Coronavirus: Heinsberger Landrat Pusch gibt Einzelheiten zum Toten bekannt – STERN.de

Mehr als 110.000 Menschen in rund hundert Ländern haben sich bis Montag mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mehr als 3800. Als fünftes Land auf dem Westbalkan meldete Albanien am Montag seine ersten Infektionsfälle. 

Auch in Deutschland breitet sich das Virus rasch aus. Beim Robert Koch-Institut (RKI) waren bis Montagmorgen 1112 Infektionen erfasst. Die meisten Fälle deutschlandweit verzeichnen Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Aus NRW wurden am Montag zwei Todesfälle gemeldet. 

Alle Nachrichten zum Coronavirus im stern-Ticker: 

+++ Frankreichs Kulturminister mit Coronavirus infiziert +++

Frankreichs Kulturminister Franck Riester hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Er sei nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause und habe kaum Symptome, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran im Fernsehen. Wie bei jedem anderen, der an Covid-19 erkrankt sei, untersuche man nun, mit wem der 46-jährige Riester engen Kontakt hatte.

+++ Italien weitet Sperr-Maßnahmen auf ganzes Land aus +++

Die italienische Regierung weitet Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus. Das sagte Premierminister Giuseppe Conte am Montag.

+++ Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus-Fällen legt in Oakland an +++

Das wegen mehrerer Coronavirus-Infizierten an Bord vor der Küste Kaliforniens gestoppte Kreuzfahrtschiff hat im Hafen von Oakland angelegt. Nun sollen die rund 3500 Menschen von Bord der “Grand Princess” gebracht werden, wie US-Medien berichteten. Das könne allerdings mehrere Tage dauern. Unter anderem mit Bussen sollen die Passagiere in Krankenhäuser, auf Armee-Gelände oder in ihre Wohnungen und Häuser gebracht werden, wo sie mindestens 14 Tage lang unter Quarantäne bleiben müssen. Bei 21 Menschen an Bord – 19 Crewmitgliedern und 2 Passagieren – ist das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden. US-Soldaten hatten per Hubschrauber Testkits an Bord gebracht.

+++ Nach Coronavirus-Verdacht bis zu 2250 Menschen isoliert +++

Nach dem Coronavirus-Verdacht in Neustadt/Dosse befinden sich nach aktuellen Schätzungen bis zu 2250 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das teilte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin am Abend mit. Die isolierten Menschen sind demnach über mehrere Landkreise Brandenburgs und weitere Bundesländer verteilt. Der Landkreis distanzierte sich damit zugleich von zuvor genannten deutlich höheren Zahlen. Der Amtsdirektor der Kleinstadt hatte von 4000 bis 5000 Menschen in häuslicher Quarantäne gesprochen.

Die Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt (Dosse), der Hort sowie Reitinternate bleiben vorsorglich bis einschließlich 17. März geschlossen. Dann endet die mögliche Inkubationszeit.  Betroffen von der Quarantäne sind Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Angehörige.  

+++ Ryanair streicht wegen Coronavirus weitere Italien-Flüge +++

Die irische Billig-Airline Ryanair kürzt wegen des neuartigen Corona-Erregers weiter die Flugpläne von und nach Italien. Das stark reduzierte Angebot gelte vom späten Donnerstagabend an (Mitternacht) bis zum 8. April, teilte die Airline am Montag in Dublin mit. Betroffen seien internationale Flüge von und nach Bergamo, Malpensa, Venedig, Parma, Rimini und Treviso. Vom späten Dienstagabend an bis 8. April werden zudem alle Inlandsflüge von und nach Bergamo, Malpensa, Parma und Treviso eingestellt. 

+++ Coronavirus: FC Bayern drohen mindestens zwei Geisterspiele +++

Dem deutschen Fußball-Meister FC Bayern München drohen nach der Einigung der Regierungskoalition in Bayern mindestens zwei Geisterspiele. Der schwarz-orange Koalitionsausschuss hatte am Montag in München vereinbart, wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen bis zunächst Karfreitag zu untersagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen, zuvor hatte die “Augsburger Allgemeine” berichtet. Die Details sollen am Dienstag in einer Kabinettssitzung beraten und beschlossen werden.

In diesen Zeitraum fallen das Champions-League-Heimspiel der Bayern gegen den FC Chelsea am 18. März und die Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt vier Tage später. Sollten die Münchner in einem möglichen Königsklassen-Viertelfinale am 7./8. April Heimrecht haben, wäre auch dieses Spiel betroffen. Erst einen Tag nach Karfreitag könnte der Rekordmeister wieder mit den Fans im Rücken gegen Fortuna Düsseldorf (11. April) spielen.

Zuschauer vor der Alrlianz Arena: Den FC Bayern drohen zwei Geistespiele

Zuschauer vor der Allianz Arena: Den FC Bayern drohen zwei Geisterspiele

+++ Iran: Neujahrsrede des obersten Führers wegen Corona-Krise abgesagt +++

Die Neujahrsrede des obersten iranischen Führers ist wegen der Coronavirus-Krise im Land abgesagt worden. Ajatollah Ali Chamenei werde seine ursprünglich am 21. März im Mausoleum des achten schiitischen Imam Resa in Maschad in Nordostiran geplante Rede wegen der eventuellen Ansteckungsgefahr an dem Virus nicht halten, twitterte die Nachrichtenagentur Fars am Montag. Chamenei werde daher dieses Jahr auch nicht nach Maschad reisen, berichtete Fars weiter. 

+++ Irland streicht alle Paraden zum St. Patrick’s Day +++ 

Irland streicht wegen des neuartigen Coronavirus landesweit alle Paraden zum St. Patrick’s Day. Das bestätigte Premierminister Leo Varadkar am Montag in Dublin. “Weitere Ratschläge zu öffentlichen Großveranstaltungen werden in den kommenden Tagen veröffentlicht”, sagte Varadkar auf einer Pressekonferenz weiter. Die Republik Irland hat bislang etwas über 20 Infektionen mit Sars-CoV-2 registriert. Varadkar zufolge könnten sich aber leicht 50 oder 60 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus anstecken. 

+++ Essenerin war erstes Coronavirus-Todesopfer in Deutschland +++

Die am Montagmittag in der Essener Universitätsklinik gestorbene 89-jährige Frau war das erste Coronavirus-Todesopfer in Deutschland. Sie sei um 12.44 Uhr an einer Lungenentzündung in Folge der Infektion gestorben, wie eine Sprecherin der Stadt Essen mitteilte. Das zweite Opfer, ein 78-jähriger Mann aus Gangelt, war gut eine Stunde später am Montag gegen 14 Uhr an Herzversagen gestorben, wie der Heinsberger Landrat Stephan Pusch am Abend sagte. Der Mann habe sich vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet. Er habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten.

+++ Italienische Regierung schließt wegen Coronavirus alle Skiorte +++

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Norditalien hat die italienische Regierung die Schließung aller Skiorte des Landes beschlossen. Auf Anweisung des Zivilschutzes würden alle Skiorte ab Dienstagmorgen geschlossen, sagte der Minister für regionale Angelegenheiten, Francesco Boccia, am Montagabend. Nach Angaben des Zivilschutzes erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Italien binnen 24 Stunden um 97 auf insgesamt 463.

+++ Bayern will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen untersagen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss am Montag in München geeinigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Zuvor hatte die “Augsburger Allgemeine” berichtet.

+++ Heinsberger Landrat: keine Kinder und Jugendlichen in Klinik +++

Wegen der Coronavirus-Infektion sind im besonders betroffenen Kreis Heinsberg 15 Menschen in stationärer Behandlung, darunter keine Kinder oder Jugendliche. Betroffen seien vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch am Montagabend bei einer Pressekonferenz. Fünf der Patienten würde auf der Intensivstation behandelt. Der Frau eines schwer erkrankten Mannes aus Gangelt gehe es besser, er selbst sei noch in einem kritischen Zustand. Insgesamt seien im Kreis bis zum Abend 323 Infektionen nachgewiesen worden.

+++ Landrat von Heinsberg gibt Einzelheiten zum Corona-Toten bekannt +++

Der Landrat von Heinsberg, Stephan Pusch, hat auf einer Pressekonferenz Einzelheiten zu dem ersten Corona-Toten in seinem Landkreis bekannt gegeben: “Heute um 14 Uhr verstarb eine männliche Person, 78 Jahre alt, im Krankenhaus”, teilte Pusch mit. Der Mann sei in dem Ort Gangelt gemeldet gewesen. Am Ende sei der Verstorbene an Herzversagen gestorben. Am Freitag habe “er sich mit Husten, Durchfall und Fieber” im Krankenhaus gemeldet. Der Verstorbene habe in den Tagen zuvor eine Karnevalsveranstaltung in dem Landkreis besucht. Welche sei noch unbekannt, sagte Pusch. Der Mann habe zudem mehrere Vorerkrankungen gehabt, unter anderem litt er an Diabetes.

Landrat Stephan Pusch beklagt den ersten Toten in seinem Landkreis

Landrat Stephan Pusch beklagt den ersten Toten in seinem Landkreis

+++ Spahn: Die Bundesliga “findet jetzt so nicht weiter statt” +++  

Gesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass die Bundesliga “jetzt so nicht weiter stattfindet”. Im Gespräch mit RTL Aktuell begrüßte er die Aussage der Deutschen Fußball Liga, Gesundheit sei das wichtigste und gehe vor. Die Einschränkungen beim Thema Großveranstaltungen, wie auch Fußballspielen, seien ein wichtiger Schritt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen: “Das sind Bereiche, wo wir im Alltag ein Stück verzichten müssen, um uns insgesamt und gerade die Schwächeren in der Gesellschaft zu schützen. Darum geht es.” Vielen Bürgerinnen und Bürgern falle es im Alltag leichter auf solche Großveranstaltungen zu verzichten, als auf die tägliche Bahnfahrt zur Arbeit oder die Schließung von Schulen oder Kitas zu verkraften, so Spahn. “Wir müssen abstufen, auf was können wir leichter verzichten als Gesellschaft und als Einzelne und wo ist es sehr, sehr schwer zu verzichten”, begründete er seine Empfehlung.

Insgesamt sei Deutschland auf allen Ebenen in allen Bereichen vorbereitet, betonte der Gesundheitsminister: “Deutschland hat mit 28.000 Intensiv-Betten bezogen auf unsere Bevölkerungsgröße mehr als viele andere Länder auf der Welt. Aber gleichzeitig bleibt eben auch wahr, wenn sich das in kurzer Zeit ergeben würde, dann würden das Gesundheitssystem und unsere Kapazitäten gerade in der Intensivmedizin sehr, sehr stark unter Stress kommen.” Besonders wichtig sei, die Älteren und diejenigen mit Vorerkrankungen zu schützen. Deswegen müssten “wir jetzt alle ein Stück – im Einzelfall, jeder für sich, aber auch als Gesellschaft – im Alltag bestimmte Dinge einschränken, um den Ausbruch insgesamt zu verlangsamen.”

+++ Quarantäne auf Malediven-Insel im Indischen Ozean +++ 

Urlauber auf der zu den Malediven gehörenden Insel Kuredu müssen wegen des neuartigen Coronavirus ihren Aufenthalt um 14 Tage verlängern. In dem Resort seien zwei italienische Gäste positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Betreiber der Anlage auf Facebook mit. Unter den Gestrandeten sind nach Angaben des österreichischen Außenministeriums in Wien 59 Österreicher. “Denen geht es an und für sich gut”, sagte ein Sprecher. Die Regierung der Malediven habe signalisiert, die Kosten für den verlängerten Aufenthalt zu übernehmen. 

+++ Handball-Nationalmannschaft droht Spielabsage oder Geisterspiel in Magdeburg +++

Den deutschen Handballern droht die Absage des Länderspiels gegen die Niederlande am Freitag in Magdeburg oder ein Geisterspiel beim Debüt von Bundestrainer Alfred Gislason. Die Stadt Magdeburg und das zuständige Gesundheitsamt haben am Montag alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern untersagt. Die Regelung gelte bis auf Weiteres und solle den Ausbruch bzw. die Weiterverbreitung des Coronavirus einschränken, teilte die Stadt mit. Der Deutsche Handballbund wolle nun über mögliche Alternativen beraten, hieß es auf dpa-Anfrage. 

