Syrien/Türkei: Wegen Beleidigung Ausweisung von Erdogans Botschafter aus Deutschland gefordert | Politik – merkur.de

Alle Autoren
    schließen

  • Richard Strobl

    Richard Strobl
  • Lukas Schierlinger

    Lukas Schierlinger
  • Max Wochinger

    Max Wochinger

Die Türkei setzt ihre Offensive in Syrien fort. Erdogan macht sich über den deutschen Außenminister lustig. Nun fordert ein deutscher Politiker Konsequenzen. Alle aktuellen Nachrichten im News-Ticker.

Türkei-Offensive in Syrien: US-Repräsentantenhaus verurteilt Trumps Truppenabzug

22.02 Uhr: Das US-Repräsentantenhaus hat den von Präsident Donald Trump angeordneten Truppenabzug aus Nordsyrien mit großer Mehrheit verurteilt. 354 Abgeordnete stimmten für eine überparteiliche Resolution, nur 60 votierten dagegen. Mit der Resolution wird der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan außerdem zu einem sofortigen Abbruch der Offensive in Nordsyrien aufgefordert.

Türkei-Offensive in Syrien: Trump findet PKK schlimmer als IS

20.50 Uhr: Donald Trump hält die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für eine wahrscheinlich größere terroristische Bedrohung als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). „Die PKK, die – wie Sie wissen – Teil der Kurden ist, ist vermutlich in vielerlei Hinsicht schlimmer beim Terror und eine größere terroristische Gefahr als der IS“, sagte der US-Präsident bei einer Pressekonferenz mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella im Weißen Haus. Selbst der IS „respektiere“ PKK-Kämpfer. „Wissen Sie, warum? Weil sie ebenso hart oder härter als der IS sind.“ Zugleich drohte Trump der Türkei schärfere Sanktionen an.

Türkei-Offensive in Syrien: Erdogan verspottet Trumps Twitter-Verhalten

19.45 Uhr: Recep Tayyip Erdogan reagiert auf die Sanktionsandrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die Türkei auf seine Weise. Laut eines Presseberichts erklärte der türkische Staatschef, die unzähligen Tweets des Republikaners künftig ignorieren zu wollen: „Wir haben bisher die Äußerungen von Trump auf Twitter gelesen, doch wir sind an den Punkt gelangt, da wir diese Tweets nicht mehr verfolgen können. Wir schaffen es nicht mehr zu folgen.“ Dabei bezog sich Erdogan nicht auf den Inhalt, sondern auf die Menge an Tweets.

Derweil postete Erdogans Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun via Twitter eine Sequenz, in der der türkische Präsident vor Journalisten verkündet, US-Vizepräsident Mike Pence und -Außenminister Mike Pompeo während deren Besuch in Ankara am Donnerstag treffen zu wollen. Zuvor hatte es geheißen, Erdogan wolle lediglich Trump empfangen, während Pence und Pompeo mit ihren jeweiligen türkischen Pendants sprechen sollten. Dies habe sich laut Altun jedoch lediglich auf Mittwoch bezogen.

Türkei-Offensive in Syrien: Für Trump sind die Kurden „keine Engel“

18.48 Uhr: Nach dem Einmarsch der Türkei in Nordsyrien sieht Präsident Donald Trump keine militärische Verantwortung der USA in dem Konflikt in der Region. „Zwei Staaten kämpfen um Land, das nichts mit uns zu tun hat“, sagte der Republikaner am Rande eines Treffens mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella im Weißen Haus. „Es ist nicht unsere Grenze, wir sollten darüber keine Leben verlieren.“ Trump fügte mit Blick auf die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hinzu: „Syrien schützt die Kurden. Das ist gut.“ Der US-Präsident wünschte Syrien und dem Assad-Verbündeten Russland „viel Glück“ bei ihrer Zusammenarbeit.

Trump sagte weiter: „Die Kurden sind jetzt viel sicherer.“ Sie wüssten zudem, wie man kämpfe. „Und wie ich gesagt habe, sie sind keine Engel.“ Trump betonte, die USA versuchten, in dem Konflikt zu vermitteln. „Weil wir Kriege stoppen wollen, unabhängig davon, ob Amerikaner drin sind oder nicht.“ Mit Sanktionen und Zöllen könnten die USA dabei mehr erreichen als mit militärischer Macht.

