Corona in Deutschland: Ansteckungsrate steigt laut Robert Koch-Institut wieder | Panorama – Frankfurter Rundschau

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  • Monika Gemmer

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  • Marvin Ziegele

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Die Rückkehr aus den Corona-Beschränkungen zur Normalität wird noch lange dauern. Nun steigt die Ansteckungsrate wieder. Der News-Ticker.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2* hat Deutschland weiterhin fest im Griff.
  • In Sachsen und Sachsen-Anhalt sollen zeitnah Museen wieder öffnen
  • In Nordrhein-Westfalen müssen alle Bewohner eines Hochhauskomplexes in Quarantäne

+++ Ticker aktualisieren +++

+++ 23.00 Uhr: Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts wieder gestiegen. Laut der am Montagabend veröffentlichten RKI-Statistik steckt jeder Infizierte nunmehr wieder einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate liegt bei 1,0 (Datenstand 27.04. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen nicht mehr leicht zurückgeht wie in den vergangenen Tagen. 

Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 – jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert. 

Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse diese Reproduktionszahl unter 1 liegen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen bei Corona-Maßnahmen deutlich gemacht, dass schon vermeintlich kleine Änderungen der Reproduktionszahl erhebliche Folgen haben können.

Corona-Krise: Keine schnellen neuen Lockerungen zu erwarten

+++ 20.35 Uhr: Kurz vor der nächsten Besprechung von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise hat die Bundesregierung erneut deutlich gemacht, dass noch nicht mit weiteren Lockerungen der Beschränkungen zu rechnen ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich am 30. April erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammenschalten.

„An diesem 30. April wird es wichtige vorbereitende Beratungen und sehr begrenzte Beschlüsse geben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) äußerte sich ähnlich. Seibert sagte, die bevorstehenden Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder kämen zu früh, um die Auswirkungen der zuletzt beschlossenen Öffnungen etwa von Geschäften bis zu 800 Quadratmetern beurteilen zu können.

Es deuten sich sogar neue Reglementierungen an. So hält Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn eine Maskenpflicht für angeraten – im Nahverkehr gilt sie seit dem Montag in fast allen Bundesländern. Auch für Urlaubsreisen in diesen Sommer gibt es noch kein grünes Licht. 

Neue Corona-Fälle nach illegaler Grillparty

+++ 17.25 Uhr: Nach einer Grillparty im Kreis Nordfriesland am 19. April haben sich mehrere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Drei der sieben Gäste wurden bereits positiv getestet, wie die Kreispressestelle in Husum auf Anfrage mitteilte. Die Ergebnisse der anderen stünden noch aus. „Erst in den nächsten zwei Wochen wird sich herausstellen, wie groß der Schaden ist, den die sieben Personen mit ihrem Grillabend angerichtet haben“, sagte die Leiterin des Kreisgesundheitsamts Nordfriesland, Antje Petersen. 

Die Kreispressestelle betonte, das Grillfest sei nicht erlaubt gewesen, da die Gäste mehrfach den Mindestabstand missachtet hätten und auch in keinem gemeinsamen Haushalt lebten. Alle Gäste stünden nun unter Quarantäne, während das Gesundheitsamt ihre Kontaktpersonen ermittele. „Durch puren Leichtsinn einiger weniger muss nun eine ganze Reihe von Kontaktpersonen in Quarantäne gehen – einschließlich Arbeitskollegen und Kunden“, sagte Petersen.

Nach Corona-Urteil: Söder kündigt Korrektur der Auflagen für den Handel an

+++ 15.45 Uhr: Nach der vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof festgestellten Verfassungswidrigkeit der Corona-Beschränkungen für den Handel in Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder Korrekturen angekündigt. Diese Woche ändere sich aber nichts, sagte der CSU-Chef nach einer Videoschalte des CSU-Vorstands. „Wir überlegen uns, das wollten wir ohnehin tun, wie wir mit nächster Woche dann umgehen.“ Dabei orientiere man sich an der Gerichtsentscheidung. 

Söder sagte, nach widersprüchlichen Entscheidungen von Vorinstanzen gebe es nun Klarheit. Er wertete die Entscheidung aber nicht als Kritik am Kurs der Staatsregierung. „Also im Grunde genommen ist es eher eine Sicherheitsmaßnahme und bestätigt den umsichtigen Kurs gegenüber dem etwas lockereren Kurs des Bundes.“ Es sei kein Angriff, sondern aus Sicht der Staatsregierung eine Präzisierung. „Und die werden wir dann natürlich entsprechend umsetzen und auch vornehmen.“

Söder verwies dabei auf den Hinweis des Gerichts, dass die „Freistellung” für Buchhändler und Fahrradgeschäfte, für die die Begrenzung auf 800 Quadratmeter nicht gilt, „aus infektionsschutzrechtlicher Sicht sachlich nicht gerechtfertigt“ sei.

+++ 13.15 Uhr: Bayerns höchstesVerwaltungsgericht hat das von der Staatsregierung in der Corona-Krise verhängte Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern für verfassungswidrig erklärt. Die Richter sehen dies wegen der Ungleichbehandlung mit kleineren Läden als Verstoß gegen das Grundgesetz. Das teilte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) am Montag mit. Das Gericht setzte die Vorschrift aber nicht außer Kraft.

Corona: Herzinfarkte werden verschleppt

+++ 12.00 Uhr: Mediziner der Uniklinik Würzburg warnen angesichts der Corona-Krise davor, schwere Erkrankungen aus Angst vor einer Infektion mit Covid-19 in den Kliniken zu verschleppen. Die Zahl der Notfallpatienten habe stark abgenommen, nicht aber die Zahl der Notfälle, heißt es in einer Mitteilung der Klinik vom Montag. 

Man sehe mit „großer Sorge“, dass viele Menschen ihre Krankheitsbeschwerden aussitzen wollten und ihre Gesundheit dadurch erst recht gefährdeten. Gerade bei Notfällen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen zähle jede Minute. Während die Notaufnahmen nur halb so voll wie normal seien, nehme die Zahl der Patienten mit verschleppten Herzinfarkten beispielsweise zu. 

Die Beschwerden eines Herzinfarktes legten sich in der Tat nach sechs bis zwölf Stunden, heißt es weiter – denn dann ist das Gewebe des Herzmuskels abgestorben. Aktuell würden selbst jüngere Patienten an Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder Heilungsstörungen am Herzen sterben, was man bei einer rechtzeitigen Behandlung in der Regel durch eine Öffnung der Gefäße hätte verhindern können.

Aktuelle Zahlen zu Corona-Fällen in Deutschland

+++ 8.45 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 155.193 angegeben – ein Plus von 1018 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 157.770 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 5750 Todesfälle, die JHU 5976 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 114.500.

Mediziner warnt vor übertriebenen Hoffnungen bezüglich einer Corona-App

+++ Update, 27.4.2020, 7.15 Uhr: Der Bonner Infektiologe und Intensivmediziner Peter Walger hat vor übertriebenen Hoffnungen in eine Anti-Corona-App gewarnt. „Ich erwarte von der App keine wirkliche Hilfestellung beim Versuch, in die Normalität zurückzukehren“, sagte der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) der Presse. 

„Wenn alleMundschutz tragen und Abstand einhalten, wäre sie überflüssig, weil sie dann nur die unkritische Nähe geschützter Leute erkennt.“ Die geplante Smartphone-Anwendung „sagt nichts darüber aus, ob ein tatsächliches Infektionsrisiko besteht, sondern definiert nur die Nähe einer Person zu einer potenziell ansteckenden Person“, begründete der Infektiologe seine Skepsis. 

