Proteste in Ecuador: Ausgangssperre nach schweren Unruhen – tagesschau.de

In Ecuadors Hauptstadt Quito ist es erneut zu schweren Unruhen gekommen. Staatschef Moreno verhängte eine Ausgangssperre. Zuvor hatten sich Protestierende und Regierung allerdings zu Gesprächen bereit gezeigt.

Ecuadors Präsident Lenin Moreno hat eine Ausgangssperre für die Hauptstadt Quito und angrenzende Täler verhängt. Auf Twitter schrieb er, die Ausgangssperre werde Handlungen der Sicherheitskräfte gegen die “unerträglichen Gewaltausbrüche erleichtern”. Das Gebiet werde überdies unter Militärkontrolle gestellt.

Zuvor war es bei Protesten in Quito erneut zu Unruhen gekommen. Demonstranten griffen ein Regierungsgebäude an und besetzten es schließlich. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP warf eine Gruppe von Protestierenden Molotowcocktails auf das Gebäude des Rechnungshofes und drang in das Innere des Gebäudes ein. Polizisten gingen mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die sich am Parlamentsgebäude versammelt hatten.

Protestierende zu Gesprächen bereit

Die Dachorganisation der indigenen Völker Ecuadors, die zu den Anführern der Proteste gehört, erklärte sich indes zu einem direkten Dialog mit dem Präsidenten bereit. Die Konföderation der indigenen Völker (CONAIE) bewerte die Aufforderung des Präsidenten “positiv”, mit ihm über die Streichung der Treibstoffsubventionen zu sprechen, hieß es in einer Mitteilung auf Twitter. Moreno hatte am Freitag in einer Fernsehansprache zum Dialog aufgerufen.

Die Indigenen bestehen jedoch auf Wiederherstellung der Subventionen für Kraftstoff. Eine Kompensationen für die erhöhten Treibstoffpreise würden sie nicht annehmen. Moreno hatte vorgeschlagen, einen Teil der durch die Streichung eingesparten Staatsgelder zur Unterstützung der indigenen Bauern zu verwenden.


Wirtschaftskrise in Ecuador

Bereits am Mittwoch hatte Moreno als Reaktion auf anhaltende Proteste eine nächtliche Ausgangssperre in der Nähe von wichtigen öffentlichen Gebäuden verhängt. Die Massenproteste wurden ausgelöst durch die Aufhebung der Subventionen für Benzin und Diesel. Die Preise für Kraftstoff haben sich inzwischen mehr als verdoppelt.

Ecuador steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Regierung hat einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar erhalten und sich verpflichtet, im Gegenzug öffentliche Ausgaben zu kürzen. Der Abbau der in den 1970er Jahren eingeführten Kraftstoffsubventionen ist Teil der Verpflichtungen.

Source: tagesschau.de

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