnte vor Panikmache. Es gebe in Berlin nur sehr wenige Leute, die überhaupt erkrankungsverdächtig seien – auch, weil Berlin kein nennenswerter Zielflughafen für Flüge aus China sei. „Die Rentnerin in Pankow oder der Kassierer in Moabit sind in ihrem Alltag nicht gefährdet.“ Zur Risikogruppe gehören Leute, die Symptome zeigen (Husten, Fieber, Atemnot) und entweder selbst im Risikogebiet in China waren oder Kontakt hatten zu Menschen, die sich dort aufgehalten haben.

Der Berliner Senat betreibt unter (030) 90 28 28 28 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten sich mit dem Corona-Virus infiziert haben.

Skirennen in China vor Absage – Teams gegen Reise

Wegen des Coronavirus steht der Olympia-Test der alpinen Skirennfahrer unmittelbar vor der Absage. Gut zweieinhalb Wochen vor den nahe Peking geplanten Speed-Rennen sprechen sich die meisten Teams und auch Vertreter des Weltverbandes FIS deutlich gegen die Wettkämpfe auf den Olympia-Strecken von 2022 in Yanqing aus. Herren-Rennchef Markus Waldner sagte auf dpa-Anfrage, dass die geplante Herren-Abfahrt und der Super-G noch nicht offiziell abgesagt seien. Man warte auf eine Mitteilung der Veranstalter oder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Mit dieser wurde am Dienstagabend oder spätestens am Mittwoch gerechnet. 

Ungeachtet der Entscheidung scheint bereits jetzt sicher zu sein, dass kein deutsches Team nach China reisen wird. Der Deutsche Skiverband (DSV) lässt es seinen Athleten nämlich offen, ob sie den Trip antreten wollen. Auch aus anderen nationalen Verbänden, von beteiligten Skifirmen und sogar aus der FIS war zu hören, dass viele Beteiligte am Weltcup auf keinen Fall nach China fliegen werden. (dpa)

Kreise: Coronavirus-Patient steckte sich bei chinesischem Gast an

Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. (dpa)

Erster Coronavirus-Fall in Deutschland – mehr als 100 Tote in China

Erstmals ist in Deutschland eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich mit dem Erreger infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am späten Montagabend mit. Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind – die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen.

Der Patient in Bayern befindet sich nach Angaben der „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung hieß. „Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert.“ Weitere Angaben zu dem Mann machte der Sprecher zunächst nicht.

Das bayerische Gesundheitsministerium und das LGL wollen die Öffentlichkeit am Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz informieren. „Dann besteht die Möglichkeit für Fragen der Medien“, hieß es weiter.

Risiko derzeit gering

Der Ministeriumssprecher betonte: „Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der „Task Force Infektiologie“ des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet.“ Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

In Europa waren zuvor drei Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Alle drei betrafen Menschen in Frankreich, die zuvor in China gewesen waren.

Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist auf über 4500 gestiegen, nachdem das chinesische Staatsfernsehen am Dienstag einen Sprung um mehr als 1700 Fälle im Vergleich zum Vortag meldete. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei habe es auch 24 weitere Todesopfer gegeben, so dass landesweit mindestens 106 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben seien.

Oft milde Symptome

Das neue Virus 2019-nCoV stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in der chinesischen Millionenstadt Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht. Die Symptome – darunter trockener Husten, Fieber und Atemnot – können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome. Von den in China registrierten Todesfällen gehen die meisten nach bisherigen Erkenntnissen auf ältere und ohnehin schon stark geschwächte Patienten zurück.

Der neue Erreger ist dem Virus hinter der Sars-Epidemie 2002/2003 sehr ähnlich. Damals hatte es nach Daten der Weltgesundheitsorganisation zwischen November 2002 und Juli 2003 neun Nachweise in Deutschland gegeben. Todesfälle gab es hier nicht.

China hat im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung drastische Maßnahmen ergriffen: In Hubei wurden mehr als 45 Millionen Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt.

Mögliche Evakuierung wird in Betracht gezogen

Wegen der Lungenkrankheit wollen immer mehr Länder ihre Staatsangehörigen aus den besonders betroffenen Regionen zurückholen, so etwa Großbritannien und Belgien, Japan, Frankreich und die USA. Auch die Bundesregierung erwägt, ausreisewillige Deutsche aus China auszufliegen. Eine mögliche Evakuierung werde in Betracht gezogen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag, bevor der bestätigte Fall aus Bayern bekannt wurde.