„Viel Sicherheit brächte die Testung der Hochrisikogruppen und zusätzlich aller Mitarbeiter, die Zugang zu ihnen haben, zum Beispiel Tests ein- bis zweimal pro Woche“, sagte der Experte und fügte hinzu: „Solange wir nicht umfassend testen, wird es Infizierte geben, bei denen die Infektion nicht bekannt ist, und positiv Getestete, die die App nicht benutzen. Das System wird so löchrig sein, dass wir nicht erkennen, wie die App eine neue Sicherheit bieten soll.“ 

In Grevenbroich wird ein Hochhaus abgeriegelt

+++ Update, 19.39 Uhr: Weil sich zwei mit dem Coronavirus infizierte Familien nicht an die angeordnete Quarantäne gehalten haben, hat das Gesundheitsamt in Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen) einen ganzen Hochhauskomplex mit 117 Wohnungen abgeriegelt. Alle 450 Bewohner sollten am Sonntag (26.04.2020) vorsichtshalber auf das Virus getestet werden – etwa 375 folgten dem Aufruf. Die anderen rund 75 stellte das Gesundheitsamt nun vorsorglich für 14 Tage unter Quarantäne.

Die Behörden zäunten das gesamte Grundstück ein, ein Sicherheitsdienst kontrollierte Ein- und Ausgänge. Die Hausbewohner sollen das Grundstück erst wieder verlassen dürfen, wenn die Tests in ein paar Tagen beweisen, dass sie sich nicht bei ihren Nachbarn mit dem Virus Sars-Cov-2 angesteckt haben. 

Ausgelöst wurde der Massen-Test von acht Bewohnern aus zwei Familien, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind. Die Familienmitglieder hatten sich jedoch nicht an die Quarantäne gehalten. Erwachsene und Kinder hätten weiter Kontakt mit Nachbarn gehabt und sich unter anderem vor dem Komplex aufgehalten. Ob die anderen Bewohner überhaupt wussten, dass die Familien eigentlich in Quarantäne waren und ein hohes Ansteckungsrisiko bestand, ist unklar.

Corona in Deutschland: Kultusminister beraten über Schulöffnungen

+++ Update, 19.30 Uhr: Die Kultusminister der Bundesländer beraten am Montag (27.04.2020, 16 Uhr) über das weitere Vorgehen bei der Öffnung von Schulen in der Corona-Pandemie. Sie stimmen sich abschließend über ein gemeinsames Konzept ab. Unklar ist, ob die Minister einen Plan vorlegen, wie es für diejenigen Klassenstufen weitergeht, für die es bisher noch keine Rückkehrperspektive an die Schulen gibt. Bereits vergangene Woche kehrten Tausende Jugendliche in vielen Bundesländern für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitungen an die Schulen zurück – an diesem Montag kommt der nächste Schwung. Ab dem 4. Mai geht es in den meisten Ländern auch für die ältesten Grundschüler wieder los und für Schüler, die im nächsten Schuljahr ihren Abschluss machen. 

Corona in Deutschland: Zwei Bundesländer öffnen Museen

+++ Update, 17.11 Uhr: Sachsen und Sachsen-Anhalt setzen in der Corona-Krise weiter auf Lockerungen. In beiden Bundesländern sollen Museen, Bibliotheken und Ausstellungsräume ab Montag, 4. Mai, wieder öffnen können. Das kündigten die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Reiner Haseloff an. Sie sprachen sich am Sonntag (26.04.2020) über einen gemeinsamen Kurs in der Corona-Pandemie ab. 

Die beiden CDU-Politiker stimmten entsprechende Punkte für die Corona-Strategie-Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Länderchefs am 6. Mai ab. Unter anderem sind sie dafür, von der 800-Quadratmeter-Regel für wiedereröffnete Geschäfte abzurücken. Sachsens Regierungschef Kretschmer wünscht sich außerdem eine schrittweise Wiederbelebung der Gastronomie, beispielsweise mit einer zeitnahen Eröffnung der Außengastronomie. 

Corona-Schutzmasken aus China kommen am Flughafen Leipzig an 

Am Flughafen Leipzig/Halle ist derweil eine erste Lieferung mit Millionen Schutzmasken aus China eingetroffen. Die Transportmaschine Antonow 124 sei am Sonntagmorgen gelandet, sagte eine Sprecherin des Landeskommandos Sachsen der Bundeswehr

Am Montag wird eine weitere Lieferung mit dem weltgrößten Frachtflugzeug, der Antonow 225, in Leipzig/Halle erwartet. Laut Bundeswehr besteht die “Luftbrücke” aus China aus insgesamt drei Frachtflügen. Es sollen wegen der Corona-Krise rund 25 Millionen Schutzmasken nach Deutschland geflogen werden. 

Corona-Krise in Deutschland: RKI meldet erneut Anstieg der Fallzahlen

+++ Update, 11.15 Uhr: Das Robert Koch-Insitut (RKI) hat die aktuellen Fallzahlen zur Corona-Pandemie in Deutschland veröffentlicht. Demnach gibt es 1.737 neue Infektionen im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle hat sich damit auf 154.175 erhöht.

Weil am Wochenende aber nicht alle Gesundheitsämter der einzelnen Bundesländer neue Erkrankungen an das RKI melden, sind die Zahlen mit Vorsicht zu lesen. Eine höhere Anzahl von bestätigten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 ist wahrscheinlich.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 hat sich laut der Statistik des RKI ebenfalls erhöht. 140 weitere Menschen seien an der Lungenerkrankung gestorben. Insgesamt verzeichnet Deutschland damit 5.640 Todesfälle.

Bundesregierung bestätigt chinesische Einflussversuche in der Corona-Krise

Update vom 26.02.2020, 8:25 Uhr: Die Bundesregierung hat den Versuch der Einflussnahme chinesischer Diplomaten auf deutsche Beamte in der Corona-Krise bestätigt. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, erklärte die Regierung als Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Margarete Bause (Grüne), das Innenministerium habe Kenntnisse über entsprechende Kontaktaufnahmen der chinesischen Vertreter in Deutschland.

Ziel der Einflussnahme sei es demnach gewesen, „öffentliche positive Äußerungen über das Coronavirus-Management der Volksrepublik China zu bewirken“. Mehrere Beamte in verschiedenen Bundesministerien seien dafür kontaktiert worden. Der Aufforderung sei man aber nicht nachgekommen.

Corona-Krise in Deutschland: Grüne kritisieren Bundesregierung

Gleichzeitig lobte die Bundesregierung die Maßnahmen, die die Volksrepublik China zur Eindämmung der Corona-Pandemie unternommen habe. Man befinde sich in einer strategischen Partnerschaft mit China, die den ständigen Austausch mit Diplomaten beinhalten würde.

Bause, Sprecherin für Menschenrechte der Grünen-Fraktion, gab sich mit der Antwort aus dem Innenmisterium nicht zufrieden. Diese zeige „einmal mehr die Leisetreterei der Bundesregierung gegenüber China“, sagte Bause gegenüber der „Welt am Sonntag“ und erinnerte daran, dass selbst der Europäische Auswärtige Dienst China zu den Ländern zähle, „die in Sachen Corona für Desinformationskampagnen und Verschwörungstheorien stehen“.

Corona-Krise in Deutschland: Markus Söder dämpft Erwartungen

+++ 16.45 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dämpft die Erwartungen an das nächste Bund-Länder-Gespräch zur Corona-Krise am Donnerstag (30.04.2020). „Ich finde es gut, sich so oft wie möglich auszutauschen“, sagte er am Samstag (25.04.2020) „Focus Online“. „Aber ich würde diesmal nicht allzu viel erwarten. Es wäre sinnvoll, wenn wir nächsten Donnerstag ein Update machen, aber keine zusätzlichen überstürzten Aktionen einleiten.“

Nötig seien „verlässliche Zeitachsen“, sagte Söder. Sonst würden die Bürger verunsichert. „Wer ständig Geduld von der Bevölkerung einfordert, sollte sie auch als politischer Verantwortlicher zeigen“, mahnte er zugleich.