+++ WHO: Mehr als 70 Prozent der Coronavirus-Patienten in China wieder gesund +++

In China sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 70 Prozent der Coronavirus-Patienten bereits wieder gesund. Von den mehr als 80.000 Erkrankten in China hätten mehr als 70 Prozent die Krankenhäuser wieder verlassen können, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Die Volksrepublik sei auf dem Weg, “die Epidemie unter Kontrolle zu bringen”.

+++ WHO-Chef: Risiko einer Coronavirus-Pandemie “sehr real” +++

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht angesichts der stark wachsenden Zahl an Coronavirusfällen jetzt die Gefahr einer Pandemie. “Da das Coronavirus in so vielen Ländern angekommen ist, ist die Gefahr einer Pandemie sehr real geworden”, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. “Aber es wäre die erste Pandemie in der Geschichte, die kontrolliert werden kann”, fügte er hinzu. Die Eindämmungsmaßnahmen zahlreicher Regierungen seien wichtig und richtig, um so viele Menschen wie möglich vor einer Ansteckung zu schützen. “Es gibt viele Beispiele von Ländern, die gezeigt haben, dass die Maßnahmen helfen.” 

+++ Patienten können sich bei Corona-Verdacht telefonisch krank schreiben lassen +++

Wegen der Corona-Epidemie können sich Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege ab sofort unkompliziert für sieben Tag krank schreiben lassen. Voraussetzung dafür ist eine telefonische Rücksprache mit dem Arzt, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband in Berlin mitteilten. Die Patienten müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen und bekommen eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) bis maximal sieben Tage ausgestellt. 

+++ Bundestag schränkt Besuche ein +++

Der Bundestag schränkt Besuche in den Parlamentsgebäuden ein. Die bei Touristen beliebte Reichstagskuppel bleibt bereits ab Dienstag für Besucher geschlossen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Parlamentskreisen erfuhr. Künftig sollen zudem die Abgeordneten keine Besuchergruppen mehr empfangen dürfen. 

+++ SC Freiburg setzt Verkauf von Karten aus +++

Der SC Freiburg hat auf die Ausbreitung des Coranavirus mit verschiedenen Maßnahmen reagiert. Der Fußball-Bundesligist setzte am Montag den Ticketverkauf für Heim- und Auswärtsspiele aus. Zudem schrieb der Club: “Sollte es zu Spielen kommen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden, erstattet der Sport-Club jedem Fan den Preis seines jeweiligen Tickets.” Das gelte für Auswärts- und Heimspiele. Bei Dauerkarten werde jeweils anteilig 1/17 des Preises erstattet. Der SC teilte außerdem mit, dass es bis auf weiteres keine öffentlichen Trainingseinheiten gibt.

Sehen Sie im Video: Twitter-User streiten über Vor- und Nachteile von Geisterspielen

Bundesliga: BVB gegen Schalke wird wohl zum Geisterspiel

+++ Zypern meldet erste Infektionen mit Coronavirus +++

Zypern hat seine ersten Coronavirus-Fälle gemeldet. Bei zwei Menschen habe sich eine Infektion mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 bestätigt, teilte das zyprische Medien- und Informationsamt am Montag mit. Damit gibt es nun in allen Mitgliedstaaten der EU Infektionsfälle. Weltweit haben sich inzwischen mehr als 110.000 Menschen in rund hundert Ländern mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP stieg die Zahl der Todesopfer am Montag auf mehr als 3800. Mit Abstand die meisten Toten gab es China, dem Ursprungsland des Virus.

+++ Zwei Patienten in Deutschland an Infektion gestorben +++

Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Beide Todesfälle wurden am Montag in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben. Das erste Todesopfer stammt aus dem Kreis Heinsberg. Einzelheiten wollte der Landrat erst am Montagabend mitteilen. 

Das zweite Todesopfer ist eine 89-jährige Frau aus Essen, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei am Montagmittag an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen am Montag mitteilte. Am Sonntag war bereits ein 60-jähriger Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben.

Die ersten beiden Todesfälle mit dem Coronavirus in Deutschland zeigen nach Ansicht von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): “Wir müssen die Situation sehr ernst nehmen”. Mit Bestürzung habe er vom Tod der beiden Patienten erfahren. “Meine Gedanken sind bei den Angehörigen. Ich wünsche den Familien jetzt erst einmal viel Kraft in dieser schweren Zeit”, erklärte Laumann.

+++ Bis zu 5000 Menschen in Brandenburg isoliert +++

Nach einem Coronavirus-Verdacht an einer Brandenburger Schule befinden sich 4000 bis 5000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sagte der Amtsdirektor der Kleinstadt Neustadt/Dosse, Dieter Fuchs, am Montag.

Lehrer einer Gesamtschule in Neustadt/Dosse (Kreis Ostprignitz-Ruppin) hatten Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Berlinerin. Daraufhin ordnete das Gesundheitsamt die häusliche Isolation an. Das betrifft laut Behörde die Schüler der Gesamtschule, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter und die Angehörigen. An der Schule lernen Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region. Eine ganz konkrete Zahl von Menschen in häuslicher Isolation konnte Amtsdirektor Fuchs zunächst nicht nennen. 

Der Landkreis wollte die Zahl von bis zu 5000 Menschen nicht bestätigen. Derzeit seien noch keine zuverlässigen Erhebungen möglich, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Merkel: Wirksamstes Mittel gegen Coronavirus ist “Faktor Zeit”   +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die bisher ergriffenen Maßnahmen gegen das Coronavirus verteidigt. Keine Hygiene- oder Quarantänemaßnahme zur Unterbrechung der Infektionsketten sei vergebens, sagte Merkel beim deutsch-griechischen Wirtschaftsforum in Berlin. In der aktuellen Lage sei “das wirksamste Mittel der Faktor Zeit”, betonte sie.  

Es gehe gerade auch darum, eine Überlastung von Ärzten und Krankenhäusern zu vermeiden, “die entstehen würde, wenn innerhalb kürzester Zeit sehr viele Menschen gleichzeitig wegen Corona zu behandeln wären”, sagte die Kanzlerin. Das wirksamste Mittel gegen das Virus sei, seine Ausbreitung zu verlangsamen, sie also über einen längeren Zeitraum zu strecken.

+++ Spahn: Auch Veranstaltungen mit weniger als 1000 Menschen überdenken +++

Zum Eindämmen der Coronavirus-Epidemie hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch das Absagen von Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern für sinnvoll – wenn das Infektionsrisiko hoch ist. “Die Zahl 1000 heißt ja nicht: Alles da drunter ist per se ok und alles da drüber ist per se nur problematisch”, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. 

Alle Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern sollten aus Sicht seines Ministeriums in den kommenden Wochen und Monaten grundsätzlich nicht stattfinden. Das gebiete die Corona-Lage und das Ziel, die Ausbreitung zu verlangsamen. Kleinere Veranstaltungen müssten individuell auf das Infektionsrisiko hin betrachtet werden.  

Die Größenordnung 1000 Teilnehmer begründete Spahn damit, dass sie ein stückweit europäischer Standard geworden sei. “Es gab ein Bedürfnis danach, das habe ich gespürt in vielen Gesprächen, mal ein Parameter zu haben”, fügte er hinzu. Spahn kritisierte zudem, dass es in den vergangenen Tagen aus seiner Sicht in bestimmten Regionen Deutschlands und bei bestimmten Ereignissen zu zaghaft zu Absagen gekommen sei. Mit dem Festlegen der Zahl habe er auch denjenigen den Rücken stärken wollen, die solche Entscheidungen zu treffen haben. 

+++ Merkel sieht Land gut gerüstet für Wirtschaftsfolgen der Coronakrise +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Deutschland mit den angekündigten Maßnahmen der Koalition gut gerüstet für die wirtschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus. Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld seien bereits in der Finanzkrise erfolgreich gewesen, sagte Merkel am Montag bei einem deutsch-griechischen Wirtschaftsforum in Berlin. Die Änderungen sollten schnell wirken, sie sollten bereits am Mittwoch ins Kabinett und am 3. April im Bundesrat beraten werden.

Außerdem sollten Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) noch in dieser Woche Maßnahmen vorlegen, wie die Liquidität von Firmen verbessert werden könne. Die Bundesregierung wolle außerdem Investitionen weiter steigern.

Merkel sagte, das Coronavirus werde sich weiter ausbreiten. Bisherige Maßnahmen seien aber nicht vergebens gewesen. Das wirksamste Mittel sei nun der “Faktor Zeit”, um eine Überlastung etwa von Ärzten und Krankenhäusern zu verhindern. Die Ausbreitung des Virus müsse verlangsamt werden – auch damit die Wissenschaft forschen könne für einen Impfstoff. Außerdem müsse der zusätzliche Bedarf an Schutzausrüstung gedeckt werden sowie an Intensiv-Betten.

+++ Robert Koch-Institut dringt auf schnelle Krisenvorbereitung +++ 

Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt auf schnelle Vorkehrungen gegen eine starke Zunahme von Infizierten mit dem neuen Coronavirus. “Das ist eine ernste Lage, und diese Lage könnte sich weiter zuspitzen”, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin. Es sei sicher, dass die Fallzahlen zunehmen werden. “Auch in Deutschland selbst wird es Todesfälle durch Covid-19 geben.” Um eine schnelle Ausbreitung zu verhindern, müssten die zuständigen Behörden vor Ort auch über den Umgang mit Großveranstaltungen und mögliche zeitweise Schließungen öffentlicher Einrichtungen entscheiden – “und zwar schon, bevor es massenhaft Fälle in einer Gegend gibt.”

Wieler betonte, Arztpraxen, Kliniken oder Altenheime müssten jetzt mit Covid-19-Patienten umgehen können. “Die Vorbereitungen müssen jetzt abgeschlossen sein.” Alle müssten sich auf eine große Zahl an Patienten einstellen, und auch auf Patienten, die intensivmedizinisch betreut und beatmet werden müssten.

Nach Daten des RKI mit Stand von Montagfrüh sind in Deutschland inzwischen 1112 Infektionen in 198 Landkreisen und 15 Bundesländern bestätigt. Am stärksten betroffen sind demnach neben dem nordrhein-westfälischen Landkreis Heinsberg die Städteregion Aachen sowie die Landkreise München, Köln und Freising.

+++ Bachwoche Stuttgart wegen Coronavirus abgesagt +++

Wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Infektionen hat die Internationale Bachakademie Stuttgart ihre diesjährige Bachwoche kurzfristig abgesagt. Insgesamt waren zwischen dem 13. und 21. März rund ein Dutzend Meisterkurse, Seminare und Gesprächskonzerte zum Werk Johann Sebastian Bachs (1685-1750) geplant. “Die Konzerte waren komplett oder so gut wie ausverkauft”, sagte eine Sprecherin der Akademie am Montag. Ein Sonderkonzert im Rahmen der “Stunde der Kirchenmusik” am 20. März soll dagegen stattfinden.

+++ Spahn: Alle müssen an Verlangsamung der Corona-Epidemie mitwirken +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat alle Bürger dazu aufgerufen, daran mitzuwirken, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Ziel müsse es sein, “die Dynamik zu verlangsamen”, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. “Wir müssen den Ausbruch verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem weiter funktionieren kann”, betonte er. “Dazu brauchen wir die gesamte Gesellschaft. Wir brauchen jeden einzelnen Bürger und jede einzelne Bürgerin.” 

Es gehe um die gleichen Verhaltensweisen wie bei einer Erkältung oder Grippe. “Alles genauso machen, als würde man sich im Alltag vor Erkältung oder Grippe schützen wollen”, sagte Spahn. Jeder solle jetzt zudem abschätzen und entscheiden, worauf er leichter und worauf er schwerer verzichten könne. 