Bislang hatte es in Deutschland lediglich Verdachtsfälle gegeben. Einige Bundesländer haben ergänzende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, beispielsweise an Flughäfen. Pandemie- und Umgangspläne sorgten für Klarheit, was im Fall der Fälle an den Flughäfen und an den Kliniken zu tun sei, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

+++ 27. Januar +++

WHO korrigiert internationales Gefährdungsniveau durch Coronavirus nach oben

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eigene Angaben zum internationalen Gefährdungsniveau durch das neuartige Coronavirus korrigiert. Weltweit sei die Gefährdung „hoch“, erklärte die Organisation und korrigierte damit bisherige Angaben. Zur Begründung sagte eine Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur AFP, es habe einen „Formulierungsfehler“ gegeben. Die WHO schätze das Risiko „sehr hoch in China, hoch in der Region und hoch auf weltweitem Niveau“ ein.

In Erklärungen der WHO vom Donnerstag, Freitag und Samstag vergangener Woche hatte es dagegen immer geheißen, das Risiko sei „sehr hoch in China, hoch in der Region und moderat auf weltweitem Niveau“. Dies sei ein „Formulierungsfehler“ gewesen, sagte WHO-Sprecherin Fadela Chaib. Sie betonte, dass die neue Formulierung nicht die Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstandes bedeute. Dieser wird nur äußerst selten erklärt. An dem neuartigen Virus 2019-nCoV sind in China mehr als 2700 Menschen erkrankt, die meisten von ihnen in der Stadt Wuhan, in der der Erreger das erste Mal auftrat.

Mehr als 80 Menschen starben bereits. Am Montag gab es nun auch einen ersten Todesfall in Peking. Ein 50-Jähriger sei der Krankheit erlegen, teilte das Gesundheitsamt der chinesischen Hauptstadt mit. Der Mann habe Anfang Januar Wuhan besucht und eine Woche nach seiner Rückkehr Fieber bekommen. Am Montag sei er an Lungenversagen gestorben. (AFP)

Berlin bereitet mögliche Evakuierung von Deutschen aus Wuhan vor

Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China bereitet Deutschland eine mögliche Evakuierung von Deutschen aus der besonders betroffenen Metropole Wuhan vor. Die Bundesregierung ziehe jetzt auch eine mögliche Evakuierung aller ausreisewiligen Deutschen „in Betracht“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag mit Blick auf eine Sitzung des Krisenstabs im Auswärtigen Amt. Im Raum Wuhan gibt es nach Angaben des Auswärtigen Amts etwa 90 Deutsche. „Wir prüfen und bereiten uns auf alle Optionen vor“, sagte Maas nach einem Treffen mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in Berlin. Ein Konsularteam der deutschen Botschaft in Peking werde am Montagnachmittag in Wuhan eintreffen, um bei einer möglichen Evakuierung deutscher Staatsbürger „Unterstützung“ zu leisten. Maas rief alle Bürger auf, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes aufmerksam zu verfolgen. Der Außenminister bekräftigte die Mahnung an die Bürger zu erwägen, „nicht zwingende Reisen nach China“ abzusagen oder zu verschieben. In der elf Millionen Einwohner zählenden Stadt Wuhan hatte das neuartige Coronavirus im Dezember seinen Ausgang genommen. Ein Großteil der mittlerweile mehr als 2700 infizierten Patienten in China lebt dort. Durch das Virus, das Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen verursacht, kamen bislang mehr als 80 Menschen in der Volksrepublik ums Leben. Aus einem Dutzend weiteren Ländern wurden einzelne Infektionen gemeldet. Die USA und Frankreich haben bereits angekündigt, zumindest einen Teil ihrer Staatsbürger in Wuhan auszufliegen. (AFP)

Schon 80 Tote: Zahl der Virus-Infizierten in China steigt sprunghaft

Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist bis Montag um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus in der Volksrepublik sogar um mehr als 700 auf 2744, wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf die chinesischen Behörden berichtete. Mit den rund 50 Fällen außerhalb Chinas sind damit bislang fast 2800 Fälle weltweit bestätigt. Die Zahl der Infizierten in China kann weiter stark steigen, da es rund 5800 Verdachtsfälle gibt, bei denen die Diagnose noch nicht abgeschlossen ist. In Hongkong, Taiwan und Macao gibt es 17 bestätigte Erkrankungen – in anderen Ländern Dutzende mehr. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, war die große Mehrheit der außerhalb Chinas Erkrankten zuvor in der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina gewesen, dem Ausgangsort der Epidemie. (dpa)

Mongolei schließt wegen Coronavirus Grenze zu China – Auch Schul- und Universitätsbetrieb wird vorübergehend eingestellt