Am Donnerstag beraten die Ministerpräsidenten der Länder erneut mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), wie es in der Corona-Krise weitergehen soll. Eine weitere Gesprächsrunde ist laut Merkel für den 06.05.2020 geplant.

Corona in Deutschland: Aktuelle Fallzahlen – Ansteckungsrate hoch

+++ 12.22 Uhr: Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ist laut Robert-Koch-Institut in den letzten 24 Stunden um 2055 gestiegen, insgesamt sind 152.438 Menschen in Deutschland mit Corona infiziert (Stand RKI, 25.04.2020, 12.25 Uhr). Damit weichen die Zahlen von jenen der Johns Hopkins University ab. Dort geht man bereits von 155.054 Infizierten in Deutschland aus. 

Vor allem in Bayern ist die Zahl der Neuinfektionen deutlich zum Vortag gestiegen. Das RKI stellt dort 608 Neuinfektionen fest. Auch in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gibt es täglich eine hohe Zahl an Neuinfektionen. In Deutschland sind bis dato 5500 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. 

Sorge bei den Virologen: Die Menschen in Deutschland bewegen sich wieder mehr

+++ 10.35 Uhr: Die Menschen sind wieder vermehrt unterwegs. Seit die Corona-Regeln und das damit verbundene Kontaktverbot gelockert wurde, ist wieder vermehrt Bewegung in Deutschland. Das freut die Menschen und treibt Virologen Sorgenfalten in die Stirn. 

Vor vier Wochen, als die Kontaktsperren wegen der Corona-Pandemie in Deutschland verkündet wurde, wurde es ziemlich schnell ziemlich ruhig in Deutschland. Wie die Auswertung von Mobilfunkdaten zeigt, ist die Bewegungsfreude der Deutschen um 40 Prozent im Vergleich zu Zahlen des Vorjahres zurückgegangen. 

Seit die Corona-Regeln nun wieder etwas gelockert wurden, ist der gegenteilige Trend zu beobachten. Die Bewegungen zu Fuß oder mit dem Auto nehmen wieder deutlich zu, wie die Mobilfunkdaten von Telefónica deutlich machen. Aktuell ist nur noch ein Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. 

Virologe Christian Drosten kritisiert derweil, wie über die Lockerung der Corona-Regeln diskutiert wird. “Ich mache mir wirklich Sorgen, wenn ich Vertreter der Wirtschaft höre, die praktisch sagen, von dieser Lockerung weichen wir jetzt keinen Millimeter zurück. Als wäre das Verhandlungssache. Aber wenn überhaupt, dann verhandelt man da mit der Natur, nicht mit einem Virologen”, sagt der Experte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung

Grenzschließung wegen Corona: Protest an der deutsch-polnischen Grenze

Update vom 25.04.2020, 9.37 Uhr: Gegen die Schließung der deutsch-polnischen Grenze gab es am Freitagabend (24.04.2020) erheblichen Protest von beiden Seiten. In der Görlitzer Nachbarstadt Zgorzelec seien rund 300 Menschen auf die Straße gegangen, berichtete die Nachrichtenagentur PAP. In den Grenzstädten Slubice bei Frankfurt (Oder), Rosowek in Westpommern und Gubin in der Niederlausitz habe es Demonstrationen mit jeweils mehr als hundert Teilnehmern gegeben. Nach Angaben der Polizei verliefen die Proteste ruhig, ohne den Warenverkehr zu beeinträchtigen.

Die nationalkonservative Regierung von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hatte Mitte März im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Grenzen für Ausländer geschlossen. Berufspendler müssen nach ihrer Rückkehr nach Polen in eine 14-tägige häusliche Isolierung. “Die Region ist in zwei Hälften geteilt, was vielen Menschen im Grenzgebiet das Leben sehr erschwert”, sagte Marta Szuster, eine Sprecherin der Proteste in Rosowek der Nachrichtenagentur.

+++ 21.07 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagabend (24.04.2020) mehr als 152.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: Mehr als 149 900 Infektionen). Mindestens 5454 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 5261). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Donnerstag (23.04.2020) wie in den beiden Vortagen bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 106.800 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Corona in Deutschland: Virologe Christian Drosten mit möglicher Erklärung für milde oder symptomlose Verläufe

+++19.22 Uhr: Gottesdienstbesucher sollen in der Corona-Krise den Sicherheitsabstand wahren: Die gemeinsamen Planungen von Bundesinnenministerium, Ländern und Religionsgemeinschaften sehen vor, dass Gläubige bei Gottesdiensten und anderen religiösen Feiern den Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Metern einhalten. Auch die gesamte Teilnehmerzahl der religiösen Veranstaltungen solle begrenzt werden, sagte ein Ministeriumssprecher. Diese Planung lockert das seit Mitte März anhaltende Versammlungsverbot für Gotteshäuser.

Am Montag soll das Konzept im Corona-Kabinett weiter besprochen werden. Grundlage der Pläne seien die 15 Konzepte von Religionsgemeinschaften, inklusive Ergänzungen des Robert-Koch-Instituts. Die genaue Regelung obliegt dabei den Ländern. So hat Bayern angekündigt ab dem 4. Mai Gottesdienste unter strengen Auflagen zu erlauben. Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg ebenfalls. Im Bundesland Sachsen sind Gottesdienste bereits seit dieser Woche wieder erlaubt. 

+++ 18.48 Uhr: Die Polizei hat angekündigt bei einer erneuten Demonstration gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen konsequent die Einhaltung der Abstandsregeln durchzusetzen. Die Demonstration ist für Samstag am Berliner Rosa-Luxemburg-Platz geplant. Eine Sprecherin der Polizei sagte, man werde mit einer angemessenen Zahl von Beamten vor Ort sein, zitierte die Nachrichtenagentur dpa. 

Bereits an vergangenen Samstagen hatten einige hundert Menschen gegen die von ihnen befürchtete Einschränkung ihrer Grundrechte protestiert. Unter der Gruppe befanden sich Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.  Derzeit erlaubt sind laut den Corona-Beschlüssen in Berlin nur Demonstrationen mit höchstens 20 Teilnehmern, die ausreichend Abstand zueinander halten.

Virologe Christian Drosten äußert sich zu milden Verläufen von Covid-19

+++ 17.28 Uhr: Milde oder symptomlose Corona-Verläufe könnten nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten mit früheren Infektionen mit Erkältungs-Coronaviren zusammenhängen. Unter Berufung auf eine Studie eines Charité-Kollegen bekräftigte der Wissenschaftler am Freitag im NDR-Podcast, dass eine gewisse Hintergrundimmunität in der Bevölkerung zu bestehen scheine. Drostens Team habe an der Studie zu sogenannten T-Helferzellen mitgewirkt, die zentral für die Immunantwort seien. 

Die Forscher hätten bei Untersuchungen von Abwehrzellen in Proben aus der Zeit vor der Corona-Pandemie gesehen, dass bei 34 Prozent der Patienten reaktive T-Zellen vorlagen, die bestimmte Teile des neuen Coronavirus sozusagen erkannten. Sogenannte Reaktivität sei erwartbar, wenn man die Erkrankung hinter sich habe – allerdings hätten diese Patienten keinen Kontakt mit Sars-CoV-2 gehabt, so Drosten. Dass dennoch reaktive T-Zellen vorlagen, könne an durchgemachten Infektionen mit menschlichen Erkältungs-Coronaviren liegen. 

Der Virologe Drosten sprach von der ersten derartigen Beobachtung weltweit, er warnte aber auch vor einer Über-Interpretation der Ergebnisse. Man dürfe nun keinesfalls schließen, dass ein Drittel der Bevölkerung immun sei. Weitere Erklärungen für milde oder symptomlose Verläufe seien auch, dass die Betroffenen anfangs weniger Viren abbekommen haben oder insgesamt in besserer Verfassung sind. 