Türkei-Offensive in Syrien: Ankara bittet bei Nato-Partnern um Verständnis für Vorgehen

15.59 Uhr: Die Türkei hat bei den Nato-Partnern um Verständnis für die umstrittene Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien geworben. In einer Sitzung des Nordatlantikrates informierte das Land am Mittwoch über das Vorgehen und die Ziele der Intervention, wie in Bündniskreisen bestätigt wurde. Teilnehmer waren unter anderem Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Botschafter aus den anderen 28 Bündnisstaaten.

15.53 Uhr: Der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal Aydin, hat den teilweisen Rüstungsexportstopp der Bundesregierung für die Türkei als „irrelevant“ bezeichnet. „Wir haben sowieso keine neuen Genehmigungen für Rüstungsgüter in letzter Zeit erhalten – mit einigen Ausnahmen“, sagte er am Mittwoch in einem Gespräch mit Journalisten in Berlin. Die Entscheidung der Bundesregierung werde keinerlei Auswirkungen auf die türkische Militäroperation gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien haben. „Sie schadet nur der Verlässlichkeit Deutschlands bei der Rüstungszusammenarbeit.“

Aydin konnte nicht sagen, ob bereits gelieferte Waffen aus Deutschland bei der Militäroperation eingesetzt werden. Er betonte, die Ausrüstung werde eingesetzt, die gebraucht werde – unabhängig vom Herkunftsland. „Warum sollen wir da Bedenken haben? Wir sind unter Beschuss“, sagte er. „Wir versuchen uns zu schützen gegen Anschläge und Angriffe. Und wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um uns besser zu schützen.“

Aydin sagte, man sei „zutiefst enttäuscht von der Überreaktion und der heftigen Kritik“ der deutschen Seite. „Von unserem Partner und Nato-Verbündeten Deutschland hätten wir mehr Verständnis, mehr Rücksicht und mehr Unterstützung erwartet“, sagte er.

Erdogan schießt gegen Maas: Bartsch fordert Ausweisung des türkischen Botschafters

15.33 Uhr: Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hat die Bundesregierung zur Einbestellung des türkischen Botschafters aufgefordert: Damit müsse sie auf die beleidigenden Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reagieren, erklärte Bartsch am Mittwoch in Berlin. “Sollte Erdogan die Beleidigungen nicht zurücknehmen, muss der türkische Botschafter ausgewiesen werden”, forderte der Linken-Politiker.

“Heiko Maas hätte den türkischen Botschafter wegen der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in Syrien längst einberufen müssen”, erklärte Bartsch. “Die neuen Beleidigungen von Erdogan müssen sofort in einer Einbestellung des Botschafters münden, um deutsche Außenpolitik nicht endgültig sprachlos und handlungsunfähig zu machen.”

Bartsch forderte die Bundesregierung auf, “Rückgrat gegenüber Erdogan” zu zeigen – dies bedeute ein “lückenloses Waffenembargo und politischer Druck mit allen Mitteln der Diplomatie”.

Türkei-Offensive in Syrien: Erdogan macht Rückzieher nach Eklat um US-Vizepräsident

15.05 Uhr: Verwirrung in Ankara: Das türkische Präsidialamt hat mitgeteilt, dass Präsident Recep Tayyip Erdogan nun doch den US-Vizepräsidenten Mike Pence treffen werde. Erdogan plane doch, die US-Delegation zu treffen, schrieb sein Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun auf Twitter. 

Das Treffen mit mit US-Vizepräsident Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo wird am Donnerstag in Ankara stattfinden. 

Zuvor hatte Erdogan Sky News gesagt, Pence und Außenminister Pompeo würden nur mit ihren jeweiligen Kollegen in der türkischen Regierung sprechen – nicht mit ihm. 