Die Mongolei hat wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China die Grenze zum Nachbarland vorsorglich geschlossen. Das Grenzverbot gelte für alle Fußgänger und Fahrzeuge, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Enkhtuvshin Ulziisaikhan am Sonntag. Darüberhinaus blieben alle Schulen und Universitäten bis 2. März geschlossen. In dem zentralasiatischen Land gibt es bisher keine bestätigten Infektionsfälle. In China war die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus zuletzt auf mehr als 80 gestiegen, mehr als 2700 Menschen haben sich nach Angaben der Zentralregierung in Peking infiziert. Hinzu kommen landesweit rund 6000 Verdachtsfälle. Auch in rund einem Dutzend weiteren Ländern, darunter den USA, Frankreich und Australien, gibt es einzelne Infektionsfälle. Das Virus war zuerst in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei aufgetreten. Die meisten der Todesfälle gab es in dieser Provinz. Die chinesischen Behörden betonten, die meisten Todesopfer seien alt gewesen oder hätten bereits unter Vorerkrankungen gelitten. (AFP)

+++ 26. Januar +++

Coronavirus: Erster Verdachtsfall in Berlin hat sich nicht bestätigt

Ein Verdacht auf eine erste Infektion mit dem neuen Coronavirus in Berlin ist am Sonntag ausgeräumt worden. „Derzeit gibt es in Berlin keinen bestätigten Fall des Coronavirus 2019-nCoV” sagte Lena Högemann, Pressesprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung, der Berliner Zeitung am Sonntag. Man empfehle “Menschen in Berlin, falls sie zum Risikokreis gehören, d.h. in dem Risikogebiet (Provinz Hubei, China) gewesen sind oder Kontakt mit Personen aus dem Risikogebiet hatten und Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, eine Notaufnahme aufzusuchen und sich auf den Coronavirus testen zu lassen”, sagte sie weiter. Es habe “die Information eines Verdachts des Coronavirus 2019-nCoV der DRK-Kliniken Mitte” vorgelegen: “Der Test zu diesem Verdachtsfall fiel heute negativ aus“, bestätigte Lena Högemann am Sonntag. Eine Frau hatte sich nach einer Chinareise mit verdächtigen Symptomen gemeldet und war in einem Krankenhaus in Berlin-Wedding untersucht worden.  

Flugzeuge mit Corona-Verdachtsfällen werden zu fünf Flughäfen umgeleitet

Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, hat angesichts des sich weiter ausbreitenden Corona-Virus auf die Notfallpläne deutscher Flughäfen verwiesen. „Die Internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen für Deutschland fünf Flughäfen vor, die zum Schutz der öffentlichen Gesundheit so genannte Kernkapazitäten vorhalten müssen“, sagte Beisel der Tageszeitung Rheinischen Post. Im Falle der Ankunft eines Passagierflugzeuges, das einen Verdachtsfall an Bord habe, würde die betreffende Maschine zu einem dieser Flughäfen umgeleitet. „In Deutschland zählen dazu Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin“, sagte Beisel. Grundsätzlich seien die Gesundheitsbehörden der jeweiligen Bundesländer zuständig für die Umsetzung der Maßnahmen. „Notfallpläne für den Umgang mit gefährlichen Infektionen auf deutschen Flughäfen existieren seit Jahren und haben sich in der Vergangenheit bewährt, so etwa 2003 bei SARS, 2006 bei einem Fall von Lassafieber oder 2009 im Zuge der Ausbreitung der Schweinegrippe“, sagte Beisel. „Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Notfallpläne sind Erkenntnisse und Vorschriften der Weltgesundheitsorganisation.“

Deutsche werden vorerst nicht aus Hubei evakuiert

Eine Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der vom neuartigen Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei ist vorerst nicht geplant. Aus Regierungskreisen in Berlin verlautete am Sonntag, das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit den Betroffenen und mit Partnerorganisationen vor Ort, wie mit der Situation umzugehen sei. Demnach leben in der Region etwa 100 deutsche Staatsangehörige mit ständigem Wohnsitz, die in der Krisenvorsorgeliste des Amtes registriert sind. In diese Liste können Deutsche sich freiwillig eintragen lassen.