Corona-Krise: Wolfgang Schäuble soll „Hybrid-Parlament“ planen

+++ 16.58 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) trifft angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie Vorbereitungen für eine neue Form der parlamentarischen Arbeit. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung geht es um Tagungen des Bundestages als „Hybrid-Parlament“ aus anwesenden und online zugeschalteten Abgeordneten. Dafür sei bei einem Treffen Schäubles mit den Bundestags-Fraktionschefs die Einsetzung einer Arbeitsgruppe beschlossen worden. 

Diesem Gremium sollen demnach die parlamentarischen Geschäftsführer angehören. Ziel ist, im Seuchen- oder Katastrophenfall den Bundestag auch dann beschlussfähig zu halten, wenn viele Parlamentarier selbst nicht zur Plenarsitzung erscheinen können. Weil das Grundgesetz die Anwesenheit der Abgeordneten vorschreibt, ist eine reine Online-Tagung des Bundestages ohne Verfassungsänderung nicht möglich.

Von der Corona-Krise ins Netz gezwungen: Fridays for Future demonstrieren digital

+++ 16.35 Uhr: Wegen der Corona-Krise hat die Klimabewegung Fridays for Future am Freitag erstmals bundesweit einen virtuellen Netzstreik für mehr Klimaschutz organisiert. Begleitet wurden der digitale Streik der Bewegung von Forderungen nach einer Kopplung staatlicher Corona-Hilfen an Unternehmen an ökologische Kriterien und dem Aufruf, die Klimaerwärmung mit der gleichen großen Entschlossenheit zu bekämpfen wie die Corona-Pandemie

Die höchst unterschiedliche Konsequenz im Umgang mit den beiden Problemen durch die Politik mache gerade sehr deutlich, dass der Klimawandel bislang noch „nicht wie eine Krise behandelt wird“, sagte die führende Fridays-for-Future Aktivistin Luisa Neubauer am Freitag im offiziellen Livestream der Organisatoren. Es fehle der politische Wille, wie Klimaschützer schon länger bemängelten.

Wegen der Corona-Infektionsgefahr und der bundesweit geltenden Kontakt- und Versammlungsverbote setzte die Bewegung am Freitag auf digitale Protestformen. So waren die landesweit verstreuten Ortsgruppen sowie Unterstützer zuvor aufgerufen worden, Plakate symbolisch in ihrem persönlichen Umfeld aufzustellen und aktuelle Fotos davon ins Netz zu stellen.

Corona-Krise in Deutschland: Brandenburg lockert Regeln für Demonstrationen

+++ 15.20 Uhr:  Brandenburg lockert die Regeln für Demonstrationen in der Corona-Krise noch einmal. In dem Bundesland sind ab 4. Mai wieder Versammlungen im Freien bis zu 50 Teilnehmern möglich. Das beschloss das Kabinett am Freitag bei einer Telefonkonferenz.

Unterdessen setzt das Bundesland Bremen bei seiner ab Montag geltenden Atemmaskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr vor allem auf Kooperationsbereitschaft. Im Wesentlichen vertrauten die Behörden auf „die Einsichtsfähigkeit“ der Menschen, betonte Bürgermeister Andreas Bovensculte (SPD) am Freitag nach einer Senatssitzung. Kontrollen oder Bußgelder werde es anfangs deshalb nicht geben.

Corona in Deutschland: Immer mehr Länder erlauben Gottesdienste

+++ 15.10 Uhr: In Sachsen sind nach der wochenlangen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie die ersten „Mini-Messen“ mit beschränkter Teilnehmerzahl gefeiert worden. Evangelische und katholische Gemeinden erwarten zu den Sonntagsmessen und -Gottesdiensten einen gewissen Andrang. Die Landeskirche und die Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz verbinden die seit vergangenen Montag gewährte Lockerung mit Schutzkonzepten und der Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität. Dazu gehören klar definierte Plätze mit 1,50 Meter Mindestabstand in der Kirchenbank, weder Weihwasser noch Berührungen sowie zuweilen sogar Mund-Nase-Schutz.

+++ 14.38 Uhr:  Brandenburg erlaubt ab 4. Mai wieder Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) informierte am Freitag in Potsdam über eine zuvor vom Kabinett verabschiedete Änderung der Eindämmungsverordnung zur Coronavirus-Pandemie. Die Regelung gelte für Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel und Gebetsräume gleichermaßen. Die Veranstalter müssten dabei sicherstellen, dass die Hygienestandards beachtet und eingehalten werden, sagte Woidke.

Corona-Krise in Deutschland: Familienbesuche über Grenzen möglich

+++ 14.04 Uhr: Trotz der Reisebeschränkungen in der Corona-Krise sollen Familienbesuche auch über Grenzen hinweg möglich bleiben. Das erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin. Es habe in den vergangenen Wochen schwierige Einzelfälle gegeben, die sich stark auf das Familienleben ausgewirkt hätten – etwa wenn Ehegatten sich besuchen wollten oder Eltern ihr Kind. 

Die Bundespolizei habe deshalb am 17. April einen Erlass erhalten, wonach es sich bei einer Reise zu Familienangehörigen um einen triftigen Einreisegrund handelt. Das gelte auch für eingetragene Lebenspartnerschaften. 

Auch die Pflege von Angehörigen oder die Begleitung zu Arztterminen sind nach Angaben des Innenministeriums nun als Einreisegründe festgehalten. Bei Lebenspartnerschaften, die nicht eingetragen sind, bleibt es den Beamten vor Ort überlassen, ob sie einen Übertritt gestatten oder nicht – denn hier lässt sich eine persönliche Beziehung nicht so einfach überprüfen.

Corona-Krise: Bayern erlaubt Gottesdienste – unter Auflagen

+++13.20 Uhr: Trotz der andauernden Corona-Krise sollen ab dem 4. Mai öffentliche Gottesdienste in Bayern wieder unter strengen Auflagen erlaubt werden. Es gelte nach wie vor Vorsicht und Umsicht: Aus Begegnungen des Glaubens sollten keine neuen Infektionen entstehen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag am Rande einer Landtagssitzung in München. Es sei aber wichtig, das Grundrecht der Religionsausübung wieder zu ermöglichen. 

Zu den Auflagen gehören Hygiene-Konzepte, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und Mindestabstände von zwei Metern zwischen den Gottesdienstbesuchern. Die Lockerungen sollen für alle Glaubensgemeinschaften gelten. 

Bayern ist nicht das erste Bundesland, welches Versammlungen von Gläubigen wieder zulassen will. Vorreiter war Sachsen, hier werden seit dieser Woche schon wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert. Auch Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg hatten dies für Anfang Mai angekündigt. Vertreter von Bund und Ländern sprechen an diesem Freitag über ein Konzept zur Lockerung der Corona-Auflagen für Kirchen, Moscheen oder Synagogen.

Corona-Krise: Robert Koch-Institut mahnt bei Lockerungen zur Vorsicht

+++ 13.06 Uhr: Nach ersten Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie hat das Robert Koch-Institut (RKI) vor Nachlässigkeit gewarnt. Dass Deutschland bisher relativ gut durch die Epidemie gekommen sei, sei den frühzeitig getroffenen Eindämmungsmaßnahmen zu verdanken. „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Freitag in Berlin. Die Lockerungen dürften nun nicht zu einem „Erdrutsch“ an weiteren Lockerungen führen.

+++ 9.57 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Corona-Krise gelobt. „Was wir sehen, ist, dass die Gesundheitssysteme, die ohnehin schon vor der Pandemie am stärksten aufgestellt waren, jetzt auch am besten damit umgehen“, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Das haben wir natürlich auch in Deutschland unter der starken Führung von Gesundheitsminister Spahn und der Bundeskanzlerin und das kann nur gelobt werden.“

Kluge mahnte aber auch, dass Länder bei Lockerungen immer so vorgehen sollten, „dass sie das Gesundheitssystem immer auf eine zweite Welle auch vorbereiten“.