Der Berliner Virologe Prof. Dr. Christian Drosten

Der Berliner Virologe Prof. Dr. Christian Drosten

+++ Drosten: Temperaturen in Frühjahr und Sommer bei Corona-Eindämmung ein “Rückenwind”, aber kein “absoluter Gewinn” 

Der Virologe Prof. Dr. Drosten sagte bei der Bundespressekonferenz in Berlin, dass Frühjahr und Sommer mit ihrer Temperatur bei der Eindämmung des Virus zwar helfen könnten, dies sei aber wahrscheinlich kein “absoluter Gewinn”. Es sei ein Rückenwind, aber man dürfe nicht erwarten, dass die Epidemie des Coronavirus dadurch zum Stillstand komme. Es würde eher zu einer Erhöhung der Fallzahlen kommen. 

+++ DFL-Chef: Bundesliga-Spieltag mit Zuschauern “nicht realistisch” +++

Die Deutsche Fußball Liga stellt sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf Geisterspiele am nächsten Bundesliga-Wochenende ein. “Wir würden am liebsten schon nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch”, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag bei “Bild live”, schloss aber eine Komplett-Absage des kommenden Spieltags aus.

+++ Virologe Drosten: “Absolut ernste Situation” +++ 

Der Berliner Virologe Prof. Dr. Christian Drosten hat bei der Berliner Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass man damit rechnen müsse, dass man “direkt in eine Epidemie-Welle hineinlaufen” werde. Ein saisonaler Effekt auf die Viren sei nicht so groß. Die Frühjahrswärme werde nicht viel nutzen. Er betonte, dass die Situation “absolut ernst” sei. Er wies aber darauf hin, dass man in Deutschland bei der Bekämpfung des Coronavirus “früh dran” sei.

+++ Wieler: Ausgang und Verlauf der Epidemie offen +++

Prof. Dr. Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut (RKI) informierte bei der Pressekonferenz mit Jens Spahn über den Krankheitsverlauf in Deutschland. Man könne allerdings nicht vorhersagen, wie schwer die Corona-Epidemie verlaufen könne. “Es könnte sein, dass sie deutlich schwerer wird als eine Grippe, sie könnte aber auch milder verlaufen”, so Wieler in Berlin. Jeder fünfte Betroffene müsse in eine Klinik. Infizierte müssten isoliert werden, so Wieler weiter. Insgesamt seien bislang 198 Landkreise betroffen. 

+++ Spahn empfiehlt: Ältere sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen +++

In einer Pressekonferenz in Berlin riet Gesundheitsminister Spahn (CDU) Menschen über 60 Jahren sich als Vorsichtsmaßnahme gegen das neuartige Coronavirus sich gegen Pneomokokken impfen zu lassen. Somit solle eine zusätzliche Infektion der Lungen vermieden werden.

+++ Spahn: Oberstes Ziel bleibt Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte bei einer Pressekonferenz in Berlin, oberstes Ziel in der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus sei die Ausbreitung zu verlangsamen. 80 Prozent hätten milde Symptome oder seien symptomfrei, so Spahn. Die Symptome würden vielfach im Gesundheitswesen behandelt. Menschen über 65 und chronisch Kranke seien dabei besonders gefährdet. Schwere Erkrankungen seien aber selten. Spahn betonte erneut, dass die Coronavirus-Epidemie eine Herausforderung für das Gesundheitssystem sei. Spahn sagte weiter, dass jeder Bürger mithelfen müsse. Jeder müsse abwägen, worauf man im Alltag zum Schutz für andere verzichten könne, zum Beispiel Besuche von Fußballspielen, weniger Reisen oder nach Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten.

Ein Impfstoff gegen das Coronavirus sei noch in weiter Ferne. Das Virus sei noch nicht abschließend bekannt, so Spahn. 

+++ Mehr als 110.000 Menschen in hundert Ländern mit Coronavirus infiziert +++

Mehr als 110.000 Menschen in rund hundert Ländern haben sich bis Montag mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP stieg die Zahl der Todesopfer auf mehr als 3800. Als fünftes Land auf dem Westbalkan meldete Albanien am Montag seine ersten Infektionsfälle. Die Regierung schloss daraufhin für zwei Wochen alle Schulen des Landes und untersagte alle größeren Veranstaltungen. Zahlreiche Albaner leben und arbeiten in Italien.

+++  Deutsche Botschaft in Nordkorea vorerst geschlossen +++

Die deutsche Botschaft in Nordkorea ist angesichts von dortigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vorerst geschlossen worden. Das Personal sei am Montagmorgen aus der Hauptstadt Pjöngjang über Wladiwostok ausgeflogen worden, teilte das Auswärtige Amt am Montag in Berlin mit. Ein Sprecher verwies darauf, dass Nordkorea seit Wochen alle Zug- und Flugverbindungen ins Ausland eingestellt und alle Ausländer unter Zwangsquarantäne gestellt habe.

+++ Falsche Polizisten zocken Chinesen mit Atemmasken in Paris ab +++

Falsche Polizisten in Paris haben von Chinesen mit Atemmasken “Bußgelder” kassiert und dies mit dem Burka-Verbot begründet. Die chinesische Botschaft in Paris warnte am Montag vor einer Masche, auf der mehrere Studenten aus der Volksrepublik hereingefallen seien. Die Kriminellen hätten sich als Polizeibeamte ausgegeben und auf das geltende Verbot der Gesichtsverschleierung verwiesen, das unter anderem Burkas umfasst. Die Studenten hätten jeweils 150 Euro gezahlt.

+++ Trotz Coronavirus: AfD hält an Bundesparteitag fest +++

Die AfD will ihren für Ende April geplanten Bundesparteitag trotz der Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland nicht absagen. Nach derzeitiger Planung werde der für den 25. und 26. April geplante Parteitag im baden-württembergischen Offenburg wie vorgesehen stattfinden, sagte ein Sprecher der Partei am Montag auf Anfrage. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Wochenende empfohlen, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Zu dem Parteitag sind 600 Delegierte eingeladen, hinzu kommen Gäste und Journalisten.  

+++ Iran: Zahl der Coronavirus-Toten steigt weiter +++

Im Iran steigt die Zahl der Coronavirus-Toten und -Infizierten weiter. Innerhalb von 24 Stunden habe sich die Zahl der Toten von 194 auf 237 erhöht, sagte Ministeriumssprecher Kianush Dschahanpur am Montag in Teheran. Die Zahl der offiziell erfassten Ansteckungen im Land kletterte auf 7161 – 595 mehr als am Vortag. Am schlimmsten ist die Krise weiterhin in der Hauptstadt Teheran, wo sich nachweislich über 1900 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben. Gleichzeitig seien 2394 Patienten als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen worden, so der Sprecher.

"Grand Princess": Krebspatientin sitzt auf Corona-Kreuzfahrtschiff fest

+++ In Moscheen soll verstärkt über Coronavirus aufgeklärt werden +++

Auch in Deutschlands Moscheen soll verstärkt über das neuartige Coronavirus aufgeklärt werden. In den Freitagspredigten, durch Aushänge oder in Vorträgen solle das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit der Epidemie geschärft werden, erklärte der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) am Montag in Köln. Sofern eine örtliche Moschee aus Vorsorgegründen oder wegen eines Verdachtsfalls das Freitagsgebet und andere Gebete aussetzt, sei dies “islamisch statthaft”. Eine flächendeckende Aussetzung der Gebete empfiehlt der Zentralrat nicht. Es werde aber ausdrücklich dazu geraten, Großveranstaltungen in der Moschee ohne gottesdienstlichen Hintergrund in der nächsten Zeit zu vermeiden. Für den Fall, dass die örtlichen Behörden Anweisungen zur Unterbindung von Versammlungen und zur Schließung von Schulen erteilen, sollten Moscheen geschlossen und solle vorübergehend zu Hause gebetet werden.

+++ Dortmunder Champions-League-Spiel in Paris ohne Zuschauer +++

Borussia Dortmunds Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr) bei Paris Saint-Germain findet aufgrund des Coronavirus vor leeren Rängen statt. Das teilte die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt am Montagmittag mit.

+++ Erster deutscher Coronavirus-Toter ist Hamburger Feuerwehrmann +++ 

Der in Ägypten am Coronavirus gestorbene Deutsche ist ein in Hamburg arbeitender Feuerwehrmann mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein. Das sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde am Montag. Der 60-Jährige ist der erste Deutsche, der nachgewiesenermaßen an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 gestorben ist.

Nach Informationen des “Hamburger Abendblatts” und der “Hamburger Morgenpost” hieß es anfangs, der Mann sei mit seiner Frau auf einer Nilkreuzfahrt gewesen. Später war nur noch von einer “Urlausreise” die Rede, und zwar ohne seine Frau.

Noch ist unklar, ob der Mann sich in Hamburg, in Ägypten, oder gar auf dem Weg dorthin angesteckt hat. Vergangenen Freitag war er mit Fieber in ein Krankenhaus eingeliefert worden, wo er nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums am Sonntag starb. Nach Angaben des Sprechers werden nun wie üblich Kontaktpersonen des Erkrankten recherchiert, die Gesundheitsämter seien informiert worden und entsprechend tätig.

+++ London bekämpft Fake News über das Coronavirus +++

Großbritannien hat Fake News in sozialen Netzwerken über das neuartige Coronavirus den Kampf angesagt. Hierfür wird nach Regierungsangaben vom Montag ein Expertenteam eingesetzt, das mit Unternehmen in dem Bereich zusammenarbeiten soll. In sozialen Medien zirkulieren demnach Berichte, in denen beispielsweise behauptet wird, dass eine Impfung gegen den Erreger schon existiere. Auch angebliche Schutzmaßnahmen wie bestimmte Kochsalzlösungen zum Ausspülen des Mundes würden in betrügerischer Absicht angepriesen. 

Der Nationale Sicherheitsrat (Cobra) wollte am Montag in London über weitere Schutzmaßnahmen beraten. Bis Sonntagabend waren drei Briten an der Lungenerkrankung gestorben. Bei fast 300 Personen war der Erreger nachgewiesen worden. Die Angst vor dem Virus führte zu vielen leeren Regalen in Supermärkten. Etliche Geschäfte begrenzen daher inzwischen den Kauf etwa von Desinfektionsmitteln und Nudeln: Jeder Kunde darf nur eine bestimmte Anzahl der Artikel kaufen.

+++ Kölner Lüttich-Kaserne wegen Coronafall geschlossen +++

Wegen eines mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Soldaten ist die Kölner Lüttich-Kaserne am Montag geschlossen worden. Vorsorglich wurden zudem etwa 100 Kontaktpersonen unter häusliche Quarantäne gestellt, wie ein Sprecher am Montag sagte. In der Kaserne ist das Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr untergebracht. Für zunächst zwei Tage soll der Dienstbetrieb in der Kaserne eingestellt werden. Nach letzten Zahlen sind bundesweit bisher vier Soldaten mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Ein Mann wurde nach einer Behandlung im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz wieder entlassen.

+++ Gesundheitsexperten rufen wegen Coronavirus zum Medienfasten auf +++

Erste Gesundheitsexperten rufen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus zu einem zurückhaltenden Medienkonsum auf: Der Biologieprofessor Carl Bergstrom von der Universität Washington riet auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, die Nachrichten zum Virus nur “zu einem bestimmten Zeitpunkt am Tag” nachzulesen. “Es kann sonst erschreckende Züge annehmen, und Nutzer können sich von der Flut der Informationen leicht überschwemmt fühlen”, betonte er.    

Übertriebener Medienkonsum könne eine regelrechte “Obsession” werden, warnte Bergstrom. “Derzeit kann niemand mehr das Radio oder Fernsehen anschalten, ohne auf das Coronavirus zu stoßen”, sagt auch der französische Arzt und Schriftsteller Michel Cymes, der für den französischen Fernsehsender France 2 selbst mehrere Sondersendungen geleitet hat. Besonders Online-Netzwerke sollten wegen der großen Zahl falscher Angaben gemieden werden, betonte er. Sie hätten sich zu einem echten “Krebsgeschwür für die Gesellschaft” entwickelt.

+++ Coronavirus: Nada setzt unter Verhaltensregeln Dopingkontrollen fort +++

Ungeachtet der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus setzt die Nationale Anti Doping Agentur ihre Dopingkontrollen fort. Alle deutschen Testpool-Athletinnen und -Athleten können weiterhin jederzeit kontrolliert werden, teilte die Nada am Montag mit. Das betreffe auch das Vor-Olympia-Test- und Aufklärungsprogramm. Bei den Kontrollen sollen aber entsprechende Verhaltensregeln zur Verbreitungsprävention des Coronavirus umgesetzt werden. Die Nada werde die Lage auf Basis der Informationen der zuständigen Behörden täglich neu bewerten und wenn nötig die bisher getroffenen Maßnahmen anpassen, hieß es weiter.

