Behörden-Verlagerung: 3.000 Stellen und einige Überraschungen – BR24

Die geplanten Verlagerungen im Überblick:

Oberfranken wird von der Behörden-Verlagerung am stärksten profitieren. In Hof wird ein neues, zentrales Polizeibeschaffungsamt entstehen. 300 Personen sollen dort Arbeit finden. Ihre Aufgabe wird sein, die Polizisten in ganz Bayern mit Kleidung und Ausrüstung zu versorgen. Bisher sind dafür mehrere Stellen in ganz Bayern zuständig.

Zudem wird die Außenstelle der Hochschule für den öffentlichen Dienst im oberfränkischen Kronach vergrößert. 400 weitere Anwärter für die Finanzverwaltung sollen dort ausgebildet werden – dazu kommen 70 Ausbilder. Insgesamt sollen somit 770 Stellen nach Oberfranken verlagert werden.

400 neue Stellen in Unterfranken

Unterfranken soll insgesamt 400 neue Stellen bekommen. 300 davon gehen nach Schweinfurt. Dort ist eine große Einheit des Finanzamts München vorgesehen. Außerdem erhält der Raum Bad Kissingen das Schulungszentrum des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Das bedeutet 100 Stellen für die Region, plus jährlich tausende Besucher, nämlich die Teilnehmer an den Schulungen.

In der Oberpfalz wird der Raum Weiden profitieren. Dort hatte Ministerpräsident Söder vor kurzem erstmals seinen Plan einer weiteren Behörden-Verlagerung bekannt gegeben. Jetzt steht fest: Im Raum Weiden soll ein Teil des Landesamts für Finanzen angesiedelt werden. Das bedeutet: etwa 300 neue Jobs für die Region.

Amt in Zwiesel für Grundsteuer-Fragen

In Niederbayern profitiert der Bayerische Wald mit 340 zusätzlichen Stellen. In Freyung entsteht das neue Verwaltungsgericht für Niederbayern mit 40 Beschäftigten. Bisher hat der Bezirk kein eigenes Verwaltungsgericht. Außerdem werden in Zwiesel 300 Stellen für Finanzbeamte entstehen, die sich um Fragen der Grundsteuer kümmern werden. Die Steuer wird demnächst reformiert und neu berechnet.

In Mittelfranken profitiert die Bezirkshauptstadt Ansbach. Dorthin soll der komplette Bayerische Verwaltungsgerichtshof ziehen, mit 120 Stellen. Bisher hat er seinen Hauptsitz in München. Ansbach ist derzeit Sitz der einzigen Außenstelle des Verwaltungsgerichtshofs. Außerdem kommen rund 40 Stellen der Landesanwaltschaft nach Ansbach – insgesamt bedeutet das 160 Stellen für Mittelfranken.

Schwaben wird dagegen von der Behörden-Verlagerung nicht besonders profitieren, da die Region nicht als strukturschwach gilt. Allerdings will Söder Augsburg als drittgrößte bayerische Stadt aufwerten. Deswegen soll dort ein Teil des Bauministeriums angesiedelt werden. 200 Mitarbeiter der Staatsregierung wären dann in Augsburg tätig.

Die geplante Reform wirkt sich besonders auf die Regierung von Oberbayern aus. Sie hat bisher ihren Sitz in München, mit mehr als 1.600 Stellen. Davon sollen nur 600 in der Landeshauptstadt bleiben, je 500 Arbeitsplätze werden nach Söders Plänen in den Raum Ingolstadt und in den Raum Rosenheim verlagert.

Source: br.de

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