Corona-Krise in Deutschland: Bodo Ramelow kritisiert uneinheitliches Vorgehen der Ländern

+++ 9.24 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kritisiert das uneinheitliche Vorgehen der Länder bei der Bekämpfung des Coronavirus. „Es läuft nicht so synchron wie ich es mir gewünscht hätte“, sagte er am Freitagmorgen im Interview mit MDR Aktuell. Als Beispiel nannte er die Maskenpflicht. Diese sei zuerst von einzelnen Bundesländern wie Sachsen und Bayern im Alleingang beschlossen worden. Inzwischen gilt sie in allen 16 Bundesländern. „Da hätten wir zusammen in der Video-Schalte sagen sollen: Wir machen das jetzt“, sagte Ramelow. Einen Eindruck der Geschlossenheit habe man so nicht vermitteln können. 

Ramelow warnte in dem Interview davor, dass sich diese Uneinigkeit der Länder bei der Lockerung der Corona-Maßnahmen fortsetze: „Beim Wiedereintritt in den Alltag sollten wir uns nicht mit Geschwindigkeit überbieten.“ Maßgeblich sei, was zur Eindämmung des Virus helfe.

Außerdem kritisierte Ramelow die Pläne zum Start der Bundesliga im Mai: „Ich bin dagegen, dass wir zuerst diejenigen privilegieren, die am meisten Geld auf den Tisch legen“, sagte der Ministerpräsident.

Corona-Krise in Deutschland: Die tagesaktuellen Fallzahlen

+++ Update vom Freitag, 24.04.2020, 07.16 Uhr : Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die tagesaktuellen Fallzahlen für Deutschland veröffentlicht. Das berichtet die Tagesschau. Insgesamt seien 150.383 Menschen in der Bundesrepublik mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Ein Anstiegt von 2.337 Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Außerdem seien innerhalb eines Tages 227 Menschen an den Folgen der Lungekrankheit Covid-19 gestorben, damit steigt die Zahl an Toten auf 5.321. Insgesamt seien aber bereits 106.800 Menschen in Deutschland wieder von dem neuartigen Coronavirus genesen.

Corona in Deutschland: Söder für generelle Impfpflicht

+++ 20.37 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder würde in Deutschland eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten. „Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“, sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einem Treffen mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) in Ulm. Bis es einen Impfstoff gebe, könne es keine Entwarnung und damit auch keine Lockerungen ohne gleichzeitige Auflagen wie eine Maskenpflicht geben. 

Wie Kretschmann betonte auch Söder, dass die Lockerungen, die andere Bundesländer zum jetzigen Zeitpunkt diskutierten oder gar bereits durchführten, für Bayern und Baden-Württemberg nicht infrage kämen. “Wir sind eine Gemeinschaft der Umsichtigen”, sagte Söder und verwies damit auf den vorsichtigen Öffnungskurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Die “Besonnenen” seien überzeugt, dass die Gefahr durch das Coronavirus weiter bestehen bleibe. “Leichtsinn wäre ein schlechter Berater in dieser Situation.”

Coronavirus in Deutschland: Atemschutzmaske auf Rezept? 

+++ 17.45 Uhr: Gesundheitspolitiker von CDU und CSU plädieren für Atemschutzmasken auf Rezept für besonders gefährdete Risikogruppen in der Corona-Krise. Dadurch könne eine „ethisch nicht zu rechtfertigende Kontaktbeschränkung für einzelne Bevölkerungsgruppen“ vermieden werden, heißt es in einem Papier der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion im Bundestag, das der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ vorliegt. Es solle geprüft werden, wie ein solches Konzept zur ärztlichen Verordnung von sogenannten FFP2- und FFP3-Masken „schnellstmöglich umgesetzt“ werden könne. Diese Masken können im Gegensatz zum einfachen Mund-Nasen-Schutz die Träger vor einer Ansteckung schützen.

Corona in Deutschland: Weltärztepräsident kritisiert Maskenpflicht – Methode sei „lächerlich“

+++ 15.00 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat die in Deutschland ab der nächsten Woche geltende Maskenpflicht scharf kritisiert. Wer eine Maske zum Schutz gegen das neuartige Coronavirus trage, werde Opfer eines trügerischen Sicherheitsgefühles, sagte Montgomery gegenüber der „Rheinischen Post“. Eine gesetzliche Pflicht könne es nur für echte Schutzmasken geben. Tücher und Schals vor dem Mund, die von vielen Landesregierungen als ausreichend betrachtet werden, bezeichnet er als „lächerlich“. Derzeit benötige man jedoch noch alle „echt wirksamen Masken“ für medizinisches Personal, so Montgomery. 

Darüber hinaus sollen die Masken bei falschem Gebrauch sogar gefährlich werden können. Im Stoff der Maske konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut, wodurch eine Infektion mit dem Coronavirus kaum schneller möglich sei. Eine gesetzliche Pflicht hält der Weltärztepräsident daher für „falsch“. 

Deutschlandweit gilt ab dem 27. April 2020 eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Zuvor hatten bereits einzelne Bundesländer in den vergangenen Tage das Einführen einer Maskenpflicht angekündigt – Bremen folgte als letztes Bundesland am Mittwoch. Sachsen hatte am vergangenen Freitag (17.04.2020) als erstes Bundesland eine Maskenpflicht angekündigt. Auch einzelne Städte kündigten die Pflicht bereits vorab an. 

Corona in Deutschland: Höchster Anstieg an Neuinfektionen seit Tagen

+++ 10.39 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstag (23.04.2020) den höchsten Anstieg der registrierten Fallzahlen sei vier Tagen. 2352 Menschen wurden demnach in Deutschland neu registriert, die das Coronavirus in sich tragen.

Seit dem 19. April ist die Zahl der registrierten neuen Erkrankungen nicht mehr so stark angestiegen. Insgesamt sind laut RKI in Deutschland 148.046 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 

Die Zahl der Toten in Deutschland durch die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf 5094. Diese Daten beziehen sich auf alle von den Bundesländern bis um 0 Uhr am 23.04.2020 übermittelten Zahlen.

Zahlen zeigen noch keine Änderungen aufgrund der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen

Die Johns Hopkins Universität (JHU), welche die Fallzahlen weltweit registriert, verzeichnet für Deutschland 150.648 Coronavirus-Infizierte. Die Zahl der Toten gibt die Johns Hopkins Universität mit 5315 an.

Sowohl die Fallzahlen der JHU als auch die des RKI stehen bisher nicht in Zusammenhang mit den gelockerten Ausgangsbeschränkungen in Deutschland. Die Folgen dieser Maßnahmen werden sich erst in etwa zwei Wochen zeigen. Aktuelle Neuansteckungen werden aufgrund der Inkubationszeit des Coronavirus erst nach diesem Zeitraum entdeckt. Der Anstieg der Zahlen zum Wochenende ist allerdings auch normal. Dies hat vor allem mit der Erfassung und Meldung der Fallzahlen zu tun.

Unterdessen warnen Mediziner vor bisher unbekannten Folgen einer Covid-19-Erkrankung: Corona kann auch Herz und Nieren schädigen.

Merkel gibt Regierungserklärung zu Corona-Pandemie ab

+++ 9.15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Regierungserklärung zur Corona-Pandemie abgegeben. Dabei machte sie klar: Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei.

„Niemand möchte es gerne hören, aber wir leben nicht in der Endphase der Pandemie, sondern an ihrem Anfang“, sagte Merkel in Berlin gegenüber dem Deutschen Bundestag. Sie bezeichnete die Einschränkung der Grundrechte aufgrund der Corona-Pandemie in ihrer Regierungserklärung als eine „demokratische Zumutung“. Gleichzeitig betonte sie, dass ihr klar sei, wie schwer die Beschränkungen für die Menschen in Deutschland zu ertragen seien.