Covid-19-Epidemie: Wirtschaftliche Folgen durch Coronavirus: Groko will Kurzarbeit erleichtern

+++ Mehrere US-Universitäten unterrichten wegen Coronavirus online +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus findet der Unterricht an mehreren US-Universitäten ab dem heutigen Montag nur noch online statt. Unter anderem teilten die University of Washington, Stanford University und Seattle University an der Westküste der Vereinigten Staaten am Wochenende auf ihren Webseiten mit, dass der persönliche Unterricht auf dem Universitätsgelände als Vorsichtsmaßnahme vorerst eingestellt werde. 

Die Rice University in der texanischen Metropole Houston sowie die Columbia University in New York bereiten nach eigenen Angaben ebenfalls eine Umstellung auf Online-Unterricht vor. An der Rice University war demnach in der vergangenen Woche ein Forscher positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein Mitglied der Columbia University, der dem Virus ausgesetzt gewesen sei, befinde sich derzeit in Quarantäne, hieß es. 

Unter anderem in den Bundesstaaten New York sowie in Kalifornien und Washington an der Westküste der USA wurde bereits der Notstand verhängt. In den USA gibt es nach Angaben der “New York Times” derzeit mehr als 500 bestätigte Infektionen.

+++ Zahl der Coronavirusfälle in Deutschland steigt auf mehr als tausend +++

In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirusansteckungen bis Montagmorgen auf 1112 gestiegen. Allein in Nordrhein-Westfalen gab es bereits 484 Infektionen, wie aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorging. In Bayern wurden demnach inzwischen 256 Fälle bestätigt, in Baden-Württemberg steckten sich den offiziellen Zahlen zufolge bereits 199 Menschen an. In mehreren anderen Bundesländern gibt es weiterhin nur wenige Fälle. Einzig in Sachsen-Anhalt verzeichnete das RKI bis Montag keinen Fall. Am Sonntag hatte das Institut bundesweit 902 Fälle gemeldet.

+++ Indien lässt Kreuzfahrtschiffe wegen Coronavirus nicht mehr anlegen +++

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus lässt Indien Kreuzfahrtschiffe vorübergehend nicht mehr in seinen Häfen anlegen. Am Montag wies der Hafen von Mangalore das Kreuzfahrtschiff “MSC Lirica” mit der Begründung ab, die Zentralregierung in Neu Delhi habe entschieden, dass Kreuzfahrtschiffen mit ausländischem Startziel ab sofort keine Anlandegenehmigung mehr erteilt werden dürfe. Die Regelung gilt demnach bis Ende März. Unklar war zunächst, ob sich an Bord der “MSC Lirica” mit dem Coronavirus infizierte Menschen befanden. In Indien gibt es 40 nachgewiesene Coronavirus-Fälle. Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Virus gibt die Regierung in Neu Delhi derzeit tägliche Gesundheitswarnungen aus. Mehrere Veranstaltungen anlässlich des am Dienstag beginnenden Holi-Festivals wurden abgesagt. 

+++ “Marsch der Lebenden” wegen Coronavirus verschoben +++

Der internationale “Marsch der Lebenden” in Auschwitz ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Rund 10.000 junge Juden aus aller Welt nehmen alljährlich an dem rund drei Kilometer langen Gedenkmarsch von Auschwitz nach Birkenau teil, dem größten der deutschen Vernichtungslager in der Nazi-Zeit. Die Veranstaltung in Polen war für den 21. April geplant. Für den eigentlichen Termin sei der Marsch abgesagt, es gebe aber Pläne, ihn später im Jahr nachzuholen, teilten die Veranstalter mit.

Shmuel Rosenman, Vorsitzender der Organisation Marsch der Lebenden, sagte, man habe die Entscheidung schweren Herzens getroffen. Weil es sich um eine internationale Veranstaltung mit 110 Delegationen aus aller Welt handele, “tragen wir eine Verantwortung, Vorsichtsmaßnahmen in Übereinstimmung mit den Regeln der Behörden in verschiedenen Ländern zu treffen”.

Israel hat in diesem Jahr auch geplante Gedenkreisen tausender Schüler nach Polen abgesagt. Aus Sorge vor der Ausbreitung des neuen Coronavirus hat der jüdische Staat strenge Einreisebestimmungen verhängt. Tausende Bürger befinden sich zudem in häuslicher Quarantäne. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist das Virus mittlerweile bei 39 Personen in Israel nachgewiesen worden. Todesfälle wurden bisher nicht erfasst.

+++ Dax fällt zur Eröffnung um mehr als sieben Prozent +++

Die Coronavirus-Krise und der Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland lösen Panikverkäufe an der Börse aus. Der deutsche Aktienindex Dax ist zum Handelsauftakt am Montag um 7,36 Prozent eingebrochen. Das Börsenbarometer sackte auf 10 692,29 Punkte.Zuvor waren die Börsen in Asien eingebrochen. Der japanische Leitindex Nikkei verlor gut 5 Prozent.

Der MDax der 60 nachfolgenden Unternehmen öffnete mit 23.404,15 Punkten, ein Minus von 5,4 Prozent. Die Ausbreitung des Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen halten die Börsen weltweit seit Tagen in Atem. Dem Erreger werden bislang mehr als 110.000 Infizierte und 3800 Todesfälle in über 100 Ländern zugeordnet.

+++ Aldi-Aktion mit Desinfektionsmitteln lockt etliche Verbraucher +++

Verbraucher in Deutschland haben am Montagmorgen eine Sonderaktion von Aldi genutzt, um Desinfektionsmittel zu kaufen. Die Verkaufsaktion des Discounters stehe nicht im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Sie sei bereits vor Monaten geplant worden, sagte eine Sprecherin von Aldi-Süd der Deutschen Presse-Agentur. “Wir haben seit Jahren im März, wenn die Reisezeit beginnt, immer wieder ein Aktionssortiment mit Desinfektionsmittel”, betonte sie.

Weil die Aktionsartikel nur in begrenzter Menge vorhanden waren, konnten die Kunden pro Person nur drei Produkte – Desinfektionsspray, -gels oder Hygienetücher – kaufen. Eine Verkäuferin in Düsseldorf sagte mit Blick auf die angebotenen, vom Inhalt her eher kleinen Produkte: “Es ist nur Reisebedarf.” Vor mehreren Aldi-Läden in Düsseldorf, Köln, München und Bremen hielt sich der Andrang in Grenzen.

+++ CDU-Chefin: Müssen in Corona-Krise Veranstaltungen “anders in den Blick nehmen” +++

Nach der Einigung der großen Koalition auf Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft wegen der Coronavirus-Krise hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer den Blick auf Großveranstaltungen gelenkt. Sie halte die Forderung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Veranstaltungen mit mehr als tausend Gästen abzusagen, für “wichtig”, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag im ZDF-“Morgenmagazin”.     

Mit Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus in Europa und vor allem in Italien müssten Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern “anders in den Blick” genommen werden. Auf die Frage, ob sie bei der Bekämpfung der Epidemie auf “Freiwilligkeit oder Zwangsmaßnahmen” setze, verwies Kramp-Karrenbauer auf die Äußerung des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann, wonach es im Fußball angesichts der Corona-Krise sogenannte Geisterspiele geben werde. “Dies ist aus meiner Sicht, wenn es um die Gesundheit geht, auch vertretbar”, betonte Kramp-Karrenbauer. 

+++ Debatte um Schulschließungen wegen Coronavirus +++

Experten bewerten Schulschließungen als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 unterschiedlich. Aus Sicht des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) können geschlossene Schulen durchaus zur Eindämmung der Epidemie beitragen. Kinder erkrankten zwar deutlich seltener mit auffälligen Symptomen, sie steckten sich aber nach aktuellem Kenntnisstand wohl genauso leicht mit dem Virus an wie Erwachsene, teilte das LGL auf Anfrage mit. 

Der Sprecher des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger, sieht Schulschließungen hingegen nicht als sinnvoll an. Allein die Probleme, die sich aus der damit nötigen Kinderbetreuung ergäben, stünden nicht im Verhältnis zum Nutzen, sagte der auf Infektiologie spezialisierte Facharzt. Eltern müssten dann eventuell ebenfalls zu Hause bleiben – mit Folgen für deren Arbeitsstellen und das öffentliche Leben. “Es lohnt nicht, Schulen zu schließen.”

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag mitgeteilt, dass erste Auswertungen für den Covid-19-Erreger zeigten, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken – Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.

Video: Quarantäne-Hotel eingestürzt

+++ GroKo beschließt umfangreiche Coronavirus-Hilfen für Unternehmen +++

Union und SPD haben sich auf ein umfangreiches Paket zur Abfederung von wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise geeinigt. Dazu sollen unter anderem die Hürden für den Bezug von Kurzarbeitergeld deutlich gesenkt werden. Arbeitgeber sollen anders als bisher die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen, beschloss der Koalitionsausschuss in der Nacht zu Montag in Berlin bei seiner Sitzung im Kanzleramt.

Die große Koalition will zudem ein milliardenschweres zusätzliches Investitionspaket schnüren. “Wir werden die Investitionen des Bundes in den Jahren 2021 bis 2024 um jeweils 3,1 Milliarden Euro verstärken und so vereinbarte Investitionspfade ausbauen und neue Prioritäten in Höhe von insgesamt 12,4 Milliarden Euro ermöglichen”, heißt es dem 14-seitigen Beschluss von Union und SPD.

+++ Hamsterkäufe wegen Coronavirus bereiten Tafeln Probleme +++

Die Hamsterkäufe wegen des Coronavirus haben bei den Tafeln in Deutschland eine schlechtere Versorgung mit Lebensmitteln zur Folge. Mehrere Tafeln hätten zuletzt deutlich weniger Lebensmittel für die Weiterverteilung an Bedürftige erhalten, sagte der Verbandsvorsitzende Jochen Brühl der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Montagsausgabe). Wegen der Vorratskäufe durch viele Kunden bleibe den Supermärkten am Ende weniger Ware, die sie den Tafeln spenden könnten.    

Laut Brühl mussten die Tafeln daher in den vergangenen Tagen “stark improvisieren” und konnten weniger Lebensmittel ausgeben. Der Verbandschef appellierte an all jene, die Hamsterkäufe getätigt haben: “Wer merkt, dass er doch zu viele lang haltbare Vorräte gekauft hat, kann sich gerne an die Tafel in seiner Stadt wenden.” Die mehr als 940 Tafeln in Deutschland versorgen nach eigenen Angaben regelmäßig 1,6 Millionen Menschen mit Lebensmitteln. Dazu sammeln sie übrig gebliebene Lebensmittel aus Handel und Gastronomie ein.

+++ Disney-Freizeitanlage in Shanghai öffnet teilweise wieder +++

Die wegen des neuartigen Coronavirus seit Ende Januar geschlossene Disney-Freizeitanlage in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai öffnet teilweise wieder. Das Disney-Einkaufszentrum, ein als “Disneytown” bezeichnetes Unterhaltungszentrum sowie ein Hotel innerhalb der Anlage nähmen am Montag den Betrieb wieder auf, teilte der Konzern mit. Es handele sich um den “ersten Schritt” einer stufenweisen Wiedereröffnung des gesamten Komplexes. Vorerst geschlossen bleibt den Angaben zufolge jedoch noch der zu der Anlage gehörende Hauptvergnügungspark mit seinen zahlreichen Attraktionen. Die partielle Wiederöffnung des Komplexes ist gleichwohl ein Zeichen der langsamen Rückkehr zur Normalität im öffentlichen Leben in China.

+++ Coronavirus: Zahl neuer Infektionen in Südkorea weiter rückläufig +++

Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea mehren sich die Anzeichen für einen langsameren Anstieg bei den Infizierungsfällen. Am Sonntag seien 248 neue Infektionsfälle mit dem Virus Sars-CoV-19 erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Die Gesamtzahl stieg auf 7382. Die Zahl der bisherigen Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, wurde mit 51 angegeben.