Die USA hoffen, bei den Gesprächen einen Waffenstillstand zu erreichen zwischen der Türkei und den Kurdenmilizen, die die Türkei aus einem Grenzstreifen in Nordsyrien hinaustreiben will. Erdogan schloss dies bereits am Mittwoch aus. Es gebe Anführer, die vermitteln wollten, aber die Türkei setze sich nicht mit „Terroristen“ an einen Tisch, sagte er vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP in Ankara.

Türkei-Syrien: Erdogan beleidigt Maas – SPD-Fraktionschef: „Schlimme Grenzüberschreitung“

14.15 Uhr: SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat die scharfe Kritik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an Bundesaußenminister Heiko Maas als „vollkommen unakzeptabel“ zurückgewiesen. Es handele sich um „eine schlimme Grenzüberschreitung und persönliche Entgleisung“, sagte Mützenich am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Üble Beschimpfungen bis hin zu persönlichen Diffamierungen vergiften das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen unseren Ländern.“ 

Erdogan hatte Maas als Dilettant bezeichnet, der nichts von Politik verstehe und sich über die Androhung, Deutschland werde keine Waffen mehr an die Türkei verkaufen, lustig gemacht.

Türkei: Eklat um US-Vizepräsident Pence – Erdogan weigert sich ihn nach Syrien-Offensive zu treffen

13.36 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat es abgelehnt, den US-Vizepräsidenten Mike Pence und US-Außenminister Mike Pompeo bei deren Besuch in Ankara am Donnerstag zu treffen. “Ich werde sie nicht treffen. Sie werden ihren jeweiligen Gegenpart treffen. Ich werde nur sprechen, wenn Trump kommt”, sagte Erdogan am Mittwoch dem Fernsehsender Sky News nach einer Rede im Parlament.

Türkischer Präsident Erdogan spottet über Außenminister Maas: „Wenn du etwas von Politik verstehen würdest…“

10.43 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Außenminister Heiko Maas nach der Einschränkung deutscher Rüstungsexporte in die Türkei persönlich angegriffen – und sich dabei mit Spott nicht zurückgehalten. Unter anderem sagte er: „Wenn du etwas von Politik verstehen würdest, würdest du nicht so sprechen.“

9.44 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sollen sich nach russischen Angaben in den kommenden Tagen zu Gesprächen über die türkische Offensive in Nordsyrien treffen. Darauf hätten sich die beiden Politiker in einem Telefonat verständigt, teilte Putins Büro am späten Dienstagabend mit. Putin habe Erdogan zu dem Treffen nach Moskau eingeladen. Dieser habe die Einladung angenommen.

Die Initiative für das Telefonat sei von der türkischen Seite ausgegangen, erklärte Putins Büro. Die beiden Staatschefs seien sich einig gewesen, dass Konfrontationen zwischen Einheiten der türkischen Armee und der syrischen Streitkräfte in Nordsyrien verhindert werden müssten. Putin habe zudem davor gewarnt, inhaftierte Dschihadisten könnten durch die türkische Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz freikommen.

Erdogan weist Forderung nach Syrien-Einsatz zurück – „Werden niemals Waffenruhe erklären“

9.15 Uhr: Die USA reagierten mit ersten Sanktionen auf die Militär-Offensive der Türkei in Nord-Syrien. Doch wie wirksam sind die jetzt verhängten Maßnahmen und wie heftig kann es für Erdogan noch werden?

Update vom 16. Oktober, 8.33 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Forderungen der USA nach einer sofortigen Waffenruhe nach dem Einmarsch seiner Truppen in Nordsyrien kategorisch abgelehnt. „Wir werden niemals eine Waffenruhe erklären“, sagte er am Dienstag nach einem Bericht von CNN-Türk im Gespräch mit Journalisten auf dem Rückflug von einem Besuch in Aserbaidschan. Die türkischen Truppen müssten erst ihr Ziel erreichen, und das sei die Einrichtung einer Schutzzone entlang der Grenze.