Merkel: Corona-Pandemie ist historisch beispiellos für Deutschland

„Wir erleben ganz und gar außergewöhnliche Zeiten“, sagte Merkel in der Regierungserklärung. Auch sie und die übrige Bundesregierung hätten keine historischen Vorbilder für die Maßnahmen, die derzeit ergriffen werden. Dennoch sei sie überzeugt, dass die „harten Einschränkungen“ notwendig seien, um die Krise zu bestehen.

Merkel dankte den Bürgerinnen und Bürgen für ihre Disziplin und ihr Verhalten in der Corona-Pandemie. „Wie selbstverständlich sich Bürger eingesetzt und eingeschränkt haben für andere, ist bewundernswert“, sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Regierungserklärung.

Deutschland: Bundeskanzlerin Merkel will nicht auf Hoffnung in der Corona-Pandemie vertrauen

Sie trage dennoch die Beschlüsse der Länder zur Wiederöffnung von Geschäften „aus voller Überzeugung“ mit. Zwar achte sie die Hoheit der Bundesländer, mahnte aber, nicht auf die Hoffnung zu vertrauen. Einige der Maßnahmen der einzelnen Länder bezeichnete Merkel in ihrer Regierungserklärung als „zu forsch“.

Es sei wichtig, die Infektionszahlen genau im Blick zu behalten, um keinen zweiten Lockdown zu riskieren. Beenden könne die Corona-Pandemie nur ein Impfstoff. Nur gemeinsam als Gesellschaft und gemeinsam in Europa sei die Pandemie zu überstehen, sagte Merkel.

Deutschland: Große Koalition beschließt höheres Kurzarbeitergeld während der Corona-Pandemie

+++ Update vom Donnerstag, 23.04.2020, 6.30 Uhr: Die Spitzen der große Koalition wollen wegen der Corona-Krise das Kurzarbeitergeld anheben. Darauf einigten sich die Spitzen von Union und SPD bei ihrem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin, wie die Presse aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Zudem soll die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I um drei Monate verlängert werden für diejenigen, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und 31. Dezember 2020 enden würde.

Weiter wurde die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Juli befristet bis zum Jahresende auf 7 Prozent gesenkt.  Außerdem sollen Schulen und Schüler mit bis zu 500 Millionen beim digitalen Unterricht zu Hause unterstützt werden. Bedürftige Schüler sollen einen Zuschuss von 150 Euro zur Anschaffung von Geräten bekommen

Scheuer will Masken auch im Fernverkehr

+++ 17.30 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich dafür ausgesprochen, dass Fahrgäste auch imFernverkehr der Deutschen Bahn eine Alltagsmaske tragen. Dies gelte auch für Flüge, sagte der CSU-Politiker im Bundestag. Scheuer sagte, er persönlich sei für eine Maskenpflicht. Er machte zugleich deutlich, darüber werde noch beraten. 

Scheuer sagte, die Deutsche Bahn habe bereits früh Schutzausrüstung für ihr Personal besorgt. Er sagte weiter, das Verkehrsministerium arbeite derzeit an Szenarien, wie die Beförderung von Schülern bei der schrittweisen Wiederöffnung der Schulen ab Anfang Mai gewährleistet werden könne.

+++ 14.35 Uhr: In Deutschland soll es bundesweit eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus geben. Am Mittwoch kündigte auch Bremen als letztes Bundesland eine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes an: Sie solle am Freitag (24.04.2020) beschlossen werden und ab Montag (27.04.2020)  für den Nahverkehr und das Einkaufen gelten, teilte ein Sprecher der Landesregierung mit.

Corona-Warn-App: Einführung erst Ende Mai

+++ 14.15 Uhr:  Bei der Entwicklung der geplanten Corona-Warn-App bevorzugt das Bundesgesundheitsministerium eine zentrale Speicherung der Nutzerdaten. Das sei wichtig, um die Entwicklung der Epidemie besser verfolgen zu können, sagte ein Sprecher am Mittwoch (22.04.2020) in Berlin. Zu klären sei auch, wer dann über die pseudonymisierten Daten verfügen können solle. Die Entwicklung der App bewege sich im zeitlich normalen Rahmen.

Die Behörden führten derzeit mit Google und Apple Gespräche darüber, „wie die Schnittstelle zu gestalten ist und wo die Daten gespeichert werden“. Er sei zuversichtlich, dass diese Gespräche zu einer Lösung führen würden. Im März war noch erwartet worden, dass eine entsprechende App, die von der Bundesregierung empfohlen wird, nach den Osterferien zur Verfügung steht, jetzt ist von Ende Mai die Rede.

Corona: Auch Rheinland-Pfalz und Niedersachsen mit Maskenpflicht

+++ 12.10 Uhr: Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland führen wegen der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht ein. Sie gelte vom kommenden Montag an für den öffentlichen Nahverkehr und Einkäufe in Geschäften, teilten die Regierungssprecher der beiden Länder am Dienstag mit.

Corona-Krise: Maskenpflicht in Niedersachsen und Brandenburg

+++ 11.50 Uhr: Niedersachsen und Brandenburg führen jetzt eine Maskenpflicht ein. Vom kommenden Montag an soll das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht werden, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch (22.04.2020).

In Brandenburg kündigte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags an, dass eine Maskenpflicht in S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen vom kommenden Montag (27.04.2020) an gelten soll. Dies werde das Kabinett am Donnerstag beschließen.

Corona-Impfstoff: Mainzer Unternehmen darf Impfstoff testen

++ 11.10 Uhr: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neuartige Coronavirus erteilt. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhält demnach die Genehmigung, seinen Wirkstoff zu testen, wie das PEI am Mittwoch mitteilte. Laut Biontech soll es Tests an rund 200 gesunden Freiwilligen geben.

„Die Erprobung von Impfstoffkandidaten am Menschen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu sicheren und wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 für die Bevölkerung in Deutschland und darüber hinaus“, teilte das PEI mit. Die Genehmigung sei das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des Impfstoffkandidaten. Biontech kooperiert bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs mit dem Pharmaunternehmen Pfizer.

In der klinischen Studie der Phase I/II in Deutschland soll unter anderem grundlegend die Verträglichkeit und Sicherheit des Impfstoff-Kandidaten geprüft werden. Der von Biontech entwickelte Wirkstoff gehört in die Gruppe der genbasierten Impfstoffe. Diese enthalten genetische Informationen des Erregers. Im Körper werden daraus Proteine hergestellt, gegen die das Immunsystem Abwehrstoffe bildet. Biontech arbeitet bisher vorrangig an der Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.

Coronavirus in Deutschland: Bundesfamilienministerin für Öffnung von Spielplätzen

+++ 10.50 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) fordert, die Sperrung von Spielplätzen in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie aufzuheben. „Eine kategorische Schließung von Spielplätzen finde ich nicht mehr richtig“, sagte sie am Mittwoch in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. 

Gerade in der Großstadt hätten Kinder sehr wenig Bewegungsmöglichkeiten. „Wir haben schönstes Wetter, die Kinder brauchen Bewegung“, unterstrich die SPD-Politikerin. Auch das Deutsche Kinderhilfswerk sprach sich dafür aus, die öffentlichen Spielplätze schrittweise wieder zu öffnen.