Die Fallzahlen vom Sonntag und Samstag lagen deutlich unter den nachgewiesenen Fällen in den Tagen davor. Am Samstag hatten die Behörden 367 Infizierungen gemeldet. Es war das erste Mal seit dem 26. Februar, dass weniger als 400 neue Fälle an einem Tag diagnostiziert wurden.

Als ein Grund für die Verlangsamung werden in Südkorea die Virustests unter den mehr als 200.000 Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu angenommen. Die Sekte steht im Mittelpunkt des Ausbruchs. Etwa 60 Prozent der Infektionsfälle werden mit Anhängern der Sekte in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu in Verbindung gebracht. Die Mehrzahl der neu erfassten Fälle vom Wochenende konzentrierte sich erneut auf Daegu und die umliegende Region.

+++ Weitere französische Parlamentarier mit Coronavirus infiziert +++

Unter den Abgeordneten der französischen Nationalversammlung gibt es zwei weitere Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus. Das teilte am Sonntag die regionale Gesundheitsbehörde ARS Île-de-France mit. Die Zahl der infizierten Abgeordneten der Parlamentskammer stieg damit auf mindestens vier. Die Namen der zwei weiteren infizierten Abgeordneten gab die Behörde nicht bekannt. Nach ihren Angaben steckten sich zudem zwei Bedienstete der Nationalversammlung mit dem Coronavirus an. Frankreich ist mit Italien und Deutschland das am stärksten von dem Coronavirus betroffene Land der EU. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der bestätigten Ansteckungsfälle in Frankreich bis Sonntag auf 1126, die Zahl der Todesopfer wuchs auf 19.

+++ China: Weitere 22 Todesfälle durch Lungenkrankheit Covid-19 +++

In China sind weitere 22 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitteilte, wurde seit Sonntag 21 Opfer in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Ein weiterer Patient starb in der südchinesischen Provinz Guangdong. Die Zahl neu Infizierter sank laut der offiziellen Angaben weiter auf landesweit 40 Fälle. Es wird jedoch eine hohe Dunkelziffer vermutet. An der Lungenkrankheit Covid-19 sind in China bislang mehr als 3000 Menschen gestorben. Über 80.735 Infektionen wurden nachgewiesen, jedoch gelten mehr als 58.000 Patienten mittlerweile als geheilt. 

+++ Revolten in italienischen Gefängnissen nach Restriktionen wegen Coronavirus +++

Wegen Restriktionen aufgrund des Coronavirus sind in mehreren italienischen Haftanstalten Revolten von Insassen ausgebrochen. Zu den Aufständen am Sonntag kam es, nachdem Einschränkungen für den Besuch von Angehörigen verhängt worden waren, wie die Gewerkschaft für Gefängnispersonal (Osapp) mitteilte. In einem Gefängnis in Modena sei während der Revolte ein Insasse zu Tode gekommen, erklärte die Nichtregierungsorganisation Antigone, die sich für die Rechte von Häftlingen einsetzt. Die Umstände dieses Todesfalls blieben zunächst aber unklar. Im selben Gefängnis wurden bei den Konfrontationen zwei Wärter verletzt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete. Die Polizei wurde gerufen, um die Ruhe in der Haftanstalt wiederherzustellen.    

Zu Revolten kam es auch in Haftanstalten in Alessandria, Pavia, Frosinone und Neapel. In dem Gefängnis in Pavia südlich von Mailand nahmen Häftlinge laut italienischen Medien zeitweise zwei Wärter als Geiseln. In Frosinone südlich von Rom verbarrikadierten sich rund hundert Häftlinge in einem Teil der Anstalt, wie die Nachrichtenagentur Agi berichtete.

+++ Coronavirus: Augsburgs Trainer plädiert für Absage der Länderspiele +++

Trainer Martin Schmidt vom FC Augsburg plädiert wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus für einen Verzicht auf die Fußball-Länderspiele Ende des Monats. “Ich mache mir Sorgen um die Länderspielpause. Da finde ich es sinnhaft, wenn man die aussetzen würde. Weil da verteilen sich alle Nationalspieler in der ganzen Welt”, sagte der Schweizer dem Bayerischen Rundfunk nach dem Bundesligaspiel der Augsburger am Sonntag beim FC Bayern München. 

Die Bundesligavereine haben zahlreiche Profis, die in zwei Wochen zu ihren Nationalteams reisen würden. Die deutsche Nationalmannschaft soll in Madrid gegen Spanien und in Nürnberg gegen Italien antreten.

“Da habe ich Angst”, sagte Schmidt für den Fall, dass Spieler von ihren Nationalteams erkrankt zurückkommen könnten. “Dann haben wir ein Riesenproblem. Ich weiß nicht, ob man da nicht besser sagt, bleiben wir in den zwei Wochen daheim und trainieren und konzentrieren uns auf die inländischen Ligen”, sagte Schmidt. 

+++ Hilfsorganisationen warnen vor Ausbreitung von Coronavirus in Syrien +++

Hilfsorganisation warnen vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Syrien – vor allen in den umkämpften Gebieten im Norden des Landes. Das syrische Gesundheitssystem sei womöglich nicht darauf vorbereitet, “eine Epidemie festzustellen und zu bekämpfen”, sagte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag. Vor allem in der Provinz Idlib, wo die medizinische Infrastruktur weitgehend zerstört ist und rund drei Millionen Flüchtlinge in immer kleinere Gebiete gedrängt werden, ist das Risiko demnach groß.    

Bisher wurden aus Syrien keine Coronavirus-Fälle gemeldet. Die WHO, die über die Grenze zur Türkei Hilfslieferungen nach Idlib bringt, schult nach Angaben des Sprechers aber bereits medizinisches Personal und bereitet Labore in Idlib und Ankara vor, um Coronavirus-Tests vornehmen zu können.     Auch die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) befürchtet eine Ausbreitung des Virus in Idlib. Ein Ausbruch wäre “verheerend” für die tausenden Menschen, deren Gesundheitszustand schon jetzt durch Nahrungs- und Wassermangel sowie die Kälte geschwächt sei, sagte Sprecherin Misty Buswell. Die Hilfsorganisation arbeitet demnach mit örtlichen Stellen zusammen, um einen Virus-Ausbruch zu verhindern.

+++ Wegen Coronavirus: Tschechien führt Kontrollen an Grenze ein +++

Tschechien führt zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Stichproben-Kontrollen für Einreisende an der Landesgrenze ein. Ab Montagmorgen werde die Polizei an zehn Grenzübergängen mit Deutschland, Österreich und der Slowakei Informationsbroschüren verteilen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Sonntagabend laut Nachrichtenagentur CTK. Außerdem würden Feuerwehrleute nach dem Zufallsprinzip die Temperatur von Reisenden messen, die mit dem Auto nach Tschechien zurückkehren. 

Reisende, bei denen eine Körpertemperatur von mehr als 38 Grad gemessen werde, sollen nach Rücksprache in Hausquarantäne oder in Krankenhäuser gebracht werden. Ausländer werde man bitten, in ihre Heimat zurückzukehren, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Anna Schillerova. Tschechien verzeichnete nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag 28 nachgewiesene Covid-19-Erkrankungen.

Zuvor hatte bereits Polen angekündigt, dass es ab Montag Stichproben-Kontrollen bei aus Deutschland kommenden Busreisenden am Grenzübergang an der A4 in Jedrzychowice in der Nähe von Görlitz einführen werde. 

+++ Portugals Präsident begibt sich nach Coronavirus-Kontakt selbst in Quarantäne +++

Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat sich wegen einer möglichen Coronavirus-Infektion selbst in Quarantäne begeben. Er werde zwei Wochen lang keine öffentlichen Termine im In- und Ausland wahrnehmen, kündigte der Präsident am Sonntag an. Er hatte nach eigenen Angaben vergangene Woche Schüler einer Schule aus dem Norden Portugals getroffen, die anschließend wegen eines Coronavirus-Falls geschlossen wurde. Zwar habe weder der erkrankte Schüler noch dessen Klasse an dem Treffen teilgenommen, hieß es in einer Erklärung auf der Internetseite des Präsidenten. Der Staatschef zeige auch keinerlei Symptome und werde im Präsidentenpalast weiter seiner Arbeit nachgehen. Er habe sich aber entschieden, sich an die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu halten, um “ein Beispiel zu geben”. In Portugal war die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle am Wochenende stark angestiegen, vor allem im Norden des Landes. Sie liegt nun bei mehr als 20, nachdem sie am Freitag noch bei 13 gelegen hatte.

 Meldungen von Sonntag, den 8. März 2020: 

+++ Paris verbietet Veranstaltungen mit über 1000 Menschen +++

Im Kampf gegen die Covid-19-Epidemie verbietet Frankreich grundsätzlich Veranstaltungen mit über 1000 Menschen. Das kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran in Paris nach einer Sitzung des Sicherheitsrats an, der von Staatschef Emmanuel Macron geleitet wurde. 

Véran ließ erkennen, dass es Ausnahmen geben werde. Er sagte, dass die Behörden nun eine Liste mit Veranstaltungen zusammenstellen, die “nützlich für das Leben der Nation” seien, dazu gehörten beispielsweise Demonstrationen. Bisher hatte Frankreich Veranstaltungen mit mehr als 5 000 Menschen verboten, insbesondere in geschlossenen Räumen. 

+++ Zahl der Coronavirus-Fälle in Frankreich auf mehr als tausend gestiegen +++

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Frankreich ist auf mehr als tausend gestiegen. Mittlerweile hätten sich 1126 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die Zahl der Todesopfer liegt demnach bei 19. Frankreich ist mit Italien und Deutschland das am stärksten betroffene Land in der EU.

+++ 133 neue Todesfälle durch Coronavirus in Italien +++

In Italien ist die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus sprunghaft angestiegen. Die Zahl der Todesopfer stieg binnen 24 Stunden um 133 auf 366 an, wie die italienischen Behörden mitteilten. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt demnach mittlerweile bei 7375, das sind 1492 mehr als am Samstag.

+++ VfB Stuttgart gegen Bielefeld kein Geisterspiel +++

Das Zweitliga-Spitzenspiel des VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld am Montag (20.30 Uhr) wird trotz der Ausbreitung des Coronavirus nach aktuellem Stand mit Zuschauern ausgetragen. Eine Absage sei nicht geplant, teilte der VfB mit. “Vielmehr bereiten wir uns gemeinsam darauf vor, dass es perspektivisch zu Absagen oder Spielen ohne Zuschauer kommen könnte.” Der VfB und die zuständigen Behörden befinden sich über die Situation im Austausch. Zuvor hatte Gesundheitsminister Jens Spahn empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen.

+++ Erstmals Deutscher nachweislich an neuartigem Coronavirus gestorben +++

Erstmals ist ein deutscher Staatsbürger nachweislich an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Es handle sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium mit. Es ist zugleich der erste Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 in Afrika. Aus welchem deutschen Bundesland der Mann stammte, blieb zunächst unklar.

Der Mann sei aus der bei Touristen beliebten Stadt Luxor im Süden Ägyptens in den Strandort Hurghada gereist, teilte Ministeriumssprecher Chalid Megahid mit. Nach seiner Ankunft habe er eine erhöhte Temperatur gehabt und sei im Krankenhaus positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Der Mann sei auf der Intensivstation behandelt worden und habe sich geweigert, in eine andere Klinik verlegt zu werden. Sein Zustand habe sich zunehmend verschlechtert, am Sonntag sei er verstorben.

+++ Altmaier an Unternehmen: “Lassen euch nicht im Stich” +++

Vor dem Treffen der Koalitionsspitzen am Sonntagabend im Kanzleramt hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) den vom Coronavirus betroffenen Unternehmen Hilfen zugesichert. “Die Botschaft an all die vielen mittelständischen Unternehmen im Messe- und Gastronomiebereich ist: Wir lassen euch nicht im Stich. Wir werden euch helfen, diese schwere Zeit zu überbrücken”, sagte Altmaier im ZDF.