Türkei-Offensive in Syrien: Das waren die Nachrichten vom Dienstag

Update vom 15. Oktober, 22.05 Uhr: US-Vizepräsident Mike Pence soll am Mittwoch gemeinsam mit US-Außenminister Mike Pompeo zur Vermittlung im militärischen Konflikt zwischen der Türkei und den Kurden nach Ankara aufbrechen. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Washington an. „Sie werden morgen abreisen“, sagte er. Ziel sei es, einen Waffenstillstand in dem Konflikt zu erreichen.

Wie das Weiße Haus mitteilte, werden auch der Nationale Sicherheitsberater Robert O’Brien und der US-Sonderbeauftragte der Anti-IS-Koalition, James Jeffrey, der Delegation angehören. Für Donnerstag sei ein bilaterales Treffen zwischen Pence und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geplant.

Update vom 15. Oktober, 19.35 Uhr: Die USA haben die türkische Offensive in Nordsyrien klar verurteilt und wollen Erdogan mit Sanktionen zum Umdenken bewegen. Allerdings könnten die Türken ein schwerwiegendes Faustpfand auf ihrer Seite haben: In der Türkei lagern noch 50 US-Atombomben, wie die New York Times berichtet. Diese befinden sich demnach auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik unter der Kontrolle der dort stationierten US-Truppen, 250 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Die Waffen sollen ein Überbleibsel aus dem kalten Krieg sein: Sie wurden in der Türkei gelagert, um Russland abzuschrecken.

In der aktuellen Lage seien die Bomben „Erdogans Geiseln“, sagte ein hoher US-Beamter dem Blatt. Am Wochenende habe das US-Außen- und das Energieministerium eine Verlegung der Atomwaffen geprüft. Das Problem: Damit würde man die türkisch-amerikanische Allianz offen aufbrechen. Zu diesem Schritt war man offenbar nicht bereit.

Türkei-Offensive in Syrien: „Extrem instabile Situation“ – Ärzte ohne Grenzen ziehen sich zurück

Update vom 15. Oktober, 18.54 Uhr: Im Zuge der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien und der „extrem instabilen Situation“ zieht die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) alle internationalen Mitarbeiter aus der Region ab. „Dies waren extrem schwierige Entscheidungen“, teilte MSF am Dienstag mit. Die Organisation sei sich den Bedürfnissen flüchtender und verletzlicher Menschen bewusst. Die derzeitige Lage mache es aber unmöglich, Medizin und Helfer in die betroffenen Gebiete zu bringen. Die Sicherheit der syrischen und ausländischen Mitarbeiter sei nicht mehr gewährleistet.

Türkei setzt Offensive in Syrien fort: Heftige Kämpfe – Kurden erobern Stadt von Erdogan zurück

Update vom 15. Oktober, 18.33 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Militäroffensive im Nachbarland Syrien trotz US-Sanktionen unbeirrt fortgesetzt. In Nordsyrien lieferte sich die türkische Armee auch am Dienstag weiter erbitterte Gefechte mit der Kurdenmiliz YPG. Die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer sofortigen Waffenruhe blieb zunächst folgenlos. US-Truppen setzten sich unterdessen aus der Stadt Manbidsch Richtung Irak ab. Für sie rückten direkt russische Militär und Einheiten der syrischen Armee von Präsident Baschar al-Assad nach.

Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) konnten bei einem Gegenangriff die wichtige Grenzstadt Ras al-Ain von den Türken zurückerobern, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag berichtete. Türkische Truppen hatten den Ort mit Unterstützung von Rebellen der sogenannten Syrischen Nationalarmee zwei Tage zuvor unter ihre Kontrolle gebracht. 

Die humanitäre Hilfe in der Region kam nach Angaben der kurdischen Selbstverwaltung komplett zum Erliegen. Der UN-Sicherheitsrat kommt am Mittwoch zu einer erneuten Sondersitzung zusammen.

Update vom 15. Oktober, 16.23 Uhr: Die Bundesregierung rechnet derzeit nicht mit Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen die Türkei wegen der Militäroffensive in Syrien. Das Thema gebe es „bisher jedenfalls auf der europäischen Agenda nicht“, hieß es am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin mit Blick auf den bevorstehenden EU-Gipfel in Brüssel.