Corona-Krise in Deutschland: Bundesbildungsministerin sieht längerfristig keinen normalen Schuluntericht

+++ 10.10 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) erwartet längerfristig keinen normalen Unterricht an den Schulen in Deutschland. Es gehe jetzt zunächst darum, das zu tun, was möglich sei, sagte Karliczek am Mittwoch im Deutschlandfunk. Dies bedeute etwa, Präsenzunterricht und digitale Lernmethoden zu kombinieren. Wenn Anfang Mai die meisten Schulen wieder öffneten, sei es vor allem wichtig, Abschlussklassen die Möglichkeit zu geben, Stoff nachzuholen, so Karliczek. Die Bundesministerin forderte, darüber hinaus dafür zu sorgen, dass diejenigen Schüler vor Ort lernen könnten, für die es schwierig sei, mit digitalen Medien umzugehen, etwa Kinder aus bildungsfernen Familien.

145.694 mit dem Coronavirus infizierte Personen in Deutschland

+++ 8.25 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 145.694 angegeben – ein Plus von 2237 seit dem Vortag. Das entspricht 175 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 4879 Todesfälle. Die Zahl der genesenen betrug etwa 99.400.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 148.453 Infizierte und 5086 Todesfälle. Die JHU bezieht ihre Daten aus journalistischen Quellen und aktualisiert mehrmals täglich – deshalb weichen die Zahlen von denen des Robert Koch-Institutes ab. 

+++ 7.00 Uhr: Beim deutschlandweiten Hilfetelefon„Gewalt gegen Frauen“ hat die Nachfrage nach Beratung zu häuslicher Gewalt zuletzt zugenommen. Vergangene Woche habe man eine Steigerung von 17,5 Prozent im Vergleich zu zwei Wochen zuvor verzeichnet, sagte eine Sprecherin von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) der Presse. Bis dahin sei die Entwicklung der Beratungskontakte vergleichbar zum Vorjahr 2019 verlaufen – also ohne Auffälligkeiten. Ein Trend sei feststellbar. 

Giffey hatte Anfang der Woche die gestiegene Nachfrage in Zusammenhang mit der Corona-Krise gestellt, Familien stünden auf engem Raum unter besonderem Stress.

Abkehr von Beschränkungen: In der Union wächst Ungeduld

+++ Update, 23.4.2020, 6.40 Uhr: Die Bundesregierung plant wegen der Corona-Krise derzeit keine Spende von Ministergehältern nach österreichischem Vorbild. „In der Bundesregierung gibt es derzeit kein solches Vorhaben“, teilte ein Regierungssprecher der „Bild“-Zeitung auf Anfrage mit. Am Montag hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigt, dass die Minister seiner Regierungskoalition jeweils einen Netto-Monatslohn für wohltätige Zwecke spenden werden.

Weltweit haben Regierungsvertreter angekündigt, wegen der Corona-Krise auf ihre Gehälter zu verzichten. Dazu gehören unter anderem die Minister in Bulgarien und Neuseeland.

+++ 20.35 Uhr: In der Unionsfraktion wächst angesichts der vorsichtigen Schritte bei der Abkehr von den harten Beschränkungen in der Corona-Krise die Ungeduld. so strebt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im Mai weitere Lockerungen in der Corona-Krise an. Bund und Länder sollten sich bei ihrem nächsten Treffen am 30. April darauf einigen, sagte Laschet der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ, Mittwoch). Zwar wisse man dann noch nicht, wie die bereits beschlossenen Lockerungen sich auswirkten. „Ich glaube trotzdem, dass man noch einmal über ein paar weitere Maßnahmen nachdenken muss“, sagte Laschet der Zeitung. 

Der Ministerpräsident nannte Sportangebote für Jugendliche. „Wenn die Jugendlichen jetzt alle in Shopping-Malls gehen oder sich in Parks treffen, statt auf den Sportplatz zu gehen, ist das ja auch nicht Sinn der Sache“, sagte er. Weitere Öffnungen müssten auch Kindertagesstätten, Spielplätze und Schulen betreffen. Laschet kritisierte, dass die Lebenswirklichkeit vieler Kinder durch die Corona-Politik aus dem Blick geraten sei. 

Unionsabgeordnete fordern Strategie für Rückkehr zur Normalität

Auch der hessische Abgeordnete Klaus-Peter Willsch forderte in einer Videoschalte der CDU/CSU-Abgeordneten nach Angaben von Teilnehmern, es sei dringend notwendig, über Strategien der Wiederöffnung zu reden. Den Menschen müsse die Perspektive gegeben werden, dass sich die Politik intensiv damit befasse, wie man wieder in einen Normalzustand komme und der Wirtschaft die Arbeit ermögliche. 

Der baden-württembergische Abgeordnete Axel Fischer hob die große Zustimmung in den Umfragen für den Kurs der Union hervor. Er betonte aber auch, es häuften sich die Berichte von Existenznöten der Bürger und der Wirtschaft. Die Beschränkungen hätten katastrophale Auswirkungen, über die gesprochen werden müsse. Diese Probleme dürften nicht vom Tisch gewischt werden. Die sächsische Abgeordnete Veronika Bellmann forderte in diesem Zusammenhang eine bessere und verlässlichere Datenbasis durch mehr Tests, so dass man „Horrorszenarien“ entgegenwirken könne.

Corona-Krise: Merkel verteidigt Warnung vor zu schnellen Lockerungen

+++ 18.00 Uhr:Kanzlerin Angela Merkel hat ihre Warnungen vor zu schnellen und zu starken Lockerungen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens verteidigt. Es sei selbstverständlich, dass es eine öffentliche und breite Diskussion darüber gebe, wie man wieder hinein in mehr gesellschaftliches Leben komme, sagte Merkel am Dienstag am Dienstag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in einer Videoschalte der Unionsfraktion im Bundestag auch unter Hinweis auf ihre für Donnerstag geplante Regierungserklärung. Zugleich betonte sie: „Wir müssen da die richtige Balance finden.“

Merkel sagte in der Schalte der Unionsfraktion laut Teilnehmern, wenn man die Nerven behalte, konzentriert vorgehe und die Bürger mitnehme, könne der Weg in eine größere Offenheit Schritt für Schritt weitergegangen werden. Wichtig sei, dass man überblicke, welche Lockerung welche Auswirkung auf ein mögliches Ansteigen der Infektionsrate habe. Sie habe sich am Vortag kritischer geäußert, weil sie eine Ungeduld spüre, bei der es schnell geschehen könne, dass man diesen Überblick verliere – und das schon beim ersten von vielen Öffnungsschritten.

„Jetzt ist ein ganz sensibler Moment“, sagte Merkel demnach. Sie äußerte sich insbesondere besorgt wegen „zu voller Fußgängerzonen“. Es sei eine „große Aufgabe“ für Parlament und Bundesregierung, der Bevölkerung den Sinn der Maßnahmen klar zu machen. 

Zur Frage einer Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Masken, wie sie immer mehr Bundesländer und Kommunen beschließen oder schon eingeführt haben, sagte die Kanzlerin den Angaben zufolge, entscheidend sei, dass diese „richtig gehandhabt werden“. Worauf es ankomme, bleibe der Abstand zwischen den Menschen. Die nun wieder geöffneten Geschäfte müssten es schaffen, den Abstand zu gewährleisten.

Berlin verlängert Verbot von Großveranstaltungen bis Oktober

+++ 16.23 Uhr: Kulturelle und sportliche Großveranstaltungen in Berlin mit mehr als 5000 Teilnehmern bleiben wegen der Corona-Krise bis zum 24. Oktober verboten. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern dürfen bis 31. August nicht stattfinden, beschloss der Senat am Dienstag.

Darüber hinaus gilt in der Hauptstadt ab kommendem Montag eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Die Menschen in Berlin seien ab dem 27. April angehalten, eine Mund-Nasen-Schutzmaske zu tragen, wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag nach einer Senatssitzung sagte.

Coronavirus in Deutschland: Maskenpflicht in vielen Bundesländern

+++ 14.48 Uhr: Hessen will im Kampf gegen das neuartige Coronavirus nun auch eine Maskenpflicht* einführen. Sie soll für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr gelten, wie ein Regierungssprecher auf Anfrage bestätigte. In dem Bundesland haben sich inzwischen 7305 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 257.