China sagt nationale Winterspiele ab

China sagt wegen der Lungenkrankheit seine nationalen Winterspiele ab. Die Wettkämpfe sollten eigentlich vom 16. bis 26. Februar in der Inneren Mongolei stattfinden und eine wichtige Vorbereitung für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sein. Ebenfalls verschoben wird der Fußball-Supercup zwischen dem Meister und Pokalsieger, der eigentlich für den 5. Februar in Suzhou terminiert war. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

China: Handel mit Wildtieren verboten

In China wird der Handel mit Wildtieren verboten. Da vermutet wird, dass das Virus von wilden Tieren auf den Menschen übertragen wurde, ordneten die Marktbehörden am Sonntag auch an, alle Zuchtfarmen unter Quarantäne zu stellen. Nicht nur der Handel sondern auch der Transport von Wildtieren sei verboten. Alle Plattformen – von Frischmärkten über Supermärkte und Restaurants bis hin zu Online-Geschäften – müssten den Verkauf einstellen.  Woher das Virus genau kommt, ist noch nicht klar. Es wurde spekuliert, dass die neue Variante des Sars-Virus vielleicht von Schlangen oder Fledermäusen stammt. Bei der Pandemie des Sars-Virus waren 2002/2003 rund 8000 Menschen infiziert und knapp 800 gestorben. Das damalige Sars-Virus stammte offenbar von Schleichkatzen, die in China als Delikatesse gegessen werden.

US-Bürger werden aus Wuhan ausgeflogen

Das US-Außenministerium kündigte am Sonntag an, US-Bürger aus der Millionenstadt Wuhan auszufliegen. Die USA planen für Dienstag einen Flug aus der Elf-Millionen-Stadt Wuhan, in dem das Virus zuerst aufgetreten war, um US-Behördenpersonal und weitere Staatsbürger nach San Francisco zu bringen, teilte das US-Außenministerium am Sonntag mit. Für Privatpersonen gebe es nur „begrenzte Kapazitäten“, schränkte die Behörde ein. Vorrang hätten Menschen, die durch den Krankheitserreger „stärker gefährdet“ sind. Rund 1000 US-Bürger sollen sich nach Angaben des „Wall Street Journals“ in Wuhan aufhalten. Auch Frankreich plant per Bus eine Evakuierungsaktion seiner Bürger aus der Hubei-Provinz.

China: Immer mehr Tote wegen Coronavirus

Trotz drastischer Gegenmaßnahmen nach dem Ausbruch der neuen Lungenkrankheit in China gibt es immer mehr Todesfälle in der Volksrepublik. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg inzwischen auf 56, wie die Nationale Gesundheitsbehörde des Landes am Sonntag mitteilte. Demnach haben sich 1975 Menschen in China mit dem Coronavirus angesteckt, der die neuartige Lungenkrankheit auslöst. Zuletzt war von knapp 1400 Infizierten die Rede gewesen. Weltweit kommen nach bisherigen Informationen rund 30 bestätigte Fälle hinzu – darunter drei Patienten in Frankreich, bei denen es sich um die ersten bekanntgewordenen Erkrankungen in Europa handelt.

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+++ 25. Januar +++

Coronavirus: Krisentreffen in Peking

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping berief am Samstag in Peking ein Krisentreffen ein. Alle Ebenen von Partei und Regierung müssten dem Kampf gegen das Coronavirus höchste Priorität einräumen, sagte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. die Provinz Hubei entsandt, um die Arbeit vor Ort zu steuern. Die Provinzhauptstadt von Hubei, die Millionenmetropole Wuhan, ist besonders stark vom Coronavirus betroffen: Dort war der Erreger vor wenigen Wochen auf Menschen übergesprungen – vermutlich auf einem Tiermarkt.

Berlin: Informationskampagne an Flughäfen über Coronavirus

Nachdem sich das tödliche Coronavirus immer weiter ausbreitet und es inzwischen auch Fälle der Lungenkrankheit in Frankreich gibt, hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) vor Hysterie in Berlin gewarnt. „Berlin ist gut vorbereitet für den Ernstfall“, sagte sie am Rande der SPD-Fraktionsklausur in Nürnberg. „Das Robert-Koch-Institut schätzt das Risiko in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt als gering ein“, sagte Kalayci. Allerdings könnten Einzelfälle auftreten. Darauf bereite man sich vor. So wird am Sonntag an den Flughäfen eine große Plakataufklärung starten. Zudem sollen Aufklärungsflyer   an Reisende aus den Regionen, in denen das Virus aufgetreten ist, verteilt werden. Man arbeite eng mit der Charité, der Flughafen-Gesellschaft und den Rettungsdiensten zusammen, die im Ernstfall sofort reagieren können, so die Gesundheitssenatorin. Die Notaufnahmen und Rettungsdienste seien ausführlich informiert. “Berlin verfügt mit dem Institut für Virologie und der Sonderisolierstation an der Charité über eine sehr gute Ausstattung für den Fall der Einreise eines an 2019-nCoV erkrankten Patienten in Berlin”, erklärte sie weiter.

Source: berliner-zeitung.de

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