Der Wirtschaftsminister verwies auf Kreditlinien und Instrumente bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese hätten bereits in der letzten Finanzkrise sehr gut funktioniert. “Und wir sorgen dafür, dass sie auch jetzt unbürokratisch, direkt und schnell zur Verfügung stehen.” Altmaier nannte zudem “Maßnahmen im Bereich der Kurzarbeit”. Abgezeichnet hatte sich bereits vor dem Koalitionsgipfel, dass Union und SPD die Regeln hier noch einmal lockern könnten, so dass Unternehmen dieses Instrument leichter nutzen können. 

+++ CDU hält trotz Coronavirus-Gefahr an Parteitag Ende April fest +++

Die CDU hält an dem Ende April geplanten Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden fest – trotz der Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Alle Vorbereitungen für das Treffen der 1001 Delegierten am 25. April in Berlin gingen ganz normal weiter, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Partei. Die Planungen fänden in enger Abstimmung mit den zuständigen Berliner Gesundheitsbehörden statt. 

Als Vorsichtsmaßnahme will die CDU demnach keine internationalen Gäste zu dem Parteitag einzuladen, wie dies sonst üblich ist. Zu dem Parteitag werden neben den Delegierten und weiteren Gästen aus dem Inland auch zahlreiche Journalisten erwartet, so dass weit mehr als 1000 Menschen zu dem Konvent zusammenkommen dürften.

+++ DFL: Bundesliga-Saison wird trotz Coronavirus zu Ende gespielt +++

Die Deutsche Fußball Liga will die Saison in der Bundesliga und 2. Liga trotz der Coronavirus-Epidemie bis Mitte Mai wie geplant zu Ende spielen. “Nur so erhalten Clubs und DFL trotz schwieriger Umstände für die kommende Spielzeit Planungssicherheit”, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert laut einer Mitteilung. Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe müssten in beiden Spielklassen ermittelt werden. Die Clubs würden sich mit den zuständigen Behörden an den jeweiligen Standorten wie bisher eng hinsichtlich des Ablaufs weiterer Spieltage abstimmen, sagte Seifert.

+++ Saudi-Arabien riegelt Region im Osten des Landes wegen Coronavirus ab +++

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus riegelt Saudi-Arabien die Region Katif im Osten des Landes von der Außenwelt ab. Die Maßnahme für die hauptsächlich von Schiiten bewohnte Region solle “vorläufig” gelten, hieß es laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur SPA aus dem Innenministerium. Alle elf bisher in Saudi-Arabien bestätigten Coronavirus-Fälle wurden in Katif registriert. Die meisten der Betroffenen kamen aus dem Iran.    

Ab sofort dürfe niemand mehr nach Katif reisen oder aus der Region ausreisen, hieß es aus dem Innenministerium. Zudem sollten öffentliche Ämter und auch private Institutionen geschlossen bleiben. Es ist die erste derartige Maßnahme in einem Land der Golfregion. Dort wurden bisher insgesamt gut 200 Fälle registriert, meist bei aus dem Iran kommenden Reisenden. Im Iran starben bereits 194 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

+++ Finnland sagt wegen Coronavirus Teilnahme an großer Militärübung ab +++

Finnland schickt aus Coronavirus-Sorgen keine Soldaten zu einer internationalen Militärübung nach Norwegen. Wegen der aktuellen Situation um das Virus werden sich die vorgesehenen Streitkräfte nicht an der Übung “Cold Response” beteiligen, wie das finnische Militär mitteilte. Ursprünglich sollten 400 finnische Soldaten vom 9. bis 19. März bei dem Manöver dabei sein. Der Kern der Übung ist für den 12. bis 18. März angesetzt.

“Cold Response” ist eine federführend vom norwegischen Militär organisierte Winterübung, die alle zwei Jahre in Nordnorwegen abgehalten wird. Zu der Übung werden mehr als 15.000 Soldaten im Norden Norwegens erwartet. Der Großteil von ihnen stammt aus dem Gastgeberland, aber auch Soldaten aus Deutschland, den USA, Großbritannien und anderen Nato-Ländern.

+++ Spahn: Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern absagen +++

Angesichts zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. “Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Elbphilharmonie in Hamburg

Derzeit finden in der Elbphilharmonie in Hamburg alle Konzerte wie geplant statt. Da der große Saal 2100 Sitzplätze hat, wäre auch das Konzerthaus von der Empfehlung des Gesundheitsministers betroffen.

+++ Kreis sperrt Krankenhaus in Sachsen-Anhalt wegen Arzt mit Coronavirus +++

Das Krankenhaus im sachsen-anhaltischen Zerbst ist für neue Patienten und Besucher gesperrt. Grund dafür ist, dass in der Einrichtung ein Arzt aus Sachsen arbeitet, der positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde, wie der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mitteilte. Der Fall zählt statistisch nicht zu Sachsen-Anhalt, nach Angaben des Sozialministeriums wurde bis Sonntagmittag bei keinem Sachsen-Anhalter eine Infektion mit dem Erreger Sars-Cov-2 nachgewiesen. In allen anderen Bundesländern sind bereits Erkrankungen bekannt.

Der Mann sei zuvor im besonders vom Coronavirus betroffenen Südtirol gewesen und weise leichte Beschwerden auf. Derzeit laufe die Suche nach Menschen, die mit dem Arzt Kontakt hatten, teilte der Kreis weiter mit. Es seien bereits erste Abstriche genommen worden, um sie auf den Erreger zu testen. Mit Ergebnissen sei nicht vor Montag zu rechnen. Zunächst verfügte der Kreis nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt, dass im Zerbster Krankenhaus weder neue Patienten aufgenommen werden noch Besucher ins Krankenhaus dürfen.

+++ Iranische Fluggesellschaft setzt Europa-Flüge aus +++

Die staatliche iranische Fluggesellschaft Iran Air setzt bis auf weiteres ihre Flüge nach Europa aus. “Aus uns noch unbekannten Gründen hat es seitens der europäischen Länder Limitierungen für die Iran Air Flüge gegeben. Und daher haben wir bis auf weiteres alle Flüge ausgesetzt”, sagte ein Sprecher der zivilen Luftfahrtbehörde. Iran Air führe aber Verhandlungen, um diese Begrenzungen umgehend wieder aufzuheben, so der Sprecher nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind im Iran bis jetzt 194 Menschen an dem Corona-Virus gestorben, über 6500 infiziert.

+++ Ägypten bestätigt 45 Fälle auf Nil-Kreuzfahrtschiff +++

Ägypten hat 45 Coronavirus-Fälle bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern eines Nil-Kreuzfahrtschiffs festgestellt. Die Menschen verließen das Schiff “A-Sara” am Sonntag in Luxor, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die ägyptische Gesundheitsministerin Hala Sajed hatte am Samstag mitgeteilt, dass 33 Touristen und zwölf Besatzungsmitglieder infiziert seien. Sie kommen in Quarantäne. Nach Angaben der Regierung wurden alle 171 Passagiere und 70 Besatzungsmitglieder getestet. Ägypten hatte Mitte Februar eine erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus vermeldet – es war der erste bestätigte Fall auf dem afrikanischen Kontinent. Mittlerweile gibt es in Ägypten laut Gesundheitsministerium 48 Infizierte. Seit Samstagabend werden Reisende aus Risikogebieten bei ihrer Ankunft in dem nordafrikanischen Land getestet.

+++ 49 neue Todesfälle im Iran binnen 24 Stunden +++

Im Iran ist die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus um 49 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Sonntag mitteilte, stieg die Gesamtzahl der Todesfälle damit auf insgesamt 194. Es handelte sich um den höchsten Anstieg an Todesfällen seit dem Beginn der Epidemie im Iran Mitte Februar. Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in der Islamischen Republik insgesamt liegt inzwischen bei 6566. Der Iran ist nach China und Südkorea das am stärksten von der Epidemie betroffene Land weltweit. Inzwischen hat sich das neuartige Coronavirus auf alle 31 Provinzen des Iran ausgebreitet. Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen, wurden landesweit Schulen und Universitäten geschlossen sowie große Kultur- und Sportveranstaltungen abgesagt. Die Fluggesellschaft Iran Air kündigte am Sonntag an, sämtliche Flüge nach Europa bis auf weiteres einzustellen. Grund dafür seien “Beschränkungen”, die der Airline von europäischen Behörden aus “unbekannten Gründen” auferlegt worden seien. In den vergangenen Tagen hatte Schweden mit Blick auf die Coronavirus-Epidemie im Iran Flügen von Iran Air keine Landegenehmigung erteilt.

+++ Zahl der Infektionen in Österreich deutlich gestiegen +++

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus ist in Österreich am Wochenende deutlich gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministerium gab es bis Sonntag, 8 Uhr, 99 bestätigte Fälle in der Alpenrepublik. Am Freitagabend hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Pressekonferenz noch von 63 bestätigten Fällen gesprochen. Kurz hatte dabei auch angekündigt, dass die Alpenrepublik sämtliche Direktflüge nach Mailand, Bologna, Südkorea und in den Iran für zwei Wochen einstellen wird. Zudem sollen punktuell Gesundheitschecks an der österreichisch-italienischen Grenze durchgeführt werden.

+++ Borussia Mönchengladbach erstattet 550 Tickets +++

Die Angst vor dem Coronavirus hat einige Hundert Fußballfans dazu bewogen, dem Bundesliga-Topspiel Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund fernzubleiben. Borussia Mönchengladbach hatte im Vorfeld allen Kartenkäufern aus dem am meisten vom Virus betroffenen Kreis Heinsberg angeboten, den Ticketpreis zu erstatten. Davon hätten 550 Menschen Gebrauch gemacht, sagte ein Vereinssprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Sie dürfen zusätzlich kostenlos zum nächsten Europapokal-Heimspiel.

+++ Australien verzichtet auf Hockey-Spiele in Deutschland  +++ 

Die Hockey-Nationalteams aus Australien verzichten wegen des neuartigen Coronavirus auf ihre für den März geplanten Pro-League-Spiele in Europa. Wie der Deutsche Hockey-Bund (DHB) am Wochenende mitteilte, werden damit auch die für den 21. und 22. März vorgesehenen Länderspiele der Männer und Frauen in Mönchengladbach abgesagt. Grund sei eine Entscheidung des australischen Sportministeriums, alle Reiseaktivitäten in Regionen mit einer starken Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 auszusetzen. “Der Weltverband hat die Partien zwischen Deutschland und Australien erst einmal “on hold” gestellt und plant die Begegnungen später im Jahr nachzuholen”, heißt es in einer DHB-Mitteilung. Die Australier hätten auch in Spanien und den Niederlanden antreten sollen.

+++ Robert Koch Institut meldet 847 Coronavirus-Fälle in Deutschland +++

Das Robert Koch Institut (RKI) hat die Zahl der mit Corona infizierten Deutschen aktualisiert. Insgesamt gibt es 847 Coronavirus-Erkrankte, davon noch immer die Vielzahl in den Bundeslängern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. In Berlin gibt es 28 gemeldete Fälle. Einzig in Sachsen-Anhalt gibt es noch keinen Coronavirus-Fall. 

Quelle: Robert Koch Institut

+++ Formel-1-Rennen in Bahrain ohne Zuschauer +++

Das Formel-1-Rennen in Bahrain findet hinter verschlossenen Toren statt. Die Veranstalter des zweiten Saisonrennens reagierten mit der bislang einmaligen Maßnahme in der Königsklasse des Motorsports auf den grassierenden neuartigen Coronavirus. Zuschauer wird es beim Rennen auf dem Kurs in der Wüste von Sakhir am 22. März damit nicht geben. 

“Die Sicherheit hat oberste Priorität”, teilten die Veranstalter in einer Mittelung auf Facebook am Sonntag mit. Die Entscheidung sei in Beratung mit internationalen Partnern und dem Gesundheits-Krisenstab des Königreichs gefallen. Bereits zuvor war der Ticketverkauf ausgesetzt worden.