Die Außenminister der EU-Staaten hatten die türkische Militäroffensive in Nordsyrien am Montag zwar scharf verurteilt, aber keine Einigung auf ein Waffenembargo oder Sanktionsdrohungen erzielt. Die USA haben dagegen bereits wirtschaftliche Strafmaßnahmen angekündigt.

Am Donnerstag und Freitag werden sich die Staats- und Regierungschef der EU auf ihrem Gipfel mit dem türkischen Einmarsch in Syrien befassen. Zwar sei nicht auszuschließen, dass es bei einer Veränderung der Lage neue Beschlüsse geben werde, hieß es aus den deutschen Regierungskreisen. Geplant sei das derzeit aber nicht.

Türkei-Offensive in Syrien: UN-Sicherheitsrat kommt zu Sondersitzung zusammen

Update vom 15. Oktober, 16.09 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat kommt am Mittwoch zu einer erneuten Sondersitzung wegen der türkischen Offensive in Nordsyrien zusammen. Die nichtöffentliche Beratung sei auf Antrag der europäischen Mitgliedstaaten im Sicherheitsrat – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und Polen – anberaumt worden, hieß es am Dienstag aus Diplomatenkreisen.

Es handelt sich um die zweite Sondersitzung binnen einer Woche. Bereits am Donnerstag hatte der Sicherheitsrat zu Nordsyrien getagt, sich aber nicht auf eine gemeinsame Position verständigen können. Die europäischen Vertreter forderten anschließend einen Stopp des türkischen Einmarschs.

Am Freitag blockierten Russland und China einen Text der USA, in der Ankara ebenfalls zur Beendigung der Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG aufgerufen wurde.

Update vom 15. Oktober, 16.04 Uhr: Wegen der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wird eine neue Fluchtbewegung befürchtet. Dabei sind die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln jetzt schon völlig überfüllt. Bei Auseinandersetzungen nahe einem solchen Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos sind mindestens drei Menschen verletzt worden. Syrische und afghanische Flüchtlinge seien am späten Montagabend außerhalb des Lagers in der Stadt Vathy in einen Streit geraten, teilte die Polizei am Dienstag mit. Nach dem Vorfall brach ein Feuer außerhalb des Flüchtlingslagers aus, das hunderte Menschen ihrer Unterkunft beraubte.

Nach Behördenangaben konnte der Brand am frühen Dienstagmorgen unter Kontrolle gebracht werden. Das Feuer war zwischen Zelten und selbstgebauten Baracken im Umfeld des Lagers ausgebrochen. Zuvor sei eine Explosion zu hören gewesen, sagte der Bürgermeister von Vathy, Georgios Stantzos, der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR wurden durch das Feuer etwa 30 Zelte zerstört. Wie die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte, verloren dadurch etwa 600 Migranten ihr Obdach. Das Lager ist für 650 Menschen ausgelegt. Tatsächlich leben dort aber mehr als 5700 Menschen.

Einmarsch in Nordsysrien: Bundestagsfraktionen kritsieren türkische Offensive

Update vom 15. Oktober, 15.47 Uhr:

Der türkische Einmarsch in vorwiegend von Kurden bewohnte Gebiete in Nordsyrien wird von Bundestagsfraktionen von Koalition und Opposition scharf verurteilt. “Für uns ist ganz klar, dass wir diesen völkerrechtswidrigen Angriff nicht akzeptieren können”, sagte Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus am Dienstag vor einer Fraktionssitzung in Berlin. Er warnte auch vor einem Überspringen des Konflikts auf Deutschland durch die hier lebenden Menschen türkischer oder kurdischer Abstimmung.

Auf Antrag der Linksfraktion befasst sich der Bundestag am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde mit dem Vorgehen der Türkei. Fraktionschef Dietmar Bartsch warf dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, ein anderes Land überfallen zu haben. Dies sei “völlig inakzeptabel”.

Die Linksfraktion fordert, der Bundestag solle den Einmarsch türkischer Truppen und mit ihnen verbündeter islamistischer Milizen in die syrischen Kurdengebiete “als völkerrechtswidrig verurteilen”. Auch müsse es weitere, konkrete Sanktionen geben. Ach SPD und Grüne kritisierten Erdogan.