Zuvor wurde bekannt, dass auch in Thüringen eine Maskenpflicht eingeführt werden solle, wie Regierungssprecher Günter Kolodziej am Montag bekannt gab. Im Laufe dieser Woche soll in Sachsen und Sachsen-Anhalt eine Maskenpflicht eingeführt werden. In der kommenden Woche folgen Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. 

Robert Koch-Institut verzeichnet höchsten Anstieg der Todesfälle pro Tag

Erstmeldung, 21.04.2020, 13.16 Uhr: Berlin – Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht trotz gesunkener Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland keinen Anlass zu weitgehenden Lockerungen der Kontakteinschränkungen. „Wir haben in den vergangenen Wochen einiges erreicht, aber ernst ist die Situation dennoch immer noch. Es ist kein Ende der Epidemie in Sicht, die Fallzahlen können wieder steigen“, sagte Vizepräsident Lars Schaade am Dienstag (21.04.2020) in Berlin. 

Vergangene Woche verzeichnete das RKI für Deutschland den höchsten Anstieg der Zahl der Corona-Todesfälle pro Tag. Am Donnerstag alleine wurden bundesweit mehr als 135 neue Covid-19-Todesfälle gemeldet, so Schaade. Demnach würden etwa 32 von 1000 Menschen infolge einer Covid-19-Erkrankung sterben. 

Das RKI in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 143.457 angegeben – ein Plus von 1785 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 147.065 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 4598 Todesfälle, die JHU 4862 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 95.200.

Coronavirus in Deutschland: Angela Merkel warnt vor Leichtsinn 

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte am Montag (20.04.2020) vor Leichtsinn in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland. Dabei rief Merkel zu größter Vorsicht auf: „Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen, sondern müssen wachsam und diszipliniert bleiben“, so die Kanzlerin am Montag in Berlin. 

Angela Merkel betonte, dass die Infektionszahlen bei zu lockerem Umgang mit der Krise wieder ansteigen könnten. „Es wäre jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen Rückfall gehen“. 

Corona in Deutschland: Oktoberfest wird abgesagt

Als eine Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie wird das Oktoberfest in diesem Jahr nicht stattfinden. Das gaben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag bekannt. Söder sagte, er und Reiter seien die „größten Fans“ dieses „größten und schönsten Fests der Welt“. Doch das Risiko sei einfach zu hoch. 

„Man kann weder Abstand halten noch mit Mundschutz arbeiten.“ Auch wenn es weh tue, hätten sie sich nun so entschieden: „Entweder gescheit oder gar nicht.“ Reiter sagte, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Nicht nur für ihn, sondern auch ökonomisch gesehen sei dies eine „bittere Pille“. Von den Beschäftigten in der Hotellerie bis zum Taxifahrer würden alle das Oktoberfest „schmerzlich im Geldbeutel vermissen“. 

Coronavirus: Maskenpflicht in immer mehr Ländern in Deutschland – Kritik am Flickenteppich

Zur Eindämmung des Coronavirus* in Deutschland setzen immer mehr Bundesländer auf eine Corona-Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Landesregierungen wollen dies an diesem Dienstag besiegeln oder darüber beraten. Zuletzt wurde bekannt, dass auch in Thüringen wegen der Coronavirus-Pandemie* eine Maskenpflicht eingeführt werden solle, wie Regierungssprecher Günter Kolodziej am Montagabend bekannt gab. 

Eine einheitliche Linie zur Maskenpflicht* in Deutschland gibt es bislang nicht. Die Grünen fordern nun „eine klare, gemeinsame Linie“ von Bund und Ländern, wie Parteichefin Annalena Baerbock sagte. „Ich halte ein Gebot für einen Mund-Nasenschutz im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Geschäften für richtig“, sagte Baerbock.

Auch in Sachsen-Anhalt wurde kürzlich eine Mundschutzpflicht eingeführt. Das hat die Landesregierung nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung“ am Dienstagvormittag (21.04.2020) beschlossen. Bisher war der Mundschutz nur in Geschäften, Bus und Bahn lediglich „dringend empfohlen“. Die neue Mundschutz-Regelung soll am kommenden Donnerstag (23.04.2020) in Kraft treten. Auch die Stadt Frankfurt plant die Einführung einer Maskenpflicht* für öffentliche Verkehrsmittel und Einzelhandel. Diese soll spätestens ab kommendem Montag (27.04.2020) gelten

Coronavirus: Die Entwicklungen zum Abitur in den Bundesländern 

Auch in anderen Bereichen entscheiden die Bundesländer unterschiedlich, wie beispielsweise in Kitas, in Schulen oder im Einzelhandel. Schüler aus Berlin wollten zuletzt die Abitur-Prüfungen verschieben, weil ihre Lernbedingungen zu Hause besonders ungünstig sind. Das Verwaltungsgericht in Berlin wies den Antrag auf Verschiebung des Abiturs jedoch zurück.  Die erste schriftliche Prüfung steht demnach am Freitag (24.04.2020) an. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

In Hamburg haben die Abitur-Prüfungen unter strengen Hygieneregeln am Dienstag (21.04.2020) begonnen. Wegen der Corona-Krise war der ursprünglich am 16. April geplante Beginn der Prüfungen verschoben worden. Während des Abiturs sollen höchstens zehn Schülerinnen und Schüler die Klausuren in einem Raum gleichzeitig bearbeiten dürfen. 

Auch in Schleswig-Holstein haben die Abitur-Prüfungen wie geplant am 21. April begonnen. So sollen auch die Schulen für Schüler in Sachsen ab dem 20. April wieder geöffnet sein, weshalb die Abitur-Prüfungen dort ab dem 22. April beginnen. 

Abitur in Deutschland: Wegen des Coronavirus werden viele Prüfungen verschoben 

In Niedersachsen sollen die Abitur-Prüfungen aller Voraussicht nach am 11. Mai 2020 beginnen. Das Land habe einen entsprechenden Notfallplan für das Abitur aufgestellt, eine komplette Absage wolle Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) allerdings nicht ausschließen. Auf dieses Datum fallen auch die Prüfungstermine von Mecklenburg-Vorpommern. Nordrhein-Westfalen folgt am 12. Mai mit dem Beginn des Abiturs. Kurz darauf beginnen die Prüfungen in Brandenburg am 13. Mai 2020. 

In Baden-Württemberg verschiebt sich der Beginn des Abiturs auf den 18. Mai 2020. Das geht auf eine Entscheidung der Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in Absprache mit Mitgliedern der Schulverwaltung sowie Eltern- und Schülervertretern zurück. Auch in Thüringen sollen die Abitur-Prüfungen ab dem 18. Mai beginnen. 

Bayern hat die Abitur-Prüfungen in diesem Jahr auf den 20. Mai 2020 verschoben. Wie das Kultusministerium auf seiner Website mitteilt, können aufgrund der dynamischen Lage „weitere Veränderungen im Ablauf der Abiturprüfung 2020 nicht ausgeschlossen werden“. Das Schlusslicht bildet das Saarland mit dem Beginn des Abiturs am 25. Mai 2020. 

Coronavirus: JU-Chef fordert mehr Macht für Bundesregierung 

Junge-Union-Chef Tilman Kuban forderte als Konsequenz mehr Macht für die Bundesregierung: Die unterschiedlichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen* in den Bundesländern bei Kinderbetreuung, Ladenöffnungen oder Maskenpflicht* zeigten nun, dass in besonderen Krisenzeiten mehr Kompetenzen auf Bundesebene gebündelt werden müssten, sagte Kuban am Dienstag. „Die Entscheidungen darüber sollten dann jeweils beim Bund und die Ausführung und Kontrolle bei den Ländern liegen. Alles andere verunsichert die Menschen und führt zu Wettbewerbsverzerrungen.“ 

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