Damit ist nun das zweite Rennen konkret von Maßnahmen aus Sorge vor dem Virus Covid-19 betroffen. Der Große Preis von China im April wurde vorerst abgesagt, er soll womöglich zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Offen ist derzeit, wie das Rennen Anfang April im vietnamesischen Hanoi ablaufen soll. Die Stadt liegt nur rund 150 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. (dpa)

+++ Coronavirus: Italien riegelt weite Teile des Nordens ab +++

Italien sperrt im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus die wirtschaftsstarke Lombardei und 14 andere Gebiete weitgehend ab. Das sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagmorgen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Er habe das entsprechende Dekret unterschrieben. Davon betroffen sind die Millionenstadt Mailand und die Touristenhochburg Venedig ebenso etwa wie Parma in der Region Emilia-Romagna. Außerdem bestätigte beziehungsweise verhängte die Regierung den Angaben nach Einschränkungen für ganz Italien wie den Stopp für Kinos, Theater, Demonstrationen und viele andere Veranstaltungen.

Die neuen Ankündigungen der Regierung dürften den Alltag der insgesamt rund 60 Millionen Bürger weiter verändern, nachdem die bisher schon getroffenen Maßnahmen wie landesweite Schulschließungen bereits viele tagtäglich treffen. “Wir stehen vor einer nationalen Notlage”, sagte Conte. “Wir haben sie von Anfang an mit maximalen Vorsichtsmaßnahmen bekämpft”, ergänzte der Ministerpräsident. “Wir haben zwei Ziele: Die Ausweitung der Ansteckung einzudämmen und eine Überlastung der Krankenhauseinrichtungen zu vermeiden.”

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa sagte Conte, die Mobilität werde nicht komplett gestoppt. So gebe es keinen Stopp für Flüge und Züge. Aber eine Fahrt müsse einen Grund haben und die Polizei könne Menschen anhalten und danach fragen.   

Die neuen Sperrgebiete sollten von sofort bis zunächst zum 3. April gelten, schrieben Zeitungen. Man dürfe diese Zonen nur aus “ernsten und unvermeidlichen” Anlässen betreten oder verlassen, etwa zum Zwecke der Arbeit oder aus familiären Gründen, hieß es. Betroffen von den Sperrmaßnahmen sind nach der Ankündigung außer der Region Lombardei 14 Provinzen unter anderem in der Emilia-Romagna und Venetien im Norden. Doch auch die Marken in der Mitte Italiens sind dabei. Die Liste, die Conte nannte, besteht aus: Modena, Parma, Piacenza, Reggio Emilia, Rimini, Pesaro und Urbino, Alessandria, Asti, Novara, Verbano Cusio Ossola, Vercelli, Padua, Treviso und Venedig. Damit treffen die Ein- und Ausreiseverbote deutlich mehr als zehn Millionen Menschen.

Coronavirus: Italiens Ministerpräsident Conte

Coronavirus: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte spricht von einer “nationalen Notlage”

Auch innerhalb der neuen Sperrzonen dürfen sich Bewohner nicht mehr völlig frei bewegen, wie der Premier ankündigte. “Es herrscht eine eingeschränkte Mobilität”, sagte er den Angaben zufolge. Man solle sein Haus nur aus gutem Grund verlassen. Bars und Restaurants dürften nur von 6 bis 18 Uhr öffnen, allerdings nur, wenn sie dafür sorgten, dass zwischen den Gästen ein Abstand von mindestens einen Meter gewährleistet sei. Auch für Läden wurden die Zeiten eingeschränkt.   

Italien ist der Staat in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen stetig an. Bis Samstag zählten die Behörden 5883 Menschen mit einer Infektion. 233 Menschen davon sind gestorben. 

Um die Krise in den Griff zu bekommen, hat die Regierung in Rom unter anderem schon vorher alle Schulen im Land, die Kindergärten und Universitäten bis Mitte März geschlossen. 

Die Lombardei gilt als Herz der italienischen Wirtschaft. Vor einiger Zeit waren bereits kleinere Gebiete mit zusammen rund 50 000 Menschen in der Provinz Lodi in der Lombardei und in Venetien zu Sperrzonen erklärt worden. Diese Vorsichtsmaßnahme werde jetzt ausgeweitet und ergänzt, sagte Conte. Die neuen Sperrgebiete sollten von sofort bis zunächst bis 3. April gelten, schrieb die Zeitung “La Repubblica”. 

Die Beratungen der Regierung über die verschärften Maßnahmen hatten seit dem Samstag gedauert. Ende der Woche war bereits in den Medien in Italien darüber spekuliert worden, ob und wie die Regierung die Verbotszonen wegen der Coronavirus-Welle ausweiten könnte. Schon bisher hat die Wirtschaft unter den Corona-Krise im Land stark gelitten. So brach zum Beispiel der Tourismus ein. (Nachrichtenagentur dpa)

Australien: Wegen Coronavirus: Familie bestellt aus Versehen Toilettenpapier für zwölf Jahre

Meldungen von Samstag, den 7. März 2020:

+++ US-Bundesstaat New York verhängt Notstand wegen Coronavirus +++

Im US-Bundesstaat New York gilt wegen des neuen Coronavirus nun der Notstand. Derzeit gebe es dort 76 bestätigte Fälle, sagte Gouverneur Andrew Cuomo in der Hauptstadt Albany. In dem Staat leben knapp 20 Millionen Menschen, davon rund 8,5 Millionen in der Metropole New York City. 57 Fälle traten bisher in deren Vorort Westchester auf, elf in New York City. Bisher wurden in dem Bundesstaat noch keine durch das Virus verursachten Todesfälle bestätigt.

In den Vereinigten Staaten ist ein Notstand in erster Linie ein wichtiger bürokratischer Akt, weil Zuständigkeiten von der Bundesebene an regionale und lokale Behörden verlagert werden. Im Fall von Corona könnten staatliche Bedienstete schneller nötige Einkaufsaufträge zur Versorgung von Erkrankten vergeben und Aushilfen in Städten einstellen, in denen besonders viele Fälle auftreten, erklärte Cuomo. Auch in den Bundesstaaten Kalifornien, Maine und Washington an der Westküste der USA wurde bereits der Notstand verhängt. Laut Zählungen der New York Times gab es in den Vereinigten Staaten bis Samstagnachmittag rund 350 bestätigte Fälle und 17 Tote.

+++ Weitere französische Abgeordnete mit dem Coronavirus infiziert +++

Im französischen Parlament gibt es einen weiteren Corona-Fall. Eine nicht namentlich genannte Abgeordnete sei im Krankenhaus, teilte das Präsidium der Nationalversammlung mit. Damit stieg die Zahl der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus in der Nationalversammlung auf drei, darunter zwei Abgeordnete.    

Der Abgeordnete Jean-Luc Reitzer, dessen Fall am Donnerstag bekanntgegeben worden war, sei noch immer auf der Intensivstation, hieß es am Samstag aus seinem Umfeld. Sein Zustand sei stabil.

+++ DGB-Chef fordert umfangreiches Investitionsprogramm +++

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann fordert auch jenseits der Coronavirus-Krise ein umfangreiches Zukunftsinvestitionsprogramm. Der Koalitionsausschuss sollte sich am Sonntag auf die Eckpunkte für eine “ambitionierte Investitionsoffensive verständigen”, verlangte Hoffmann. “Klimawandel, die digitale Transformation unserer Wirtschaft, die demografische Entwicklung sowie die völlig überalterte Infrastruktur in Deutschland machen ein rasches Handeln erforderlich”, erklärte er.

+++ Mehr als 230 Tote durch Coronavirus in Italien +++

Mit 5883 Fällen ist die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Italien noch einmal deutlich gestiegen. 233 Menschen seien gestorben, wie der Zivilschutz in Rom bekanntgab. Mehrere Hundert sind allerdings auch schon wieder gesund gemeldet. 

Am Freitag hatte die Zahl der Infizierten noch um über 1000 Fälle niedriger gelegen – bei 4636. Der Anstieg bei der Totenzahl (plus 36) war allerdings geringer als am Vortag. Am heftigsten betroffen sind weiter die Regionen Lombardei und Emilia-Romagna, wie Zivilschutzchef Angelo Borrelli bekannt gab. Es folgt die Region Venetien.    

+++ Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt auf fast 800 +++

In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle auf 795 gestiegen. Dies teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Noch am Morgen hatte es die Zahl der deutschlandweiten Infektionen mit 684 angegeben.    

Am stärksten betroffen ist nach wie vor Nordrhein-Westfalen mit inzwischen 373 Fällen. Mehr als 200 davon entfallen auf den Landkreis Heinsberg, dem größten Infektionsherd in Deutschland. Viele neue Fälle wurden auch aus Baden-Württemberg gemeldet, wo inzwischen bei 170 Menschen das neuartige Coronavirus festgestellt wurde. In Bayern sind es 134.

+++ Rund 70 Menschen nach Hotel-Einsturz in China verschüttet +++

Nach dem Einsturz eines Hotels im Osten Chinas haben Rettungskräfte nach rund 70 Verschütteten gesucht. Das Hotel “Xinjia” in der Stadt Quanzhou am Abend eingestürzt, teilte die Verwaltung der Stadt in der östlichen Provinz Fujian mit. Mindestens 38 Menschen konnten geborgen werden, rund 70 wurden am späten Abend noch in den Trümmern vermutet. Das Hotel diente als Quarantäne-Station in der Corona-Krise.    

Das 80-Zimmer-Hotel war vor zwei Jahren errichtet worden. Es wurde laut staatlichen Medienberichten erst kürzlich in eine Quarantäne-Station für Menschen umgewandelt, die Kontakt zu Coronavirus-Patienten hatten.    

Auf Aufnahmen im Internet-Netzwerk Weibo war zu sehen, dass die Mauern des Hotels komplett weggebrochen waren. Nur noch das Stahlgerüst war zu sehen. Mehrere Verletzte wurden von Krankenwagen abtransportiert. Nach Angaben der Regionalregierung waren 700 Rettungskräfte im Einsatz. In China stürzen wegen schlechter Materialqualität und unprofessioneller Bauweise immer wieder Gebäude ein.

+++ Erster Fall nun auch bei der Berliner Polizei +++

Auch bei der Berliner Polizei gibt es nun einen Coronavirus-Fall. Der Polizist habe sich nicht im Dienst angesteckt und befinde sich in häuslicher Quarantäne, teilte die Polizei der Hauptstadt am Samstag über das Internet-Netzwerk Twitter mit. Der Mann gehört den Angaben zufolge zur 32. Einsatzhundertschaft. Diese müsse aktuell in ihrer Unterkunft bleiben. “Unser Dienstbetrieb ist nicht eingeschränkt”, betonte die Polizei. Nach Angaben der Senatsverwaltung stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle in Berlin damit auf insgesamt 28. Nach Informationen des “Tagesspiegel” sollte die betroffene Hundertschaft offenbar beim Bundesliga-Fußballspiel Hertha BSC gegen Werder Bremen am Samstagnachmittag im Einsatz sein. Dies habe nun eine andere Hundertschaft übernommen. 

+++ Skisprung-Weltcup soll mit Zuschauern weitergehen +++

Der Skisprung-Weltcup soll trotz des neuartigen Coronavirus ab Montag mit Zuschauern auf den Rängen weitergehen. Dies bekräftigte Fis-Rennleiter Walter Hofer am Samstag im ZDF: “Ab Montag geht es normal weiter.” Am Holmenkollen in Oslo waren die Zuschauer an diesem Wochenende für alle Wettbewerbe der Skispringer, Langläufer und Kombinierer nicht zugelassen worden, das soll sich ab der zweiten Station in Lillehammer ändern. Für die Skiflug-WM im slowenischen Planica vom 19. bis 22. März laufen die Vorbereitungen derweil ganz normal, wie Hofer sagte: “Die bereiten die WM planmäßig vor, alles weitere obliegt höherer Gewalt.”

+++ Vatikan verlegt Angelus und Papst-Audienzen +++

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien wird Papst Franziskus das nächste Angelus-Gebet nicht am Fenster vor den Menschen direkt sprechen. Das traditionelle Gebet am Sonntagmittag soll stattdessen per Video live aus dem Papstpalast übertragen werden. Das teilte das Pressebüro des Vatikans am Samstag mit. Es werde zudem auf Bildschirmen auf dem Petersplatz zu sehen sein. Die nächste Generalaudienz am Mittwoch solle ebenfalls auf ähnliche Weise verändert werden. Es gehe darum, die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 zu bremsen und die Sicherheit zu erhöhen.  