Update vom 15. Oktober, 15.35 Uhr: Die bulgarische Regierung hat die Einstellung der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien gefordert. Gleichzeitig lehnt Sofia mögliche Sanktionen gegen die Türkei wegen befürchteter Verluste für das ärmste EU-Land in Milliardenhöhe ab. „Bulgarien ist entschieden dagegen, dass die Operation weitergeht, weil sie eine humanitäre Krise mit sich bringt“, sagte Regierungschef Boiko Borissow am Dienstag in Sofia nach einer Sitzung des Sicherheitsrats. Das Gremium tagte wegen der zugespitzten Lage in Syrien, die neue Flüchtlingswellen auslösen könnte.

Der bulgarische Regierungschef sprach sich dafür aus, dass das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei weiter eingehalten werde: „Sollten 50 000, 100 000 oder 200 000 Migranten nach Bulgarien kommen, weiß ich nicht, was mit dem Land passieren wird“, warnte er. An der bulgarischen EU-Außengrenze zur Türkei gebe es jetzt „null Migranten“, sagte Borissow.

Mindestens zwei Journalisten bei türkischem Militäreinsatz in Syrien getötet

Update vom 15. Oktober, 15.32 Uhr: Im Nordosten Syriens sind während des dort laufenden türkischen Militäreinsatzes mindestens zwei Journalisten getötet worden. Es handle sich um einen Korrespondenten der kurdischen Medienagentur Hawar News (ANHA) und einen Korrespondenten des schwedisch-kurdischen Senders Çira TV, teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen am Dienstag mit. Sie seien am Sonntag bei einem Luftangriff auf einen zivilen Konvoi getötet worden. Mindestens acht weitere Journalisten verschiedener regionaler Medien wurden demnach verletzt.

Die Organisation verurteilte die Angriffe scharf und forderte die Türkei auf, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zum Schutz von Journalisten in bewaffneten Konflikten einzuhalten. Das UN-Gremium hatte die Resolutionen in den Jahren 2006 und 2015 als Reaktion auf eine steigende Zahl an Todesfällen unter Journalisten in Krisengebieten verabschiedet, unter anderem im Irak und in Syrien. „Jeder Angriff auf Medienschaffende ist durch das Völkerrecht strengstens verboten“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr.

Update vom 15. Oktober, 15.02 Uhr: Wegen der türkischen Offensive in Nordsyrien hat US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Trump drohte am Montag erneut, “die Wirtschaft der Türkei umgehend zu zerstören, wenn die türkische Führung ihren gefährlichen und zerstörerischen Weg fortsetzt”. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) drängten derweil die türkische Armee und verbündete syrische Milizen bei einem Gegenangriff in der Grenzstadt Ras al-Ain zurück.

Türkei und kurdische YPG liefern sich erbitterte Kämpfe – türkischer Soldat stirbt

Update vom 15. Oktober, 14.50 Uhr: Trotz der US-Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe und Sanktionen liefern sich die türkischen Truppen in Nordsyrien weiter erbitterte Kämpfe mit der Kurdenmiliz YPG. Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten einen Gegenangriff begonnen und die wichtige Grenzstadt Ras al-Ain zurückerobert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Türkische Truppen hatten den Ort mit Unterstützung von Rebellen der sogenannten Syrischen Nationalarmee zwei Tage zuvor unter ihre Kontrolle gebracht.

Kurdische Quellen bestätigten den Gegenangriff und die Eroberung von Ras al-Ain. Die Kurdenmilizen hätten auch das nahe gelegene Dorf Tall Halaf am Stadtrand von Ras al-Ain eingenommen. Eine offizielle Bestätigung aus Ankara gab es nicht. Der Sender CNN Türk berichtete, in der Nacht habe es schwere Gefechte in Ras al-Ain gegeben. Türkische Truppen versuchten, YPG-Kämpfer in Verstecken aufzuspüren. In der Stadt Manbidsch wurde nach offiziellen Angaben ein türkischer Soldat getötet und 18 weitere verletzt.

Die Truppen seien unter Mörser – und Artilleriefeuer der Kurdenmiliz YPG geraten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Ankara. Die türkische Armee habe den Angriff erwidert. Dabei seien 15 YPG-Kämpfer getötet worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

In der Provinz Mardin schlugen unterdessen Mörsergranaten aus Syrien ein, zwei Menschen wurden getötet, wie das Gouverneursamt mitteilte. Zwölf weitere Zivilisten seien verletzt worden. Die Türkei machte die YPG für den Beschuss verantwortlich.

Türkei: Erdogan will drei Millionen syrische Flüchtlinge umsiedeln

Update vom 15. Oktober, 12.30 Uhr: Türkei-Präsident Erdogan hat in einer Rede in Aserbaidschan angekündigt, drei Millionen syrischen Flüchtlingen eine freiwillige Umsiedlung in ihre Heimat Syrien anzubieten. Das berichtete zuerst das Online-Portal Focus.de, das sich auf die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu beruft. Erdogan habe weiter gesagt, dass bereits 1000 Quadratkilometer in Syrien seit der Militäroffensive „befreit“ worden seien. 

Erstmeldung vom 15. Oktober, 12.20 Uhr: Seit vergangenem Mittwoch läuft im syrisch-türkischen Grenzgebiet eine lang geplante Militäroffensive der Türkei. Ankara begründet den international stark umstrittenen Einsatz mit Selbstverteidigung. 

Die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz YPG, gegen die die Offensive läuft, als Terrororganisationen. Die YPG pflegt enge Kontakte zur in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in den USA und in Europa auf der Terrorliste steht.

Militäroffensive: Türkei will eine „Sicherheitszone“ mit Millionen Flüchtlingen entlang der Grenze zu Syrien

Die Türkei will entlang der syrischen Grenze eine „Sicherheitszone” unter ihre Kontrolle bringen. Dort will Präsident Recep Tayyip Erdogan auch Millionen syrische Flüchtlinge unterbringen, die derzeit in der Türkei und Europa leben.

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten leisten erbittert Widerstand: In der Grenzstadt Ras al-Ain habe die kurdische Miliz in der Nacht zum Dienstag einen großen Gegenangriff auf die türkischen Truppen und ihre syrischen Verbündeten gestartet, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag.

Türkischer Einmarsch in Syrien: Die Positionen von USA und Russland

US-Präsident Donald Trump hat dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien den Weg bereitet, indem er nach einem Telefonat mit Erdogan US-Truppen aus dem Grenzgebiet zurückzog. Trump steht daher massiv in der Kritik. 

Die USA haben nun Sanktionen gegen die Türkei verhängt

Russland verhandelt seit langem mit der Türkei und dem Iran über eine Lösung für den Syrien-Konflikt. Der Kreml hatte zuletzt betont, sich nicht in den Konflikt im Norden Syrien hineinziehen zu lassen. Moskau steht aber nach eigenen Angaben im engen Kontakt zu Ankara.

Nordsyrien: Zivilisten und von den Kurden inhaftierte IS-Kämpfer auf der Flucht

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bereits mehr als 135 Kämpfer der kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte sowie 70 Zivilisten getötet. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 160 000 Menschen auf der Flucht.

International besteht auch die Sorge, dass die türkische Offensive tausenden IS-Kämpfern in kurdischer Haft die Möglichkeit zu Flucht gibt. Die Befürchtung schien sich zu bestätigen, als die kurdische Selbstverwaltung am Sonntag die Flucht von hunderten Angehörigen von IS-Kämpfern aus einem Lager meldete. 

Die Türkei sprach von einer “Desinformationskampagne” und warf der YPG vor, IS-Kämpfer freizulassen, um Chaos zu verbreiten. Auch US-Präsident Trump bezichtigte sie, auf diese Weise die USA in den Konflikt hineinziehen zu wollen.

Volkswagen reagiert angesichts der Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien mit einer drastischen Maßnahme. Es geht um ein neues Werk nahe Izmir. 

Source: merkur.de

Geef een reactie

Het e-mailadres wordt niet gepubliceerd. Vereiste velden zijn gemarkeerd met *