+++ Italiens PD-Parteichef Zingaretti mit Coronavirus infiziert +++

Der Chef der in Rom mitregierenden Sozialdemokraten, Nicola Zingaretti, ist positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Es gehe ihm gut, er müsse aber zunächst zu Hause in Quarantäne bleiben, erklärte der 54-jährige Politiker am Samstag in einem Video bei Facebook. Er und seine Familie hielten sich an die Anweisungen der Mediziner und der Wissenschaft, er gehe mit gutem Beispiel voran. Er habe sein Umfeld in der Politik informiert, damit die Arbeit weitergehen könne. “Auf bald, ciao!”, schloss er.

+++ Italien ruft Ärzte aus dem Ruhestand zurück +++

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat die italienische Regierung Ärzte aus dem Ruhestand zurückgerufen. Die Regierung begann am Samstag landesweit, Ruheständler zu reaktivieren. Diese Maßnahme ist Teil eines neuen Notprogramms, das bei einer bis in die Nacht dauernden Krisensitzung des Kabinetts beschlossen wurde. Demnach sollen insgesamt 20.000 neue Kräfte für das Gesundheitssystem eingestellt werden. Bei den 20.000 Neu-Einstellungen soll es sich um 5000 spezialisierte Ärzte sowie 15.000 Krankenpflegekräfte und weitere Helfer handeln. Nach den Beschlüssen des Kabinetts soll in den kommenden Tagen zudem die Zahl der Betten in den Intensivstationen von 5000 auf 7500 erhöht werden. Derzeit befinden sich wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in Italien 462 Menschen auf Intensivstationen.

+++ Barcelona-Marathon auf Oktober verschoben +++

Der für den 15. März geplante Barcelona-Marathon ist wegen des neuen Coronavirus auf den Herbst verschoben worden. Das Sportevent in der katalanischen Metropole solle nun am 25. Oktober stattfinden, teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit. Dies sei in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden entschieden worden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Zu dem Marathon habe sich eine Rekordzahl von 17 000 Teilnehmern angemeldet, die Hälfte davon aus dem Ausland, berichtete die spanische Zeitung “La Vanguardia”. In Spanien wurden bis zum Samstagmittag etwa 430 Fälle von Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bestätigt. Acht ältere Menschen sind landesweit bislang an Covid-19 gestorben. 

+++ Kinder in Bayern müssen nach Rückkehr aus Südtirol 14 Tage zu Hause bleiben +++

Kinder, die mit ihren Eltern aus dem Urlaub aus Südtirol nach Hause kommen, dürfen danach in Bayern 14 Tage lang nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen. Das teilte am Samstag das bayerische Gesundheitsministerium mit. Südtirol war am Donnerstagabend vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft worden. Das sind laut RKI Gebiete, in denen “eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann”. In Italien gehören dazu auch die Regionen Emilia-Romagna, Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums betonte, nach Abwägung aller Umstände sei eine allgemeingültige Anordnung erforderlich, um die Verbreitung der Infektion in Schulen und im Bereich der Kinderbetreuung zu unterbinden. Die Anordnung sei nicht befristet. 

+++ Zwei Wohnblocks in Südkorea wegen Coronavirus-Epidemie abgeriegelt +++

Nach dutzenden positiven Tests auf den neuartigen Coronavirus haben die südkoreanischen Behörden zwei Wohnblocks abgeriegelt. Die mehr als 140 Bewohner des Apartment-Komplexes in der Millionenstadt Daegu seien unter Quarantäne gestellt worden, sagte Bürgermeister Kwon Young Jin am Samstag. 46 Bewohner seien positiv auf den Erreger getestet worden, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. In den beiden Wohnblocks leben den Angaben zufolge 94 Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji Church of Jesus, mit der die meisten Infektionsfälle in Südkorea im Zusammenhang stehen. Der Apartment-Komplex gehört der Stadt; die Wohnungen werden nur an alleinstehende Frauen bis 35 Jahre vergeben.

+++ Österreichischer Zoll stellt 21.000 geschmuggelte Mundschutzmasken sicher +++

Angesichts der Coronavirus-Epidemie sind Mundschutzmasken weltweit Mangelware geworden – daraus wollten die Fahrer eines türkischen Reisebusses offenbar Profit schlagen. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Samstag berichtete, stellten Beamte des Wiener Zollamtes am Donnerstag bei der Kontrolle des Reisebusses in Inzersdorf 21.000 geschmuggelte Einmal-Mundschutzmasken sicher. Auch 25 Kilogramm Fleisch, 1200 Zigaretten und verschiedene andere Waren wurden demnach beschlagnahmt. Wie APA berichtete, waren die vier Fahrer im Alter von 40 bis 50 Jahren und die drei Bus-Passagiere auf dem Weg von der Türkei nach Deutschland. Laut dem österreichischen Finanzministerium war das türkische Busunternehmen, zu dem der Reisebus gehört, bereits in der Vergangenheit durch die Mitnahme von Schmuggelwaren aufgefallen. Das Finanzministerium schätzt laut APA, dass die Schmuggler angesichts der erhöhten Nachfrage durch den Verkauf der Masken “mindestens 50.000 Euro Gewinn” hätten umsetzen können. 

+++ Bislang 21 Menschen auf der “Grand Princess” infiziert +++

Auf dem vor Kalifornien festsitzenden Kreuzfahrtschiff “Grand Princess” sind inzwischen 21 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Bei 19 Besatzungsmitgliedern und zwei Passagieren sei eine Infektion nachgewiesen worden, erklärte am Freitag US-Vizepräsident Mike Pence, der von US-Präsident Donald Trump mit der Koordination der Maßnahmen gegen die Epidemie beauftragt wurde. Pence versicherte, alle 3533 Menschen an Bord der “Grand Princess” würden auf das neuartige Coronavirus getestet und bei Bedarf an Bord unter Quarantäne gestellt. Der Vizepräsident geht nach eigenen Angaben von einer hohen Zahl an Infizierten unter den rund 1100 Besatzungsmitgliedern aus. In die von der Epidemie betroffenen Bundesstaaten sollen laut Pence vier Millionen Coronavirus-Testsets gebracht werden. Die “Grand Princess” liegt seit Mittwoch an der Küste vor San Francisco, nachdem bei zwei zuvor auf dem Schiff reisenden Menschen eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden war. Das Schiff gehört ebenso zum Unternehmen Princess Cruises wie das Kreuzfahrtschiff “Diamond Princess”, das im vergangenen Monat wegen des Coronavirus zwei Wochen lang vor der Küste Japans unter Quarantäne gestanden hatte. Mehr als 700 Menschen an Bord wurden positiv auf den Erreger getestet, mindestens sechs von ihnen starben.

+++ Ansturm erwartet: Aldi bietet am Montag Desinfektionsmittel an +++

Die Deutschen decken sich ein: mit Nudeln, Klopapier – und Desinfektionsmitteln. Dass die mittlerweile kaum noch in Geschäften zu bekommen sind, sorgt bei vielen Menschen für Hysterie. Gut möglich, dass sich am kommenden Montag die Menschentrauben vor diversen Aldi-Märkten sammeln werden: Denn der Discounter verkauft Desinfektionsmittel, Handgel und Desinfektionstüchter.

Wie das Technik-Magazin “Chip” berichtet, sollen die Mittel allerdings kontrolliert verkauft werden: maximal zwei Produkte pro Kunde. “Wir haben die Ansage von oben bekommen, das finde ich gut. Es wird aber schwer sein, das am Montag den Kunden zu erklären”, erklärt eine Mitarbeiterin “Chip”. Auf Werbung will Aldi derweil verzichten. “Da wir mit einer erhöhten Nachfrage rechnen, werden wir die Produkte nicht mehr bewerben”, heißt es aus der Pressestelle.

Quelle: “Chip”

Nicht alle Desinfektionsmittel sind gleich: Für Viren wie Corona muss es viruzid wirken

+++ Coronavirus: Umsatzeinbruch bei Reiseveranstaltern und Reisebüros +++

Das neuartige Coronavirus sorgt nach Angaben des Reiseverbandes DRV aktuell für einen Umsatzeinbruch bei Veranstaltern und Reisebüros. Bei einer Umfrage unter mehr als 450 Unternehmen habe eine Mehrheit von Umsatzrückgängen von bis zu 75 Prozent berichtet. “Die Menschen sind verunsichert und halten sich derzeit mit Buchungen zurück”, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig der Deutschen Presse-Agentur. Ein Ende der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sehe die übergroße Mehrheit der befragten Unternehmen frühestens im zweiten Halbjahr 2020. Die wirtschaftlichen Folgen für die Branche hingen davon ab, wie schnell es gelinge, das Virus in den Griff zu bekommen. “Urlaub hat bei den Deutschen einen sehr hohen Stellenwert und daher setze ich auf ein starkes Last-Minute-Jahr”, sagte Fiebig. Zugleich forderte er, die Branche müsse Bestandteil eines Konjunkturprogramms für die deutsche Wirtschaft sein. Man sei bereits im engen Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium. “Reisebüros und Reiseveranstaltern muss es durch die Gewährung von Überbrückungskrediten ermöglicht werden, entstehende Liquiditätsengpässe abzufedern”, forderte Fiebig.

Erforderlich sei auch der vereinfachte Einsatz von Kurzarbeit. Es sei wichtig, “dass die Beschäftigten weiterhin in Lohn und Brot stehen, damit durch Einkommenssicherheit die generelle Konsumnachfrage in der Wirtschaft erhalten bleibt.”

Im vergangenen Reisejahr hatte die Branche, die mit der Insolvenz des Touristikkonzerns Thomas Cook und der Fluggesellschaft Germania zu kämpfen hatte, bereits an Tempo verloren. Der Umsatz mit organisierten Reisen – also Pauschal- und Bausteinangeboten – stieg nach dem starken Vorjahr nur leicht um ein Prozent auf 35,4 Milliarden Euro. Die Umsätze in den Reisebüros sanken sogar um rund drei Prozent auf 23,7 Milliarden Euro. (Nachrichtenagentur dpa)

+++ Italien stoppt Teile der Justiz +++

Zunächst für rund zweieinhalb Monate bis Ende Mai sollen zum Schutz der Menschen vor Infektionen Einschränkungen im Justizsystem möglich werden etwa bei Prozessen und anderen öffentlichen Terminen, wie die Regierung am frühen Samstagmorgen in Rom mitteilte. Prozesse zu nicht schweren Taten dürfen damit verschoben werden, wie Medien schrieben. Die Details sollten jeweils vor Ort bestimmt werden. 

Ausgenommen sind den Berichten nach zum Beispiel eilige Angelegenheiten, etwa in Bezug auf Festnahmen. Auch sollten mehr Anhörungen in Form von Videokonferenzen stattfinden, erläuterte Justizminister Alfonso Bonafede vor der Presse.  

Das Dekret “wird die Verschiebung nicht dringender Anhörungen ermöglichen”, zitierte die Zeitung “La Repubblica” den Minister. Ab sofort werde die Arbeit der Justizämter für zwei Wochen – wie in der Sommerpause – ausgesetzt. Ab dem 23. März dann gelten die neuen Möglichkeiten der Verschiebung. 

Mit dem Dekret, das die Regierung am Freitagabend beschlossen hatte, sollen Menschen besser vor Ansteckung in Gerichtsgebäuden geschützt werden. Im Laufe der Woche hatte Italien bereits im ganzen Land die Schulen für zwei Wochen bis Mitte März geschlossen.

Zur Stärkung des Gesundheitswesens sagte das Kabinett die Einstellung von Personal für 20 000 Stellen zu, darunter Fachärzte und Krankenschwestern. Außerdem sollen Behörden bis zum Ende des Corona-Notfalls sowohl medizinische Güter als auch Möbel etwa für Menschen in Quarantäne einziehen dürfen. Dafür soll an Eigentümer ein vor der Krise marktüblicher Preis gezahlt werden, hieß es. Italien hat die meisten Sars-CoV-2-Infektionen in Europa. (Nachrichtenagentur dpa)

Source: stern.de

Geef een reactie